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    Hm... Mit diesem Entschließungsantrag von 2013 hat der Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie des Europaparlaments die Europäische Kommission aufgefordert, "Leitlinien für Regulierungsbehörden und Netzbetreiber zu erarbeiten, wie sich die mit dem Betrieb und dem Netzanschluss von Anlagen zur Stromerzeugung in kleinstem Maßstab verringern lassen".


    In die 2014 erfolgten Festsetzung der Rahmenbedingungen für die europäische Energielandschaft 2030 ist leider nichts aus dem Entschließungsantrag übernommen worden: https://eur-lex.europa.eu/lega…LL/?uri=CELEX:52014DC0015.


    Wenn der Trilog hier konkrete Vorschriften gemacht hätte, wären diese ja m.E. auch mittlerweile in nationales Recht umzusetzen gewesen. Das war offenbar nicht der Fall...

    Zitat von Redirion

    würde mich auch interessieren. Aus der Verordnung (EU) 2016/631 geht es jedenfalls nicht wirklich hervor. Da steht, Stromerzugungsanlagen kleiner 0,8 kW bzw. 800W seien nicht signifikant und daher würden keine Netzanschlussbestimmungen dem Netzbetreiber vorgeschrieben werden. Gleichzeitig steht da aber auch etwas von "Bei der Entwicklung von Bestimmungen für den Netzanschluss sollten vorhandene technische Normen besondere Berücksichtigung finden.", womit es schließlich bei der nationalen Gesetzgebung bleibt.


    Gibt es da noch etwas anderes? Im Eingangspost ging es um 600W, also einer anderen Größe.


    Die 600W dürften aus nationalen Regelungen u.a. in Österreich stammen, nicht aus EU-Richtlinien. Diese niedrigere Grenze wurde vom VBEW übernommen.


    Eine Aufforderung für ein vereinfachtes Anmeldeverfahren habe ich auch nicht gefunden. Nach Interpretation etwa auch der Luxemburgischen Regierung bedeutet die Nichtsignifikanz von Erzeugungsanlagen <800W in der (EU) 2016/631 aber sogar, dass eigentlich überhaupt keine Anmeldung erfolgen müsste. Eine Art europäische Bagatellgrenze also, allerdings nicht konkret festgeschrieben und auch nicht in nationales Recht übertagen und daher vom VDE/DKE/FNN und den meisten Netzbetreibern in Deutschland auch nicht beachtet.


    Die Praxis der Regulierungsbehörden in Deutschland, den Netzbetreibern auch die Kontrolle von Anschlusstechnik und Sicherungssystemen HINTER dem Stromzähler aufzubürden, ist gelinde gesagt fragwürdig. Erst dadurch kommt der Netzbetreiber überhaupt in die Situation, den Einbau von "Einspeisesteckdosen", einen Sicherungstausch oder/und die Unterschrift eines Elektrikers zu fordern. Mit der Netzsicherheit an sich hat das nämlich rein garnichts zu tun.


    Der Textteil "Bei der Entwicklung von Bestimmungen für den Netzanschluss sollten vorhandene technische Normen besondere Berücksichtigung finden." stammt übrigens nicht aus der Verordnung selbst sondern aus der Begründung für die Verordnung und steht auch im Kunjunktiv. Er hat also keine wirkliche Relevanz.


    Fazit: Netzbetreiber sind gesetzlich nicht dazu verpflichtet, ein vereinfachtes Anmeldeverfahren für Mini-Solar-Kraftwerke anzubieten. Man kann bislang nur versuchen, ihnen dessen Vorteile zu vermitteln.

    Zitat von CarpeDiem


    Mein Gott Herr Ofenheusle, haben Sie es denn jetzt schon nötig, so billig Werbung für ein überflüssiges Webportal zu machen??
    Die bei Ihnen aufgeführten "zertifizierten Geräte mit dem erforderlichen Sicherheitsstandard" verwenden stinknormale Envertech-Wechselrichter, wie ein Grossteil der deutschen Anbieter...


    Immer mehr Netzbetreiber - zuletzt auch die LEW - sehen ein, dass die bislang praktizierte, restriktive Haltung gegenüber Mini-PV-Anlagen nach hinten losgeht und vereinfachen den Anmeldeprozess. Ich kann nicht erkennen, dass Ihr Portal daran auch nur einen minimalen Anteil hat....


    Hallo Herr Wieland,


    bloß weil sie es nicht erkennen, bedeutet das nicht, dass es nicht der Fall ist. :)
    Wir verhandeln im Hintergrund mit einer Menge an Netzbetreibern, die noch nicht so weit sind wie die LEW (die überwiegende Mehrheit in Deutschland übrigens).
    Zu den Wechselrichtern: Es gibt, wie sie eigentlich wissen sollten, leider auch schwarze Schafe, die Altbestände an nicht zertifizierten Wechselrichtern anbieten. Neben MachDeinenStrom.de existiert leider kein anderes Portal, das diese identifiziert und die Verbraucher darüber informiert. Es gibt auch kein anderes Portal mit einem so umfangreichen Vergleich existierender Angebote. Und es gibt kein anderes Portal, das sich um ein bundesweit einheitliches, verbraucherfreundliches und online verfügbares Anmeldeverfahren bemüht. Sie müssen all das nicht gut finden, aber so ganz überflüssig ist es vielleicht dann doch nicht.


    Lassen sie uns doch vielleicht einfach gemeinsam daran arbeiten, dass bald jeder seinen eigenen Strom am Balkon machen kann, statt Grabenkämpfe auszufechten. Was meinen sie?

    Zitat von FAGOsolar

    Schön und gut !
    Wenn aber sowieso jeder seine Anlage kostenlos und selbst anmelden kann - warum soll er sich dann registrieren ?
    Ich sehe nicht, dass es hier noch irgendwelchen Druck braucht.
    Formular an den Netzbetreiber schicken und abhaken. Egal was die da für Zicken machen....


    Es kann eben noch nicht jeder seine Anlage kostenlos und selbst anmelden, weil bislang die wenigsten Netzbetreiber ein entsprechendes Anmeldeverfahren haben oder den Prosumer dazu zwingen wollen, den Elektriker unterzeichnen zu lassen o.ä.


    Je mehr Registrierungen wir auf MachDeinenStrom.de aus einem Netzbereich haben, desto eher können wir dem Netzbetreiber klar machen, dass wenn die alle zum Guerilla-Betrieb umschwenken, weil die Anmeldung zu viele Hürden hat, und daher die Geräte nicht geprüft sind, er ein ernsthaftes Sicherheitsproblem hat. Nicht alle Geräte im Markt sind nämlich mit aktuellem N/A Schutz ausgestattet bzw. schalten bei Spannungswegfall nicht automatisch aus. Die Geräte auf MachDeinenStrom.de hingegen sind alle zertifiziert und weisen die erforderlichen Sicherheitsstandards auf.

    Zur Info:
    Wer darüber nachdenkt, ein Mini-Solar-Kraftwerk regulär zu betreiben, dem bieten wir auf MachDeinenStrom.de die Option, dies kostenlos und ohne großen Aufwand zu tun. Elektriker sind dabei nicht mehr zwingend notwendig (viele Balkonmodule werden ohnehin schon mit ganz normalem Schuko-Stecker ausgeliefert). Man bestätigt dem Netzbetreiber den VDE-konformen Anschluss, eine Prüfung o.ä. erfolgt nicht. Alle Kraftwerke auf MachDeinenStrom.de sind auch ohne Einspeisesteckdose sicher (durch Zertifikat belegt). Der Zählertausch wird von den Netzbetreibern die bereits mit uns kooperieren kostenlos durchgeführt. Wir übernehmen die Information der Bundesnetzagentur.


    Das geht noch nicht überall, aber wir sprechen im Hintergrund nach und nach mit allen Netzbetreibern und haben schon erste Erfolge und Teilerfolge erzielt: https://bit.ly/2Ck1amf, https://bit.ly/2RJEvU8


    Viele Unterstützer aus ganz Deutschland haben sich uns schon angeschlossen. Je mehr Menschen aus einem Netzgebiet auf MachDeinenStrom.de registriert sind, desto größer der Handlungsdruck, den wir auf den jeweiligen Netzbetreiber ausüben können.
    Wer mithelfen möchte, einfach hier registrieren: https://bit.ly/2ywV5Oc :danke:

    Hi Timo,


    sehr gerne!


    Zu Frage 1: Das übersteigt meine Expertise, da ich die Module nicht kenne. Allerdings sind die letzten News auf der Unternehmenswebseite von 2015, was kein gutes Zeichen ist. Die Bewertungen die ich über Module dieses Herstellers gelesen habe reichen von "funktioniert" bis "nach 4 Jahen kaputt".


    Zu Frage 2: Ich arbeite noch an einer vollständigen Übersicht über alle geeigneten Wechselrichter und kann daher auch keine qualifizierte finale Antwort geben. Allerdings ist bei einer Leistung um 600Wp bei bereits komplett angebotenen Mini Solar Kraftwerken meist der EVT500 von Envertech verbaut.


    Zur Schaltung: Auch das ist leider nicht mein Feld. Allerdings hilft dir vielleicht die Broschüre für ein solar-pac Modul von infinitum weiter, auf der Verkabelungspläne drauf sind: https://bit.ly/2IvjiME


    Viele Grüße
    Christian


    Hi Timo,


    der Schuko-Stecker entspricht noch nicht den VDE-Richtlinien. Daher wäre es vorerst eine Guerilla-Anlage ohne Meldung beim Netzbetreiber. 1000Wp sind nach gängiger Meinung etwas zu viel für einen risikofreien Betrieb im gemischten Endstromkreis. Ist für die Einspeisung ein gesondert gesicherter Stromkreis gelegt? Falls nicht, empfiehlt sich die Beschränkung auf 600Wp (auch in anderen Ländern der Standard). Aufzeichnung mit grafischer Auswertung der Leistung geht etwa, sofern du eine FRITZ!Box zuhause hast, mit der AVM Dect 200 (oder im Außenbereich die 210). Die Dect 200/210 kannst du über die FITZ!App auch vom Handy aus steuern. Laut Herstellerseite können mit der App auch die Verbrauchs-/Leistungsdaten abgerufen werden.


    Nein, ich arbeite nicht bei AVM und bekomme auch kein Geld von denen. Es gibt sicher auch andere Systeme, aber dieses Setup ist nach meiner Recherche das gebräuchlichste unter den benutzerfreundlichen. Manche stecken sich auch ein 10€-Energiemessgerät dazwischen und notieren die Tagesergebnisse per Hand. Das ist zwar wesentlich günstiger aber war ja aber gerade das, was du nicht wolltest.

    Viele Grüße
    Christian


    PS: Wenn Du regelmäßig Infos zur aktuellen Situation bei Mini Solar Kraftwerken bekommen möchtest, dann trag dich gerne für meinen Newsletter auf empowersource.de ein. Ich befasse mich gerade aus persönlichem Interesse intensiv mit dem Thema und lasse auch schon andere aus dem Forum über den Newsletter an den Ergebnissen teilhaben.