Beiträge von Kaneu

    Allerdings geht es ja darum, dass man den IAB innerhalb von drei Jahren auflösen muss um die Investition dem FA nachzuweisen. Wenn keine EÜR mehr, dann kann man ihn auch nicht auflösen. Das würde theoretisch bedeuten das das FA im Jahr 2024 dann den gebildeten IAB wieder als Einnahme deiner Steuer hinzurechnet.


    ABER:

    Da stellt sich mir gerade die nächste Frage. Wird der IAB dann wieder in 2024 hinzugerechnet müsste dies ja in der EÜR geschehen und diese gibt es ja nicht mehr! Bzw. sind die Einnahmen ja steuerfrei.

    Einfach zur Einkommensteuer geht ja nicht.

    Würde ein IAB gebildet und erfolgt keine Investition: Der IAB wird dann im Ursprungsjahr (also z.B. 2021) aufgelöst. Bedeutet: Es gibt dann einen korrigierten Steuerbescheid für 2021 mit entsprechender Nachzahlung zzgl. Zinsen.

    Danke für die schnelle Antwort.

    Was ist aber "2022 musst den IAB dann wieder auflösen."

    Der in 2021 gebildete IAB muss grundsätzlich irgendwann aufgelöst werden. Der Normalfall ist, dass dieses im Jahr der Anschaffung des Wirtschaftsguts erfolgt. Der IAB wird dann aufgelöst und der Wert des Wirtschaftsguts im Anlagevermögen wird um genau diesen Wert reduziert (herabgesetzt). Die Auflösung ist im Anschaffungsjahr damit quasi wertmässig neutral. Der steuerliche Effekt entsteht bereits in dem Jahr, in dem der IAB gebildet wird.


    Ein anderer Fall ist, dass das Wirtschaftsgut gar nicht angeschafft wird. Dann muss der IAB ebenfalls aufgelöst werden, aber im Ursprungsjahr. In diesem Fall wirkt es rückwirkend so, als hätte es gar keinen IAB gegeben. Für das Ursprungsjahr gibt es dann einen neuen Steuerbescheid, normalerweise mit einer fälligen Nachzahlung. Ab dem 16. Monat nach Ende des Ursprungsjahres fallen dabei auch Zinsen an. Auflösen kann man den IAB freiwillig jeder Zeit, spätestens nach 3 Jahren erfolgt das aber "vom Amt".


    Der IAB soll also Investitionen erleichtern. Man bekommt dadurch einen Booster bei der Liquidät. Steuerliche Vorteile hat man dabei aber nur, wenn man generell bereits finanziell erfolgreich ist. Sprich: Der bereits erfolgreiche Unternehmer investiert, wird damit noch erfolgreicher und zahlt am Ende noch mehr Steuern. Ist also erstmal ein sehr pfiffiges Instrument.

    Nachtrag:

    Was ist mit der IAB 2021 wenn aus irgendwelchen Gründen die IBN erst 2023 ist?

    Das ist ein sehr interessanter Sonderfall und für mich ist es noch nicht klar, wie das abgewickelt werden wird. IAB auflösen im Ursprungsjahr geht vermutlich immer. Allerdings wäre das aus meiner Sicht "unfair", da der Investor den IAB in 2021 ja sicherlich in gutem Glauben und im Rahmen des zu dem Zeitpunkt gültigen Rechts gebildet hatte. Mal schauen, wie das geregelt werden wird.

    Ist es eigentlich möglich noch in 2021 den iab zu beantragen?

    Ja. Voraussetzung ist aber, dass der ESt-Bescheid für 2021 noch nicht rechtskräftig ist. Der Begriff "beantragen" ist im Zusamenhang mit IAB unglücklich. Der IAB wird nicht beantragt und ist auch nicht genehmigungspflichtig. Er wird vom Steuerzahler gebildet und das Finanzamt wird von ihm entsprechend informiert.

    Voraussetzung war eigentlich nur ein Angebot oder

    Nicht einmal mehr das, es sind keine Nachweise notwendig.

    In 2022 muss dieser in meinem Fall aufgelöst werden weil ich dort die Ablage tatsächlich gebaut habe . Ich könnte aber sonder Afa geltend machen um so ein Minus zu machen

    Würde es anders formulieren: "Ich könnte zusätzlich noch eine Sonder-Afa geltend machen, um meinen Steuerfall zu optimieren".

    Und in 2023 dann Liebhaberei bis 30kwp beantragen, oder würde dann der iab rückwirkend wegfallen

    Wenn der aktuelle Kabinettsbeschluss umgesetzt wird, dann entfällt die EÜR ab 2023 automatisch. Antrag auf Liebhaberei ist also dann nicht mehr notwendig / möglich.

    Wenn es die Totalgewinnprognose zulässt, die USt in den Invest reinzurechnen, und du von der USt in 2022 66,25% mit einem hohen persönlichen Grenzsteuersatz abschreiben kannst, kann das i.V.m. der ersparten MwSt der nächsten 5 Jahre mehr wert sein.

    Stimme dem Ansatz zu. Möchte noch ergänzen: Das erste Jahr wird nach meinem Verständnis auch bei degressiver Abschreibung nur anteilig gerechnet. Bedeutet: Es ergibt sich eine maximale Abschreibung von 60,5% - 66,25%, abhängig vom genauen Anschaffungszeitpunkt im Jahr.


    Diejenigen, die sich diese Gedanken jetzt machen, sind vermutlich im "besten Fall" näher an der Untergrenze dieses Intervalls.

    Welche Probleme hat der Installateur denn jetzt genau? Weiss er nicht, was er ankreuzen soll oder zickt der Netzbetreiber?


    Ich putze aber mal meine Glaskugel und wage folgende Antwort:

    Beim Weiterverkauf von Strom fiel "früher" mal eine EEG Umlage an. Mittlerweile ist diese aber ausgesetzt bzw. zum 01.01.2023 auch endgültig abgeschafft. Möglicherweise ist das also nur noch ein veraltetes Formular, bei dem der VNB diesen Umstand (damals vermutlich berechtigterweise) abfragen wollte. Demnach würde die Auswahl also heute keinen Unterschied (mehr) machen. Bei dem geschilderten Sachverhalt wäre aber in jedem Fall meine Auswahl: "Überschusseinspeisung mit Eigenversorgung"


    Wenn die Rechnungen auf Deinen Namen laufen, so ist die Entscheidung bzgl. Steuer ja eigentlich auch schon gefallen: Du

    betreibst die Anlage als Einzelunternehmer. Nachteile sehe ich dabei erstmal keine.


    Ansonsten bräuchten wir noch mehr Angaben, speziell die exakte Problembeschreibung wäre hilfreich. Sollte der VNB Probleme machen: Um welchen geht es?

    Okay. Danke. Wird aber m.M.n. noch schwieriger dir Leute von PV zu überzeugen, wenn es quasi nur ein Hobby ist. Bzw. die die halt Gewinn wollen müssen VE wählen.

    Denke, hier muss man unterscheiden: Die typische PV-Anlage auf dem Eigenheim (teilweise ja mittlerweile bei Neubauten schon Pflicht) macht schon heute steuerlich keinen grossen Gewinn mehr, wenn überhaupt. Der finanzielle Vorteil ergibt sich aus dem Eigenverbrauch. Hier sind die jetzt angestrebten steuerlichen Vereinfachungen (keine EÜR und Anreiz zur KUR) insgesamt konsequent und waren mehr als überfällig. Und ja, die Umstellung liefert jetzt einmalige Verwerfungen, da muss man wohl durch. Dazu gibt es auch noch ein paar Sonderfälle und die brauchen noch eine anständige Regelung.


    Ansonsten gibt es ja auch noch die VE Variante. Kann sich ja auch rechnen, man muss nur möglichst einfach, günstig und entsprechend gross bauen können. Dann kann man das aber auch im gewerblichen Stil betreieben, mit Regelbesteuerung und EÜR.

    Aber den Bogen zum IAB hab ich noch nicht... der wäre ja besser in nem Jahr mit mehr und nicht weniger Steuer.

    Mit der Fünftelregelung im Rahmen einer Abfindung kommt es zu teilweise aberwitzigen Grenzsteuersätzen. Das gilt vor allem bei langjährig Beschäftigten und entsprechender Gestaltung. Ein Grenzsteüersatz von 70%-80% dürften in der Praxis da wohl durchaus öfter auftreten, theoretisch kann er sogar über 100% liegen! Ein IAB hat dann natürlich eine entsprechende Wirkung...