Beiträge von Kaneu

    irgendwann in 2023 (bis spätestens 31.10.23) die USt-Jahreserklärung 2022 machen


    Der späteste Abgabetermin ist normalerweise der 31.07. des Folgejahres. Wegen Corona, Ukraine und Grundsteuerreform gelten für eine Übergangszeit andere (spätere) Termine. Diese Termine ändern sich dafür aber jedes Jahr, damit es nicht so langweilig wird. :ironie:


    • Für die Steuererklärung des Jahres 2021 war der Abgabetermin der 31.10.2022. In einigen Bundesländern war das ein Feiertag, dann verschob sich das auf den nächsten Werktag
    • Für 2022 ist der Abgabetermin der 02.10.2023 (eigentlich 30.09.2023, aber das ist Wochenende)
    • Für 2023 ist der Abgabetermin der 02.09.2024 (eigentlich 31.08.2024, aber das ist ebenfalls Wochenende)


    Ab 2024 sind wir dann wieder beim regulären 31.07.


    Wenn man einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein hat, so gelten andere (spätere) Termine.


    Nachzulesen hier

    Wenn die Anlage unter 30kwp ist dann wird keine EÜR mehr gemacht ab 01.01.2022. Die Einnahmen und Entnahmen sind steuerfrei!

    Das ist korrekt und gilt praktisch für alle Gebäude. Zusätzlich sind auch noch Anlagen auf größeren Gebäuden bis zu einer Grenze von 15 KWp pro Wohn- und Gewerbeeinheit befreit. Bei 3 WE sind das also 45 KWp. Es gilt aber anlagenübergreifend eine Obergrenze von 100 KWp pro Steuerpflichtigem.

    Bei Abgabe von Steuererklärungen gilt üblicherweise: Fällt das Fristende auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, verlängert sich die Frist bis zum nächsten Werktag. Jetzt ist der 31.12.2022 ein Samstag und der nächste Werktag ist der 02.01.2023. Ob das jetzt auch für die in Anspruchnahme der Vereinfachungsregelung gilt, ist eine gute Frage. Im Zweifelsfall würde ich mich aber darauf berufen und auf eine großzügige Auslegung hoffen. Das Nutze der Vereinfachungsregelung ist ja auch für das Finanzamt von Vorteil. Ansonsten: Was hindert Dich, diese Erklärung heute noch zu machen? Geht nach meinem Verständnis auch über ELSTER oder formlos per E-Mail.


    Bei Nutzen der Vereinfachungsregelung kann man tatsächlich die Handwerkerrechnung von der Einkommenssteuer absetzen. Kann mir auch sehr gut vorstellen, dass das für Dich die bessere Wahl ist.


    Folgendes ist aber irritierend: In Deinem Profil steht: PV-Anlage in kWp 10,137 sowie

    Anlage in 2021 installiert unter 10KW

    Die Vereinfachungsregelung geht nur bis 10,0 kWp als Summe für alle Anlagen.


    Das Thema Umsatzsteuer ist von der Vereinfachungsregelung unabhängig. Zu einer Rückzahlung kommt es daher nicht. Die Umsatzsteuerjahreserklärung für 2021 war aber bereits zum 31.10.2022 fällig (vorausgesetzt Du machst sie selbst). Eine Fristverlängerung für die Umsatzsteuerjahreserklärung kann man ebenfalls beantragen. Vermutlich ist es dafür aber jetzt zu spät und es kommen Versäumniszuschläge auf Dich zu. Du könntest natürlich ggf. argumentieren, dass Du bei der gewährten Fristverlängerung davon ausgegangen bist, dass diese auch für die Umsatzsteuererklärung gilt...

    Sie haben mir damit das Haus überlassen (notariell komplett inkl. PV Anlage 8,06kWp).

    Es wurde damals eine GbR dafür gegründet. Diese besteht aus mir und meinen zwei Geschwistern.

    Die rechtliche Konstellation ist nicht ganz klar. Für welchen Zweck wurde die GbR denn genau gegründet? War sie Betreiber der PV während die Eltern die Eigentümer waren? Oder war die GbR auch Eigentümer? Dann hätten die Eltern Dir die Anlage aber gar nicht übertragen können...

    Wie wird die GbR aufgelöst? Muss ich mich dafür an das Finanzamt und an das Gewerbeamt wenden?

    Ich würde die GbR formell beenden wollen, auch (oder gerade?) innerhalb der Familie, um evtl. zukünftige Streitigkeiten zu vermeiden. Natürlich weckt man bei dieser Vorgehensweise aber ggf. auch schlafende Hunde...

    Es liegt zwar ein Vertrag vor für die GbR, aber ob das mit einer Gründung bzw. Anmeldung beim Gewerbeamt zu tun hat weiß ich leider nicht.

    Was steht denn genau in diesem Vertrag? Regelt der Vertrag etwas bzgl. Beendigung der GbR? Ansonsten gelten bzgl. Auflösen der GbR die Regelungen aus dem BGB. Folgende Möglichkeiten fallen mir dann ein:

    • Ihr beschliesst als Gesellschafter gemeinsam die Auflösung der Gesellschaft und regelt die Verwendung des verbleibenden Gesellschaftervermögens
    • Kündigung des Gesellschaftervertrags: Regelt der Vertrags nichts anderes, so endet die GbR, wenn ein Gesellschafter kündigt. In jedem Fall endet sie aber, sobald nur noch ein Gesellschafter übrig ist. Bei dieser Variante sollten ebenfalls mögliche Entschädigungsansprüche geregelt werden

    Sauberer ist vermutlich die Variante 1. Für eine genauere Empfehlung müsste man aber alle Details kennen.


    In jedem Fall würde ich die Schriftform wählen.

    Bzgl. der Wahl zwischen KUR und Regelbesteuerung gilt zunächst erstmal der Bindungszeitraum. Dieser gilt für 5 Jahre und hängt am Unternehmer. Bei Dir läuft dieser Zeitraum vermutlich seit dem 01.01.2019, der früheste Zeitpunkt zum Wechsel in die KUR wäre somit der 01.01.2024. Der Wechsel zwischen KUR und Regelbesteuerung ist auch immer nur zum Jahrenswechel möglich. Beim Wechsel in die KUR entfällt die unentgeltliche Wertabgabe für den selbstgenutzten Strom.


    Ab wann lohnt sich aber dann der Wechsel? Das zweite Kriterium dafür ist der Berichtigungszeitraum. Dieser beträgt 5 Jahre ab Beginn der Verwendung des Wirtschaftguts. Pro fehlendem Monat müsstest Du dann 1/60 des erstatteten Vorsteuerbetrages zurückzahlen.


    Für 2023 ergibt sich unter diesen Annahmen für die Umsatzsteuer somit keine Änderung und Du bleibst in der Regelbesteuerung. Wechselst Du zum 01.01.2027 in die KUR bist Du bzgl. Berichtigungszeitraum "safe". Ob oder ab wann sich ein früherer Wechsel lohnt ist eine Einzelfallbetrachtung und Du musst mit Deinen genauen Daten rechnen.


    Ansonsten wird hier im Forum noch über ein "Plattenbergmodell" diskutiert, mit dem man ggf. auch früher unschädlich in die KUR wechseln kann. Details dazu sind aber noch nicht bekannt.


    Das Thema Abschreibung bezieht sich auf die Einkommenssteuer und ist davon unabhängig. Die EÜR (und damit auch die Abschreibung) entfällt in Deinem Fall ohnehin bereits für das Steuerjahr 2022.

    • ...

    Auch noch denkbar:

    • Unternehmer Frau + Herr Wizen Photovoltaik GbR

    Also eine zusätzliche GbR (parallel zur Provisionsverkauf GbR) mit identischen Gesellschaftern. Bei gleicher Anschrift wäre aber auf die genaue Bezeichnung in sämtlichem Schriftverkehr achten, um Verwechslungsgefahr zu vermeiden.


    Wäre mir aber zu kompliziert, daher würde ich eine der folgenden Möglichkeiten auswählen:

    • Unternehmer Herr Wizen
    • Unternehmer Frau Wizen

    Spielereien mit erst mal knapp über 30kWp bauen, RB machen und nach 5 Jahren in KUR wechseln sowie knapp unter 30kWp gehen, wären das Einfachste. Aber ob das ohne Schwierigkeiten geht, steht in den Sternen bzw. das weiß man erst im Nachhinein und dann ist es zu spät.

    Bisheriges Verständnis auf dieser Seite des Schirms:

    • Über 30 KWp bedeutet tatsächlich EÜR. Das wäre ja auch, was Du willst
    • Bei über 30 KWp ist der 0% USt Satz aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen (nur die Nachweispflicht dreht sich). Damit könnte dann die sofortige KUR trotzdem sinnvoll sein

    Dafür würde ich spearat irgendwo in eine Freiflächenanlage o.ä. nicht ESt-Befreites ca. 30k investieren, um dort den IAB passend einbringen zu können

    Was für eine Anlageform wäre das genau? Hierzu bitte beachten, dass der IAB für die Herstellung oder Anschaffung eines (beweglichen) Wirtschaftsgutes verwendet werden muss. Und eigentlich muss das gleiche "Steuersubjekt" investieren, welches auch den IAB gebildet hat. Das ist in diesem Fall vermutlich die Einzelperson tepee. Möglicherweise gibt es bei Altfällen (IAB bis 2020) hier noch Gestaltungsspielräume, das würde ich aber von einem Profi prüfen lassen. Mir wäre der Aufwand dafür aber zu hoch (vor allem wenn Du ein Dach für >30 KWp hast).

    Ich denke um sicher zu gehen musst du schon selber eine PV Anlage größer 30kwp bauen.


    Ich würde noch abwarten was nun der Anwendungserlass sagt.

    Stimme hier bei beiden Punkten zu.


    Bzgl. Anwendungserlass wäre eine Art Wahlrecht für eine Übergangszeit sicherlich sinnvoll. Vielleicht kommt das ja noch, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt...