Beiträge von Kaneu

    Hättet ihr mir für die angesprochene Anlage noch eine Empfehlung für einen Wechselrichter, oder ist der angebotene Wechselrichter (Fronius Symo M light 25.0) in Ordnung?

    Bisher dachte ich, die Symos gehen "nur" bis 20 kWp. Hat Fronius da jetzt erweitert? Dass die "light" Variante angeboten wird, wundert mich ebenfalls. Bisher war mein (laienhaftes) Verständnis, dass man bei den Symos als ersten Wechselrichter die Normalausführung wählt und dann (wenn notwendig) mit "light Symos" zur Kapazitätserweiterung ergänzt, quasi so eine Art Master/Slave Konzept.

    Ich kann von folgendem Praxisfall berichten:

    • Anmeldung der gewerblichen Tätigkeit: Februar 2018
    • Inbetriebnahme: März 2018
    • Abgabe der Steuererklärung für Jahr 2017: August 2018

    IAB für 2017 ging probemlos durch. Also im Zweifelsfall: probieren

    Was du jetzt abschreibst kann später nicht mehr abgeschrieben werden.

    Der Effekt des IAB wird vermutlich tatsächlich oft überschätzt. OT: Mir wollte damals auch einer der Solarteure das quasi als einen zusätzlichen Rabatt verkaufen (hatte aber auch noch fälschlicherweise behauptet, ich müsste dann bei ihm noch im alten Jahr abschliessen. Leider bewegte er sich da bei mir auf sehr dünnem Eis...).


    Für den TS kann das aber durchaus Sinn machen. Bei einer Abfindungsregelung kommt man regelmässig in Genuss der sogenannten "Fünftelregelung". Insgesamt eine sehr feine Sache. Nur je nach Konstellation kommt man an Grenzsteuersätze jenseits Gut und Böse, mir ist ein realer Fall bekannt mit Grenzsteuersatz > 70% (Betonung liegt auf Grenzsteuersatz, der Durchschnitt ist natürlich deutlich niedriger). Denke, das ist kein Einzelfall.


    Da macht eine gut planbare PV Investition dann noch doppelt Spaß...

    IAB für PV ging bei mir problemlos durch (Steuerbescheid für 2017, Inbetriebnahme war 2018). Empfehle Dir ebenfalls das Einlegen eines Widerspruchs. Die von Dir bereits gefundene Begründung passt perfekt für Deinen Fall.


    Viel Erfolg!

    - Zweiter Zähler ist nach meinem Verständnis wegen EEG erforderlich. Unsere Anlage wird 14kwp groß.
    Vielleicht habe ich da im Angebot auch was falsch verstanden. Ist "1 Stück Fronius SmartMeter" kein zweiter Zähler?

    Bei dem Fronius Smartmeter handelt es sich tatsächlich um einen zusätzlichen (Hutschienen-)zähler. Den brauchst Du für die dynamische 70% Regelung ("70% weich") und für die Visualisierung des Eigenverbrauchs. Er nimmt nicht viel Platz weg, und der Elektriker wird ihn in Deinem Schaltschrank schon irgendwo unterbringen.


    Zusätzlich brauchst Du bei einer Anlage > 10 kWp aber noch einen (geeichten) Erzeugungszähler. Hierfür brauchst Du einen freien Zählerplatz. Dieser Erzeugungszähler wird vom VNB eingesetzt (normalerweise im gleichen Moment, wenn er Deinen ersten Zähler in einen Zweirichtungszähler austauscht).


    - KUR wäre für mich kein Grund zur Abspaltung. Der UST, die wir zahlen müssen, steht ja auch das Privileg des Vorsteuerabzugs gegenüber. Und der für mich wesentliche Vorteil ist die Reduktion an bürokratischem Aufwand wenn ich es über das bestehende Gewerbe abwickel. Das ist mir am Ende die paar Eur UST wert.


    - Außerdem: wer weiß ob meine Frau überhaupt noch so lange den Job macht. Vielleicht überdauert am Ende ja nur die PV-Anlage und dann kann ich immer noch in KUR wechseln. Bzw. wer weiß ob's KUR in 10 Jahren noch gibt. Nein, insofern ist meine Devise: keep it simple.

    Klingt konsequent, und wenn es Dir die paar Euro Umsatzsteuer werd ist: Dann mach es so, alles auf Deine Frau.

    Ja, sorry für die Abkürzung. Und ja, Deine Ausrichtung ist Südwest (hatte mich von den 30 Grad Dachneigung verwirren lassen). Link zu PVGIS (Photovoltaik Geographical Information System) ist oben bei der Ertragsprognose. Die Ertragsangabe mit 10% Verlust ist hier im Forum quasi der Standard zur Bewertung einer Dachfläche.


    Mit 1.050€/kWp hast Du ja schon ein ordentliches Angebot. Die Grenzkosten für zusätzliche Module sind darunter, da viele Arbeiten (z.B. der ganze Elektroanschluss) ja fix sind, der grössere Wechselrichter wird auch nur verhältnismässig wenig teurer. Die Anlage, gerechnet pro kWp, wird also billiger. Als Daumenregel: Ab 650 kWh/kWp würde ich wohl auch das Nordost Dach belegen, bei weniger als 600 kWh/kWp würde ich (unter aktuellen Bedingungen) die Finger davon lassen. Dazwischen ist Graubereich. "Darstellbar" bezieht sich dabei auf die monetäre Betrachtung aus Deiner Sicht.


    Hinweis: Ich hab letztes Jahr mein NNO Dach nicht belegt, heute würde ich das anders machen.

    Liegen die Module jetzt nur auf SSW? Was sagt PVGIS bzgl. Ertrag auf NNO?


    Belegung Ist vermutlich grenzwertig, möglicherweise aber gerade noch so darstellbar.


    In den meisten Fällen ist es bei der PV finanziell attraktiv, zunächst die Regelbesteuerung zu wählen und dann nach (zirka) 5 Jahren in die KUR zu wechseln. So bekommst Du die Umsatzsteuer vom Kauf zurück, bist aber für 5 Jahre an diese Entscheidung gebunden (zahlst also umgekehrt Umsatzsteuer auf den Eigenverbrauch). Wechselst Du aber nicht irgendwann in die KUR, so zahlst Du "zeitlebens" Umsatzsteuer auf den Eigenverbrauch.


    Kann Deine Frau mit ihrem Gewerbe diesem Rhythmus folgen? Vermutlich nicht. Dann macht es Sinn, die PV komplett vom Gewerbe Deiner Frau zu trennen --> PV komplett auf Dich (Angebot, Rechnung, Finanzamt, VNB, etc). Natürlich brauchst Du dann zwei EÜRs, etc. Das sollte aber für Euch kein Problem sein.


    Abhängig vom Gewerbe Deiner Frau kommen noch weitere Betrachtungen dazu. Dazu müssten wir hierzu aber noch mehr wissen. Was genau macht sie denn? Weil, "es hängt davon ab"...

    Die 70% Reglung wird über Manager realisiert. Hier ist die Frage ob ein Wechselrichter mit 70% Auslegung die Bessere Option ist- was meint ihr? Der kleinere Wechselrichter anstelle des Managers würde preislich keinen großen unterschied machen ( ca. 200€)


    In den Planungsunterlagen steht etwas von 2 Stück MPP Tracker, sind das diese "Manager"?


    Nicht ganz:

    Die 70% Regel besagt, dass Du zu einem beliebigen Zeitpunkt maximal 70% Deiner theoretischen maximalen Erzeugungsleistung einspeisen darfst. Bei 25,5kWp wären das dann z.B. 17,85kW. Der Wert wird vom Solarteur am Wechselrichter eingestellt. Je nach Ausrichtung der Anlage und Sonnenstand erreicht man das dann mehr oder weniger oft. Der Wechselrichter steuert die Produktion dann so, dass maximal dieser Wert eingespeist wird (u.a. dazu benutzt er übrigens dann die oben genannten MPP-Tracker). Beispiel: Am 15.5.2019 (einer der bisher besten Tage meiner noch jungen Karriere als Stromproduzent) hatte ich bei meiner Anlage eine Produktion oberhalb der 70% zwischen 11:20 Uhr und 16:40 Uhr, war also abgeriegelt.


    Die 70% Regel erlaubt aber, den Eigenverbrauch zusätzlich zu produzieren (wird ja nicht eingespeist). Dazu braucht es aber ein Zusatzgerät, welches den aktuellen Verbrauch im Haus misst und dem WR mitteilt. Je nach WR Hersteller ist es unterschiedlich heisst (bei SMA ist es irgendwas mit "Manager"). Als "Abfallprodukt" bekommst Du dazu eine sehr genaue Visualisierung des Eigenverbrauchs über den Tag. Bei O/W Ausrichtung tritt die 70% Kappung natürlich nicht so oft ein. Schon alleine aber die Visualisierung des Eigenverbrauchs ist das Geld aber eigentlich Wert, würde ich an Deiner Stelle also auf jeden Fall mitnehmen. Im obigen Beispiel: In der Zeit liefen Spülmaschine, Waschmaschine und der Backofen. Die paar kWh waren also quasi "umsonst" (zählen aber natürlich zu meinem Eigenverbrauch).

    Bitte bloß nicht kleiner bauen als möglich, du ärgerst dich in wenigen Jahren massiv!

    Was haben diese hier viel zitieren Frauen gegen PV?


    Volle Zustimmung. Erfahrungsbericht: Ich bin mit meiner Anlage bisher sehr zufrieden. Wenn ich mit meinem heutigen Wissen aber noch einmal vor der Entscheidung stehen würde: Ich wäre bei meinem Dach auf 30kWp gegangen. Die fehlenden 11kWp wären auf NNO gelandet. Natürlich kein Ertragswunder, hätten sich aber selbst getragen. Früh morgens oder in den dunklen Wintermonaten hätte ich mich über jede zusätzliche kWh gefreut. Nachträglich fange ich jetzt aber nicht noch einmal an.


    Argumente für die Diskussion mit der Frau:

    • Investition zahlt sich finanziell aus ("Selbstläufer")
    • Beitrag für die Umwelt
    • Anlage macht kein Krach
    • Man(n) hat ein neues Hobby und ist beschäftigt
    • Die Eigenverbrauchsoptimierung wird vermutlich auch ihr Spass machen


    Viel Erfolg!

    Habe in der Zwischenzeit die Zusage bekommen, dass ich erst zahlen muss, wenn durch den VNB inbetriebgenommen wurde.

    Mündlich oder schriftlich?


    In keinem Fall aber überzeugend. Wie oben schon erwähnt wurde: Mit der Inbetriebnahme hat der VNB nichts zu tun. Besser wäre z.B. "Zahlung nach Inbetriebnahme der Anlage, aber in keinem Fall vor Erhalt der Einspeisezusage des VNB".