Beiträge von boitelratte

    Das heisst dann, dass die Pulsweite soweit getrieben wird, bis am Ende des Pulses die Drossel zur (kleinen) Ohmschen Last wird und Drossel und Fet mehr oder weniger den vollen Kurzschlussstrom abkriegen? Der Sinn würde sich unschwer erschliessen: Ein möglichst grosser MPPT-Bereich.


    Das würde dann auch erklären, warum z.B. der PIP einen im Vergleich zur PV-Spannung kleinen MPPT-Bereich hat: Solange die Drossel durchgängig den Strom induktiv begrenzt, kriegen der FET und die Drossel nie den vollen Kurzschlußstrom ab -> billiger. Ironischerweise wäre die Überlast dann unproblematischer, da die Verlustleistung des Fet durch die Drossel begrenzt würde - damit spielt der PV-Kurzschlußstrom keine Rolle mehr.


    Hab' ich das so richtig verstanden? Könnte man so weit gehen, folgende zwei Solarweisheiten aufzustellen:


    1.: Regler mit kleinem (im Vergleich zur maximalen PV-Spannung) MPPT-Bereich sind für Überlast besser geeignet als welche mit grossem?
    2.: Bei Reglern mit grossem MPPT-Bereich (Pulsweite bis zum Kurzschluss) ist Reihenverschaltung bei Überlast sinnvoll, weil dann der Fet geschont wird?


    Sorry, dass ich so blöd Frage, meine Elektronikkenntnisse sind ziemlich Out of Date, und über Solarelektronik hab ich eh nie was gelernt.


    LG
    Boitel

    Zitat von Toni1965

    Hallo, ich habe jetzt den Anhang 2 im Datenblatt nachgelesen. Ich lese das so am Beispiel vom 100/30 wo man bei 12V 440W Paneele anschließen kann. Die 440W ergeben sich aus 30Ax14,6V. Da sich die Aussage im Datenblatt 1a mit 2 schlägt, der Regler ja definitiv abregelt bezieht sich 2 m.M. auf 100Vx30A=3000W. D.h. wenn man statt den angegebenen 440W 3000W bei 90-100V anhängt dann wird der Regler kaputt, aber wer würde das machen? Ich pers. halte von extremer Überbelegung wenig und würde das auch bei einem Victron nicht machen.
    Grüße Toni.


    Hi Toni,


    Du warst mit Deiner Antwort schneller. Deine Einschätzung zum Thema Überdimensionierung teile ich, der Fragesteller will das aber ausdrücklich machen. Und dann sollte er die Vorgaben des Datenblatts beachten.


    Das mit den 100V glaub' ich nicht, da sie ausdrücklich von Kurzschlussstrom reden.Bei einem Kurzschluss fällt aber über den Regler gar keine Spannung ab, sonst wär's keiner.


    Eigentlich ist das nett von Victron, dass sie solche Angaben zur Überlastfähigkeit machen.


    LG
    Boitel

    HI Toni,


    Ja, gerne, nehmen wir z.B. den 100/15, das Datenblatt ist hier: https://www.victronenergy.de/u…5-15-&-MPPT-100-15-DE.pdf. Wichtig sind die Fussnoten 1a), und 2) unter den technischen Daten.


    Ich mach mal ein Beispiel, dann wird's glaube ich klarer:


    Imaginäres Modul 220Wp, 23Vmpp, 30V Leerlaufspannung, Nennstrom 9,5A, Kurzschlussstrom 10A. Die maximal genutze PV-Leistung des 100/15 ist bei einer angenommenen Systemspannung von 12V 220W.


    Nehmen wir an, wir haben zwei von den Module (also 440Wp), der PV-Generator ist also 100% überdimensioniert.


    In Reihe:; Kurzschlussstrom 10A, maximaler PV-Kurzschlussstrom des Ladereglers 15A, Victron sagt: o.k.
    Parallel: Kurzschlussstrom 20A, maximaler PV-Kurzschlussstrom des Ladereglers 15A, Victron sagt (Fussnbote 2): "kann den Controller beschädigen".


    Jetzt klarer?


    Die Frage ist, was das soll - die Angabe eines PV-Kurzschlussstroms im Datenblatt macht ja eigentlich nur Sinn, wenn irgendein MOSFET die Module tatsächlich kurzschließt.


    Hat hier irgend jemand einen Plan vom Innenleben der Victrons?


    LG
    Boitel

    Zitat von Toni1965

    Die Ampere bei MPPT beziehen sich immer auf den Batterie Ladestrom, der Paneelenstrom ist ja dann wegen der höheren Spannung sowieso niedriger. Anders ist es bei PWM Reglern, dort darf auch der Paneelenstrom die Reglerangabe nicht überschreiten.


    Bitte nicht böse sein, aber das mag ich so nicht stehenlassen: Wir haben's hier gerade von Victron, und die geben in ihren MPPT-Datenblättern z.B. auch einen maximalen PV-Kurzschlussstrom an. Solange sich die PV-Leistung im Rahmen dessen bewegt, was das Datenblatt angibt, können diese Ströme nicht auftreten, da der maximale Kurzschlussstrom der Module darunter liegen wird - da stimme ich Dir zu. Dimensioniert man den PV-Generator aber über, was Victron ja in Fussnote 1 der Datenblätter auch ausdrücklich erlaubt, sollte man diesen maximalen Kurzschlussstrom wahrscheinlich tunlichst beachten (z.B. durch Reihen- statt Parallelschlatung, sofern die maximale PV-Spannung das zulässt) Da Victron da in Fussnote 2 deutlich drauf hinweist, gehe ich davon aus, dass es andernfalls raucht.


    Nichts für ungut, ich wollte da nur drauf hinweisen, weil's hier im Thread eh schon um Überdimensionierung ging, und da schwante mir bei Deiner Aussage Ungemach.


    Grüssle


    Boitel

    Hi Du,


    Drei 60-Zeller an PWM bei 12V in Reihe zu schalten, ist komplett sinnfrei: Die Verluste gegenüber der Nennleistung der Module werden DEUTLICH jenseits von 80% (!) liegen. Eine Parallelschaltung der Module an PWM würde mit etwa 50% Verlust gegenüber der Nennleistung enden. MPPT würde Dir annähertnd, 100% der Nennleistung bringen.


    Ob Du die Module bei MPPT parallel oder in Reihe schaltest, ist bei 12V (bei höheren Spannungen gilt das so nicht) völlig schnurz, sofern die Nennspannung der Module >18V beträgt. Bei Reihenschaltung ist wichtig, dass die Summe der Leerlaufspannungen der drei Module +20% die maximale Eingangsspannung des Ladereglers nicht überschreitet. Tut Sie das, musst Du parallel verkabeln.


    Die +20% sind ein Richtwert, um die höhere Spannung der Module bei niedrigen Temperaturen zu berücksichtigen.


    LG
    Boitel


    Edit: Zum besseren Verständnis: Du hattest gefragt:


    Zitat

    Aber der TS-60 wird doch nicht die Modulspannung >100V auf die Batteriespannung runterziehen, oder?


    Doch, genau das wird bei PWM-Regelung passieren.

    Ich werf' hier mal was in den Raum, vielleicht können sich da ja noch andere zu äussern:


    Ich würde eine 400Ah-Batterie nicht an ein 100Wp-Modul hängen, da ich befürchten würde, dass
    a) Die Batterie über längere Zeiträume nicht voll geladen wird, und es dadurch zu Batterieschäden kommt
    b) Es bei Flüssig-Batterien zu Säureschichtung kommt


    Hintergrund ist, dass Du mit einem 100Wp-Modul über 7-8A Ladestrom nicht hinauskommen wirst. Bei der Ladung von Bleibatterien wird gemeinhin ein Ladestrom von 10%-20% der Batteriekapazität empfohlen, also bei 400Ah 40-80A. Du kommst gerade mal auf ein fünftel der Untergrenze.


    Ich persönlich würde eine 200Ah-Batterie (dann hast Du halt nur 5 Tage Reserve) und ein 300Wp-Modul mit MPPT-Laderegler nehmen, dann hast Du einen maximalen Ladestrom von 20-25A, das ist dann ganz o.k. Ein für 12V geeignetes Modul mit PWM-Laderegler wäre auch o.k., diese Module sind aber etwas teurer, und ich bin mir nicht sicher, ob Du da günstiger wegkommst.


    Wie sehen andere das?

    Hi Sven,


    Du musst abschätzen, was Du an Leistung brauchst und die Sonneneinstrahlung an Deinem Wohnort in Betracht ziehen.


    Wenn Du das weisst, gibt's z.B. hier ein kleines Tool zur Dimensionierung einer Inselanlage: http://www.pro-umwelt.de/html/solarberechnung_insel.htm


    Viele Laderegler haben auch eine Nachtlichtschaltung, da kannst Du Dir den Dämmerungsschalter schenken. Bei 12V Systemspannung kannst Du diese kleinen 12v-Handylader nehmen (für's Auto), die man billig in jedem Elektronikmarkt bekommt und einfach ein Autoradio anschliessen. In der Konstellation würdest Du Dir die Kosten für den Wechselrichter komplett sparen.


    LG
    Gerd