PV bei Baugenossenschaft

Fragen und Diskussion zu jeglicher Unternehmensform für den Betrieb von Solarstrom-Anlagen, wie z.B. GbR, GmbH, Beteiligungen, Bruchteilgemeinschaften, Genossenschaften.

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PV bei Baugenossenschaft

Beitragvon Nicklas » 31.01.2016, 11:25

Hallo Leute,
ich bin an der Planung für ein Wohngebäude einer Baugenossenschaft.
Es soll eine PV aufs Dach und ein BHKW in den Keller.
Wird bei einer Genossenschaft, bei der jeder Mieter mindestens einen Genossenschaftsanteil hat, EEG Umlage für PV und BHKW fällig?
Die Genossenschaft will den Strom aus PV an die Mieter verschenken, Investition der PV-Anlage wird nicht refinanziert.
Der BHKW Strom soll zu Anteiligen Brennstoffkosten verrechnet werden.
Es besteht keine Gewinnerzielungsabsicht.
Für die nicht selbst verbrauchte Restmenge wird es eine Einspeisevergütung geben, diese soll für die Messkosten verwendet werden und somit zugunsten eines „günstigeren“ Gesamtpreises verrechnet werden.
Danke Euch
Nicklas
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Re: PV bei Baugenossenschaft

Beitragvon letsdoit » 31.01.2016, 18:49

und wie groß soll die PV werden ?
Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
Wer mehr zum DC Speicher wissen will erreicht mich per PN !
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Re: PV bei Baugenossenschaft

Beitragvon Nicklas » 31.01.2016, 19:00

Hallo,

25kWp PV und 6kWp BHKW.
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Re: PV bei Baugenossenschaft

Beitragvon Bento » 31.01.2016, 21:15

Meine laienhafte Meinung wäre, dass es sich bei dem verschenkten Strom erstens um eine Entnahme handelt (ich unterstelle dabei, dass die Genossenschaft die PV-Anlage als EEG-Anlage betreibt) und es sich zweitens um eine Lieferung an Dritte handelt, die der vollen EEG-Umlage unterliegt. Immerhin baut die Genossenschaft als juristische Person die Anlage, betreibt sie dann und verschenkt den Strom an natürliche Personen.

Wovon wird die PV-Anlage denn finanziert?
Wer trägt die Betriebskosten und die Steuern?
Viele Grüße
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Re: PV bei Baugenossenschaft

Beitragvon Nicklas » 31.01.2016, 21:31

Hmm,
die Genossenschaft sieht die PV als Investition ins Gebäude, wie eine Heizung auch.
Kann die PV denn auch als nicht EEG-Anlage betrieben werden? Was wäre dazu nötig
Ich dachte nicht EEG Anlagen gibt es nicht mehr, die Anlage wird Netzparallel betrieben.

Lieferung an Dritte? Die den Strom bekommen sind alle Genossenschaftsmitglieder und haben Anteile.

Betriebskosten der Anlage werden von der Genossenschaft getragen, also von allen.
Was meinst du mit Steuern?
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Re: PV bei Baugenossenschaft

Beitragvon Dringi » 31.01.2016, 22:51

Na zumindest wird "Sonnensteuer" fällig, da ihr über 10kWp kommt. Und bei der Grenze ist es egal dass es reiner Eigenverbrauch ist (unterstellt, dass das bei Genossenschaftsmitgliedern funktioniert, selbst dann aber auch nur, wenn alle in dem Gebäude wohnen). Auch bei Halbinseln ist es m.M.n. so, dass wenn Netzstrom bezogen wird zumindest "Sonnensteuer" fällig wird.

"Sonnensteuer" ist aktuell 1/3 der regulären EEG-Umlage wenn ich mich nicht irre.
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Re: PV bei Baugenossenschaft

Beitragvon machtnix » 31.01.2016, 23:14

Alternative wäre zwei Anlagen, die Eigenverbrauchsanlage unter 10 Kwp bauen, und die andere Anlage mit restlichen Kwp als Volleinspeiser.
Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!
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Re: PV bei Baugenossenschaft

Beitragvon Bento » 01.02.2016, 00:21

Nicklas hat geschrieben:Lieferung an Dritte? Die den Strom bekommen sind alle Genossenschaftsmitglieder und haben Anteile.

O.k., wenn es sich bei einer GbR-Anlage um Eigenverbrauch der Gesellschafter handeln kann, dann dürfte es bei einer Genossenschaft wohl auch der Fall sein: http://www.energieverbraucher.de/de/betreibermodell__2110/NewsDetail__14599/
Nichtsdestotrotz wird die Genossenschaft die EEG-Umlage abführen müssen; für 2016: 35% von 6,354 = 2,22 Cent/kWh

Nicklas hat geschrieben:Was meinst du mit Steuern?

Damit ist üblicherweise der finanzielle Anteil gemeint, den das Finanzamt gerne haben möchte ( :wink: ); in diesem Fall:
- die Einkommenssteuer aus Einnahmen aus Gewerbebetrieb (oder was macht die Genossenschaft mit dem nicht selbst verbrauchten Strom?)
- die Sachentnahme (wegen Eigenverbrauch)
- die unentgeltliche Wertabgabe (wegen Eigenverbrauch)
Viele Grüße
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Re: PV bei Baugenossenschaft

Beitragvon jdhenning » 01.02.2016, 02:16

Es gibt in Deutschland etliche Energiegenossenschaften, also sollte es nicht schwierig sein, juristisch fachkundigen Rat einzuholen (die haben sogar sowas ähnliches wie Beratungsstellen). Bei so einer Genossenschaft erfolgt die Energieerzeugung ausschließlich für die Mitglieder der Genossenschaft (es erfolgt also keine Lieferung an Dritte und somit kein Verkauf; Zukauf ist in Ordnung, falls der VNB keine Probleme macht). Die Verteilung der Energie muss daher über ein eigenes Netz erfolgen, was kein Problem sein sollte, wenn es eine geschlossene Anlage ist. Soweit ich mich da auskenne schließen sich Genossenschaft und Verkauf an Dritte aus, also darf es auch keine Einspeisung nach EEG geben. Eine Energiegenossenschaft muss ihre Anlage also als (Halb-)Insel betreiben; ihr braucht also für die technische Beratung im Zweifelsfalle jemanden, der sich mit solchen Anlagen auskennt (ein Solateur, der von BHKWs keine Ahnung hat nutzt euch nichts und ein Heizungsbauer, der keine Ahnung von PV hat, nutzt euch auch nichts).

Meiner Meinung nach sollte es viel mehr Gruppen geben, die sich in dieser Richtung sich engagieren. Ich würde mich freuen, wenn du hier über den Fortschritt berichtest!
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Re: PV bei Baugenossenschaft

Beitragvon Dringi » 01.02.2016, 05:43

jdhenning hat geschrieben:Meiner Meinung nach sollte es viel mehr Gruppen geben, die sich in dieser Richtung sich engagieren. Ich würde mich freuen, wenn du hier über den Fortschritt berichtest!


Das unterschreibe ich mal aus tiefstem Herzen.
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