Inselanlage aus gebrauchten Komponenten bauen ?!?

  • Servus zusammen,


    unter Umständen würde ich für ein Trinkgeld an
    - 12 gebrauchte Isofoton I-159 Module (U0 = 21,6 V / Umpp =17,4 V / IK=9,81 A / Impp = 9,15 A) und
    - 4 gebrauchte OPzS-Akkus 12 V / 100 bzw. 150 Ah (evtl. auch 8 Stück davon)
    kommen.


    Die Module stammen aus einer ca. 10 Jahre alten Anlage und wurden wegen Leistungsverlust ausgetauscht. Wieviel Leistung sie tatsächlich noch bringen kann ich erst sagen, wenn ich sie zu Hause habe. Aufstellort für die Module wäre ein noch zu bauendes Gestell zum Trocknen von Brennholz (12 Modulbreiten = 11,60 m lang), für das ich die Module als Dach verwenden möchte. Ausrichtung ziemlich genau SO, Neigung ca. 8°, um 8 Uhr noch total im Schatten, der sich bis 13 Uhr von links nach rechts von den Modulen schiebt. Einen besseren Platz habe ich leider nicht, da das ganze Haus- und Garagendach bereits voller PV und Solarthermie ist.


    Die Akkus wären ca. 5 Jahre in einer Batteriepufferung im Einsatz gewesen. Entladezyklen haben sie wahrscheinlich nicht viele hinter sich, die meiste Zeit hingen sie an der Erhaltungsladung.


    Könnte man daraus mit wenig zusätzlichen Investitionen eine sinnvolle Inselanlage aufbauen, die einige Grundlastverbraucher im Haus versorgen könnte? Zu folgenden Verbrauchern könnte ich relativ einfach einen separaten "Inselstromkreis" herstellen:
    - Gefriertruhe
    - Solarthermie-Steuerung incl. Pumpe
    - Heizungssteuerung incl. Pumpen
    - 2 elektrische Garagentorantriebe
    - elektrischer Luftentfeuchter im Keller
    - DVB-T/UKW-Verstärker
    - Telefonanlage / Router / PC / Tintenstrahl-Multifunktionsgerät
    - ggf. noch TV und eine 200W-Stehlampe im Wohnzimmer



    So, das waren die Angaben zu meinem Vorhaben. Ich hätte aber noch viele, viele Fragen:


    Welche Ssystemspannung würdet Ihr verwenden? 12, 24 oder 48V? Soll ich besser vier oder gleich acht Akkus verwenden? (immer vier Akkus kommen aus der gleichen Anlage, daher bei acht wahrscheinlich zweierlei Hersteller, unterschiedliches Baujahr, evtl. unterschiedliche Kapazität)


    Welcher Laderegler wäre empfehlenswert? Aufgrund der voraussichtlich großen PV-Leistung würde meiner Meinung nach ein günstiger PWM-Regler ausreichen. Welchen Ladestrom soll er abkönnen?


    Wie sollen die Module am sinnvollsten verschaltet werden, auch aufgrund der Verschattung und nicht optimalen Ausrichtung?


    Gibt es einen günstigen, aber trotzdem guten, Sinus-Wechselrichter, der eine möglichst geringe Leerlauf-Stromaufnahme und genug Leistungsreserven für Gefriertruhe, Kühlschrank etc. hat? Welche Dauer- bzw. Spitzenleistung wäre sinnvoll? Ggf. sollte er automatisch auf das EVU-Netz umschalten, wenn der Akku entladen ist (Kann ich aber auch selber basteln).


    Was wäre für den Aufstellort der Bleiakkus zu beachten? Darf ich die im Heizungskeller (Ölkessel 28kW und 4500 l Oltanks) aufstellen? Belüftung wäre dort vorhanden (1 x Frischluft-Rohr von außen (Dn 150) und zusätzlich ein Lüftungskamin).




    Danke schon mal für Eure Meinungen!


    Viele Grüße und schöne Osterfeiertage


    Markus

    08/2007 8,4 kWp: 42 Kyocera KC200GHT-2 an Sunways NT5000(850 V) und NT4200
    12/2011 9,31 kWp: 38 Solon Black 230/02 245Wp an SMA SB 4000TL-21 und SB 5000TL-20
    12/2014 24V-Insel: 10xIsofoton I-159, LR Steca 4545, WR Steca PI 1100 und 1600 Ah OCSM

  • Bei Batterien die lange an reiner erhaltungsladung hingen währe ich vorsichtig. habe auhc 20stück von denen hie rdie sind extrem schwerfällig (Hoher innen wiederstand) das wird nach ordentlicher pflege etwas besser aber das nimmt viel zeit und viele zyklen in anspruch.
    besser sind akkus aus usv anlagen da die batterien regelmässig getestet und dabei entladen werden.

    8x 160WP Mono am Tracer MPPT 40 mit MT05

  • Bei deiner geplanten Anlage solltest du erst mal zusammenstellen, wie hoch der Verbrauch pro Tag (Wattstunden pro Tag) ist.
    Allein dieser Luftentfeuchter dürfte schon einiges ziehen. Und im Sinne eines geringen Verbrauchs - 200 W Stehlampe sollte überdacht werden.
    Die Aufstellung (Anstellwinkel 8°) der Module ist gut im Sommer, aber für die dunklere Jahreszeit nicht ideal.
    Dazu noch unbekannte Modulleistung. Wodurch ist das gekommen? Wenn es sich um Delamination handelt, würde ich von den Modulen gleich die Finger lassen.

  • Hallo Markus, machen würd ich`s auf jeden Fall, wenn Module und Batts wirklich für ein gutes Trinkgeld hergehen.
    Einfach schon weil ruminseln hölle Spass macht ! Die Batts sind ja schonmal min.40Cent/kilo wert und die Module
    kriegst Du auch entsorgt wenn`s wäre, also verkehrt ist es nie.
    Wenn es bei der Leistung bleiben soll und Du später nicht noch wesentlich erweitern willst würde ich auf 24V gehen.
    Da gibt es die günstigsten Regler und WR und die Kabeldicken halten sich in Grenzen, außer Du hast große Längen.
    Also je 2 Module in Serie und das 6x parallel an einen 60A Regler, falls die Module noch soviel bringen.
    Oder , wenn Du mehr ausgeben willst auch MPPT-Regler, aber bei der Art der Verschattung lohnt das glaub ich nicht.
    Und wenn Du von den Verbrauchern eh flexibel bist, schau halt was rauskommt ! Und im Winter halt ein paar
    Verbraucher weniger.
    Und falls Du die Akkus doch nicht willst, in einer Stunde könnt ich da sein und weg sind sie :)
    Natürlich für richtig gutes Trinkgeld !
    Grüße aus Pfarrkirchen
    Philip

  • :danke: erstmal für Eure Antworten!




    Zitat von kalle bond

    Bei deiner geplanten Anlage solltest du erst mal zusammenstellen, wie hoch der Verbrauch pro Tag (Wattstunden pro Tag) ist.
    Allein dieser Luftentfeuchter dürfte schon einiges ziehen. Und im Sinne eines geringen Verbrauchs - 200 W Stehlampe sollte überdacht werden.
    Die Aufstellung (Anstellwinkel 8°) der Module ist gut im Sommer, aber für die dunklere Jahreszeit nicht ideal.
    Dazu noch unbekannte Modulleistung. Wodurch ist das gekommen? Wenn es sich um Delamination handelt, würde ich von den Modulen gleich die Finger lassen.


    Also: Die Holzlege werde ich definitiv bauen und die gebrauchten Module als Eindeckung verwenden. Was besseres werde ich für den Preis (umsonst) nicht bekommen. Die Neigung ist natürlich nicht ideal, ich weiß. Aber ich möchte damit in erster Linie Brennholz trocknen. Je steiler ich sie anstelle, regnet es mir umso mehr von hinten in den Holzstapel. Und wenn noch ein bisschen Strom rauskommt, den ich in der Inselanlage nutzen kann, umso Besser.


    Der Luftentfeuchter läuft im Winter fast nie, eigentlich nur im Sommer wenn die warme, feuchte Luft im kühlen Keller kondensiert. Daher würde er gut zur Insel passen.
    TV und Stehlampe sind halt die größeren Verbraucher im Wohnzimmer, müssen aber nicht angeschlossen werden.
    In Summe denke ich, dass so 1-2 kWh (Winter) bzw. 2-3kWh (Sommer) pro Tag durch die Insel versorgt werden sollten.



    Hast Du einen Tipp für einen guten und günstigen 24V-Laderegler?
    Und für einen Wechselrichter, der auch die Kompressoren in der Gefriertruhe und im Luftentfeuchter ausreichend bedienen kann?


    Viele Grüße aus Niederbayern!


    Markus

    08/2007 8,4 kWp: 42 Kyocera KC200GHT-2 an Sunways NT5000(850 V) und NT4200
    12/2011 9,31 kWp: 38 Solon Black 230/02 245Wp an SMA SB 4000TL-21 und SB 5000TL-20
    12/2014 24V-Insel: 10xIsofoton I-159, LR Steca 4545, WR Steca PI 1100 und 1600 Ah OCSM

  • Gut und Günstig sind die EP-Solar Tracer MPPT. Wechselrichter würde ich eine alte USV anlage nehmen die macht ne saubere sinuswelle für kleines geld.

    8x 160WP Mono am Tracer MPPT 40 mit MT05

  • Zitat von bigbenn30

    Gut und Günstig sind die EP-Solar Tracer MPPT.


    Günstig sind sie. Ob sie wirklich gut sind, ist eine Frage, die eventuell in ein paar Jahren beantwortet werden kann, denn so lange sind diese Geräte noch nicht auf dem Markt vertreten.
    Auch die Frage der Laderegelung steht bei diesen Reglern noch im Raum. Haben sie ein ordentliches Ladeprogramm? Oder ist es wie bei den preiswerten EP-Solar-PWM-Reglern mehr ein Ein/Aus im Sekundentakt?


    Zitat

    Wechselrichter würde ich eine alte USV anlage nehmen die macht ne saubere sinuswelle für kleines geld.


    Absolut nicht zu empfehlen. USV sind nicht für den Dauerbetrieb konzipiert. Die Leistungangaben beziehen sich in der Regel auf einen cosPhi von 0,6, dementsprechend groß muss die USV gewählt werden und der Wirkungsgrad ist in der Regel unter aller Kanone.


    Wähle einen zur Leistung passenden Inselwechselrichter aus, das kommt dann auf Dauer wesentllich günstiger (Qualität, also Markenhersteller vorausgesetzt)

    Dieser Beitrag wurde aus 100% Recycling-Photonen erstellt

  • bei der Grösse der Batterie( 24V/200Ah) sollten keine häufigen Ströme über 20A fliessen, weder rein noch raus.
    Schau dass Du die anderen Akkus auch noch bekommst !
    Sonst hast Du auch schon zu hohe Ladeströme, außer die Module sind richtig fertig :(
    Dann Module aufteilen und je ein Regler pro Batterie. Ein Billig-Rechteckwandler (1000/2000W) für ohmsche Verbraucher an Batt1, ein kleinerer Sinus-Wandler für wasdulusthast an Batt 2.
    Die Laderegler sollten zumindest eine einstellbare Ladeendspannung und Lastabschaltung haben.
    Dann kannst Du gelegentlich bei viel Sonne eine gute Ausgleichsladung machen und bei Unterspannung der Batt
    über den Lastausgang ein Relais ansteuern um die WR ab und das Netz an zu schalten, mit kleiner Verzögerung.
    So ähnlich mach ich es jedenfalls, nur bisserl grösser .
    Gruß,
    Philip

  • Moin aus dem hohen Norden.


    Ein bisschen Hilfe zur Selbsthilfe. Die Solarpanele haben, als sie neu waren, ungefähr 160 Watt bei Standard-Testbedingungen gebracht. Du sagt, sie sind jetzt 10 Jahre alt. Folglich kannst du davon ausgehen, dass sie voraussichtlich noch 90% dieser Leistung bringen (wenn du sicher gehen willst, dann gehe von 80% aus; leider hast du nicht geschrieben, ob die Panele ausgetauscht werden, weil sie da schon drunter liegen; im Zweifelsfalle einen MPPT-Regler besorgen/borgen und die Panele einzeln ausmessen und dann entscheiden, welche nur das Dach bilden und welche sinnvoll in eine PV-Anlage kommen können).


    Dann nutze die Programme PVGIS oder PVWatts und berechne darüber, was du überhaupt bekommen könntest. Wenn du alle Panele parallel schaltest, dann würdest du unter STC mindestens einen Strom von 90 Ampere bei 17,4 Volt bekommen, was nicht sehr handlich ist. Schau also, was du bei der geplanten Ausrichtung erwarten kannst und welche Ströme sich daraus ergeben. Ausgehend von diesen Strömen schaust du, welche Laderegler preislich am besten passen würden (man kann und darf mehrere parallel schalten).


    Das Problem bei den Batterien ist, dass man nur Batterien mit gleicher Nennspannung parallel schalten kann und nur solche mit gleicher Kapazität in Reihe. Zusätzlich hast du ein Problem mit Verschattung, was wiederum nahe legt, mehrere Laderegler zu verwenden. e-zepp hatte schon den Vorschlag gemacht, eventuell zwei Kreise zu bilden, um zwei verschiedene Batteriebänke aufzubauen, was ich auch für sinnvoll halten würde.


    Wenn du die Panele alle parallel verschaltest und (weil sehr preisgünstig) PWM-Regler einsetzt, dann müssn auch die Batterien parallel geschaltet sein (bei PWM muss die Eingangsspannung höher als die Ladespannung sein!). Es ist also ein wenig googeln und knobeln angesagt, damit die Komponenten alle zusammen passen (zwei Panele in Reihe würden also zu 24 Volt Batteriebank passen).


    Viel Spass dabei und mach' dir keine Sorgen. Deine Versuche sind ja annähernd kostenfrei!

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Bau es mal zusammen und wenns wo zwickt wird dir hier sicher geholfen
    Bevor du Laderegler oder WR oder so kaufst stell die Links VORHER hier ein damit wir noch meckern können

    Wo wären wir heute ohne Bill Gates ?