Gab es schon 50.2-Hz Abschaltungen?

  • Hallo,
    ich finde viel zur Problematik an sich und zur Umrüstung, aber nicht, ob es den Fall überhaupt schon mal gab, weil die EE zu viel geliefert haben und nicht, wie es wohl früher gelegentlich war, weil der Stromhandel zum (Viertel-)Stundenwechsel Sprünge verursacht hatte.
    Dazu müßte ja im ganzen Verbund eine nachhaltige Überproduktion sein und nicht nur in Deutschland.


    LG alterego

  • Ich betreibe seit 1995 eine größere EE Anlage, die heute noch fest auf 50,2 Hz verdrahtet ist und auch per Rundsteuerempfänger ausgeschaltet werden könnte.
    Es wurde NIE 50,2 Hz erreicht und es wurde noch NIE abgeschaltet!

    Gruß, Wassermüller

  • So viel ich weiß, nicht.
    Denn die Frequenz ist durch das europäische Verbundnetz überall gleich. (von minimalen kurzzeitigen Schwebungen abgesehen.)
    D.h. sollte die Frequenz einmal über 50,2Hz steigen, würden europaweit (im UCTE) alle WR abschalten, die (noch) Fix auf 50,2Hz als Abschaltfrequenz stehen.
    Das würde "auffallen". ;-)

    Inselnetz mit 3x Victron MultiPlus5000, 38kWh-Akku, Insel-BHKW 16kVA, PV 9,3kWp
    1,1kWp über MPP-Laderegler SIC40
    540Wp über MPT600-24
    2,7kWp über SB3000, 2,9kWp über SB3300, 2,0kWp über SB1700 jeweils AC-gekoppelt an einem Victron

  • Moin!


    Meinst du die Automatische Trennung von Anlagen aufgrund zu hoher Netzfrequenzen?
    Garantiert nicht! Dann hätte überall in der Presse gestanden "Deutschland/Europa kurz vor Blackout! Erneuerbare Energien schuld!"


    Es gab aber schon Netzabschnitte, die bei Wartungsarbeiten mit Notstromgeneratoren versorgt wurden. Durch die veränderte Netzfrequenz 50,5Hz gingen die Einspeiseanlagen vom Netz.
    Letztes Jahr (Pfingsten glaub ich) hatten sich hier einige Betreiber gemeldet, wo aufgrund zu hoher Netzspannungen (weil keine Abnahme) sich die Anlagen vom Netzt trennten.

    Mit sonnigen Grüßen
    -eggis-


    "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier." (Gandhi)


    SOLON P 220/6+ (230W) / SMA SB3300 TL HC
    Meine Anlage!!! hier klicken

  • Zitat von Andre78

    So viel ich weiß, nicht.
    Denn die Frequenz ist durch das europäische Verbundnetz überall gleich. (von minimalen kurzzeitigen Schwebungen abgesehen.)
    D.h. sollte die Frequenz einmal über 50,2Hz steigen, würden europaweit (im UCTE) alle WR abschalten, die (noch) Fix auf 50,2Hz als Abschaltfrequenz stehen.
    Das würde "auffallen". ;-)


    Ok, wir sind hier im PV Forum, aber am Netz hängen auch u.a. Wind- und Wassermühlen :wink:
    Mir fällt noch ein älteres, eigenes Beispiel ein: Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts hab ich eine Wasserkraftanlage ans Netz gebracht, die steht auch heute noch auf 50,2 Hz und ist noch NIE wegen Überfrequenz vom Netz gegangen.

    Gruß, Wassermüller

  • Am 2. November 2006 gab es einen Anstieg in der Netzfrequenz, so dass 10 Mio. Europäer ohne Strom waren. (Ausfall der Hochspannungsleitung bei Papenburg)
    http://www.iwr.de/druckansicht.php?id=9570
    Wie hoch die Frequenz war ist aber nicht angegeben.

    Mit sonnigen Grüßen
    -eggis-


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  • Es gab schon einen Fall von Überfrequenz, aber nichts, was auf PV-Anlagen Auswirkungen haben könnte.
    Ihr erinnert euch daran, als durch die Abschaltung einer Höchstspannungsleitung wg. einer Schiffsquerrung 2006 und wg. der darauffolgenden Überlastabschaltungen das Verbundnetz in drei Teile zerfiel?
    Lt. diesem PDF stieg in einem dieser Teile die Frequenz auf bis zu 51,4Hz.
    http://www.dena.de/fileadmin/u…te/Pumpspeicherstudie.pdf (Seite 37 lt. PDF-Reader bzw. 35 abgedruckt)

    Inselnetz mit 3x Victron MultiPlus5000, 38kWh-Akku, Insel-BHKW 16kVA, PV 9,3kWp
    1,1kWp über MPP-Laderegler SIC40
    540Wp über MPT600-24
    2,7kWp über SB3000, 2,9kWp über SB3300, 2,0kWp über SB1700 jeweils AC-gekoppelt an einem Victron

  • Großes Dokument!
    Man sieht auf Seite 39 deutlich, dass im östlichen Teil Deutschlands diese spektakulären 51,4 Hz nur als kurze Spitze beim Auftrennen der Leitungen erreicht wurden. Neben anderen höheren Peaks lag die Frequenz im Bereich II für ca 20 Minuten "nur" bei 50,3 Hz.
    Meine beiden im Thread aufgeführten Anlagen, die sich zum Zeitpunkt am Netz befanden und sich nicht abgeschaltet hatten, liegen im Bereich I.
    Die DENA gibt für diesen Bereich eine Frequenz von nur 49 Hz an. Weil für diesen Bereich keine Detaildiagramme im Abschlußbericht sind, es keine Abschaltungen gab, gehe ich auch für den Bereich I von einer spektakulären negativen Spitze von 49 Hz nach dem Auftrennen der HS-Leitungen aus, die sich aber sofort wie im Bereich II wieder den 50 Hz genähert hat.
    Bei mir ist als Unterfrequenz 49,8 Hz gefordert und eingestellt. 2006 passierte wie geschrieben nix.


    Zum technischen Verständnis, wie schnell sich Einspeiser vom Netz bei Über- oder Unterspannung trennen müssen: bei meinen im Thread angeführten EE-Anlagen wurde eine Zeitverzögerung von 0,2 Sekunden gefordert. Innerhalb dieser Zeit können (Frequenz)Spitzen kommen wie sie wollen.
    Das ist alles nur zum "Schutz" des Netzes.
    (Das wir jetzt auch Netzmanagement machen können, lassen wir mal außen vor, RWE wußte das vor 15 Jahren ja auch noch nicht)
    Wichtig ist natürlich auch, übersteht MEINE Anlage sowas, gibts evtl. Schäden?
    Meinen tonnenschweren Asynchrongeneratoren sind solche DENA-aufgeblasenen Spitzchen ja sowas von egal :D :D

    Gruß, Wassermüller

  • Asynchrongeneratoren ? Interessant ! Ist da ein Umrichter dazwischen ?


    Viele Grüße:


    Klaus

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"