Umsatzsteuer auf Eigenverbrauch weiterhin ungeregelt

  • Was Du da rausgepickt hast, ist die Gleichbehandlung in Handels- und Steuerrecht.
    Da Du gar keine handelsrechtlichen Jahresabschlüsse erstellst - gibt es hier auch keine Maßgeblichkeit.


    Hier geht es einmal um den Ansatz der Schuldzinsen als Betriebsausgabe (etwas völlig selbstverständliches - in Handels- wie Steuerrecht) und einmal um die Bewertung von "irgendwas" (Fertigerzeugnisse, unfertige Erzeugnisse, halbfertige Erzeugnisse, in Arbeit befindliche Aufträge... und... Sachentnahmen) zum Teilwert mit den Herstellungskosten.


    Und letzteres ist eben keine Selbstverständlichkeit.
    Nehmen wir zwei völlig unterschiedlich identische Schokoriegel.
    Der eine wurde mit Fremdkapital zu 10% hergestellt, der andere aus Eigenkapital (0% FK-Zinsen).
    Ist nun der eine Riegel mehr wert als der andere?

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Ich lese in der Richtlinie


    "Das handelsrechtliche Bewertungswahlrecht für Fremdkapitalzinsen gilt auch für die steuerliche Gewinnermittlung. Sind handelsrechtlich Fremdkapitalzinsen in die Herstellungskosten einbezogen worden, sind sie gem. § 5 Abs. 1 Satz 1 erster Halbsatz EStG auch in der steuerlichen Gewinnermittlung als Herstellungskosten zu beurteilen."


    und im § 5 Abs. 1 Satz 1


    "Bei Gewerbetreibenden, die auf Grund gesetzlicher Vorschriften verpflichtet sind, Bücher zu führen und regelmäßig Abschlüsse zu machen, oder die ohne eine solche Verpflichtung Bücher führen und regelmäßig Abschlüsse machen..."


    (Hervorhebungen von mir)


    Fragen:
    - Unterliegst du dem Handelsrecht?
    - Bist du aufgrund gesetzlicher Vorschriften gezwungen, Bücher zu führen?


    Wenn nicht, dann solltest du den Ausführungen von kpr vertrauen 8)


    mfg
    Paulchen

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    Informationen unter https://www.pv-steuer.com

  • wie gesagt: Du tanzt auf der falschen Hochzeit.
    Du unterliegst nicht den handelsrechtlichen Vorschriften über die Führung von Büchern und Erstellung von Jahresabschlüssen.
    Du - da in ich mir ziemlich sicher - erstellst lediglich eine steuerliche Gewinnermittlung nach § 4 III EStG - und ermittelst den Gewinn handelsrechtlich gar nicht.
    Insofern: Die Vorschrift tangiert Dich nicht.


    So .. und nun für den interessierten Leser:


    Wenn wir denn ein Unternehmen haben, dass Bücher führt und einen handelsrechtlichen Jahresabschluss erstellt (also fast jedes Unternehmen "das die Familie ernährt" - um es mal ganz unfachmännisch zu sagen), dann besteht dort ein Einbeziehungswahlrecht.
    Hintergrund ist ein gewisser "Konflikt":
    a) Der Kaufmann darf sich nicht reicher machen als er ist. Ziel des HGB ist der Gläubigerschutz. Das in der Bilanz ausgewiesene Vermögen soll den Gläubigern im Insolvenzfall MINDESTENS zur Verfügung stehen.
    Wenn wir uns kurz erinnern: Preise werden immer noch am Markt gemacht. Der Markt wird ein Wirtschaftsgut oder eine Dienstleistung nicht deshalb höher honorieren, nur weil der Unternehmer fette Zinsen gezahlt hat.
    In diesem Zusammenhang scheint es "angemessen", wenn man die Zinsen bei der HK-Ermittlung außen vor läßt.


    b) Dummerweise kann man sich jedoch - aus zig unterschiedlichen guten wie schlechten Gründen - ganz niedlich das Ergebnis versauen, wenn man die Zinse nicht aktiviert. Vielleicht liefert der JA keinen korrekten Einblick mehr in die VFE-Lage, oder das Jahresergebnis ist so mies, dass nichts mehr an die shareholder geschüttet werden kann, oder es findest sich kein Investor mehr, der nur 1 Euro in die marode Hütte pumpt. Die "Nichteinbeziehung" der Fremdkapitalzinsen kann somit ruck zuck zum Sargnagel werden - und der Geschäftsführer steht mit nem schwarzen Zylinder vor dem Amtsgericht.
    Der Gesetzgeber hat deswegen in §255 III HGB klargestellt, dass Zinsen keine Herstellungskosten sind; aber - naserümpfend - zugestanden, dass sie einbezogen werden dürfen.


    Die Ertragsteuerfuzzis hätten es natürlich ganz gerne, wenn die Zinsen einbezogen werden müssten.
    Und tatsächlich... nach Einführung des BilMoG, nach Wegfall der umgekehrten Maßgeblichkeit und der nachhaltigen Torpedierung der Maßgeblichkeit der Handels- für die Steuerbilanz ging eine schier unendliche, und an fachlicher Hochnotpeinlichkeit nicht zu überbietende Odyssee los, bei der der BMF unbedingt die Zinsen einbeziehen wollte.
    Anfangs als Rohrkrepierer mittels BMF-Schreiben auf den Weg gebracht - dass man wenige Tage später klammheimlich wieder einkassiert hat, weil man übersehen hatte, dass man damit gegen das hausgemachte, jedoch höherrangige Regelwerk im EStR 6.3 verstossen hatte (hups... kann ja mal passieren).
    Gegen jeden guten Rat immun, mit der geistigen Flexibilität einer Eisenbahnschwelle, völlig berastungsresistent wollte man dann den EStR 6.3 auf Gedeih und Verderb ändern. Die EStÄR 2012 haben in puncto Unpünktlichkeit und Verzögerung die Vorlage für den BER gegeben.... und als dann endlich die Einbeziehungspflicht durch Bundestag und - rat durchgepeitscht war, hat der BMF noch am gleichen Tag einen Nichtanwednungserlass rausgepumpt. (Seltsamerweise mit genau den Gründen, die man dem BMF fast schon auf Knien flehend monatelang präsentiert hatte. Man wird den Eindruck nicht los, dass das letzte gesunde Hirn in der Wilhelmstraße hatte ein dreiviertel Jahr Elternzeit genommen).


    Nachdem wir nun weiterhin ein steuerliches Wahlrecht haben... ist dem BMF lediglich eine Kombination nicht ganz Geheuer:
    a) Handelsrechtlich wird einbezogen.... auf dass das Ergebnis hochlebe und Gewinne entnommen werden können
    b) Steuerrechtlich wird verzichtet... auf das das Ergebnis in den Keller gehe - und man weniger Steuern zahln.
    Handelsrechtlich reich und steuerrechtlich arm... soviel Innovationskraft geht dem BFM dann doch zu weit.
    Da hat er in geradezu bornierter Weise einer modernen, phantasievollen Rechnungslegung glatt den Hahn abgedreht.
    Sauerei!!!!

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  • wie gesagt: Du tanzt auf der falschen Hochzeit.
    Du unterliegst nicht den handelsrechtlichen Vorschriften über die Führung von Büchern und Erstellung von Jahresabschlüssen.
    Du - da in ich mir ziemlich sicher - erstellst lediglich eine steuerliche Gewinnermittlung nach § 4 III EStG - und ermittelst den Gewinn handelsrechtlich gar nicht.
    Insofern: Die Vorschrift tangiert Dich nicht.


    So .. und nun für den interessierten Leser:


    Wenn wir denn ein Unternehmen haben, dass Bücher führt und einen handelsrechtlichen Jahresabschluss erstellt (also fast jedes Unternehmen "das die Familie ernährt" - um es mal ganz unfachmännisch zu sagen), dann besteht dort ein Einbeziehungswahlrecht.
    Hintergrund ist ein gewisser "Konflikt":
    a) Der Kaufmann darf sich nicht reicher machen als er ist. Ziel des HGB ist der Gläubigerschutz. Das in der Bilanz ausgewiesene Vermögen soll den Gläubigern im Insolvenzfall MINDESTENS zur Verfügung stehen.
    Wenn wir uns kurz erinnern: Preise werden immer noch am Markt gemacht. Der Markt wird ein Wirtschaftsgut oder eine Dienstleistung nicht deshalb höher honorieren, nur weil der Unternehmer fette Zinsen gezahlt hat.
    In diesem Zusammenhang scheint es "angemessen", wenn man die Zinsen bei der HK-Ermittlung außen vor läßt.


    b) Dummerweise kann man sich jedoch - aus zig unterschiedlichen guten wie schlechten Gründen - ganz niedlich das Ergebnis versauen, wenn man die Zinse nicht aktiviert. Vielleicht liefert der JA keinen korrekten Einblick mehr in die VFE-Lage, oder das Jahresergebnis ist so mies, dass nichts mehr an die shareholder geschüttet werden kann, oder es findest sich kein Investor mehr, der nur 1 Euro in die marode Hütte pumpt. Die "Nichteinbeziehung" der Fremdkapitalzinsen kann somit ruck zuck zum Sargnagel werden - und der Geschäftsführer steht mit nem schwarzen Zylinder vor dem Amtsgericht.
    Der Gesetzgeber hat deswegen in §255 III HGB klargestellt, dass Zinsen keine Herstellungskosten sind; aber - naserümpfend - zugestanden, dass sie einbezogen werden dürfen.


    Die Ertragsteuerfuzzis hätten es natürlich ganz gerne, wenn die Zinsen einbezogen werden müssten.
    Und tatsächlich... nach Einführung des BilMoG, nach Wegfall der umgekehrten Maßgeblichkeit und der nachhaltigen Torpedierung der Maßgeblichkeit der Handels- für die Steuerbilanz ging eine schier unendliche, und an fachlicher Hochnotpeinlichkeit nicht zu überbietende Odyssee los, bei der der BMF unbedingt die Zinsen einbeziehen wollte.
    Anfangs als Rohrkrepierer mittels BMF-Schreiben auf den Weg gebracht - dass man wenige Tage später klammheimlich wieder einkassiert hat, weil man übersehen hatte, dass man damit gegen das hausgemachte, jedoch höherrangige Regelwerk im EStR 6.3 verstossen hatte (hups... kann ja mal passieren).
    Gegen jeden guten Rat immun, mit der geistigen Flexibilität einer Eisenbahnschwelle, völlig berastungsresistent wollte man dann den EStR 6.3 auf Gedeih und Verderb ändern. Die EStÄR 2012 haben in puncto Unpünktlichkeit und Verzögerung die Vorlage für den BER gegeben.... und als dann endlich die Einbeziehungspflicht durch Bundestag und - rat durchgepeitscht war, hat der BMF noch am gleichen Tag einen Nichtanwednungserlass rausgepumpt. (Seltsamerweise mit genau den Gründen, die man dem BMF fast schon auf Knien flehend monatelang präsentiert hatte. Man wird den Eindruck nicht los, dass das letzte gesunde Hirn in der Wilhelmstraße hatte ein dreiviertel Jahr Elternzeit genommen).


    Nachdem wir nun weiterhin ein steuerliches Wahlrecht haben... ist dem BMF lediglich eine Kombination nicht ganz Geheuer:
    a) Handelsrechtlich wird einbezogen.... auf dass das Ergebnis hochlebe und Gewinne entnommen werden können
    b) Steuerrechtlich wird verzichtet... auf das das Ergebnis in den Keller gehe - und man weniger Steuern zahln.
    Handelsrechtlich reich und steuerrechtlich arm... soviel Innovationskraft geht dem BFM dann doch zu weit.
    Da hat er in geradezu bornierter Weise einer modernen, phantasievollen Rechnungslegung glatt den Hahn abgedreht.
    Sauerei!!!!

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  • in Bayern ticken die Uhren immer anders
    und alles was aus Berlin (=Preußen!!!) kommt, dient nur zum abwischen edler Körperteile :-)

    24 x Sharp NU235 mit SMA SB5000-TL20 * Ausrichtung ~ 75 Grad * - PVGiS4-10% = 842 kWh/kWp
    www.sonnenertrag.eu

  • Bist Du wahnsinnig? ;-)
    So etwas laß ich nicht einmal an meinen edlen Popo. :lol:

    Inselnetz mit 3x Victron MultiPlus5000, 38kWh-Akku, Insel-BHKW 16kVA, PV 9,3kWp
    1,1kWp über MPP-Laderegler SIC40
    540Wp über MPT600-24
    2,7kWp über SB3000, 2,9kWp über SB3300, 2,0kWp über SB1700 jeweils AC-gekoppelt an einem Victron

  • Naja... wenn ihr Bayern scheisst, riechts auch nicht nach 4711...


    Die zitierte nicht-amtliche Veröffentlichung ist "gut gemeint". Mehr zu sagen wäre weniger.
    Löblich darin, dass die Verfasser den ertragsteuerlichen Teilwert ohne wenn und aber mit den Herstellungskosten bewerten.
    Die angebotenen 20 cent als "Vereinfachung" sind ein wenig interpretationsbedürftig:
    - "generell" 20 Cent sind eher Unverschämtheit als Vereinfachung
    - aber 20 Cent "als Deckel" - wenn die HK-Ermittlung sonst absurde Werte liefert... die sind völlig o.k.


    Umsatzsteuerlich sind die Jungs mit einer Meinung vorgeprescht - und werden nun vom BMF vermutlich zurückgepfiffen.
    Der BMF wertet gegenwärtig die Stellungnahmen der Fachverbände aus. Ernstzunehmende Kritik an der Neuregelung ist nicht zu erkennen.
    Ich gehe davon aus, dass die Birne geschält ist.

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