50,2 Hz Nachrüstaktion - nun wird es ernst ;-)

  • Moin moin,


    heute habe ich Post von der Firma "NDB Energiekonzepte GmbH" aus Stade erhalten. Sie wurden von meinem Netzbetreiber beauftragt die Wechselrichter unserer zwei PV-Anlagen nach SysStabV nachzurüsten.


    Laut Information meines Netzbetreibers sollen das nur Firmen machen dürfen, die z.B. mit einem Zertifikat von SMA nachweisen können, dass sie sich für diese Umrüstaktion von SMA haben schulen lassen.


    Nun laufen unsere Anlagen seit Jahren einwandfrei und wenn ich daran denke, dass noch nicht einmal eine Firma meines geringsten Misstrauens an den WR "rumbastelt", dann wird mir doch etwas flau im Magen.


    Sollte eine oder beide Anlagen nach der Umrüstaktion nicht mehr einwandfrei laufen, wie verhalte ich mich dann? Wie weise ich nach, dass die Probleme mit der Umrüstaktion ursächlich zusammenhängen?


    Wie verhaltet Ihr Euch? Was würdet Ihr machen?


    Gruss, Roland

  • Ist doch janz einfach. Von der Fa. eine Bestätigung der Haftpflichtversicherung vorlegen lassen, dass die für alle Schäden bis zum Ersatz der WR aufkommen, wenn im Störungsfall ein SMA-Techniker ein durch die Fa. verursachten Mangel feststellt. Die müssen in der Bestätigung zusagen, dass die Feststellung des SMA-Technikers ausreicht und die auf alle weiteren juristischen Möglichkeiten verzichten. Du must aber bedenken, dass Du per Gesetz zu der Massnahme verpflichtet bist. Kannst die Änderung aber auch selbst bei einem Fachbetrieb deines minimalsten Misstrauens beauftragen. Dann trägt Du aber die Kosten.

    PV, BHKW, Speicher ecoBATT, Bilanzpunktregler ecoBPR, Wallbox ecoLOAD, Renault ZOE
    Rechnen hilft. Bleistift, Papier und Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern
    Oscar Perdok GmbH - Gildeweg 14 - 46562 Voerde PV, Wallboxe und mehr

  • Hi Roland,
    absolut kein Grund zur Sorge...


    Diese Umstellungen dienen nur einer generellen Forderung der Energieversorger bezüglich der Netzstabilität.
    Die Kosten der Umstellung werden ja auch vom zuständigen Energievesorger organisiert und bezahlt.
    Bei SMA Stringwechselrichtern werden dafür nur ein paar Parameter am WR geändert, welche für den Betrieb dessen keinerlei Auswirkungen darstellen und vor Ort bequem mit dem Laptop bequem erledigt werden können..
    Es geht dabei eigentlich nur darum, dass sich in unserem Energienetz die vielen Kleinalagen mit StringWechselrichtern aufgrund der sich geänderten Anforderungen der immer mehr gewordenen dezentral einspeichernden Anlagen auch "intelligent" verwalten lassen können und im Falle zuviel gleichzeitiger Einspeisung kurzzeitig abschalten lassen um evtl. "Blackouts" zu vermeiden...


    Also keinerlei Sorge wegen irgendwelcher Probleme...Deine SMA Wechselrichter haben "definitiv" keinerlei Nachteile deswegen. Im Gegenteil, falls deine Anlage schon ein paar Jahre auf dem "Buckel" hat können die Techniker vor Ort sogar bei Gelegenheit auch die ein oder anderen Probleme festellen und ein paar Tips geben, denn wie ich immer wieder festelle sind Wechselrichter auch nicht endlich und je älter sie werden haben sie auch ihre Macken und Probleme.(Meiner Einschätzung werden die wenigsten WR ihre angeprangerte Lebensdauer von 20 Jahren auch erreichen, aber wenn einer Probleme macht lohnt es sich auf jeden Fall diesen auch zu ersetzen-SMA hat unterschiedliche Preise für Neugeräte und Tauschgeräte...)


    Ich bin selber Servicetechniker für Photovoltaikanlagen und zu unserem Job gehört unter anderem auch das Umstellen wegen der 50.2Hz Geschichte. Den Kurs verlangt SMA lediglich um sich abzusichern bei evtl. Schadensforderungen weil man theoretisch bei den Parametereinstellungen auch allerlei Unfug betreiben könnte... :-) Aber deswegen den Weg zwecks Absicherung über Versicherungen zu gehen halte ich für total übertrieben...


    Also keinen Grund zur Sorge, und wie gesagt es ist wichtiger besonders bei "alternden" Anlagen ohnen professionelles Monitoring(das kostet natürlich extra-und lohnt sich meistens erst bei grösseren Anlagen und PV-Kravtwerken) die Performance immer im Auge zu behalten... :-)


    Sonnige Grüsse Toni

  • Moin moin,


    danke für Eure Antworten. Mittlerweile habe ich mal Kontakt zu der Umrüstfirma bekommen und die "Umrüstung" kann und wird nach deren Aussage sogar über die SunnyWebbox vorgenommen.


    Trotz des beruhigenden Beitrags von Toni würde mich dennoch interessieren, ob von jemandem in diesem Forum die Anlage schon umgerüstet wurde und welche Erfahrungen Ihr gemacht habt.


    Gruss, Roland

  • So muss da mal wiedersprechen !!!!


    Hatte am Freitag unangekündigten besuch der meine Anlage anscheinend ümrüsten wollte im Auftrag der Netz BW. Ich war leider nicht zu hause. Der Mann bequatschte meine Mutter mit 70 Jahre bis Sie ihn an die Anlage ließ.
    Als er anfing an der die abdeckung ab zu machen forderte Sie ihn auf dies sein zu lassen Sie würde da bestimmt ärger von mir bekommen.
    Diese Mitarbeiter hat Sie dann überzeugt das er das machen müsste und Sie ließ sich überreden leider .


    Als ich nach hause kam regte ich mich natürlich auf zumal ich auch der Netz BW die nötigen Daten zur 50 Herz Tauglichkeit meine WR von meinem Hersteller an Sie weiterleitete und somit keine Arbeiten an meiner Anlage von nöten wäre .


    Die Firma kam trozdem ohne Ankündigung ! Das grenz schon an einer kriminellen Handlung .
    Auserdem funktionieren seit den Arbeiten was immer er auch gemacht hat 2 Stringe nicht mehr und die Anlage läuft nur zu 25 % .


    Ich sag nur Sauerei werd die am Montag Anzeigen und meinen Elektriker anrufen das er das wieder in Ordnung bringt !


    Also es ist doch vorsicht geboten !!!!!


    Gruß

    38 Sunpower E20 mit SPR 12000TL Aussrichtung -110 / 35 Grad

  • Hallo Hausmann,


    das klingt ja wirklich alles sehr abenteuerlich, geradezu als wenn es diese Leute auf Ihre Solaranlage abgesehen haben-noch dazu als Sie gerade nicht zu Hause waren. Und als sich diese Saboteure Zugriff zu ihren Wechselrichtern verschafft hatten gelang es Ihnen doch tatsaechlich Ihre Anlage auf 25 Prozent herunterzuregeln.
    Ehrlich gesagt-das leuchtet mir alles ueberhaubt nicht ein, natuerlich brauchen Sie die auch nicht hineinzulassen-aber wen immer auch Ihr Energieversorger fuer diese Umruestung beauftragt hat, haben diese Leute ein Zertifikat vorzuweisen und sollten sich auskennen. Die Unterlagen die Sie eingeschickt haben ersetzen ja auch noch nicht die Umstellung, dabei wird nur festgestellt ob sich der Typ Wechselrichter technisch ueberhaubt umruesten laesst... Lassen Sie uns doch wissen was Ihr Elektriker zwecks der Minderleistung festgestellt hat. Vielleicht waren ja auch nur die Sicherungen draussen... :-)


    Sonnige Gruesse

  • Zitat von gemton

    absolut kein Grund zur Sorge...


    danke für diese inhaltsreiche Aussage


    Zitat von gemton

    Diese Umstellungen dienen nur einer generellen Forderung der Energieversorger bezüglich der Netzstabilität.


    diese Umstellung dient nicht einer "generellen Forderung der Energieversorger" sondern diese Umstellung ist notwendig, um die Systemstabilität sicherzustellen, und zwar deswegen weil Netzbetreiber und Gesetzgeber zu lange gepennt haben


    Zitat von gemton

    Die Kosten der Umstellung werden ja auch vom zuständigen Energievesorger organisiert und bezahlt.


    Erstens, ist dafür kein "Energieversorger" zuständig, sondern der Netzbetreiber
    Und Zweitens, musst du hier nicht die Umsetzung der SysStabVo erklären, das wurde schon genügend ausführlich erklärt. Siehe Theam des Threads.


    Zitat von gemton

    Bei SMA Stringwechselrichtern werden dafür nur ein paar Parameter am WR geändert, welche für den Betrieb dessen keinerlei Auswirkungen darstellen


    da muss man sich dann aber schon fragen warum diese Parameter denn überhaupt geändert werden müssen, wenn sie denn angeblich "keine Auswirkungen für den Betrieb" haben?


    Zitat von gemton

    Es geht dabei eigentlich nur darum, dass sich in unserem Energienetz die vielen Kleinalagen mit StringWechselrichtern aufgrund der sich geänderten Anforderungen der immer mehr gewordenen dezentral einspeichernden Anlagen auch "intelligent" verwalten lassen können und im Falle zuviel gleichzeitiger Einspeisung kurzzeitig abschalten lassen um evtl. "Blackouts" zu vermeiden...


    nein, darum geht es ganz bestimmt nicht.
    Anscheinend hast du in deiner großartigen Schulung nicht so recht aufgepasst, oder du warst gerade krank als das behandelt wurde.
    Aber vielleicht kannst du ja auch allen die nicht auf dieser Schulung waren erklären wie das funktioniert, daß sich Kleinanlagen durch Parameteränderung der Wechselrichter "intelligent verwalten lassen können" oder "kurzzeitig abschalten lassen" ?


    Zitat von gemton


    Also keinerlei Sorge wegen irgendwelcher Probleme...


    Also, warum denn nicht?


    Zitat von gemton


    Deine SMA Wechselrichter haben "definitiv" keinerlei Nachteile deswegen.


    das hat der TS ja auch nicht befürchtet, sondern daß bei der Durchführung der Nachrüstung ein Schaden an seiner Anlage verursacht wird


    Zitat von gemton

    Im Gegenteil, falls deine Anlage schon ein paar Jahre auf dem "Buckel" hat können die Techniker vor Ort sogar bei Gelegenheit auch die ein oder anderen Probleme festellen und ein paar Tips geben, denn wie ich immer wieder festelle sind Wechselrichter auch nicht endlich und je älter sie werden haben sie auch ihre Macken und Probleme.(Meiner Einschätzung werden die wenigsten WR ihre angeprangerte Lebensdauer von 20 Jahren auch erreichen, aber wenn einer Probleme macht lohnt es sich auf jeden Fall diesen auch zu ersetzen-SMA hat unterschiedliche Preise für Neugeräte und Tauschgeräte...)


    das glaube ich natürlich gerne und sofort, daß irgendjemand, der auf Akkord bezahlt wird um Parameter in Wechselrichtern zu änderm, daraus eine große Überprüfungs- Fehlersuch- Problem feststell- und Tipp-Geb- Aktion macht.
    Das bedeutet dann wohl daß die eigentliche Umrüstaktion recht überbezahlt sein muß, wenn da solche großzügigen Nebenleistungen inkludiert werden können


    Zitat von gemton

    denn wie ich immer wieder festelle sind Wechselrichter auch nicht endlich


    interessant, was stellst du denn immer wieder fest?
    etwa, daß Wechselrichter unendlich sind?


    Zitat von gemton

    IMeiner Einschätzung werden die wenigsten WR ihre angeprangerte Lebensdauer von 20 Jahren auch erreichen,


    wer "prangert" diese Lebensdauer von 20 Jahren denn wo an?


    Zitat von gemton


    Ich bin selber Servicetechniker für Photovoltaikanlagen und zu unserem Job gehört unter anderem auch das Umstellen wegen der 50.2Hz Geschichte. Den Kurs verlangt SMA lediglich um sich abzusichern bei evtl. Schadensforderungen weil man theoretisch bei den Parametereinstellungen auch allerlei Unfug betreiben könnte...


    nein, den Kurs "verlangt" nicht SMA, sondern den Kurs musst du machen, damit du überhaupt die Nachrüstarbeiten ausführen darfst.
    Und das mit dem Unfug ist genau der Punkt, worüber sich mancher Anlagenbetreiber Sorgen macht, wenn jemand den er nicht beauftragt hat und den er nicht kennt an seinen Wechselrichtern herumarbeitet


    Zitat von gemton

    Aber deswegen den Weg zwecks Absicherung über Versicherungen zu gehen halte ich für total übertrieben...


    ich halte das nicht für übertrieben, sondern für angemessen


    Zitat von gemton

    Also keinen Grund zur Sorge,


    dazu trägt deine aus deinem Beitrag zu entnehmende hohe Qualifikation jetzt nicht gerade bei


    Zitat von gemton


    das klingt ja wirklich alles sehr abenteuerlich, geradezu als wenn es diese Leute auf Ihre Solaranlage abgesehen haben-noch dazu als Sie gerade nicht zu Hause waren. Und als sich diese Saboteure Zugriff zu ihren Wechselrichtern verschafft hatten gelang es Ihnen doch tatsaechlich Ihre Anlage auf 25 Prozent herunterzuregeln.


    das bringt niemanden weiter wenn du hier versuchst dich über ein geschildertes ernstes Problem lustig zu machen


    Zitat von gemton

    Ehrlich gesagt-das leuchtet mir alles ueberhaubt nicht ein,


    das überrascht mich nicht unbedingt


    Zitat von gemton

    aber wen immer auch Ihr Energieversorger fuer diese Umruestung beauftragt hat, haben diese Leute ein Zertifikat vorzuweisen und sollten sich auskennen.


    "Netzbetreiber" ist der Name von dem der diese Leute beauftragt. Ein Energieversorger hat damit nichts zu tun. Solltest du als ausgebildete Servicekraft eigentlich wissen.


    Zitat von gemton


    Die Unterlagen die Sie eingeschickt haben ersetzen ja auch noch nicht die Umstellung, dabei wird nur festgestellt ob sich der Typ Wechselrichter technisch ueberhaubt umruesten laesst... Lassen Sie uns doch wissen was Ihr Elektriker zwecks der Minderleistung festgestellt hat. Vielleicht waren ja auch nur die Sicherungen draussen... :-)


    das hat ja auch keiner behauptet, daß diese eingeschickten Unterlagen irgendetwas "ersetzen" würden


    Zitat von gemton

    Hier nochmal zum nachlesen eine anschauliche uebersicht vom bundesverband fuer solarwirtschaft:


    http://www.solarwirtschaft.de/nachruestung.html


    hoffe das hilft weiter... :-)


    werden die Bedenken und Fragen des TS da beantwortet?
    Insofern, hilft das nicht weiter

  • Moin moin,


    ich muss jodl Recht geben. Meine eigentliche Frage derenthalben ich den Thread eröffnet habe, ist immer noch nicht beantwortet. Ist denn von Euch bisher noch keiner von der Umrüstaktion betroffen? Wurden noch bei keinem die WR "umgerüstet"? Wie habt Ihr Euch abgesichert? Gar nicht? Habt Ihr Euch vor Ort die Qualifikation der Umrüster zeigen lassen, oder vertraut Ihr darauf, dass sich davon schon Euer Netzbetreiber überzeugt haben wird? Habt Ihr Euch ggf. sogar die einwandfreie Funktion Eurer Solaranlage VOR der Umrüstung quittieren lassen? Wenn ja, durch wen?


    An theoretischen Informationen bin ich weniger interessiert, da ich die schon hinlänglich im Internet selber nachlesen konnte. Mich interessiert eher, wie Ihr in der Praxis die Umrüstaktion erlebt habt und was Ihr gemacht habt um Euch ggf. abzusichern.


    Wäre schön, wenn dieser Thread nicht weiter in eine Diskussion über die Therorie ausartet. :wink:


    Gruss, Roland