Peak Oil ist (fast) da!

  • http://peakoilbarrel.com/eia-i…tistics-august-september/


    Hier Grafiken der offizielle Förderdaten der EIA.


    Ohne die steigende Förderung der USA durch Fracking hätte die globale Erdölproduktion ihren Höchststand erreicht. Und das bei gleichzeitig stetig steigendem Bedarf.


    Die Preisfrage: Wann Endet die Fracking-Boom in den USA? Spätestens 2020, einige erwarten dies schon 2015/2016! Dann können die USA den Rückgang in den anderen Feldern weltweit nicht mehr ausgleichen.
    Bei einem 35%-Anteil von Öl bei der Energiebereitstellung weltweit, >95% Anteil am Transportsektor und steigenden Preisen auf 120 US-$ und mehr, wird dies zu massiven Verwerfungen führen.


    Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen:
    Hierfür ist es vollkommen unrelevant wie viel Öl wir noch haben (Reserven). Einzig und allein zählt, wie schnell wir das Öl aus dem Boden bekommen. Und diese Geschwindigkeit hat seine Grenzen (technische, soziale, ökonomische und vorallem auch finanzielle)


    Volkswirtschaftlich wird das für Energierohstoffimportländer wie China, Indien, und viele andere (die gesamte EU!) zu einer brisanten Entwicklung.


    Was meint ihr? Wie schnell können die EE diese Lücke füllen? Oder kann Gas/Kohle die Lücke füllen (hoffentlich nicht!)?


    Zur Anmerkung: Der aktuelle Primärenergieverbrauch beträgt zur Zeit weltweit > 150.000 TWh (> 3% plus p.a.) Der PV-Zubau wird 2014 bei ca. 50 GWp (rund 70 TWh) liegen.

  • Also Länder mit einem Exportüberschuß wird ein steigender Ölpreis erstmal nicht so dramatisch das Wasser abgraben.


    Öl wird verwednet zu:
    41% Transport (Straße), 18% Industrie, 11% Landwirtschaft, 10,5 Chemische Industrie, 7,5 Stromerzeugung, 7% Flugzeuge und dann bleibt noch 5% für Schiffe Eisenbahnen usw.


    Ob jetzt in D der Sprit 1,50€ oder 2,10€ kostet is egal.
    Wenn aber das Kilo Weizen 2€ anstelle von 1€ kostet dann dürften Millionen hungern. Ich wette in D wird deswegen noch genau so viel weggeschmissen wie jetzt auch.


    Die allermeisten Alternativen zu Öl werden direkt oder indirekt mit der Erzeugung von Essen konkurieren.
    Zu Ende gedacht hungert dann irgendwo jemand weil jemand anderes am Sonntag mit dem Mottorad seine Runde dreht.


    Was machen hungernde Menschen? Die suchen sich was zu essen, entweder mit oder ohne Waffen ... und das dürften dann die Verwerfungen werden.


    Das Problem dürfte sein das sich die hungernden keine PV leisten können

    5,5kWp Az-105° Ost & 7,5kWp Az75° West DN40° an 12.0 TL3 Kaco online seit Sep2013

  • Nach dem Frackingboom kommt Coal to Liquids und das wird den Ölpreis leider auf Jahrzehnte bei 130$ bis 150$ je Barrel stabilisieren.

    Mit sonnigen Grüßen, solarstein

  • zu der 1. Antwort:
    Ich gehe von einer massiven Elektrifizierung im Verkehr ab 2020 aus (PKW, LKW, Busse, auch Schiffe).
    Öl wird also zunehmend durch Strom (PV+Wind) substituiert.


    zu der 2. Antwort:
    Wie viel kostet mich denn CTL (ct./kWh) ? Ich denke, dass gibt der Markt(preis) nicht her.
    Kohle wird nicht bei dem Preis bleibe, den wir heute sehen und dann sind wir bei wie viel ct./kWh?
    -> und wo sind dann Wind/PV? (+ erste Antwort -> Elektrifizierung des Verkehrssektors)

  • Es wird immer wieder Fördermethoden oder andere Alternativen geben, die ab einem gewissen Ölpreis wirtschaftlich werden - und damit wird die Förderung bei bestimmten Preispunkten stabilisiert oder sogar gesteigert.
    Egal ob Ölsande, Fracking, Coal to Liquid oder Biomasse der 2. Generation (Stroh zu Öl).


    Daher wird die Erneuerbare Energie immer in einem Preiswettbewerb stehen, aber der preisliche Vorteil der endlichen Energien wird immer geringer und die Wirtschaftlichkeit für EE steigt.
    Ich denke alleine dadurch haben die EE eine gute Zukunft vor sich - allerdings wird der Ausbau grundsätzlich nur im Rahmen der globalen Wirtschaftlichkeit zunehmen - abgesehen von lokalen Förderprogrammen (z.B. EEG).


    Auch sehe ich die Lebensmittelproduktion noch lange nicht am Limit, alleine in Osteuropa oder Südamerika aber auch Afrika gibt es riesige Gebiete die heute als extensives Weideland / Steppe genutzt sind mit großem Potenzial für Ackerbau. Auch hier ist die Wirtschaftlichkeit einfach nur vom Preis abhängig - wobei die Armen wieder die letzten in der Kette der Empfänger stehen, wahrscheinlich tatsächlich nach der "Energieschiene" der Industrieländer.
    Allerdings sind gerade die 2. Generation der Bioöle etwas unabhängiger von der Tank oder Teller Diskussion - Das Stroh vom Mahlweizen landet jetzt als Dünger auf dem Feld - könnte aber in gewissen Grenzen (Humusbilanz) auch jederzeit als Rohstoff vom Acker geholt werden. Und hier sind weltweit Möglichkeiten vorhanden die der Nahrungsmittelproduktion in der Menge in nichts nachstehen (Stroh / Steppengras / Maisspindeln oder Maisstroh / Zuckerrohrreste usw.)


    Also vielleicht nicht ganz so schwarz sehen, die Welt ist bisher noch immer nicht untergegangen, obwohl dies viele schlaue Köpfe (z.B. Club of Rome) schon oft und lange vorhergesagt haben...

    2004: Schott ASE 300 (285 W) + Schott ASE 275 (275 W)
    2009: Schott Poly 280W
    2010: Schott Poly 290W + BHKW I 5,5 kW
    2012: Schott Poly Protect 180W + Yingli Panda 265W
    2013: BHKW II 5,3 kW
    2014: SMA SI 6.0H + 530Ah Akku für BHKW I

    2015: SMA SI 6.0H + 680Ah Akku für BHKW II

  • Zitat von E1986

    ...Volkswirtschaftlich wird das für Energierohstoffimportländer wie China, Indien, und viele andere (die gesamte EU!) zu einer brisanten Entwicklung...


    Wieso glaubst Du dass Indien und China die Entwicklung der EEs im eigenen Land vorantreiben? Dass eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung ohne EEs nicht geht haben die schon längst erkannt.


    Der Spekulatius :mrgreen:

  • Ich glaube in deiner Frage fehlt ein "nicht".


    Und ja, ich denke das diese beiden es voran treiben. Vor allem China. Indien hat ja jetzt schon extreme Probleme.
    Die Frage ist ja, schaffe es solche Länder schnell genug?

  • Hi,


    Zitat von E1986

    Hierfür ist es vollkommen unrelevant wie viel Öl wir noch haben (Reserven). Einzig und allein zählt, wie schnell wir das Öl aus dem Boden bekommen. Und diese Geschwindigkeit hat seine Grenzen (technische, soziale, ökonomische und vorallem auch finanzielle)


    wird höchste Zeit, dass Peak Oil endlich wirklich spürbar ist. Davon reden ja seit Jahren alle und nichts passiert . . .


    Zitat von E1986

    Volkswirtschaftlich wird das für Energierohstoffimportländer wie China, Indien, und viele andere (die gesamte EU!) zu einer brisanten Entwicklung.


    Zumindest die Chinesen sind nicht so dumm, dass es denen wirklich etwas ausmacht.
    Die bauen nicht umsonst massiv AKW und EE-Kraftwerke. Und die haben genug Kohle, um Öl kurzfristig zu ersetzen.


    Zitat von E1986

    Wie schnell können die EE diese Lücke füllen? Oder kann Gas/Kohle die Lücke füllen (hoffentlich nicht!)?


    Natürlich wird es auf dem Weltmarkt erst einmal Verwerfungen und Preisanstiege geben, wenn die Fördermengen nachlassen und wirklich die Marktpreise steigen. Sobald der Preisanstieg durch eine höhere Nachfrage nachhaltig wird, wird aber ein unumkehrbarer Prozess in Gang gesetzt, der zwingend bei den EE enden wird - und bei ewig bezahlbarer Energie.


    Darum sehe ich dem viel heraufbeschworenen "Peak-Oil-Gespenst" sehr gelassen entgegen. 8)
    Ich glaube nicht, dass heute noch irgend jemand so dämlich ist, für ein paar lausige Ölquellen die Welt in Brand zu setzen.


    Leider führt dieser Weg fast zwangsläufig als Zwischenstufe über Gas und Kohle.


    Ab einem dauerhaften Rohölpreis vom ca. 130 US-$ pro Barrel lohnt es, die ganzen überschüssigen Gasmengen, die derzeit in der ganzen Welt abgefackelt werden zu synthetischen Kohlenwasserstoffen (Designersprit, auch GTL genannt) umzuwandeln, ebenso aus Erdgas direkt. Die Technik dafür ist seit fast 90 Jahren bekannt, gemacht wird das seit einigen Jahren von ARAL, Shell und Chevron für den hochpreisigen Markt der Additive (Hauptsächlich für Premium-Diesel).


    Ab einem dauerhaften Rohölpreis vom ca. 135 US-$ pro Barrel lohnt es, die riesigen Kohlevorräte, insbesondere in China und Australinen zu synthetischen Kohlenwasserstoffen (Designersprit, hier CTL genannt) umzuwandeln. Die Technik dafür ist seit fast 90 Jahren bekannt, gemacht wurde das zunächst im 3. Reich aus der Not heraus, dann nach dem 2. Weltkrieg von Chevron in Südafrika über Jahrzehnte ebenfalls aus der Not heraus (Erdölembargo wegen Apartheit).


    Ab einem dauerhaften Rohölpreis vom ca. 150 US-$ pro Barrel lohnt es, Biomasse zu synthetischen Kohlenwasserstoffen (Designersprit, nun BTL genannt) umzuwandeln. Wenn man die Weiterentwicklung der Algenöl-Herstellung mit einplant, wird das ohne Nahrungsmittelkonkurrenz und zu vermutlich günstigeren Konditionen wie bisher (also unter 150 US-$) möglich sein.


    Da Biomasse ein nachwachsender und damit unbegrenzt verfügbarer Rohstoff ist, wird es über 150 US-$ (nach heutiger Kaufkraft) pro Barrel hinaus keinen weiteren Anstieg der Energiekosten geben.


    Damit kann die Welt leben, darum ist Peak-Oil für mich keine Bedrohung, sondern der notwendige Katalysator auf dem Weg zur umweltfreundlichen Lösung aller Energieprobleme.
    Ob auf dem Weg dahin die Klimaentwicklung noch einmal richtig eins auf die Mütze bekommt, wird nur bestimmt von der Gier der Menschen. Was das bedeutet, ist eigentlich klar . . . :?

  • Hi,


    Zitat von regeneraLeaf

    Biomasse braucht zu viel Fläche (ungefähr 100 mal so viel wie PV)


    ist doch egal, Fläche gibt`s auf diesem Planeten mehr wie genug. Wenn flüssige Kraftstoffe benötigt werden (Luftfahrt, Schifffahrt, Mobilität in der 3. Welt) geht`s eben nicht anders.


    Bei der Herstellung von Algenöl gilt das Flächenargument in diesem Maß übrigens auch nicht mehr.