Toyota (andere auch) setzt auf Brennstoffzelle

  • Hi Leute
    Ich habe mal einen extra Thread eröffnet, weil das Thema Brennstoffzelle im Auto wohl noch lange nicht tot ist.


    Toyota hält weiterhin dem Konzept die Treue:
    http://www.usatoday.com/story/…-fuel-cell-range/4343589/


    Meiner Meinung nach ein Irrweg, denn selbst wenn die Technik sich auf marktfähiges Niveau im Preis begibt wird trotzdem der Treibstoff H2 immer sehr teuer sein. Viel teurer jedenfalls als Strom bedingt durch die extrem problematische Lagerung und Transport von H2 und den im Vergleich zur direkten Stromnutzung in einem E-Fahrzeug bescheidenen Wirkungsgraden.


    Und das ist nur die langfristige Perspektive. Am Anfang stellt sich ja erst einmal das typische Henne-Ei Problem mit der nicht vorhandenen H2 Infrastruktur.

    Fahrzeug: noch Verbrenner

  • Hallo,


    Zitat von Helmut1

    Am Anfang stellt sich ja erst einmal das typische Henne-Ei Problem mit der nicht vorhandenen H2 Infrastruktur.


    genau daran wird H2 imho scheitern.
    Der Brennstoffzelle gebe ich nur dann eine Chance, wenn vorhandene Infrastruktur genutzt werden kann.
    Das geht nur, wenn die Brennstoffzelle mit Methan, Methanol oder ähnlichen Produkten klarkommt.

  • Zitat von Ralf Hofmann

    Der Brennstoffzelle gebe ich nur dann eine Chance, wenn vorhandene Infrastruktur genutzt werden kann.
    Das geht nur, wenn die Brennstoffzelle mit Methan, Methanol oder ähnlichen Produkten klarkommt.


    Um Brennstoffzelle + Reformer um normal handhabbare Flüssigkeit zu tanken ist es ja merklich ruhig geworden. Da ist man wohl vermutlich in einer technischen Sackgasse gelandet.
    Toyota setzt halt voll auf Druckgastanks im Wagen für reinen H2. Wie wohl die Tankstellen beliefert werden sollen? Beides ist ja ein großer Krampf (Druckgas/tiefgekühlt flüssig). Am ehesten würde vielleicht die Herstellung direkt an der Tankstelle durch Netzstrom per Elektrolyse Sinn machen.

    Fahrzeug: noch Verbrenner

  • Zitat von Helmut1

    Am ehesten würde vielleicht die Herstellung direkt an der Tankstelle durch Netzstrom per Elektrolyse Sinn machen.


    Der nötige billige Überschußstrom dürfte dann ja schon 2050 verfügbar sein, wenn die Energiewende weiter so "gepusht" wird... :roll:

    Elektromobile: Renault ZOE ZE40 Car Sharing und Pedelec

  • Naja lässt sich Wasserstoff den nicht relativ einfach produzieren ?


    Wenn ich 2 Alu fliegengitter nehme an eine Plus ans andere Minus, und das an eine autobatterie hänge, das ganze dann in einen kleinen Wasserbehälter Strecke steigt doch Wasserstoff und Sauerstoff auf ? Hab's schon probiert, bullert zwar sehr langsam aber das lässt sich sicherlich mit gröserer Oberfläche und eventuell Spannung steigern :-D (nicht nachmachen keine Haftung :-)


    Ist das nicht in mittelgroßem Umfang für jede Tankstelle extra so darstellbar ? :-D


    Grus
    Blacki

    11,14 kWp O/W 4x Solarmax WR (2012)
    43,30 kWp Anteil Solarpark Dreieich (2011)
    71,08 kWp Anteil Solarpark Hof (2012)
    70 kWp auf Hühnerställen (2012)
    301 kWp Brandenburg (2018)

  • Also DASS eine solche Elektrolyse funktioniert, davon ist auszugehen, wird ja schließlich so gemacht ;-)
    (H2 aus H2O ist für mich eh die einzige "sinn"machende H2 Erstellung. Wenn ichs aus Methan mache hab ich ja nichts gewonnen, da kann ichs auch verbrennen.....)


    Das Problem daran:


    1. Der Wirkungsgrad der Elektrolyse ist leider nicht besonders berauschend (70% Hört sich nicht schlecht an, aber das ist ja nur der Anfang der Energieumwandlung).


    2. Der (hoffentlich gereinigte) Wasserstoff ist dann noch zu lagern (er entsteht ja bei RT und Raumdruck). Also entweder tierisch verpressen, in Hydride einschleusen oder tiefkühlen. Auch nicht grade energieeffizient.


    3. die Investitionskosten für die Wasserstofferzeugung (inkl. einem ZIEMLICH dicken Kabel für den Strom) sind sehr hoch wenn man das mit der aktuellen Tankstelle vergleicht (wo "nur" die Lagerung gebraucht wird). Wenn man mal vergleicht, für eine "Tankfüllung", welche in 2 min erledigt ist benötigt man ca. 200 kWh (geschätzt bei einem Tank für 300 km und einem gesamtwirkungsgrad von 35%). um also eine Auslastung von ca. 50% der tankstellenzeit zu nutzen (also zu 50% am Tag genug H2 zu haben, damit EIN Auto gleichzeitig betankt werden kann) benötigt man also einen Anschluss von 3 MW(!!)


    4. Das ganze muss Flächendeckend eingesetzt werden. Da haben wir ja bereits bei Stromtankstellen Probleme und diese sind DEUTLICH einfacher auszubauen.

  • Jedes Brennstoffzellenauto ist in erster Linie ein Elektroauto. Und einen Akku haben die auch alle, weil sich die (heutigen mir bekannten) Brennstoffzellen nicht schnell regeln lassen in der Leistungsbereitstellung.
    Damit tritt also die Brennstoffzelle in erster Linie nicht in Konkurenz zu einem Auto mit Lithiumakku, sondern in erster Linie in Konkurenz zu Range Extendern.
    Rein theoretisch könnte man mit einer SOFC Zelle Benzin oder Erdgas mit 70% Wirkungsgrad in Strom umwandeln und die Batterie nachladen. Ein BMW i3 hätte dann locker selbst mit einem kleinen Tank 500km Reichweite. Ist die Frage ob jemals die Probleme gelöst werden die SOFC Zellen haben (Stabilität beim aufheizen und abkühlen usw).
    Das groesste Problem von SOFC ist meiner Ansicht nach, dass es keine jetzige Einsatzmöglichkeit gibt und sie daher nicht vernünftig weiterentwickelt werden. Wenn es keine Handys und Laptops gäbe, dann hätten wir glaube ich auch heute noch Bleiakkus und keinerlei bezahlbare Lithiumakkus sondern sie wären auch noch auf dem Stand von vor 20 Jahren mehr oder weniger so wie die Brennstoffzellen (und PEM mit H2 ist ja totaler Quatsch wie andere ja schon sehr schön belegt haben).

  • Das einzige Problem ist wohl die Haltbarkeit einer Brennstoffzelle die mit schmutzigem Erdgas läuft.


    Überschüssigen PV oder Windstrom kann man in H2 wandeln, das Erdgasleitungsnetz verteilt dies. So puffert man schon mal die Stromerzeugung.
    Tankstellen können mit einem Kompressor aus 20mbar Leitungsdruck die 200bar oder mehr zum Tanken machen.
    Es müssen keine 200bar Tankwagen her.
    Für daheim gibt es diese Tankanlagen schon seit Jahren für CNG Fahrzeuge. Da kann man über Nacht (wenn kein Speicher da ist) den Wagen aus dem Gasnetz volltanken. Das ist also nicht neu.


    In 3min Volltanken und 500km fahren ist besser als stundenlang auf die Batterie zu warten und keine 200km weit zu kommen.
    Eine Brennstoffzelle hat Abwärme, der Winter kann kommen.


    Gas oder Batterie, beide Techniken sind nicht ausgereift. Das Batterieauto von heute ist ein Auslaufmodell. Das wird es bald so nicht mehr geben.
    Zu schwere und zu kleine Batterien, keine Lademöglichkeiten. Ich kann mir nicht vorstellen das es überall 100kw Lader geben wird. Das Stromnetz müßte komplett umgebaut werden und Flotten von Fahrzeugen mit so hoher Leistung zu laden.
    Niemand will Ladekabel die stundenlang in der Gegend hängen.


    Gasleitungen liegen schon da, es ist nur kein reiner Wasserstoff darin. Die Gasheizung zu Hause kann mit einem höherem H2 Anteil im Erdgas laufen.

  • Zitat von Nachtstrom


    Das Batterieauto von heute ist ein Auslaufmodell. Das wird es bald so nicht mehr geben.


    Hallo,
    mit dieser Meinung liegst du aber konträr zur Forumsmeinung würde ich meinen 8)
    Gruss Win

    2,4kWp BPsolar BP275F/Sunways NT2500 / 2000 (ab 1.1.2021 Geschichte, wird 2021ersetzt durch neue 5kWp)
    4,2kWp Heckert HS-PXL-210/Sunways NT3700 / 2008
    5,5kWp Axitec AC230P/Solarmax 6000S / 2009
    2,7kWp Suntech STP225/Solarmax 3000S / 2010
    2,2kWp Schott PolyProtect 180/SMA SB3800 / 2011

    9,5kWp Winaico 28x340Wp/Fronius Symo 8.2 / 2020

    BMW i3 Yello connect /03.2018..12.2019, BMW i3 120Ah seit 12/2019

    Wärmepumpe Panasonic Aquarea WH-MDC05J3E5 seit 10/2020