Rahmenlose module pro, kontra

    • Offizieller Beitrag

    Hi, mal eine frage in die Runde, was spricht fertigungstechnisch, in der Logistig, bei der Montage sowie im Betrieb für bzw. gegen Rahmenlose Module? Soweit man die Rahmung weglassen kann solte dies ja durchaus günstigere module erlauben. Was sagen die Experten? Und was gibt es am Markt?

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
    Trockenplatzdach 2,6kW zum Spielen :)

  • Ich habe meinen 4 kWp Carport mit Rahmenlosen gedeckt und würde heute gerahmte einsetzen, einfach weil sie stabiler sind.
    einstein0

    35 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW. 5 kW USV mit Hybrid-WR und 10 kWh Li.

    • Offizieller Beitrag

    Welche Probleme treten dort auf? Zu hohe Schneelasten, sichtbare Durchbiegungen, oder war die Montage schwierig?

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
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  • Zitat von hfrik

    Welche Probleme treten dort auf? Zu hohe Schneelasten, sichtbare Durchbiegungen, oder war die Montage schwierig?


    Bei der Montage waren zwei kaputt gegangen, Schnee bzw. Eis hatten bisher zu keinen Schäden geführt. Service, oder Austausch ist praktisch nicht möglich. Man würde ja auch nicht rahmenlose Fenster einbauen...
    einstein0

    35 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW. 5 kW USV mit Hybrid-WR und 10 kWh Li.

  • Nachteile:
    empfindlicher im Handling: Schäden bei der Montage und/oder höherer Handlingaufwand
    Kante ist schlechter geschützt --> Langzeithaltbarkeit schlechter?


    Vorteile:
    Schnee rutscht besser ab
    keine Schmutzkante


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Ich sehe nur noch Nachteile in Rahmenlose Module!!! :idea:
    Als Betreiber von ca. 130 kwp FS Module und einer Betriebszeit von 5 bis 6 Jahren,kann ich als Betreiber ein Lied von singen,was gut und was schlecht ist!


    Riesige Nachteile sind anscheinend die Dichtigkeit von aussen,entwickelt sich als Problem,den Feuchtigkeitseintritt ist Tür und Tor geöffnet.
    Entlang der Leiterbahnen entwickeln sich bei einzelnen Modulen sonderbare Formen,die ich im Moment aber noch nicht richtig zuordnen kann.
    Leistungsmessungen würden im Moment noch keine gravierenden Verluste generieren,da sowas in der Praxis länger dauert.
    Ich beobachte das ganze aber sehr genau.
    Früher waren ja die Probleme mit ominösen Flecken verbunden,die ich aber heute primär nicht als Potenzial der Leistungseinbussen sehe,sondern doch eher die Möglichkeit des Eindringens von Feuchtigkeit von aussen.
    Werden die Scheiben nicht hochwertig verklebt (besonders die Module die aus Amerika kommen FS 270 anm. der Red.) weisen hier schon Probleme auf,aber auch die in FF/Oder hergestellten ,ist der Angriff von aussen sicher.


    Ein gerahmtes Modul hat hier wesentlich höhere Sicherheiten,da ein Angriff über die Kante nicht erfolgen kann.
    Nächste Nachteile von Rahmenlosen sind Ihre Stabilität.
    FS weist in Ihren Produktdatenblättern bzw. Gebrauchsanweisungen 1 bis 2% Glasbruch aus,danach sollten die Module stabil sein.
    Dem muss ich hier wiedersprechen-auch wenn einige hier im Forum dem wiedersprechen und keine Probleme haben.
    Selbst wenn alle Montagehinweise genau eingehalten werden,ist das kein Garant für keine Glasbrüche mehr.
    Ich habe am 30.12.2013 meine Kontrolle bei allen Anlagen durchgeführt und festgestellt,dass wieder 11 Module bei drei verschiedenen Anlagen defekt sind.
    Bei einigen sind Sternförmige Risse vorhanden,deuten in der Regel auf Hagelschaden bzw. Steinschläge durch randalierende Kinder, bei anderen sind Module komplett durchgerissen von oben nach unten,von links nach rechts,also alles vorhanden was das Herz begehrt.
    Da die Risse aber NICHT von den Klemmen ausgehen,kann man Fehler bei der Montage ausschliessen.
    Ich habe meine Datenaufzeichnungen mal ganz genau durchforstet und muss sagen,dass Leistungseinbrüche bereits nach dem Winter (also Februar/März 2013) sichtbar waren.
    Also scheinen Temperaturen in die eine und andere Richtung den Modulen nicht zu gefallen.
    Inwieweit das Dach selber arbeitet durch Längen.- bzw. Breitenausdehnung ,kann ich nicht beurteilen.


    Damals in den Jahren 2007 bis 2009 waren DS Module gegenüber den Kristallinen bei 250 bis 300€/kwp günstiger.
    In der Finanzierung bezogen auf die Gesamtsumme 50.000€/130 kwp.


    Heute stellt sich diese Frage nicht mehr,da Parität zwischen beiden Technologien hergestellt ist.
    Mit meinem Wissen von heute,würde ich die Mehrkosten sehr gerne investieren,da man ruhiger schlafen kann und die Erträge sind auch noch höher.


    Natürlich mache ich mir heute bereits Gedanken,inwieweit die Schäden in den nächsten jahren weitergehen werden.
    Das ich mal einen Teil der Anlagen durch andere Module ersetzen werde und die noch guten Module aus dem Rückbau dann als Teilelager in den bestehenden Anlagen zur Verfügung stelle,ist nicht ausgeschlossen.


    Gruß ZST

  • Hallo ZST,ich glaube Deine Angaben kann ich nur bestätigen,ein Bekannter von mir betreut eine 3,2Mw -Anlage nach 3Jahren mussten bei einer Kontrolle 120 Module ausgetauscht werden.MfG.Bernd

  • Bei diesem Thema sieht man auch wieder, welche gewerkeübergreifende Kompetenz eigentlich gefordert wäre, insbesondere in den letzten 3-4 Postings ging es ja um Glas-Glas-Module und die wenigsten Montagekräfte im PV-Segment weisen Fachwissen eines Glasers auf. Das Ergebnis ist wie es ist, die Glasscheibenverbünde brauchen wohl (noch) eine Setzungsphase, was ich nicht ganz verstehe, weil Fassadenelemente aus gleichartigen Materialien haben nicht die Eigenbruchraten, wie dies mit 1-2% in der Setzungsphase angesprochen wurde. Die Vorbehandlung des Moduls bis es am Montageplatz fixiert ist, ist genauso entscheident (meine persönliche Erfahrung: je größer die Fläche, um so mehr Vorschädigungen durch Aufsetzen der Ränder und Spitzen auf nicht dafür vorgesehenden Untergründen). Die Vorbereitung und Eignung des Untergrundes auf den montiert wird spielt bei PV in der realen Ausführung leider oft eine Nebenrolle und sollte an sich an erster Stelle an einem Standort sein (Thema: wie bekomme ich einer sinnvolle thermische Entkopplung zwichen den verschieden eleastischen Werkstoffen hin). Bei Freifläche und Aufständerung insbesondere auf ehemaligen Deponieflächen sieht man Kurven in der Gesamtglashülle, die ich als Glaslaie, bedenkswert erachte; oftmals auch noch mit Verwringungen in der Modulfläche. Bei diesem Beispiel muss sich dann manchmal noch beides Setzen, das Modul und die Deponie.


    Beispiel: 3,2 MW und 120 Module ist vermutlich eine Bruchrate kleiner 0,5 %.


    Oft werden Schäden auch erst im Zusammenhang mit anderen Ereignissen erstmalig bekannt (Leistungseinbußen, Isolationsfehler, Hagel, Orkan, Vandalismus). Wenn man dann die Ursachen untersuchen würde, dann ist es immer ein Missmasch aus: herstellungsbedingt, vorschädigungsbedingt, ereignisbedingt, montagebedingt.


    Wie sieht die Bruchrate von Modulen bei Glasexperten wie Shott oder Avancis (Saint Gobain) aus? Hier wäre ich an Erfahrungen sehr interessiert.


    Grüße

    • Offizieller Beitrag

    OK, d.h. es ist eine ganze Latte von Massnahmen notwendig,
    Das wäre a) Fertigungsparameter in den Griff bekommen, damit keine verspannten Module das Werk verlassen (Das scheint insbesondere Dünnschichtmodule zu betreffen, bei denen das Glas in der Fertigung grösseren Temperaturänderungen unterworfen ist). Dann ein passender Schutz für den Transport - eigentlich selbstverständlich, geeignetes Montagematerial, sowie ggf. ein kleiner Schutz der KAnten für di Montage - z.B. ein wenig aufgetragenes Silikon an der Kante?
    Ansonsten kostet der Rahmen in sich ja wohl so 3-5ct/W, was ja auch erwirtschaftet werden muss. Und neigt dazu Dreck einzusammeln.

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
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  • Mal was anderes, sind die Rahmenlosen Glas-Glas Module nicht auch schwerer??


    Wenn ja ist das auch ein Nachteil bei einer AufDach Montage da der Dachstuhl höher beansprucht wird?!


    mfg