Auswirkung unterschiedlicher Dachneigung in einem String

  • Hallo,


    ich habe letztes Jahr vom Fachmann eine Anlage installieren lassen. Mittlerweile liegt mir der Stringplan vor. Ich konnte zuerst nicht glauben, was ich sah...
    Das Haus hat zwei Dachneigungen: 30 Grad und 50 Grad. Auf dem Dach liegen 84 Module a 200W, 70 x 30 Grad und 14 x 50 Grad.
    Nun wurde an einem SMA Tripower 17000TL wie folgt verschaltet:
    folgende 4 Strings an Eingang A:
    - 8 x 50Grad und 9 x 30 Grad IN EINEM STRING (wohl, weil's räumlich so schön nahe zusammen lag...)
    - 17 x 30 Grad
    - 17 x 30 Grad
    ̵- 17 x 30 Grad


    folgender String an Eingang B:
    - 8 x 50Grad und 10 x 30 Grad IN EINEM STRING


    Es wurden also innerhalb eines Strings zwei signifikant unterschiedliche Dachneigungen gemischt.
    Damit nicht genug: An Eingang A wurden dadurch dann auch noch Strings anderer Aufteilung parallel gemischt.
    Es wurden also letztlich Module unterschiedlicher Neigung sowohl seriell als auch parallel gemischt.


    Dabei steht im Handbuch des TL17000 ausdrücklich, dass alle Module an Eingang A die selbe Ausrichtung sowie Neigung haben müssen. Und die Aufteilung wäre eigentlich so einfach gewesen: Eingang A: 5 Strings a 14 Module mit 30 Grad und Eingang B: 1 String mit 14 Modulen mit 50 Grad.


    Man kann überall lesen, dass unterschiedliche Neigungen nicht gemischt werden sollen, ich würde das Problem nun aber gerne quantifizieren. Wie groß sind die Einbußen in etwa, die durch diese eigenartige Verstringung entstehen? Sind es Einbußen von 1%? 5%? 10% oder gar mehr? (übers Jahr gesehen. Lage: Schwarzwald Höhenlage, relativ viel Sonne auch im Winter, ca 1100kwh/kwp). Stringspannungen liegen im MPP-Bereich, aber ich frage mir, was der MPP-Tracker in so einem Fall überhaupt macht...?
    Ich habe versucht, das mit Sunny Design gegenüber der "normalen" Verstringung ausrechnen zu lassen, aber SD lässt mich eine solche Verstringung natürlich noch nichtmal eingeben...


    Hat jemand damit Erfahrung und kann mal eine ungefähre Zahl in den Raum werfen?
    Danke. :)

  • Danke Martin, für Deine Einschätzung. 1% überrascht mich eher positiv, ich hatte mehr befürchtet...
    Wäre aber schon anders gegangen: Sind 84 Module gesamt, 14 davon mit 50 Grad. Also 5 x 14 auf Eingang A, alle mit 30 Grad und 1 x 14 Module auf Eingang B. Sunny Design schlägt das auch so vor.


    Gruß
    Surya

  • Hallo Surya,
    ja, das stimmt...wäre gegangen...aber ich glaube nicht, dass der Ertrags-Unterschied groß ist, da die Spannungslage im vorhandenen Fall besser ist.
    Was mich eher wundert bei so einer großen Anlage, dass 72-Zeller eingesetzt wurden und keine Standard-60-Zeller!
    Gruss Win

    5,3kWp Hyundai HiE-S440HG/Sunways NT5000 2023 (ehemals 2,4kWp BPsolar BP275F/Sunways NT2500 / 2000)
    4,2kWp Heckert HS-PXL-210/Sunways NT5000 / 2008 | 5,5kWp Axitec AC230P/Solarmax 6000S / 2009
    2,2kWp Schott PolyProtect 180/SMA SB3800 / 2011 | 9,5kWp Winaico 28x340Wp/Fronius Symo 8.2 / 2020

    4,8kWp Hyundai HiE-S440HG/ Solax X1-4,2 | BMW i3 120Ah seit 12/2019 (BMW i3 Yello connect /03.2018..12.2019)

    Wärmepumpe Panasonic Aquarea WH-MDC05J3E5 seit 10/2020

  • Zitat von SuryaDham

    Danke Martin, für Deine Einschätzung. 1% überrascht mich eher positiv, ich hatte mehr befürchtet...
    Wäre aber schon anders gegangen: Sind 84 Module gesamt, 14 davon mit 50 Grad. Also 5 x 14 auf Eingang A, alle mit 30 Grad und 1 x 14 Module auf Eingang B. Sunny Design schlägt das auch so vor.


    Gruß
    Surya


    Na ja - das ist ja auch nicht prickelnd. Das dürfte ähnlich 'ertragsmindernd' sein.
    Ich habe das bei mir dieses Jahr auch zum ersten Mal gemacht - allerdings mit PVI Trio WR. Kann nichts feststellen.
    O.K. - 0,x % sind auch nicht wirklich fassbar, da das ja nur an Topp Tagen überhaupt was 'zählbares' ausmacht.
    Ob 5 Strings gegangen wären, hängt natürlich auch vom Modul ab wegne dem max. Strom des Trackers. Welches Modul ist es denn?


    Gruß
    Martin

    Gruß
    MBiker_Surfer

  • Kann es sein, dass hier noch nicht alles betrachtet worden ist?
    Ich einem seriell verschalteten String dominiert immer bezogen auf den Strom das schwächste Modul den resultierenden Strom des Stringes. Da dies Sonne selten für beide Dachneigungen optimal steht und der Modulstrom hautpsächlich von der direkten Einstrahlung abhängt, denke ich schon, dass hier mehr als 1% Verluste auftreten werden. Bezogen auf die Spannung gebe ich Euch Recht.


    Oder sehe ich hier etwas falsch?
    VG
    Tobias

  • Zitat von MBIKER_SURFER

    o.k. - dann wäre 5 X 14 und 1 X 14 schon o.k. gewesen, da das ja 72 Zeller sind. Dann hast jetzt eben aktuell um die 1% Verlust!


    Ich hoffe, Du hast Recht mit 1%, damit könnte ich leben.
    Wobei es sein kann, dass ich die Anlage notgedrungen neu verstringen muss. Ich möchte das Dach nämlich rückbestromen, um im Winter den Schnee vom Dach zu bekommen. Ich bin auf der Suche nach einer Lösung, das mit dem bestehenden SMA Tripower umzusetzen. Sieht aber nicht gut aus, bisher habe ich noch nichts gefunden.
    Falls das so bleibt, dann kommt nur ein Solutronics-Wechselrichter mit de-icing-box in Frage, und für die de-icing-box ist die String-Spannung leider zu hoch, d.h. die Module würden nicht warm genug werden.
    Wenn's also auf Solutronics rauslaufen sollte weil ich nichts anderes finde, dann müssen die Strings eh gekürzt werden, und dann läuft's auf 6 x 14 raus.
    Ich suche aber noch weiter, denn mir wär's deutlich lieber, wenn ich nicht nochmal mit Gerüst und co. anfangen müsste...
    Mein Rückbestromungs-Thread ist übrigens hier:
    http://www.photovoltaikforum.c…sma-moeglich--t95699.html


    Gruß
    Surya


  • das wären 86 Module


    Zitat von SuryaDham

    Das Haus hat zwei Dachneigungen: 30 Grad und 50 Grad. Auf dem Dach liegen 84 Module a 200W, 70 x 30 Grad und 14 x 50 Grad.


    jetzt sind's 84 Module ?!? :mrgreen:


    Sonnenfinsternis