Wie bewertet Ihr "Glas-Glas-Module" (Doppelglas)

  • Habe hier etwas über glas -glas module gelesen und frage mich on das "die Zukunft" ist, meint Ihr die Chinesen springen auch in Zukunft auf den "band wagon" drauf und bieten das zu günstigen preisen an oder wird es ne Randerscheinung bleiben ?


    Der PV-Guenter !




    http://www.centrosolar.de/kund…larmodule/s-class-vision/


    http://www.haustechnikdialog.d…uer-Module-im-Glasverbund

    Einmal editiert, zuletzt von Weidemann () aus folgendem Grund: Titel ergänzt

  • Hallo PV-Guenter,


    Glas-Glas Module waren auf der diesjährigen Intersolar nach meiner Einschätzung nach den Speicherlösungen der zweite große Trend und bei mehreren Modulherstellern zu sehen.
    Die Technologie bietet gegenüber Glas-Folie zwei entscheidende Vorteile.
    Zum einen wird eine deutlich längere Lebensdauer erwartet, da Glas im Gegensatz zur Rückseitenfolie praktisch nicht altert.
    Zum Zweiten sind die Solarzellen anders als bei Glas-Folie genau in der Mitte zwischen zwei gleichartigen Glasscheiben positioniert. Bei Durchbiegung des Moduls (Transport, Montage, Wind & Schneelasten) wirken somit keine Zug- und Druckspannungen auf die Zellen, die zu Mikrorissen führen. Aus dem Grund macht Solarworld aktuell Fernsehwerbung, wo ein Modul mechanisch extrem belastet wird.
    Zusätzlich bietet sich die Möglichkeit, teiltransparente Module zu produzieren, bei denen das Sonnenlicht zwischen den Zellen durchscheint. Solarwatt bietet z.B. entsprechende Carports als Gesamtpaket an.
    In der Vergangenheit haben alle Investoren - entsprechend dem EEG - Renditen immer auf 20Jahre Lebensdauer kalkuliert.
    Da inzwischen der Eigenverbrauch immer wichtiger wird, gibt es bestimmt immer mehr, die Wert auf langlebige Modultechnik legen (PV2.0).
    Es wäre interessant von den Installateuren oder Vertretern von Modulherstellern hier im Forum eine Einschätzung zu bekommen, ob der Markt tatsächlich schon so weit ist, dass nennenswerte Umsätze mit Glas-Glas Modulen möglich sind.
    Gruß
    Miraculix

  • Zitat von Miraculix

    wirken somit keine Zug- und Druckspannungen auf die Zellen, die zu Mikrorissen führen. Aus dem Grund macht Solarworld aktuell Fernsehwerbung, wo ein Modul mechanisch extrem belastet wird.
    Gruß
    Miraculix


    Na ja - die entprechende E-Luminiszenz Aufnahme liefern sie aber nicht dazu. Das war mein erster Gedanke, als ich diese Werbung gesehen habe. Eine Aufnahme vorher - eine danach. Denn dass das Glas nicht bricht ist das Eine ......


    Und was ist mit dem Gewicht des Moduls?


    Gruß
    Martin

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 84V

  • Von der Mechanik ist das sicher für die Zellen sehr vorteilhaft, zwischen zwei gleich dicken Glasscheiben eingebettet zu sein.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Neutrale_Faser


    Sonnige Grüße

    Private PV-Anlage (07/2019):
    19,84 kWp | Heckert NeMo2.0 60M 310W | E3/DC S10 E PRO (13 kWh Speicher) | SMA SB3.6
    Bürgersolaranlage (04/2009):
    25,2 kWp | Sharp NT175E1 | SMA SMC8000TL | SMA WebBox | SunnyPortal

  • Zitat von MBIKER_SURFER

    Und was ist mit dem Gewicht des Moduls?


    Gruß
    Martin


    Hallo Martin,


    der Clou ist der Einsatz von entsprechend dünnen Gläsern mit 2mm Dicke oder noch weniger.
    Damit ist das Gewicht vergleichbar zu normalen Glas-Folie Modulen mit 3,2mm oder 4mm Glas, besonders wenn man auch auf den Rahmen verzichtet (Kosten). Allerdings sind die Module dann besonders an den Ecken sehr stoßemmpfindlich, was mit der Physik des thermischen Vorspannprozesses zusammenhängt.


    Glas-Glas Module sind ja eigentlich nicht neues, nur hat man vor 10 oder 20 Jahren noch bis zu 6mm dickes Glas verwendet - insgesamt also 12mm.
    Dann bekommt man die Module in der Tat nicht ohne Kran aufs Dach.


    Um Glasstärken von 2mm oder weniger vorsspannen zu können - um also Sicherheitsglas (ESG oder TVG) herzustellen, bedarf es seitens der Glashersteller besonderer Anlagentechnik.


    Damit bietet es also durchaus eine Möglichkeit, sich von Massenherstellern aus Fernost zu differenzieren.
    Gruß
    Miraculix

  • Gewicht des Moduls - bei SW - anstatt einer 4 mm Glasscheibe werden 2 x 2 mm GS genommen.
    http://www.solarworld.de/filea…ly_protect_245-260_de.pdf
    Lineare Leistungsgarantie - anstatt 25 Jahre werden es 30 Jahre.
    Es wird auch eine geringere Degradation angenommen, da die Tedlarfolie entfällt.
    In Gegenden mit hoher Abrasion durch Wüstensand kann man annehmen, dass Glas wiederstandsfähiger als die Tedlarfolie ist.
    Mein einziges Fragezeichen - wie verhalten sich die beiden Glasscheiben bei hoher Einstrahlung - Thema Differenztemperatur der vorderen und hinteren Glasscheibe.

  • Transparentes Glas wird ja alleine nicht übermäßig heiß, zumal Solarglas besonders transparent sein sollte. Eine größere Bedeutung dürfte die Wärme spielen, die die Zellen abgeben. Und da die recht dünn sind, wird der Temperaturunterschied zwischen vorne und hinten nicht so gewaltig sein.
    Und wenn doch, könnte der Hersteller die Gläser mit leicht abweichenden Ausdehnungskoeffizienten ausstatten. Bin auf dem Gebiet kein Experte, aber das sollten die hinbekommen. Beim Kochfeld nutzt man auch eine Glaskeramik, die einen sehr geringen Ausdehnungskoeffizienten hat, damit der aufgeheizte Bereich nicht aus dem Rest der Platte platzt. Und da geht es um deutlich höhere Temperaturen.


    Sonnige Grüße

    Private PV-Anlage (07/2019):
    19,84 kWp | Heckert NeMo2.0 60M 310W | E3/DC S10 E PRO (13 kWh Speicher) | SMA SB3.6
    Bürgersolaranlage (04/2009):
    25,2 kWp | Sharp NT175E1 | SMA SMC8000TL | SMA WebBox | SunnyPortal

  • danke euch allen fuer den "input", da kommt ja einiges an Fachwissen zusammen!


    besonders interessant finde ich diesen Gedanken von Miraculix "Damit bietet es also durchaus eine Möglichkeit, sich von Massenherstellern aus Fernost zu differenzieren" .

  • Im Prinzip ist das nichts neues - alle meine Schott Module (bis auf die Yinglis aus 2012) sind "Doppelglasmodule".
    Bis bisher sehr zufrieden und hatte auch noch keine Probleme mit Spannungsbrüchen.


    Kenne allerdings Kollegen, welche schon mehrere Brüche hatten, alle Module aus Ende 2008 Anfang 2009 - daher vermute ich eine Ursache im Herstellungsprozess - da Schott ja der Glaspezialist ist, ist es offensichtlich anscheinend doch eine anspruchsvolle Aufgabe die Problemen dahinter nicht zu unterschätzen.


    Bei mir war schon 2004 der Focus auf eine Haltbarkeit jenseits von 20 Jahren - und ich denke gerade durch die Verkapselung der Zellen in zwei absolut unverrottbare, dichte und UV beständige Glasscheiben bin ich hier auf einem guten Weg.


    Irgendwie finde ich es spannend, das jetzt nachdem Schott vom Markt ist, andere Hersteller das Rad neu erfinden...


    Mit freundlichen Grüßen
    Solardachs

    2004: Schott ASE 300 (285 W) + Schott ASE 275 (275 W)
    2009: Schott Poly 280W
    2010: Schott Poly 290W + BHKW I 5,5 kW
    2012: Schott Poly Protect 180W + Yingli Panda 265W
    2013: BHKW II 5,3 kW
    2014: SMA SI 6.0H + 530Ah Akku für BHKW I

    2015: SMA SI 6.0H + 680Ah Akku für BHKW II

  • Gibt es preislich Anhaltspunkte ? bzw. "duerfen" die Scheiben aufgrund ihrer vorr. laengeren Lebensdauer teurer sein ?!