Warmwasser mit Photovoltaik

  • Ich bin gerade dabei eine Prognose zu schreiben. Weiß aber gar nicht wie ich an die Sache rangehen soll.... Die Fragen sind wieviel kostet es 100 L sagen wir mal auf 60 ° zu erwärmen mittels Öl, Gas oder Strom (dann natürlich über eigene Photovoltaik auf dem Dach) Bei der Prognose soll rauskommen dass es billiger ist mit PV-Strom Warmwasser aufzubereiten. Ich soll jetzt noch Wartungskosten und Kaminkehrerkosten auf den Preis für Öl/Gas draufhauen. Aber wie geh ich an dass ganze ran? Meines Erachtens ist es nämlich viel teurer Warmwasser mit Elektrospeicher herzustellen... Folgende Daten hab ich gefunden 1 Liter Öl = 0,075 € /kWh
    1m³ Gas = 0,063 €/kWh
    Strom 0,19 € wobei hier wohl von Nachtstrom ausgegangen is...


    Hat irgendjemand ne Idee wie ich die Sache angehen könnte... Komm damit so grad gar nicht klar...


    Bin über eure Antworten dankbar :)


    Zum Schluss soll hat ne richtige Prognose rauskommen Einsparung durch Umstellung auf Elektrowarmwasserspeicher mit PV-Strom betrieben

  • Hallo emblanp,


    ich bin aktuell auch gerade an der Sache dran. Habe zu diesem Thema einen Thread aufgemacht. Bitte mal lesen:


    http://www.photovoltaikforum.c…f13/pv-heater-t94393.html


    Ich bin auch der Meinung, das sich die Sache absolut rechnet und insgesamt gesehen sogar deutlich günstiger ist als z.B. Solarthermie, Wärmepumpe sowie Gas und Öl. Umweltfreundlicher sowieso, einfache Technik, kein Aufwand mit dem Finanzamt und EEG. Es kommt natürlich wie immer auf den speziellen Einzelfall an.


    Viele Grüße


    Torsten

    15,81 kWp: 1 SMA SB4200TL mit 29xAleoS03 1 SMA SB2100TL mit 16xAleoS03 sowie 2 SMA SB3300 mit 48xAleoS03
    seit 2007 sowie seit 03/2012 12,675 kWp 1 SMA STP12000TL mit 65xSchott Mono 195
    17,745 kWp 2 SMA SB5000TL+ 1 SB4000TL mit 91xSchott Mono 195

  • Zum Herangehen wäre ja erst einmal eine einheitliche Rechenbasis erforderlich. Der Qm-Preis für Gas interessiert nicht, eben sowenig der Literpreis vom Öl. interessant ist, welche Energie da drin steckt und dafür ist die kWh schon die richtige Einheit.
    Da ist Deine Aufstellung etwas schwammig, 1 Liter Öl ist nicht gleich 0,075 € /kWh, sondern höchstens 1kWh Öl kostet 0,075€
    Also eher:
    Öl: 0,075 € /kWh
    Gas: 0,063 €/kWh
    Schau mal hier, da findest Du ähnliche Werte: http://www.energieverbraucher.de/de/Preise__981/
    Danach ist natürlich noch fraglich, mit welcher Effektivität diese Energie in das Wasser zu übertragen ist. Ein Elektroheizstab ist da ja schon ganz gut, wenn die PV-Energie mittels Wärmepumpe genutzt wird, sieht das jedoch viel besser aus. Auch eine Brennwerttherme ist recht effektiv, ein alter Gasboiler eher nicht.
    In der Betrachtung, ob es sich lohnt muss man wohl einfach schauen, was man für die PV-Energie bekommt, wenn man sie einspeist.


    ansatzweise Grüße
    Niels

    4,2kWp IBC monoSol 200 DC an SMA SB 3600
    -7°S bei 35° Neigung

  • Man darf bei der wirtschaftlichen Gesamtbilanz nicht vergessen, daß die Wärmepumpe in der Anschaffung teurer ist und auf sagen wir mal 30 Jahre wesentlich wartungsintensiver und damit auch wieder teurer ist. Der Heizstab an sich wird vielleicht alle paar Jahre für wenige Euro ausgetauscht. Natürlich liefert eine WP pro kWh Strom natürlich mehr kWh Wärme als eine Heizpatrone, allerdings kann man das Heizelement wesentlich einfacher der wechselnden Einstrahlung anpassen, bei der WP geht das schlecht. Allerdings kann man die WP nicht so einfach direkt mit Gleichstrom von den Modulen betreiben.


    Irgendwo in meinem Thread
    http://www.photovoltaikforum.c…f13/pv-heater-t94393.html
    habe ich auch mal eine Excel-Tabelle zum Rumspielen diesbezüglich eingestellt.


    Bei Lösungen wie z.B. dem PV Heater besteht das Heizelement aus drei einzelnen Heizstäben mit unterschiedlichen Widerstandswerten, die entsprechend dem aktuellen PV-Leistungsangebot in verschiedenen Kombinationen parallel geschaltet werden. Somit paßt sich das Heizelement ständig an die aktuelle Einstrahlung an und die Module werden ziemlich genau im MPP gefahren. So entsteht tatsächlich ein reeller Wirkungsgrad von etwa 99 %. Allerdings benötigt man auf dieser Spannungsebene relativ dicke Kabel, um die Leitungsverluste gering zu halten; je nach Leitungslänge etwa 6 - 16 mm².


    Ich habe inzwischen übrigens Kontakt mit zwei Großhändlern (EEG in Dresden sowie selfsolar), über die der PV Heater ab Mitte November lieferbar sein soll.


    Freundliche Grüße an alle


    Torsten

    15,81 kWp: 1 SMA SB4200TL mit 29xAleoS03 1 SMA SB2100TL mit 16xAleoS03 sowie 2 SMA SB3300 mit 48xAleoS03
    seit 2007 sowie seit 03/2012 12,675 kWp 1 SMA STP12000TL mit 65xSchott Mono 195
    17,745 kWp 2 SMA SB5000TL+ 1 SB4000TL mit 91xSchott Mono 195

  • Zitat von emblanp

    Bei der Prognose soll rauskommen dass es billiger ist mit PV-Strom Warmwasser aufzubereiten.
    ...
    Zum Schluss soll hat ne richtige Prognose rauskommen Einsparung durch Umstellung auf Elektrowarmwasserspeicher mit PV-Strom betrieben


    schön, wenn man das Ergebnis schon vor der Fragestellung kennt :juggle:



  • Hallo,


    du kannst für deine Berechnung beim Öler noch mit einbeziehen, das der Kessel zunächst einmal hochgezogen und auf Temperatur gehalten werden muss, bis er die erste KW im Brauchwasserspeicher landet.
    Eine Ölheizung mittleren Baujahres hat in etwa einen Wirkungsgrad von etwa 92-96%


    Ebenso kannst du Wartungskosten (Kesselreinigung, Düse austauschen etc.) auf die jährlichen Brennerstunden umlegen.


    Lässt sich durch PV Thermie die Heizung zu x Stunden über das Jahr unterstützen oder ersetzen so verlängert sich der Wartungsinterwall um x Monate zugunsten der Wirtschaftlichkeit, da die Brennerstunden dadurch natürlich verringert werden.



    Heizstab = Direktheizung, keine Bereitschaftsenergie für Kessel-Betriebstemperatur etc.



    Gruß
    S.Barth


  • Hallo zusammen,


    ich denke, daß der Gesamtwirkungsgrad des Systems im Sommerhalbjahr zur reinen Warmwasserbereitung bei Öl- und Gasheizkesseln mittleren Baujahres bei max. 50 - 60 % liegt, wenn überhaupt.


    Als weiteren Anhaltspunkt benötigt man pro 10 l Wasser (von ca. 10° auf ca. 50°) erwärmen 0,464 kWh reine Wärmeenergie. Dazu kommt der tägliche Speicherverlust mit, je nachdem, etwa 1,5 - 2,5 kWh pro Tag. So kann man schon ganz gut rechnen.
    Bei einem sparsamen 2-Personenhaushalt liegt man also grob bei 4,5 - 5 kWh reiner Wärmeenergie pro Tag.


    Hab hier sowas wie beschrieben sogar teilweise als Kombi-Paket gefunden:
    http://www.eegh.de/336-0-pv-heater.html
    http://www.selfsolar.de/PV-Thermie/


    Grüße Torsten

    15,81 kWp: 1 SMA SB4200TL mit 29xAleoS03 1 SMA SB2100TL mit 16xAleoS03 sowie 2 SMA SB3300 mit 48xAleoS03
    seit 2007 sowie seit 03/2012 12,675 kWp 1 SMA STP12000TL mit 65xSchott Mono 195
    17,745 kWp 2 SMA SB5000TL+ 1 SB4000TL mit 91xSchott Mono 195

  • Kommt wohl drauf an ob die Warmwasserbereitung per Durchlauferhitzer oder per Warmwasserwärmepumpe erfolgt.
    Bei der Wärmepumpe kommt es auch drauf an, welche man nimmt (Anschaffungskosten). Die Standardmodelle mit 270 L Speicher (Energieverluste muß man da auch miteinberechnen!) kosten ab 1500 Euro aufwärts. Sehr viel günstiger sind kleinere Wandmodelle, die es schon ab 80 L und 700 Euro gibt. Diese Variante ist für kleinere Haushalte sicherlich besser, da weniger Warmwasser vorgehalten wird. So eine wollen wir uns anschaffen anstelle des Durchlauferhitzers. Da die Arbeitszahl bei so einer Wärmepumpe (die die Wärme aus der Raumluft nimmt) recht hoch ist (über 3), sollte die WP mit der gleichen Menge kwh dreimal mehr Warmwasser bereiten.
    Bei der gleichen Menge Warmwasser werden die Stromkosten aber sicher nicht gedrittelt, da ja auch Wärme verlorengeht. Der Durchlauferhitzer produziert nur wenn auch eine Abnahme stattfindet. Mit PV wirds aber wieder günstiger, da man der Wärmepumpe wiederum "sagen" kann, sie soll laden, solang Eigenstrom produziert wird. Das warme Wasser kann man dann auch nachts noch verbrauchen (hoffe ich), beim Durchlauferhitzer, der um 4 Uhr nachts anläuft, geht das nicht.

    7,28 kwp Winaico 28x260 + Power One Trio 7.5 auf Süddach 371 m üNN + Solarlog 300 WIFi + S0

  • Zitat von Shazadi

    Kommt wohl drauf an ob die Warmwasserbereitung per Durchlauferhitzer oder per Warmwasserwärmepumpe erfolgt.
    Bei der Wärmepumpe kommt es auch drauf an, welche man nimmt (Anschaffungskosten). Die Standardmodelle mit 270 L Speicher (Energieverluste muß man da auch miteinberechnen!) kosten ab 1500 Euro aufwärts. Sehr viel günstiger sind kleinere Wandmodelle, die es schon ab 80 L und 700 Euro gibt. Diese Variante ist für kleinere Haushalte sicherlich besser, da weniger Warmwasser vorgehalten wird. So eine wollen wir uns anschaffen anstelle des Durchlauferhitzers. Da die Arbeitszahl bei so einer Wärmepumpe (die die Wärme aus der Raumluft nimmt) recht hoch ist (über 3), sollte die WP mit der gleichen Menge kwh dreimal mehr Warmwasser bereiten.
    Bei der gleichen Menge Warmwasser werden die Stromkosten aber sicher nicht gedrittelt, da ja auch Wärme verlorengeht. Der Durchlauferhitzer produziert nur wenn auch eine Abnahme stattfindet. Mit PV wirds aber wieder günstiger, da man der Wärmepumpe wiederum "sagen" kann, sie soll laden, solang Eigenstrom produziert wird. Das warme Wasser kann man dann auch nachts noch verbrauchen (hoffe ich), beim Durchlauferhitzer, der um 4 Uhr nachts anläuft, geht das nicht.


    Hallo Shazadi,


    schon richtig, eine BWWP ist dann erste Wahl, wenn sowieso getauscht wird/werden muss.


    Doch zunächst geht es um die simpelste Lösung im Zuge einer PV Installation in 2014.
    Da ist es nun mal so, das ein Heizstab mit einer Überschussansteuerung das Gebäudeschonenste und die einfachste Alternative zu einem teueren Batteriespeicher in 2014 darstellt.


    Was aber ist das Interessante dabei ?


    Die Heizstabsteuerung kann später natürlich auch dazu verwendet werden, den Kontakt der BWWP zur Temperaturanhebung zu bedienen (Siehe SG ready) oder den Batteriespeicher, von welchem Hersteller dann auch immer, der in 3-5 Jahre vielleicht im Keller steht und AC seitig angekoppelt wird, mit der Information zu bedienen, das er nun laden kann.



    Zunächst wird aber der Punkt erreicht, wo der Heizstab+Sonnenenergie vs Kessel+Öl auf wirtschaftlicher Augenhöhe gegenüber steht



    Das sollte für Personen, die in 2014 eine PV errichten wollen, natürlich mit als Argument berücksichtigt werden, denn auch das trägt zur dezentralen Energieversorgung und dem Klimaschutz bei.



    Alle hier im Forum wissen, das PV für eine grandiose Technologie ist, warum dann nicht den Überschuss zum Heizen des Eigenheimes verwenden, wenn er sowieso "on grid" nicht gewünscht wird.
    Nur solche Lösungen machen diese Technologie in 2014 für Kunden interessant und die PV bleibt weiterhin am Ball.




    Gruß
    S. Barth