Verwirrung mit Wirkungsgraden

  • Hey!


    Da ich mir gerade alle möglichen Speicher anhand ihrer Datenblätter durchschaue ist mir gerade mal aufgefallen, dass die Hersteller scheinbar verschiedene Vorstellungen von Verlusten und Wirkungsgrade hat.


    Im Internet liese man allgemein von Wirkungsgraden von Blei von z.B. 85%, Lithium z.B. 95%.
    Was genau sagt das aus? Laden und Entladen? Oder nur ein Weg?


    Die Verwirrung kommt daher, dass ich ein Informationszettel von Bosch habe, der vorrechnet wie "toll" das System ist.
    Darin heißt es zum Wirkungsgrad:


    Hin:
    DC-DC zur Batterie (wahrscheinlich Laderegler): 96,2%
    Li-Batterie: 97%
    Zurück:
    Li-Batterie: 97%
    DC-DC von der Batterie ins DC-Netz: 96,2%
    DC/AC-WR: 97,7%


    Also Solar-Batterie-Netz: 96,2%*97%*97%*96,2%*97,7% = 85%
    Tatsächlich steht auch dieser Wert im Datenblatt.


    Im Vergleich kommt dann eine Rechnung mit Blei wo eben anstatt 97% nur 80% stehen.
    Bei zweimal 80% und das den Laderegler+WR auf 90% weil AC-System kommt man auf:
    WR: 97%
    Hin:
    AC-DC zur Batterie (WR+Laderegler): 90%
    Li-Batterie: 80%
    Zurück:
    Li-Batterie: 80%
    DC-AC von der Batterie ins AC-Netz: 90%


    Also Netz-Batterie-Netz: 97,7%*90%*80%*80%*90%* = 50%


    Jetzt mal abgesehen von den genauen Zahlen, aber muss ich den Batteriewirkungsgrad zwei mal nehmen, Laden und Entladen? Das ist meine Meinung nach doch Quatsch aber wenn Bosch selber 85% angibt durch diese Rechnung sind sie ja selber doof...


    Andere Anbieter schreiben z.B. von Batterie: 95%, Wechselrichter und Laderegler: 95% -> 90% insgesamt.


    Aber das ist doch auch zu einfach gedacht, oder? Immerhin muss der Strom doch auch zweimal durch den Laderegler/WR.
    Andere teilen auf in Batterie, Laderegler, WR. Muss ich dann Batterie und WR ein- oder zweimal nehmen wenn ich Netz-Batterie-Netz will?


    Vielleicht kann ja mal einer Klarheit bringen? Gibt es klar festgelegte Definitionen zum Batteriewirkungsgrad z.B.?


    Und ach ja: Die Zahlen will ich mal gar nicht diskutieren, ob das 80 oder 85 oder 90% sind ist egal. Die Art des Berechnens interessiert mich...

  • Die Batterieverluste (Li 97% oder Pb 80%) sind nur einfach anzusetzen.


    Kleiner Typo Li statt Pb bei der zweiten Rechnungsaufstellung für Blei.

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
    ONO Dach -110°: First 10 x HIT-N240SE10 DN 45° teilverschattete Strings auf B STP8000TL-10
    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest

  • Zitat von qualiman

    Die Batterieverluste (Li 97% oder Pb 80%) sind nur einfach anzusetzen.


    Kleiner Typo Li statt Pb bei der zweiten Rechnungsaufstellung für Blei.


    Aha...
    Und stecken in den Batterieverlusten die Ladereglerverluste mit drin oder nicht?
    Und warum berechnet Bosch sie dann scheinbar selber zweimal ein?

  • Ich denke der Weg von Bosch ist nicht wirklich verkehrt, er ist in meinen Augen logisch. Insbesondere dass die Batterieverluste zweimal auftauchen.
    Allerdings denke ich darfst Du bei Blei die 80% nicht zweimal ansetzen. Die oft genannten 80% sollen ja den Gesamtwirkungsgrad der Batterie darstellen. Wenn Du den in Einlagerungs- und Auslagerungswirkungsgrad darstellen willst muss die Kombination der beiden dann die 80% ergeben. Also beispielsweise 0,8944*0,8944= 0,8
    Wenn ich mir die Daten meines Batteriemanagers ansehe, dann ist der Verlust allerdings geringer. Ich bekomme eingelagerte AH und Entnahme in AH angezeigt. Da bin ich aber bei Zahlen von >0,9, wobei ich die selber nicht wirklich glaube...


    Allerdings ist der Wirkungsgrad bei einer Insel ziemlich egal. Den musst Du nur bei der Planung berücksichtigen, er gibt Dir die letztlich einen Anhaltspunkt für die notwendige Größe Deiner PV, aber hier hast Du einen riesigen Auslegungsspielraum, je nachdem wieviel Überschüsse Du dir erlaubst und im Gegenzug dafür im Jahreszeitenverlauf eine längere Nutzungsdauer erhälst.

    Hybridinsel, 3 phasig, 3 XTM 4.000, 2 Variotrack, BSP, Staplerbatterie 775 AH 48V, eff. ca. 8 kwp (4,75 auf SO und 5,25 auf NO), 250er Yingli
    PoorMan'sTesla=PMT=Renault Fluence und 120l Elektroboiler als Überschußverwerter...

  • Zitat von Zellenschaden

    Ich denke der Weg von Bosch ist nicht wirklich verkehrt, er ist in meinen Augen logisch. Insbesondere dass die Batterieverluste zweimal auftauchen.
    Allerdings denke ich darfst Du bei Blei die 80% nicht zweimal ansetzen. Die oft genannten 80% sollen ja den Gesamtwirkungsgrad der Batterie darstellen.


    Das ist eben die Frage, was stellen die 80% dar? In den Herstellerangaben liest man oft nur "Batteriewirkungsgrad". Ist der Laderegler mit drin? Wenn bei Lithium von 95% gesprochen wird, können das doch fast nur die Laderegler sein. Oder verliert die Batterie sooo wenig?


    Es gibt ja z.B. die Produktdatenbank: http://www.pv-magazine.de/mark…chersysteme/produktdaten/"
    Hier gibt jeder Hersteller an was er will.
    Es gibt die Rubrik Wirkungsgrade: "Solargenerator zur Batterie" und "Batterie ins Netz" und eben einfach nur "Batterie".

  • Ja, da scheint nichts genormt und ist deshalb mit Vorsicht zu genießen. Das ist dann Marketing :(

    Hybridinsel, 3 phasig, 3 XTM 4.000, 2 Variotrack, BSP, Staplerbatterie 775 AH 48V, eff. ca. 8 kwp (4,75 auf SO und 5,25 auf NO), 250er Yingli
    PoorMan'sTesla=PMT=Renault Fluence und 120l Elektroboiler als Überschußverwerter...

  • Zitat von Lockyy

    Das ist eben die Frage, was stellen die 80% dar? In den Herstellerangaben liest man oft nur "Batteriewirkungsgrad". Ist der Laderegler mit drin? Wenn bei Lithium von 95% gesprochen wird, können das doch fast nur die Laderegler sein. Oder verliert die Batterie sooo wenig?


    Siehe Zitat. Der Reglerwirkungsgrad kommt hinzu, also zB 0.80 x 0.96 x 0.96 = 0.73.
    Zu beachten sind außerdem noch die Kabelverluste zwischen dem Solar Modul und dem Laderegler.


    Beim Aufladen und Entladen von Akkumulatoren wird durch den inneren Widerstand der Zellen Wärme freigesetzt, wodurch ein Teil der zum Aufladen aufgewandten Energie verloren geht. Das Verhältnis der entnehmbaren zu der beim Laden aufzuwendenden Energie wird als Ladewirkungsgrad bezeichnet. (Quelle Wikipedia).

  • Also bezeichnet der Umgangssprachliche "Batteriewirkungsgrad" den offiziellen "Ladewirkungsgrad"?


    Dann verstehe ich halt nicht warum Bosch sich selber schlecht rechnet. Obwohl sie ja selber mit Lithium und einem Wert von 97% rechnen. Dies ist dann wahrscheinlich wieder nur der Wert jeweil fürs Laden und Entladen und der eigentliche Batteriewirkungsgrad müsste bei 97%*97% = 94% liegen was für NCA ja wieder hinkommen könnte. Dass sie im Gegensatz dazu bei den Konkurenten die 80% nehmen, dann aber zweimal rechnen hebt sie natürlich mehr ab...
    Ach, ich hasse undurchsichtiges Marketing.

  • Zitat von Lockyy

    Also bezeichnet der Umgangssprachliche "Batteriewirkungsgrad" den offiziellen "Ladewirkungsgrad"?


    Dann verstehe ich halt nicht warum Bosch sich selber schlecht rechnet. Obwohl sie ja selber mit Lithium und einem Wert von 97% rechnen. Dies ist dann wahrscheinlich wieder nur der Wert jeweil fürs Laden und Entladen und der eigentliche Batteriewirkungsgrad müsste bei 97%*97% = 94% liegen was für NCA ja wieder hinkommen könnte. Dass sie im Gegensatz dazu bei den Konkurenten die 80% nehmen, dann aber zweimal rechnen hebt sie natürlich mehr ab...
    Ach, ich hasse undurchsichtiges Marketing.


    Da die meisten Hersteller den WG nicht spezifizieren, bleibt nur die Nachfrage, was es genau bedeuten soll, wenn sie von "Batteriewirkungsgrad" oder "Ladewirkungsgrad sprechen. Laut Definition ist es eigentlich klar.
    Außerhalb dieser theoretischen Betrachtung kommen in der Praxis noch die Faktoren Temperatur und Alterung der Batterie hinzu.
    Selbst wenn es dir gelingt, einen anfänglichen Anlagenwirkungsgrad (ohne Berücksichtigung des Solar Moduls) zu ermitteln, bedeutet dies nicht, dass dieser WG in den nächsten Jahren konstant bleibt.
    Es wird zwar immer davon geredet, dass Li Batterien über Jahre konstant bleiben. Allerdings haben mir Fachleute gesagt, dass es da noch Überraschungen geben wird.

  • Ja, dass es eh auch noch auf Fakroren wie Temperatur etc. ankommt ist mir auch bewusst. Aber bei WR z.B. gibt es ja auch einen klar definierten EU-Wirkungsgrad. Ich dachte so etwas gibt es für Batterien eventuell auch.


    Was meinst du mit Überraschungen? Denkst du/die Experten, dass der WG mit der Zeit deutlich nachlassen wird?
    Sind das Schätzungen oder beruhen die auf Messungen?