Sachsen fördert innovative Speichertechnologien

  • Zitat von jokeras

    Die Förderrichtlinien wurden heute veröffentlicht:


    http://www.sab.sachsen.de/de/p…ailfp_ul_2418.jsp?m=35936


    Unten rechts steht - Finanziert aus Mitteln der Europäischen Union und des Freistaates Sachsen.
    Und - Europa fördert Sachsen. EFRE - Europäischer Fond für regionale Entwicklung.
    Also ein Teil der Euros kommen von Marie und Jacques.


    Schaut man sich übrigens das komplette Förderprogramm an, sind die paar Batterieanlagen nur ein Klacks.
    Die Sachsen scheinen ja ein gutes Lobby Büro in Brüssel zu haben.

  • Guten Tag,


    die Richtlinie EuK speist sich idR aus Europäischen Fördertöpfen (EFRE). Die Förderperiode 2007-2013 läuft allerdings derzeit aus.


    Das Programm zur Förderung dezentraler Stromerzeugung (hier: kleine Brennstoffzellen) - und -speicherung wird zwar innerhalb dieser Richtlinie abgewickelt, speist sich allerdings aus sächsischen Haushaltsmitteln.


    Um Missverständnissen vorzubeugen:


    Die Modellprojekte mit einem Fördersatz von _bis zu_ 75% gelten für Anlagen, bei denen der Betreiber/Antragsteller gemeinsam mit dem Netzbetreiber ein Konzept vorlegt zu Vermarktung signifikanter (mind. 50%!) Solarstrommengen zu Marktpreisen und Lieferung ggf auch nach Bedarf aus dem Speicher. Eine Ansteuerung des Speichers auch durch den Netzbetreiber sollte vorgesehen sein. Eine Vergütung durch das EEG ist nicht erlaubt.
    Gefördert werden in diesem Teil keine Inselanlagen oder überwiegend Eigenverbrauchsanlagen!


    Beim Standardteil wird im Wesentlichen der Stromspeicher + Wechselrichter gefördert. Da zumindest fördertechnisch alle Betreiber zu Unternehmern werden ist nur der Nettopreis förderfähig.
    Die Bedingungen sind u.a. eine Drosselung der maximalen Einspeiseleistung auf 40% der PV-Generatorleistung (STOC) sowie eine Lieferung von diversen 15 Minuten Messwerten als Datei nach 1 und 3 Jahren.


    Die Details können Sie den oben verlinkten Merkblättern entnehmen.


    Als Stromspeicher gilt alles, wo Elektrizität hinein und auch wieder hinaus geht. Theoretisch wäre also z.B. auch ein Schwungradspeicher förderfähig, sofern es sich nicht um Eigenbauten, gebrauchte Teile oder Prototypen handelt. Diese sind generell von einer Förderung ausgeschlossen...


    Mit freundlichen Grüßen


    Martin Reiner

    Sächsische Energieagentur - SAENA GmbH
    Pirnaische Straße 9
    01069 Dresden
    Telefon: 0351/4910-3167
    Fax: 0351/4910-3155
    Internet: http://www.saena.de

  • Hallo,
    Hier in Sachsen wurde ein Förderprogramm aufgelegt, welches es ermöglicht zwischen 50 und 70% der Bruttokosten ohne Rückzahlung gefördert zu bekommen.
    http://www.sab.sachsen.de/de/p_umwelt/detailfp_ul_54529.jsp
    Das Problem ist, das die Finanzen begrenzt sind, daher ist Eile geboten.
    Frage: Kann ich die MwSt vom Fa zurück verlangen?


    Habe ein Angebot für einen Solarwatt Speicher über 8kw Kapazität bekommen. Soll 19900 euro brutto kosten.
    http://www.solarwatt.de/de/pro…/solarwatt_storage/privat
    Wenn ich von 50 % Förderung vom Brutto ausgehe und noch die Mwst. (?) zurück bekomme, habe ich noch 6000 euro eigene Kosten. Soweit gut, aber wo ist der Haken? Rein rechnerisch würde sich diese Investition sicherlich auszahlen. Die restlichen 20% Förderung würde man laut zitat so bekommen:
    Zuschuss 10% , wenn Sie Ihre Energieverbräuche für jeden im Internet darstellen wollen, weitere 10% wenn Sie Geräte, die mindestens 10% Ihrer Energie verbrauchen, intelligent ansteuern können


    Was haltet ihr davon?

  • Zitat von Kulow


    Was haltet ihr davon?


    Das erinnert mich an kostenlose Kindergartenplätze in RLP. Kein Geld im Sack, aber Wohltaten verteilen.
    In BW, Bayern und Hessen werden die Messer gewetzt, ob dieser von ihnen finanzierten Wohltaten, die es in den Geberländern nicht gibt.


    Back to topic: Wenn Du tatsächlich diese Förderung bekommst, zuschlagen. Allerdings würde ich dann einen 'State of the Art' Speicher wie das Kolibri System nehmen. Das ist ein feststoffspeicher - und kein Sondermüll im Keller. Da kommt es dann auf den Preis - der aber durchaus konkurrenzfähig ist - nicht mehr an :D


    Gruß
    Martin

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Guten Tag,


    Zitat von Kulow


    Hier in Sachsen wurde ein Förderprogramm aufgelegt, welches es ermöglicht zwischen 50 und 70% der Bruttokosten ohne Rückzahlung gefördert zu bekommen.


    Sie liegen hier einem Irrtum auf. Förderfähig sind die Nettokosten. Als PV Anlagenbetreiber werden Sie fördertechnisch von der SAB wie ein Unternehmer eingestuft. (diese Einstufung ist unabhängig von der steuerrechtlichen Einstufung)


    Zitat


    Wenn ich von 50 % Förderung vom Brutto ausgehe und noch die Mwst. (?) zurück bekomme, habe ich noch 6000 euro eigene Kosten.


    Förderfähig sind nur die Nettokosten für den Speicher. Die Installation des Speichers ist nicht förderfähig. Wenn in ihren Angeboten keine Installationskosten ausgeweisen werden, dann wird ein Pauschalpreis abgezogen.


    Zitat

    Rein rechnerisch würde sich diese Investition sicherlich auszahlen.


    Der Vorteil der Stromspeicherung zur späteren Eigennutzung statt der Einspeisung nach EEG liegt derzeit bei grob 10ct/kWh. Ein Stromspeicher wird vielleicht 250 Vollzyklen pro Jahr durchlaufen. Bei 8kWh Nettokapazität entspricht dies einer gespeicherten Strommenge von 2.000kWh pro Jahr und somit einem finaziellen Vorteil von 200 Euro pro Jahr.


    Selbstverständlich ist diese Betrachtung extrem vereinfacht, aber ein Gefühl für die Größenordnungen sollte sich damit ergeben.


    Zitat


    Die restlichen 20% Förderung würde man laut zitat so bekommen:
    Zuschuss 10% , wenn Sie Ihre Energieverbräuche für jeden im Internet darstellen wollen, weitere 10% wenn Sie Geräte, die mindestens 10% Ihrer Energie verbrauchen, intelligent ansteuern können


    Mit diesen Boni erhöht sich der Fördersatz auf die förderfähigen Komponenten um jeweils 10% Punkte.


    Wenn in Ihrem Beispiel die förderfähigen Kosten 16.800 Euro netto betragen würden, dann läge der Fördersatz bei 8.400 Euro, 10.080 Euro oder 11760 Euro. (entsprechend 50%, 60% oder 70% Förderung). Da die Auszahlung der Fördermittel erst mit Einreichung der Abrechnungsunterlagen erfolgen kann müssen Sie in der Lage sein den vollen Betrag aus eigener Tasche bzw. vorübergehenden Kredit bezahlen zu können.


    Beachten Sie die weiteren Voraussetzungen, u.a.:


    Die maximale Einspeiseleistung am Einspeisepunkt darf 40% der Solargeneratornennleistung nicht überschreiten.


    Es muss ein Datenlogger installiert werden, der Energieströme (siehe Merkblatt) in 15 Minuten Intervallen aufnimmt und speichert. Bei steuerbaren Lasten sind auch diese Lasten entsprechend zu erfassen. Diese in Excel auslesbaren Datensätze müssen Sie nach 1 Jahr und nach 3 Jahren bei der SAB auf CD einreichen.


    Angesichts der Einordnung dieses threads in der Sektion "off grid" weise ich ausdrücklich darauf hin, dass ausschließlich netzgekoppelte Stromspeicher gefördert werden. Inselanlagen sind nicht förderfähig!


    Bitte beachten Sie, dass dies keine rechtsverbindliche Auskunft oder Beratung ist!


    mit freundlichen Grüßen


    Martin Reiner

    Sächsische Energieagentur - SAENA GmbH
    Pirnaische Straße 9
    01069 Dresden
    Telefon: 0351/4910-3167
    Fax: 0351/4910-3155
    Internet: http://www.saena.de

  • Hallo Herr Reiner,
    vielen Dank für die ersten Infos. Mein Installateur hat mir im Gespräch bestätigt, dass es sich um die Bruttokosten handelt, welche gefördert werden, aber wahrscheinlich ist hier noch Aufklärungsbedarf. Da ich Kleinunternehmer bin und ein Speicher zur Ausstattung meiner PV Anlage gehört, gehe ich davon aus, dass ich die UmSt erstattet bekomme. Können Sie das bestätigen?
    [/quote]


    Förderfähig sind nur die Nettokosten für den Speicher. Die Installation des Speichers ist nicht förderfähig. Wenn in ihren Angeboten keine Installationskosten ausgeweisen werden, dann wird ein Pauschalpreis abgezogen.


    Wie hoch ist dieser Pauschalpreis?


    Wenn in Ihrem Beispiel die förderfähigen Kosten 16.800 Euro netto betragen würden, dann läge der Fördersatz bei 8.400 Euro, 10.080 Euro oder 11760 Euro. (entsprechend 50%, 60% oder 70% Förderung). Da die Auszahlung der Fördermittel erst mit Einreichung der Abrechnungsunterlagen erfolgen kann müssen Sie in der Lage sein den vollen Betrag aus eigener Tasche bzw. vorübergehenden Kredit bezahlen zu können.


    Bis zu welchem Stichtag sollte man sich hierfür entscheiden?



    Beachten Sie die weiteren Voraussetzungen, u.a.:


    Die maximale Einspeiseleistung am Einspeisepunkt darf 40% der Solargeneratornennleistung nicht überschreiten.


    Das bedeutet bei meiner Nennleistung von 8kw darf alles über 3, 2 kw nichtmehr eingespeisst werden? Was passiert mit der überschüssigen Leistung bspw. Im Sommer?


    Danke!

  • Ich habe mir eben mal die Richtlinien angesehen. Relevant ist ja Teil A. Nach meinem Verständnis gibt es dann folgende wesentlichen Rahmenbedingungen:


    (https://fs.egov.sachsen.de/for…ab61491&areashortname=sab)


    - Installation in Sachsen
    - "Verarbeitung" von PV-Strom am Standort der PV-Anlage
    - Förderung statt der der Förderung über die KFW, nicht kumulativ.
    - mind. 2 KWh Speicher
    - keine Eigenbau
    - max. 40% Einspeisung
    - Datenlieferung im 15 min - Takt für drei Jahre
    -> 50% Förderung


    +10% Förderung bei öffentlicher Datenlieferung im 5 min Takt.
    +10% Förderung bei der innovativen Ansteuerung von Verbrauchern mit mind. 10% des Gesamtverbrauches


    Interessanterweise habe ich bisher keinen Bezug zum Bauzeitpunkt der der PV-Anlage gefunden, so dass das auch nachrüstbar sein müsste.


    Da ich das KfW-Progamm aus verschiedenen Gründen so gar nicht mag, scheint dies hier eine nette Alternative zu sein. ;-)


    Alex.

    138 KWp als Bürgeranlage (http://laborschule.solardach-dresden.de)
    19,3 KWp privat auf Süd-, Ost-, West- und Flachdach
    SI 6.0 mit PzS - 80KWh nutzbar und Notstrom
    Tesla Model S90D seit 10/2016, Tesla Model 3 AWD LR seit 04/19

  • Zitat von M Reiner

    ...
    Angesichts der Einordnung dieses threads in der Sektion "off grid" weise ich ausdrücklich darauf hin, dass ausschließlich netzgekoppelte Stromspeicher gefördert werden. Inselanlagen sind nicht förderfähig! ...


    Danke, Hr. Martin Reiner, für die Klarstellungen und Hinweise. Allerdings ist mir immer noch nicht klar, ob nun eine Netzgekoppelte Halbinsel (bspw. Steca XTender mit Batterievorrang) nun förderfähig ist oder nicht? Denn bei einer solchen Kombination gäbe es zwar Netzkopplung, aber keine Einspeisung. Eine SunnyBackUp-Lösung böte zwar Einspeisung bei Überangebot, aber ebenfalls keinen Energieabruf aus dem Speicher durch das EVU.


    Sollten derartige Kombinationen ausgeklammert sein, fällt wohl die Mehrzahl der sinnvollen Privatinstallationen weg.

    EEG-PVA: 7,65kWp, Kostal Pico 8.3 seit 11/2009
    Insel-PVA: 6kWp, 2xTriStar MPPT60 +PIP2424MSX+Staplerakku
    Hotzenblitz, Stromos, ...(Überschussverwerter)
    Datensammler bei "Jäger im Detail"
    Kaiserlicher Jäger-König:89(D:13,T:3,Q:1)

  • Zitat von Joe-Haus

    Eine SunnyBackUp-Lösung böte zwar Einspeisung bei Überangebot, aber ebenfalls keinen Energieabruf aus dem Speicher durch das EVU.


    Das ist doch gar nicht gewünscht und genau das Gegenteil der Fall - man darf nicht aus dem Speiche reinspeisen (grad keine Quelle parat -wurde auf ner Speicherschulung von Kostal/Hopecke erzählt)
    Zudem ist in Klärung,ob man den Speicher mit Netzstrom laden darf.

    Elektromobile: Renault ZOE ZE40 Car Sharing und Pedelec

  • Zitat von Joe-Haus


    Danke, Hr. Martin Reiner, für die Klarstellungen und Hinweise. Allerdings ist mir immer noch nicht klar, ob nun eine Netzgekoppelte Halbinsel (bspw. Steca XTender mit Batterievorrang) nun förderfähig ist oder nicht? Denn bei einer solchen Kombination gäbe es zwar Netzkopplung, aber keine Einspeisung. Eine SunnyBackUp-Lösung böte zwar Einspeisung bei Überangebot, aber ebenfalls keinen Energieabruf aus dem Speicher durch das EVU.


    Sollten derartige Kombinationen ausgeklammert sein, fällt wohl die Mehrzahl der sinnvollen Privatinstallationen weg.


    Guten Tag Joe-Haus,


    es gibt zwei Programmteile.


    Teil B beschreibt eine begrenzte Anzahl von Modellvorhaben, für die ein Konzept einzureichen ist. Anhand dieses Konzepts wird entschieden, ob das förderfähig ist. Hauptpunkte sind unter anderem, dass mindestens(!) 50% der erzeugten Solarstrommenge (Stichwort: "überwiegend") ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird, dass der Strom außerhalb des EEG vermarktet wird und dass der Speicher nicht nur der Erhöhung des Eigenverbrauchs dient, sondern auch netzstützende Funktionen bietet und zu diesem Zwecke auch extern ansteuerbar ist. Wie bei allen Modellvorhaben muss es ein Konzept zur Auswertung und Veröffentlichung der Daten geben.
    Das sind sehr hohe Anforderungen, im Gegenzug steht auch eine sehr hohe Förderung.


    Teil A ist der Standardteil. Dieser fokussiert auf netzgekoppelte Speicher. Hauptvoraussetzung ist die Existenz oder die Errichtung einer PV Anlage, die Drosselung der Einspeiseleistung auf max 40% der max. PV Generatorleistung sowie die Lieferung der 15 Minuten Daten zu diversen Energieströme nach 1 Jahr und nach 3 Jahren per CD an die SAB.
    Wenn ich Ihr Beispiel richtig verstanden habe beschreiben sie eine PV Anlage, die _nicht_ über einen am Stromnetz geführten Wechselrichter netzgekoppelt betrieben wird (also auch keine EEG Anlage ist), sondern eine Insel versorgt und diese Insel nutzt das Netz nur als Backup zum "nachladen" der Batterien.
    Ein solches System wäre im sächsischen Programm nicht förderfähig.


    Ich stimme übrigens mit Ihnen überein, dass auch mit Förderung die Stromspeicher keineswegs "automatisch" wirtschaftlich werden, dazu sind diese Speichersysteme idR zu teuer. Mit dem Antragsformular ist eine Wirtschaftlichkeitsberechnung einzureichen. Dies dient auch dazu, dass sich der Antragsteller der Ökonomie dessen bewusst wird, was er da erwerben möchte.


    mit freundlichen Grüßen
    Martin Reiner

    Sächsische Energieagentur - SAENA GmbH
    Pirnaische Straße 9
    01069 Dresden
    Telefon: 0351/4910-3167
    Fax: 0351/4910-3155
    Internet: http://www.saena.de