Photovoltaik mit Solarstromspeicher ohne Einspeisung

  • Hallo zusammen,


    nachdem ich eine Weile mitgelesen und mich informiert habe, will ich nun ein paar Sachen wissen.


    Ich plane eine PV mit 10 kwp und einen Speicher im Keller. Die pv soll nicht!!! ins Netz einspeisen sondern Eigenverbrauch und den Speicher laden. Überschüsse sollen im Sommer eine Klimanalage für das Haus betreiben.
    1. geht das technisch
    2. muß man die Pv anmelden


    Grüße Markus

  • Hi ..... wir Insel bzw nicht Netzeinspeiser haben meist sowieso schon die technischen Voraussetzungen sozusagen umsonst mitgeliefert bekommen mit den flexiblen Komponentern .... um "Ueberproduktion " in Heitzung loszuwerden


    Ok in deinem Fall willst du eher Kuehlen ... was ja noch leichter ist als Heizen mit PV :mrgreen:


    Mein einfachster Weg mit Ueberschuss , der nicht in die Batterie mehr passt ist das steuerbare interne Relais in meinen Inselwechselrichter zu bedienen um seperate Verbraucher wie deine Klimanlage an und aus zu schalten , je nach Batterieladezustand ....


    Manche Laderegler koennen aber auch "punktgenau und exakt" den genauen Ueberschuss an einen Lastwiederstand abfuehren , dies aber eher dann als DC Last


    Zitat

    1. geht das technisch

    Ja

    Zitat

    2. muß man die Pv anmelden

    Nein


    Gruss und viel Spass

  • Wenn Du eine reine Insel betreibst, musst Du auch nichts anmelden, und ja natürlich geht das. Die meisten Inselwechselrichter können ein oder mehrere Relais schalten. Kannst Du beispielsweise über Batterieladung steuern, wenn Batterie voll, schalt Klimaanlage ein bis Batterie nur noch 80%...
    Da brauchs zwar bei Studer Xtenderlösungen auch einen Batteriemonitor, aber es schadet nicht den sowieso zu haben. Die Leistung Deiner Klimaanlage muss der Inselwechselrichter natürlich bedienen könnnen.
    Aus Deinem Namen schliesse ich, dass Du einer Lithium Batterielösung den Vorrang gibst. Eventuell solltest Du dich hier über das Zusammenspiels des Wechselrichters Deiner Wahl und Lithium gesondert informieren, hier gibt es wohl nur wenig Erfahrungen.
    Ich habe ähnliches in Blei und denke gerade an den Einbau eines Klimagerätes...

    Hybridinsel, 3 phasig, 3 XTM 4.000, 2 Variotrack, BSP, Staplerbatterie 775 AH 48V, eff. ca. 8 kwp (4,75 auf SO und 5,25 auf NO), 250er Yingli
    PoorMan'sTesla=PMT=Renault Fluence und 120l Elektroboiler als Überschußverwerter...

  • In einem anderen Beitrag habe ich ähnliches gefragt. Die Antworten haben die beiden mir dankenswerterweise auch schon gegeben.
    Einen Sonderfall hat man aber wenn man wie ich keine reine Insel hat. Ich möchte nichts einspeisen, aber zB nur 4-5kw mit dem WR abdecken, der Rest soll aus dem Netz kommen, besonders im Winter. In dem Fall muß die Anlage dem Netzbetreiber bekannt gegeben werden und den örtlichen Normen entsprechen.
    Man hat mir den Tip gegeben die Anlage als ganz normale PV anzumelden und erst später auf die Vergütung zu verzichten.
    Es soll wohl einfach sein da der Versorger sonst evtl. nicht will, bzw. den Fall eigentlich nie hat.
    (meine Anlage ist fast vollständig aber noch nicht montiert, daher noch keine Praxisinfos)


    Eine Krücke zur Lösung wäre es eine Insel zu bauen und das Netz nur über ein Ladegerät an die Batterie zu koppeln.
    Die Ladeverluste bei LiPo sind schmerzhaft, bei Blei rechnerisch unsinnig hoch für diese Lösung.
    Aber ob das rechtlich ausreicht zur Trennung ? Vor allen braucht man dann wieder einen Batt WR der die volle Last im Haushalt liefern kann. Bei mir 15kw, das lohnt nicht.

  • Bin nicht auf Lifepo festgelegt habe nur im WoMo damit experimentiert. Ich möchte die Anlage nicht als reine Insel betreiben, sondern nur den Eigenverbrauch erhöhen, Netzbezug für die Spitzen soll weiterhin möglich sein. Ich glaube irgendwie werden es sich unsere Abzocker in Berlin überlegen wie Sie die Einspeiser steuerlich packen. Dem will ich eigentlich aus den Weg gehen und eben nur im Hausnetz bleiben.

  • Das geht auch, aber Nachtstrom hat es schon beschrieben, in diesem Fall ist die Anmeldegeschichte unklar, mit Tendenz zur Anmeldepflicht, wenn nicht als PV, dann als "Notstromaggregat" oder "USV", was eine Halbinsel aber beides definitiv nicht ist. Das Problem liegt in dem Wort "netzparallel", dazu gibt es theoretisches, eher unwahrscheinliches Gefährdungspotential...
    Um letzteres sicher zu Verhindern kannst Du aber ein ENS oder ein NA Schutz installieren.

    Hybridinsel, 3 phasig, 3 XTM 4.000, 2 Variotrack, BSP, Staplerbatterie 775 AH 48V, eff. ca. 8 kwp (4,75 auf SO und 5,25 auf NO), 250er Yingli
    PoorMan'sTesla=PMT=Renault Fluence und 120l Elektroboiler als Überschußverwerter...

  • Wenn die Anlage mit AC-Kopplung der PV-Anlage mit möglicher Verbindung zum öffentlichen Stromnetz aufgebaut werden soll, muß diese nach den TAB dem Netzbetreiber gemeldet werden. (Gemeldet, nicht angemeldet.)
    Grund ist, daß die Anlage prinzipiell Netzparallel läuft, und es deshalb auch Rückwirkungen geben kann.


    Man kann natürlich die PV-Anlage auch rein DC-seitig an die Akkus anschließen.
    Somit hat man strenggenommen keine netzparallele Erzeugungsanlage mehr.
    Bei geplanten 10kWp kann man das aber vergessen. Das ist zu viel Leistung für eine reine DC-Anbindung.


    Aber der WR (z.B. Victron MultiPlus) kann aber noch netzparallel arbeiten, indem dieser nur einen Teil des Stroms auf das Netz aufspeist. (PowerAssist/GridAsist)
    Genaugenommen wäre auch hier bereits eine ENS (bzw. NA-Schutz) erforderlich, obwohl der WR sich bei Netzausfall von Netz trennen würde.
    (Dies hat mehr mit der Einfehlersicherheit zu tun.)
    Allerdings gilt auch hier: Wo kein Kläger, da kein Richter.


    Die einzig sichere Variante wäre die Netzumschaltung.
    So ist sichergestellt, daß das Inselsystem keine Verbindung zum öffentlichen Stromnetz hat.
    Allerdings muß die Insel, also Akku + WR, die höchste auftretende Leistung liefern können.
    Nur wenn der Akku leer wird, wird auf's Netz umgeschaltet.
    Das ganze würde dann so in etwa wie bei mir aussehen:


    Ich setze in meiner Insel aber nicht nur auf PV, sondern im Winter auf mein Insel-BHKW, welches dem Victron vorgeschaltet ist.



    Bei einem 10kWp-System ohne Einspeisung muß man aber auch bedenken, daß der Speicher aufgrund des auftretenden Ladestroms und der Energiemenge eine Mindestgröße haben muß.
    Bei Panzerplattenakkus sollte man auf Dauer nicht über 0,2C laden.
    Der max. Ladestrom ergibt sich aus der max. möglichen PV-Leistung minus der tagsüber garantierten Grundlast.
    Das ist aber nur bei hohen Grundlasten relevant. Bei 100 oder 200W-Grundlast gegenüber 10kWp PV fällt das nicht ins Gewicht. Im kW-Bereich schon eher.
    Bei 10kW max. möglicher PV-Leistung würde ich mind. zu einem 45kWh-Akku (OPzS, 22,5kWh nutzbar bei 50% DoD) raten.
    Bei Lithium können aufgrund der höheren möglichen Ladeströme kleinere Kapaziäten gewählt werden,
    Ob aber eine kleinere Kapazität bei dieser PV-Leistung und dem max. möglichen Tagesertrag von ca. 50kWh Sinn machen würde, muß jeder selbst entscheiden.


    Außerdem würde ich bei dieser Leistung zu einem dreiphasigen System raten.
    Bei einem einphasigen System mit Netzanbindung bekommt man ansonsten Probleme mit der Schieflast.
    In Deutschland ist prinzipiell eine Schieflast von max. 4,6kVA "erlaubt". (Stichwort Herd)
    Die Netzbetreiber sehen es nicht gerne, wenn an Hausanschlüssen eine höhere Schieflast auftritt.
    (Auch, wenn das technisch gesehen kein so großes Problem ist.)
    Auch muß man bei dreiphasigen Lasten, wie dem Herd, berücksichtigen, daß bei einer Umstellung auf einphasig
    wegen der höheren Belastung mind. hier eine neue Zuleitung gelegt werden muß.


    Übrigens können bei einem Aufbau als Insel mit Netzumschaltung für die PV-WR günstige Modelle aus Restposten verwendet werden, die die VDE-AR-N4105 nicht unterstützen.
    Alle alten SMA-WR erfüllen bereits mit der Offgrid-Einstellung die Erfordernisse für eine AC-Kupplung mit geeigneten Insel-WR. (z.B. Victron, Xtender, Sunny-Island)

    Bilder

    Inselnetz mit 3x Victron MultiPlus5000, 49kWh-Akku, Insel-BHKW 16kVA, PV 9,3kWp
    1,1kWp über MPP-Laderegler SIC40
    540Wp über MPT600-24
    2,7kWp über SB3000, 2,9kWp über SB3300, 2,0kWp über SB1700 jeweils AC-gekoppelt an einem Victron

  • 10 kw gehen doch wunder bar auch ueber 2 Laderegler (Outback oder Midnite ) , aber natuerlich ist eine partielle AC Kopplung bei viel Tagesverbrauch anzustreben

  • Bei einem 48V-System kommt man hier u.U. aber auf Ströme von >170A.
    D.h. man braucht nicht nur bei den WR dicke Leitungen und große Sicherungen, sondern auch zum Laderegler.
    Auch ist die Verkabelung der PV-Anlage deutlich aufwendiger, da hier dann keine Strings mit hoher Spannung aufgebaut werden können, sondern bei den meisten MPP-Ladereglern bei ca. 150V Schluß ist.
    D.h. viel dickere Leitungen (halbe Spannung, vierfacher Mindestquerrschnitt, ansonsten vierfacher Leitungsverlust) und viele Abzweigdosen und ggf. Strangsicherungen.


    Bei Netz-WR vertragen die meisten mind. 500 bis 600V. Einige auch mehr.
    Das vereinfacht die Modulverkabelung enorm.


    Ein Vorteil der reinen AC-Kopplung ist auch, daß hier der interne Batteriemonitor der Victron-WR genutzt werden kann.
    Sobald eine DC-Kopplung dabei ist, braucht man einen externen Batteriemonitor samt Meßshunt, wenn man den SoC bestimmen will.
    Bei sehr hohen Strömen wird es dann "Lustig" mit der Verkabelung.


    In diesem Fall, bei dem bei viel Solarertrag tagsüber eine Klimaanlage mitlaufen soll, ist eine AC-Kopplung in jedem Fall zu bevorzugen. (zumindest eine teilweise AC-Kopplung von mind. der max. auftretenden Dauerlast tagsüber.)

    Inselnetz mit 3x Victron MultiPlus5000, 49kWh-Akku, Insel-BHKW 16kVA, PV 9,3kWp
    1,1kWp über MPP-Laderegler SIC40
    540Wp über MPT600-24
    2,7kWp über SB3000, 2,9kWp über SB3300, 2,0kWp über SB1700 jeweils AC-gekoppelt an einem Victron

  • Danke für Euren Input bisher!!


    Habe nun ein wenig nachgedacht und folgendes System dabei heraus gebracht.


    1. weniger kWP aufs Dach etwa 7-8
    2. PV auf einen kombinierten Batterielader/Wechselrichter
    3. Hausverteiler umverdrahten und außer Herd und Sauna alles an den Wechselrichter
    4. Überschuß im Sommer auf einen Heizstab für Warmwasser und eine Klimanalage abwerfen.


    Der Batterielader/Wechselrichter (Energiemanager) müßte folgendes können


    1. alle Verbraucher bedienen und bei mehr geforderter Leistung aus dem Netz das Delta dazuholen
    2. Überschuß in die Batterie
    3. weiterer Überschuss in Heizstab und Klima jagen
    4. aus der Batterie dazuspeisen
    5. bei null Ertrag und leerer Batterie aus dem Netz den Bedarf bedienen


    Somit müßte ich m.M. nicht anmelden und eine Einspeisung wäre ausgeschlossen.


    Über den wirtschaftlichen Sinn mache ich mir keinen Kopf, mir geht es ums Prinzip mit langfristig kompletter Autarkie ohne den Behörden was mitteilen zu müssen. Heizung soll auch weg vom Gasnetz hin zu Holz. Endziel wäre eine Insel beim Strom im Winter mit Bhkw zur PV-Unterstützung. Holz für die Hauptheizung habe ich genug und Pflanzenöl ebenfalls. Ich dachte ich fange beim Strom an der Rest ist eingentlich technisch nicht mehr anspruchsvoll.


    Gibt es sowas, was ich mir beim Autofahren so ausgebrütet habe?


    Danke schonmal


    Markus