KWK-Fernwärme-Solarthermie- Wärmepumpen

  • Ich halte den Einbau in den Bestand (EFH) für suboptimal, da die Gesamtkosten der Warmwasseraufbereitung im Regelfall bei einem Durchschnittshaushalt selten die 100,- € Grenze überschreiten und man ohnehin ein Reservesystem benötigt, das in der Regel mit der Heizungsanlage kombiniert ist.


    Die Dänen haben gar nix außer Wind und Sonne und deshalb brauchen sie mehr Hirn, als D. , um beim gleichen Einsatz von Kapital am Ende mehr fossile Energie zu sparen.



    Zitat

    Solarthermie in Dänemark: Fernwärme-Anteil wächst schnell


    Pilotprojekte kombinieren Solarthermie und Kraft-Wärme-Kopplung


    Kosten nur 0,03-0,04 EUR pro Kilowattstunde Wärme
    Marstal schreibt das schnelle Wachstum im dänischen Markt für solare Fernwärme den positiven Erfahrungen mit der Technologie zu. Dazu gehören die niedrigen Erzeugungs- und Unterhaltskosten, die das Unternehmen mit 0,03 bis 0,04 EUR pro Kilowattstunde Wärme beziffert, gerechnet über eine Anlagenlebensdauer von mehr als 20 Jahren.

    Solarthermie soll 2030 10% des Energiebedarfs der dänischen Fernwärmenetze decken


    persönlich meine ich, dass der Einsatz von großen Wärmepumpen noch viel effektiver ist, zumal diese in einem Wärmenetz einen sehr großen Speicher schon vorfinden. Selbstverständlich kann man ggf. auch in D. größere ST Flächen aufbauen, aber noch sinnvoller wäre die Flächen (Fernwärme) vollständig mit PV zu belegen und mit WP zu kombinieren.


    Unter 4 Cent je kWh Wärme sollte man auf jeden Fall kommen können. Zumal man ja auch noch Überschüsse (Gesetze gibt es dazu ja noch nicht) aus den WKA nutzen kann, erhöht sich die Effektivität der WP erheblich.

  • Zitat von PV-Berlin


    [url=https://www.google.de/maps/@54.8525066,10.5058081,668m/data=!3m1!1e3]Marstal[/url] ist ein kleiner Ort mit 2200 Einwohnern. Schon Mitte der 90er Jahre war dort eine Solarthermiefläche mit dem BHKW kombiniert worden, die 15% der Wärme lieferte, so dass im Sommer die KWK-Anlage ausgeschaltet werden konnte. Die Ausweitung der Solarthermieflächen brachte es mit sich, dass ein sehr großer saisonaler Speicher gebaut wurde. Der Speicher kostete 3 Mio Euro für 5 GWh_th, d.h. es sind 60 ct/kWh. Das ist super billig gegenüber Batteriespeichern, aber bei saisonalen Speichern gibt es den Nachteil, dass nur ein Lastspiel pro Jahr voliegt. Ausserdem sind die Energieverluste gegenüber der kumulierten Speicherarbeit (Rein-Raus) mit 30% recht deutlich. Die Solaranlage liefert Wärme zu 3-4 ct/kWh, die Speicherverluste sind 1 ct/kWh und wenn man den Speicher über 20 Jahre abschreibt, sind kommen noch 3 ct/kWh hinzu. Saisonale Speicher sind heute nach wie vor ökonomisch nur mit Förderung (wie das EU-Projekt Sunstore) zu rechtfertigen.


    Dänemark ist bekannt dafür, dass jedes größe Siedlung ihre Fernwärme hat, und da ist der Aufbau eines großen Kollektorfeldes im ländlichen Umfeld kein Problem. Wenn man das in Deutschland machen wollte, könnte das nur eingeschränkt im städtischen Umland passieren: da wo Platz ist und trotzdem noch eine FW-Trasse trotz niedriger Wärmedichte hingebaut wurde. Um das Marstall-Beispiel auf Berlin zu übertragen, bräuchte man 1.000 von diesen Groß-ST-Anlagen.


    Gruß,
    Gunnar

  • Zitat von gunnar_kaestle

    3 Mio Euro für 5 GWh_th, d.h. es sind 60 ct/kWh.


    Interessant wäre, wie hoch die Kosten sind, um eine kWh thermisch zu speichern und wieder abzugeben und das betrachtet über die Laufzeit der Anlage. Das Wissen um die Investitionskosten ist zwar auch ganz nett, aber die laufenden Kosten sind letztlich ausschlaggebend. Hast du auch dafür Zahlen?

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • was nicht zu vernachlässigen ist dass eine wp je nach fernwärmenetz doch mit 90°C+ einspeisen muss deshalb ist das zu berücksichtigen beim cop.


    hier in wien haben wir ein versuchsprojekt am laufen, wo eine 200kw wp mittels rücklaufausnutzung(rücklauf-rücklauf anbindung im netz) betrieben wird- bin leider nach abteilungswechsel nicht mehr involviert im projekt aber denke mal das könnte im größeren stil was bringen...

  • Zitat von jdhenning


    Interessant wäre, wie hoch die Kosten sind, um eine kWh thermisch zu speichern und wieder abzugeben und das betrachtet über die Laufzeit der Anlage. Das Wissen um die Investitionskosten ist zwar auch ganz nett, aber die laufenden Kosten sind letztlich ausschlaggebend. Hast du auch dafür Zahlen?


    "Der Hilfsstrombedarf der gesamten Solaranlage liegt bei rd. 3 bis 4 kWh(el)/MWh(th)," der Pumpenstrom bemisst sich ja nach der umgewältzen Wassermenge und Temperaturspreizung. Die Spreizung sollte im Speicher ähnlich liegen, und nur ein Teil der Wärme (60%) wird eingespeist, d.h. für den Betrieb des Speichers braucht man als obere Abschätzung genausoviel Pumpenstrom, eher weniger, weil man nicht soviel Druckverlust über die ganzen Rohre in der Solarthermieanlage hat, sondern nur einen großen Wasserpott mit zentraler Beschicken und Entnahme (große Durchmesser, wenig Strömungsgeschwindigkeit, wenig Verwirblung). Die Hauptkosten des Betriebs sehe ich in den Wärmeverlusten von einem Drittel - wenn die nicht wären, könnte man die Kollektorfläche ein Drittel kleiner auslegen.


    Zitat von black

    was nicht zu vernachlässigen ist dass eine wp je nach fernwärmenetz doch mit 90°C+ einspeisen muss deshalb ist das zu berücksichtigen beim cop.


    Wenn ich das Anlagenschema richtig verstanden habe, wirkt die Wärmepumpe im Winter nicht auf die Umgebungstemperatur als T_unten, sondern sie kühlt den unteren Bereich des Speichers aus. Damit ist der Temperaturhub der WP nicht so groß und die Effizienz der Solarthermieanlage wird gesteigert, die an sonnigen Wintertagen auch noch kaltes Wasser in lauwarmes wandeln kann. Die Wärmetransanlagen nutzen bei der Wärmepumpe nicht nur Umgebungswärme, sondern auch das Abgas. Dadurch hat man einen Brennwertnutzen, wenn es stärker auskühlt, was bei klassischen Nah- und Fernwärmekonzepten nicht möglich ist, weil die Rücklauftemperatur der Netzwärme bei 60°C liegt.


    Gruß,
    Gunnar