PV bei Scheidung / Unterhaltsansprüche

  • Hallo,
    ich benötige mal Eure Hilfe. Eigentlich geht es ja immer darum zu vorhandenen Problemen eine Lösung zu finden.
    Heute bei mir etwas anderes: Ich suche Probleme. Je mehr Probleme und je komplexer - desto besser!


    Klingt verrückt? Ist es auch!
    Sachverhalt sei: PV-Anlage wird von der Ehefrau erworben und betrieben. Die Ehegatten leben im gesetzlichen Güterstand.
    Herrschende Meinung ist, dass dem Ehemann hieraus kein Nachteil entstehen kann.
    Ist das wirklich so? Und wenn ja.. funktioniert das absolut reibungslos? Wirklöich aalglatt? Ohne jedes Konfliktpotential? Garantiert ohne Sieger und Verlierer? Oder könnte - wenn gesetzliche Regelungen abgespult werden - sich ein Ehegatte dennoch in irgendeiner Weise benachteiligt fühlen?


    Wie funktioniert die Nummer bei Scheidung? (Nein... ich habe nichts derartiges vor!!!)
    Die Ehefrau zahlt den Ehemann aus. Ja gut. Da wäre ich auch noch drauf gekommen.
    Aber in welcher Höhe?
    Unternehmensbewertung? wenn ja.. wie? nach Stuttgarter Verfahren? Soll noch ne DueDilligence gemacht werden?
    Und wenn da ein Wert herauskommt... womit denn? Die Kohle ist doch nicht da.


    Je mehr und je größere Probleme ihr mir hier liefert, umso mehr würde ich mich freuen!
    (Sollten da aber für die Praxis definitiv keine Probleme sein, die ein Richter nicht völlig unproblematisch, ohne Kosten und in objektiv stets fairer Weise erschlägt..... dann ist mir das auch eine wertvolle Info. Dann bin ich halt auf dem Holzweg.)

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • kpr hat bei sehr vielen Fragen kompetente Antworten gegeben und hat sich selbst kompetente Antworten auf seine Fragen redlich verdient.


    Ich bin gerade auf dem Jakobpilgerweg in Fondremand in Franche comptè, antworte bei ca 1,5 Promille auf die Frage nach der Unternehmensbewertung mal kurz meine Bewertung: das Discounted Cashflow Modell, kurz DCF. Die Summe der Barwerte über die Restlaufzeit. http://de.wikipedia.org/wiki/Discounted_Cash-Flow


    Mehr wenn ich wieder zu Hause bin, morgen geht es um 7 Uhr weiter Richtung Burgund.


    Viele Grüße nach Deutschland
    Kollektor

    Sonnige Grüße
    Kollektor

  • DCF.... wenn das im Rahmen einer Ehescheidung zum Tragen käme..... wäre ja schon mal "in meinem Sinne" von vorteil.
    DCF selbst ist mir geläufig; gängiges Bewertungsmodell im Rahmen der Rechnungslegung nach IFRS.
    Extrem aufwendig; extrem kompliziert.. und viele implizite Spielräume.
    Da brauchts zig Prämissen - und einer von beiden fühlt sich garantiert verarscht


    Die Frage ist... brauche ich bei einer Ehescheidung so ein kompliziertes Modell wirlich? (ich würde mich ja drüber freuen.)
    Oder ist das alles viel einfacher? (Das wäre in meinem Sinne weniger schön; aber dann halt auch eine hilfreiche Info.)


    Hat jemand schon eine Scheidung mit PV hinter?

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  • Interessante Frage, aber warum soll das Ganze bei PV anders sein als bei anderem betrieblichen Vermögen?


    Nehmen wir die erfolgreiche Unternehmerin in der Modebranche, die in Zugewinngemeinschaft mit einem taxifahrenden Geisteswissenschaftler verheiratet ist. Da würde mir zunächst mal auch nur einfallen, den gesamten Zugewinn aus den Jahren der Ehe monetär zu bewerten / bewerten zu lassen und dann zu teilen. Und klar, bei der Bewertung liegt der Hase im Pfeffer, DCF wäre da auch meine Methode der Wahl aber welcher Zinssatz ist realisitisch, wie werden bestehende Kredite berücksichtigt, wie politische und ökonomische Risiken auf die Restlaufzeit, wie der mögliche Weiterbetrieb nach Ende der EEG Laufzeit?


    Und bei Unterhaltsansprüchen geht´s nach meinem Verständnis im Wesentlichen um die Leistungsfähigkeit der Ex-Partner. Gut, wenn man dann die Möglichkeit hat, den eigenen Gewinn und somit die eigene Leistungsfähigkeit vorteilhaft zu gestalten.

    Gruß mwanton

  • Prima!
    Dann wird man doch mit Fug und Recht behaupten können, dass eine Maßnahme, die jede Streiterei zwischen künftigen Ex-Ehegatten in fairer Weise vermeidet, ein außersteuerlicher Grund für diese Maßnahme ist.


    (Ich schätze mal, das ist exakt so wie bei jedem anderen betrieblichem Vermögen.
    Allerdings... den Fall hatte ich in meinen wenigen Jahren in der Beratung nicht; da hab ich mich zwar um Personengesellschaften gekümmert; aber nie um die Gesellschafter. Und selbst mach ich mir um Scheidung auch keine Gedanken. Nur um "außersteuerliche Gründe" für eine gewählte Gestaltung ;-)

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  • Liebe Forumsteilnehmer,


    ich habe nun meine Scheidung hinter mir. Meine Frau wohnt im gemeinsamen Haus und profitiert von der PV-Anlage (Eigenverbrauch). Zinsen, Tilgung und Einspeisevergütung teilen wir. Wie ist EKsteuerlich zu verfahren?
    Kann ich nach wie vor eine gemeinsame EÜ-Rechnung machen (wie buche ich den Eigenverbrauch dann?) oder muss ich das teilen. Die Ehegattengemeinschaft existiert ja nicht mehr.


    Vielen Dank für Eure Hilfe
    W.H.