Schenkung einer PV-Anlage an minderjährige Kinder

  • Hallo,


    kann mir jemand helfen, wie ich bei einer Schenkung meiner PV-Anlage an unser minderjähriges Kind vorgehen muss?
    Ich möchte meine PV-Anlage an meine 2-jährige Tochter verschenken. Sie soll aber auch die Verbindlichkeiten übernehmen.
    Dazu brauche ich aber einen Ergänzungspfleger.
    Weiß jemand, wie die Vorgehensweise ist?
    Für Eure Hilfe schon einmal vielen Dank!!!!!

  • Ganz klare und eindeutige Antwort: Den Notar fragen!
    Und zwar den, der das Ding beurkunden soll.
    Steht man dem Notar misstrauisch gegenüber, kann man den zuständigen Rechtspfleger am Amtsgericht konsultieren; sollte aber m.E. den Notar wechseln.


    Aus meinem (kleinen) Erfahrungsschatz:
    Jemand hier im Forum der sich mit dem Modell durchaus aus dem Fenster gelehnt hat, ist recht schweigsam geworden.
    Mehr als "die Familiengerichte zicken" konnte ich aus ihm nicht rausbringen.


    Ich bin dann in die Sache über einen beruflichen Zwang hineingestolpert. Aus "Mitleid" hab ich einem Ex-Notar (der als Notar ne Granate war - leider als Kaufmann nicht so sehr) den Auftrag gegeben, sich der Sache anzunehmen.
    Der sah eine Zustimmunspflicht des Familiengerichts; kam zu dem Ergebnis, dass das Familiengericht möglicherweise das Geschäft quasi unterbindet. (Unfachmännisch ausgedrückt.) Zu der Bestellung eines Rechtspflegers (egal ob mit oder ohne Darlehensübertragung) kam der gar nicht mehr. Die Geschichte hatte schon vorher ein besch.... Ende.


    Ich kann mir den Seitenhieb nicht verkneifen.... auch wenn er einem anderen thread gilt:
    Beim Kreiswirtschaftstag der IHK (!!!!! Die Organisation mit den Zwangsmitgliedern die sich partout nicht vom PV-Fieber erfassen lassen will.) hab ich dann mit einem anderen Notar zusammen Champagnergläser festgehalten und ein wenig geplaudert:
    - der sah "ohne Darlehensübertragung" gar keine Probleme.
    - nichtmal die Genehmigung durch das Familiengericht / den Rechtspfleger
    - geschweige der Bestellung eines Ergänzungspflegers


    "mit Darlehensübertragung"- hätte er das Erfordernis eines Ergänzungspflegers bejaht.
    Dabei hätte er den Großvater ausgeschlossen. (Wenn ich mich recht erinnere...WENN... dann weil der selbst betroffen sei.) Wir haben das nie en detail verfolgt.


    In Frage gekommen wären
    - Patenonkel, Patentante
    - Steuerberater
    aber wie gesagt. Den Ergänzungspfleger hab ich nicht gebraucht.



    ==> Für mich anfangs auch unvorstellbar; aber heutige Erkenntis: Es kommt auf den Notar an.


    Die "Aufgabenstellungen" lagen bei mir eher im Erbbaurecht; bzw. im Umgang mit der Bank.
    Die Bank hat seinerzeit (damit die Marktfolge nicht zickt) die Anlage und die Vergütungen als Sicherheit bekommen.
    Zwei ungute Szenarien drohten:
    Szenario I: DArlehen geht auf die Tochter über; aber die Bank entlässt die Eltern nicht aus der Haftung
    (davon war auszugehen; die Grundschulden sind für die Bank vorrangig; die Sicherheiten an der Anlage waren eh nur dazu da, den workflow bei der Kreditgewährung nicht zu bremsen)
    Szenario II: Darlehen verbleibt bei der Mutter; aber die Anlage haftet weiterhin für Schulden der Mutter


    in beiden Fällen hätte ich mich "unwohl" (nicht aussichtslos) gefühlt, wenn das FA den Joker des 42 AO hätte spielen wollen.


    Die Bank hat brav die Sicherheiten an der Anlage freigegeben.
    Die Kirche hat die Genehmigung zur Belastung des Grundstücks zu Gunsten Dritter genehmigt.
    Der Notar hat beurkundet.


    Die Planung / Durchführung der erforderlichen Schritte..... ist ebenfalls Sache des Notars.


    Ich bin nun ebenfalls gespannt, wie das Finanzamt reagieren wird.
    Fühle mich aber bestens aufgestellt.
    Wichtig: Beim Auftrag an den Notar: Der darf gerne einen Disclaimer für die gewünschten steuerlichen Wirkungen in den Vertrag schreiben. Völlig o.k. Aber einen Disclaimer für die Wirksamkeit der Schenkung hätte ich nicht akzeptiert.
    Wenn nun das FA mit seinem Juristenheer feststellt, dass der notarielle Vertrag / die Schenkung nicht wirksam ist (zivilrechtlich), krieg ich zumindest vom Notar mein Geld zurück.
    Risiko: Somit die Kosten der Grundbucheintragung mit der Dienstbarkeit zugunsten der Tochter.


    (Ganz ehrlich: Bei erwarteten 24.000 Euro Steuervorteil sind mir ein paar hundert Euro für die Gerichtskasse dann auch egal.)

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Ganz einfach -in einem Testament. Diese Idee hatte ich schon vor 10 Jahren und die Anlage läuft immer noch tadellos.
    Meine neue 70 kWp-Anlage vererbe ich einem Gottenkind meiner Frau, ebenfalls per Vertrag mit seinen Eltern.
    einstein0

    30 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    1 kW- Insel im Camper ohne PV! EV; Mitsubishi Imiev. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 1,2 kW Bi-WR als Testspeicher.

  • Das "Gottenkind" ist sprachlich ein "Patenkind"? (Interessiert mich einfach mal. Hab den Begriff noch nie gehört).


    Aber bitte: Was soll vererben hier bringen?
    Es geht ja gerade darum, mit warmer Hand zu schenken - und dabei das progressionsgefälle auszunutzen; bzw. um es mal deutlicher zu sagen: über den Grundfreibetrag des Kindes die ertragsteuerliche Belastung der Anlage in der Gewinnphase auf Null zu drücken.
    Funktioniert so richtig geil bei steuerlichen Gewinnen bis ca. 8.000 Euro p.a.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Wie kann man nur so Gierig sein, reicht es nicht sich die Anlage von der Allgemeinheit bezahlen zu lassen? Es wäre sinnvoll eine Kürzung der bestehenden Vergütung um 30%, für Anlagen die bis 2012 gebaut worden sind zu beschließen. Hierfür könnte man die aktuelle Deckelung abschaffen.

  • Aus Bankensicht sehe ich auch große Probleme bei Übertragung des Darlehens. Hier muss ja das Vormundschaftsgericht eine Zustimmung erteilen und die wird es wohl nie geben. Da gibt es teilweise schon Probleme wenn man Aktien an Kinder übertragen will, da hier auch Verluste entstehen können.
    Ganz zu Schweigen von den steuerlichen Problemen mit Absetzung der Darlehenszinsen wenn das Darlehen bei den Eltern verbleibt. Zu Bedenken wäre auch das so eine Schenkung z.B. ohne Darlehen später nicht einfach Rückgängig gemacht werden kann bzw. Rückübertragung an die Eltern. Da gab es schon Gerichtsurteile: Vermögen wurde an die Kinder übertragen und kurz vor dem 18. Geb des Sprößlings zurückübertragen. Ges. Vertreter können sowas ja veranlassen. Das Kind ging zum Anwalt und schwupps musste das Geld wieder an Kind übertragen werden (familiäre Probleme mal Außen vor)

    12,975KWp 21 Kyocera 215 36 Kyocera 235 1x21 2x18 an WR SMA 12000TL Südausrichtung 38 Grad Dachschräge

  • Abgesehen davon das sämtliche gewinne der Anlage die über das Kind versteuert werden dem Kind gehören... da kann man dich theoretisch später auf Veruntreung belangen.. wenn das Kind Ansprüche stellt

  • Moin,


    weiterer Punkt:
    Einkommensgrenze des Kindes in puncto Krankenversicherung maßgebend :!:
    Wenn diese überschritten wird, entfällt die kostenfreie Familienversicherung und man "darf" -besser muss- das Kind extra versichern. :shock:


    Geschenkt ist geschenkt. Nicht einmal im Notfall ist der Rückgriff erlaubt. Richtig so, wie ich meine...

    Sonnige Grüße von 100% Solar (Michael)

  • Freunde.. schreibt doch nicht immer alles zusammen, warum Dinge nicht funktionieren.
    Merke: Was nicht passt, wird passend gemacht.


    SV-Pflicht des Kindes: Brauchte ich mich nicht mit zu befassen. Die kleine ist eh privat versichert.
    Ohne mich damit befasst zu haben: Hui... das könnte bei familienversicherten Kindern ein problem sein.
    (Gut dass ich da nicht nachzulesen brauche. Vielleicht kann ein berufener Geist hierzu mal was schreiben.)


    Die Einnahmen des Kindes gehören selbstverständlich dem Kind. Gar keine Frage. Und da kann auch nur das Kind drüber verfügen; und solange es noch nicht 18 ist, wird entweder ein Ergänzungspfleger bestellt (Großvater, Patenonkel);
    oder es wird der nachweis geführt, dass die Gelder ausschließlich für das Kind verwendet wurden
    - Lebensunterhalt für wohnen, essen, trinken
    - kleidung
    - Schuhe, Handtaschen, Kosmetika (das alleine würde genügen)
    - Schulbücher
    - Ausgaben für die Hobbys: Pferd, Stallmiete, Tennisschläger, Bespannung, Klavier, Klavierunterricht, Noten, Beitrag fürs Gym
    - Ausgaben für den Urlaub
    - Ausgaben für Schulbücher
    - Moped, Führerschein, Auto
    Familiengericht: Da streiten die Geister.
    Rechtspflegerin am zuständigen AG und mein Notar sind übereinstimmend der Meinung, dass keine Zustimmungspflicht besteht.


    Darlehen verbleibt bei den Eltern:
    Stimmt. Keine Schuldzinsen abzugsfähig. Zumindest bei mir müsste die Sonne demnächst auch nachts scheinen, damit das zvE der Tochter über den Grundfreibetrag schiesst.
    Und so hoch, dass die Zinsen einen Verlustvortrag bilden könnten.. so hoch sind sie dann auch wieder nicht.
    (By the way: Klar.,.. in der Hoffnung dass es keiner merkt, pack ich die Schuldzinsen in den Betrieb der Ehefrau. Da hat der Prüfer dann ein Leckerli.)


    Das Risiko liegt darin, dass ich mich mit meiner Tochter zerstreite - und die Kohle von der Anlage weg ist.
    Aber auch darin liegt kein Risiko: Wenn die sich mit mir zerstreitet - geht der Geldhahn ohnehin zu. Es bleiben ihr die gesetzlichen Unterhaltsansprüche - und darauf wird eigenes Einkommen angerechnet.
    Auch erledigt.


    Allenfalls.. und das sind die Dinge die mir im Magen liegen... und da gibts auch keinen echten Schutz:
    - Kind wird drogensüchtig - und die Schenkung finanziert die Sucht
    - Kind tritt einer terroristischen Vereinigung bei; oder den Grünen oder wird in sonstiger Weise kriminell
    - Kind tritt einer Sekte oder Scientology bei oder wechselt zu radikalen Glaubensgemeinschaften wie dem Islam.
    - Kind räumt trotz mehrmaliger Ermahnung sein Zimmer nicht auf; Taschengeldkürzungen laufen ins Leere
    - der Freund hat die Kapp schief auf dem Kopp und die Bux zwischer den Knien oder hupt in meiner Einfahrt


    (gut .. die letzten zwei sind nicht ganz so ernst gemeint. Alles andere wären Dinge, wo ich gerne eine Rückfallklausel sehen würde... die aber dem Finanzamt "Wasser auf die Mühle" werfen könnte. Daher verzichte ich drauf.)

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung