Keller (per Klimaanlage?) entfeuchten

  • Unser Keller ist, besonders nachdem beim letzten Unwetter Wasser reingelaufen ist, zu feucht und nur mit Lüften ist es leider nicht getan.


    Wir besitzen eine mobile Klimaanlage ("Superclima SC 700 ecologic"), die auch eine Entfeuchtungsfunktion hat. Wenn ich diese aktiviere, dann tut sich leider gar nichts. Entferne ich den Wasserbehälter, dann startet zwar das Gebläse, aber auch nach einer halben Stunde kam kein Wasser aus dem Wasserausgang. Die Bedienungsanleitung gibt leider nicht viel her :( der Betriebsbereich für die Entfeuchtung wird mit +20°C bis +35°C angegeben und das Display der Klimaanlage zeigt 20°C an, also müsste das doch eigentlich gehen...
    Hat jemand vielleicht eine Idee?


    Wie ließe sich der Keller sonst noch möglichst kostengünstig entfeuchten?

  • Aus dem Baumarkt einen ordentlichen Luftentfeuchter holen. Gibt es schon unter 200 Euro.


    Oder im Baumaschinenverleih ein Profigeraet fuer eine Woche mieten.


    Gruss
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Ganz einfach, man muss die Anlage wie einen Luftentfeuchter benutzen.
    Dafür muss allerdings der Abluftschlauch die warme Luft in den Raum pusten.
    Da Wärme für Verdunstung benötigt wird und keine Luft nachströmen darf.


    Also einfach die Anlage mittden in den Raum stellen ohne Verbindung nach außen. Damit wirds dann trocken.

  • Hallo,
    ein ordentlicher Bautrockner kostet ein wenig mehr wenn er denn nicht nur die Luftfeuchte halten, sondern den Raum wirklich entfeuchten soll.
    Geräte von Trotec sind zu empfehlen...aber bitte nicht die ganz billigen Aerial ist auch nicht zu verachten....und andere Profiware...
    Ein ordentlicher Baulüfter mit einigen hundert m³ Luftumwälzung kann auch helfen die Luft ordentlich zu verteilen, so das der Trockner immer ausreichend feuchte Luft bekommt


    Je nach Schaden kann es 1-2 Monate dauern bis man den Keller wieder in einem ordentlichen Zustand hat....das Problem ist halt das richtige Verhältnis zwischen langsamer Trocknung (Schimmelgefahr) und schneller Trocknung (der Putz kommt runter) zu finden ;)


    Je nach Region kann es billiger sein sich ein Gerät zu kaufen statt zu mieten....ganz wichtig, die guten Geräte haben einen Betriebsstundenzähler...davon ein Bild mit Datumsnachweis machen bevor man anfängt zu trocknen....wenn das trocknen ein wenig länger dauert können schon einige hundert-tausende kWh Strom zusammenkommen.


    Bei nem ehemaligen Kollegen ist damals durch einen Fehler des Bauunternehmens der Keller vollgelaufen....das trocknen hat Strom für fast 3.000DM benötigt....inkl. Lüfter und Heizgeräte.


    gruss
    Jörg

  • Danke für eure Antworten.


    mrtux wie das funktionieren soll, ist mir bewusst, aber das Gerät will leider nicht :( Kühlen funktioniert einwandfrei, nur das Trocknen geht nicht. Ich schau' nochmal nach, vielleicht habe ich ja Glück und bekomme es doch noch irgendwie hin.


    Insgesamt ist die Situation zum Glück nicht so akut, aber die Wäsche im Keller ist z. B. immer klamm und nie trocken und der Betonboden sieht stellenweise auch noch etwas feucht aus.
    Zum Glück ist unsere PV-Anlage bald auf dem Dach, sodass wir dann mit unserem eigenen Strom trocknen können :)
    Die mobile Klimaanlage hat auch eine Lüfter-Funktion. Falls die Entfeuchtung damit also nicht klappt, können wir sie immerhin zur Luftumwälzung benutzen.
    Ich werde mich dann auch mal nach Geräten zur Entfeuchtung umsehen (danke für deine Empfehlungen Jörg).

  • Hallo Handle,


    die Lösung steht schon weiter oben:


    Einfach auf kühlen stellen und den Abluftschlauch (bzw. bei Splitgerät die Außeneinheit) nicht nach Außen hängen/stellen sondern im Raum lassen. So habe ich damals beim Neubau auch den Keller getrocknet.
    Die Klima bläßt dann kühle entfeuchtete Luft aus dem Hauptgerät (Inneneinheit) und gleichzeitig warme Luft aus dem Schlauch/der Außeneinheit in den Raum. Somit steigt auch die Temp ganz leicht an, da die elektrische Energie in Wärme umgeandelt wird (Reibung im Kompressor/Kühlkreislauf).


    Das war bei meiner Klima auch effizienter bzw. schneller, da der Kompressor durchgehend lief. Beim Modus "Entfeuchten" wurder der Kompressor getaktet.



    Gruß


    Ultraschall81

    2,35 KWp, Midnite Classic 150 Lite, Victron Multiplus c24/3000, 200Ah LiFePo Batterie
    920Wp über SMA SB1300-TL AC gekoppelt

  • Ich habe auch eine einfache Klimakiste aus dem Baumarkt, ca. 300 W Leistungsaufnahme. Benutze ich zum gelegentlichen Kellerentfeuchten, da die Leistung deutlich besser als bei den einfachen "Entfeuchtern" für 80-150 € ist.
    Abluftschlauch entfernen, Ausströmdüse in die entgegengesetzte Richtung einstellen (damit das Gerät nicht im Kurzschluß seine Abluft gleich wieder einsaugt) und auf "Kühlen" einschalten. Es sollte dann der Kompressor laufen (deutlich vom Ventilatorgeräusch zu unterscheiden), wenn der Keller nicht zu kalt ist - sonst müßte man mit einen Heizlüfter vorwärmen. Bei mir ist nach 6-8 h Betrieb der Wasserbehälter voll, (etwa 4 l) und der Keller etwa 1-2 °C wärmer. Der nächste Zyklus dauert dann länger - je trockener die Raumluft wird, desto langsamer wird zusätzliches Wasser auskondensiert. Das Kondenswasser ist übrigens reines Wasser - höchstens etwas Staub mit drin - und daher wie destilliertes Wasser zum Auffüllen von Autobatterien, Dampfbügeleisen etc. geeignet.


    Gruß!


    Kleinstromer

    ca. 30 KWp, SW 215 poly, 3 x Sunways NT 10000

  • Hi!


    Zitat von Kleinstromer

    Ich habe auch eine einfache Klimakiste aus dem Baumarkt, ca. 300 W Leistungsaufnahme. Benutze ich zum gelegentlichen Kellerentfeuchten, da die Leistung deutlich besser als bei den einfachen "Entfeuchtern" für 80-150 € ist.
    Abluftschlauch entfernen, Ausströmdüse in die entgegengesetzte Richtung einstellen (damit das Gerät nicht im Kurzschluß seine Abluft gleich wieder einsaugt) und auf "Kühlen" einschalten. Es sollte dann der Kompressor laufen (deutlich vom Ventilatorgeräusch zu unterscheiden), wenn der Keller nicht zu kalt ist - sonst müßte man mit einen Heizlüfter vorwärmen.


    Hab's hier damals nach dem Hausbau fast genauso gemacht als der Keller von alleine nicht so richtig austrocknen wollte.
    Aber ich hatte einfach den Thermostat des Gerätes überbrückt (war nur ein Drähtchen umzustecken) damit der Kompressor auch im kühlen Keller immer angelaufen ist. Wärmer wurde es durch die Verlustleistung des Gerätes von allein...
    Entfeuchten funktionierte prima, nach ca. 2 Wochen täglich 3-4 Stunden Enfteuchtung blieb die Luftfeuchte dauerhaft unter 60%,hab den Behälter oft 2x täglich ausgeleert, insgesamt sicher >100l.


    Servus,
    Michael

  • Ich weiß zwar immer noch nicht, wieso der Entfeuchtungsmodus nicht funktioniert, aber jetzt habe ich verstanden, wie mrtux' Beitrag gemeint war :) Bin erst nicht auf die Idee gekommen, dass das Gerät ja auch im Kühlungsbetrieb entfeuchtet.


    Auf dem Typenschild des Gerätes steht eine Stromaufnahme von bis zu 900W. Hoffentlich ist die reale Stromaufnahme bei unseren Bedingungen niedriger, ich werde das mal per Stromverbrauchsmesser überprüfen.