Outback MX 60 lädt 12V Gel-Akku auf bis zu 16V

  • Hallo liebe Inselfreunde,


    seitdem die Tage sonniger werden stelle ich bei meiner Inselanlage folgenden Effekt fest:
    Der Laderegler (Outback MX 60) zeigt an diversen Tagen auf dem Tageszusammenfassungs-Display recht hohe maxV an,
    heute rekordverdächtige 16,1V (ansonsten hatte ich schon 15,2, mehrmals 14,6 und 15V usw).
    Die "Absorb"-Spannung ist im Regler mit 14,3 V festgelegt -> ich habe sie jetzt sicherheitshalber auf 13,8 gesenkt.


    Gerade ein Gel-Akku sollte ja vorsichtig behandelt werden was die Ladeschlussspannung betrifft, hier sollten normalerweise nicht solche hohen Werte auftauchen. Hier einmal die Logdaten - die vorletzte Spalte sind die maxV-Werte:


    [Blockierte Grafik: http://www.martinkaessler.com/130613-log_outback_mx.jpg]



    Fragen:


    - Handelt es sich um Ungenauigkeiten der Anzeige, ggf. temperaturbedingt höhere Spannung?
    - Als Last liegt tagsüber ein Kühlschrank an - lädt der Laderegler hier vielleicht ungewollt höher, da die Spannung der Batterie ja bei Last sinkt?


    Was meint die Community?


    Bin auf Eure Ideen gespannt.


    Viele Grüße,
    Martin

  • Wenn der Regler automatisch oder nach einem Restart nochmal neu "trackt" durchläuft er den gesamten Spannungsbereich ohne Strombegrenzung. Wenn er das macht, während der Akku schon voll ist, kann die Spannng für wenige Sekunden schon massiv ansteigen. Nach dem "Tracking" regelt er dann ja sofort wieder runter und begrenzt den Strom.


    So weit nicht schlimm denke ich. Bei mir erreicht er so öfter mal 30-31 Volt, obwohl max-Spannung auf 29 eingestellt ist. Solltest du dieses Verhalten aber über längere Zeiträume als nur Sekunden beobachten, solltest du dir Sorgen machen.


    Bei Bleigel wäre ich sowieso vorsichtig - lieber nicht mit zu hoher Spannung laden und dafür länger konstant.


    Wie ist denn das Verhältnis aus Max-Leistung (Max-Strom) zu Batteriekapazität?


    Bastel

  • Hallo Bastel,


    das hab ich mir auch schon gedacht. Ursprünglich waren ja als Ladeschlusspannung 14,3 Volt voreingestellt, jetzt die händische Änderung auf 13,7 Volt - kann ich das so belassen oder "verliere" ich dann zuviel Kapazität. Wo kann man die Parameter zur Ladegeschwindigkeit am Outback "optimieren"?


    Die Batterie ist ein 12V 210ah Blei-Gel Akku von Exide, die Modulleistung beträgt derzeit 3x230 Watt - ich weiß, das das "relativ" viel ist...


    Viele Grüße,
    Martin

  • Bei angenommenen 13 Volt wären das 53 A Spitze, also C/4, kein Wunder dass es da mal Ausschläge der Spannung gibt. Ist natürlich grenzwertig bei Gel, wie ist denn der empfohlene Ladestrom? C/5 oder C/10?


    Wie gesagt da wäre ich eher vorsichtig sonst gasen dir die Zellen unwiederbringlich aus. Kann leider keine bessere Empfehlung geben. Gel-Spezialisten hier??


    Was sagt der Hersteller dazu...


    Ich denke eine niedrigere Spannung ist okay, wenn sie dafür lange anliegt also z.B. 2 h Absorbing bei 13,8 und dann 8-10 h Floating bei 13,2 Volt. Durch die lange Dauer werden die Zellen auch sehr gut voll. Im Winter wird's dann eher knapp, auch durch die kürzere Tageslänge.


    Bastel

  • Hallo zusammen,


    leider besteht das Problem mit der Spannung immer noch. Im Prinzip habe ich nun im Sommer täglich den Effekt, das der Outback auf 15,5V hochregelt - wie hier vermutet beim Tracking für einen extrem kurzen Zeitraum. Das wäre soweit nicht schlimm, allerdings steigt bei 15,5 V der WR ebenfalls für einen kurzen Zeitraum aus. Gibt es eine Möglichkeit, den LR Outback MX so einzustellen, das diese hohen Spannungen vermieden werden? Ein Auszug aus den Datenspeicher das Outback kann ich gerne noch einmal posten. Akku ist ein Exide Gel mit 2,4 kWh, Modulleistung sind 920 Wp. (4 Module, 2 Strings)


    Viele Grüße,
    Martin

  • Vielleicht liegts auch an den Temperaturen. Misst der Outback die Batterietemperatur, kann man den Temparaturkoeffizient verstellen? ; ev. ist der auf blei/Säure eingestellt und passt nicht zu Gel...

    Hybridinsel, 3 phasig, 3 XTM 4.000, 2 Variotrack, BSP, Staplerbatterie 775 AH 48V, eff. ca. 8 kwp (4,75 auf SO und 5,25 auf NO), 250er Yingli
    PoorMan'sTesla=PMT=Renault Fluence und 120l Elektroboiler als Überschußverwerter...

  • Hallo, es zeigt sich mittlerweile bei sehr vielen usern mit verschiedensten Ladereglertypen dieses "Überspannungsproblem", welches scheinbar die Ursache in hochohmigen, bzw. ganz vollen Batterien oder zu kleinen Batterien hat. Eine Lösung gibt es da scheinbar nur durch eine Grundlast welche diese Spannungsspitzen nicht so hoch ansteigen lässt.
    Eine weitere Lösung wäre ein externer Spannungswächter (OPV - Schaltung) welcher über einen FET eine Dumpload schaltet und so die Spannung stabil hält.
    Grüße Toni.

  • Zitat von Zellenschaden

    Vielleicht liegts auch an den Temperaturen. Misst der Outback die Batterietemperatur, kann man den Temparaturkoeffizient verstellen? ; ev. ist der auf blei/Säure eingestellt und passt nicht zu Gel...


    Die temperaturführung kann es eigentlich nicht sein, diese senkt ja bei Hitze die Spannung ab.
    Grüße Toni.

  • Ohne das mal mit einem anständigem Messgerät zu überprüfen und zu wissen was wirklich an Spannung anliegt kann man dazu recht wenig sagen.. weil das was geloggt wird, ein Messgerät anzeigt und das was dann wirklich an der Batterie anliegt sind 3 paar Schuhe. Zeigt sich immer und immer wieder

    Wohnhaus 100% OFFGRIDInsel: 13,47kwp,5xMppt,BMV700,CCGX,2xMultiplus 5000, OPzS/PzS => 4150Ah/c100/48V
    TeichInsel: 930wp, 2xVictron Mppt 100/15, BMV600, SolarixPI 1100, 400Ah/OPzS 24V

    100% PVInsel Liveview | SDM630 Logger | INSEL WIKI

    "Denn auch eine Beziehung muss wie eine Insel sein. Man muss sie nehmen, wie sie ist, in ihrer Begrenzung - eine Insel, umgeben von der wechselvollen Unbeständigkeit des Meeres, immer während vom Steigen und Fallen der Gezeiten berührt." Anne Lindbergh

  • Genau das gleiche Problem (Spannungsspitze beim Tracking --> Abschalten des WR) hatte ich anfangs mit meinen ersten 4 mal 6V-Blöcken (jetzt sinds 16 Stück) auch. Einzige Lösung: Es muss gleichzeitig eine ausreichend hohe Last anliegen oder die Batterie muss größer gewählt werden oder die Modulleistung verkleinern. Eine Einstellmöglichkeit beim FM die die Spannungsspitze verhindert gibt es meines Wissens nach nicht...
    Dumpload dazu schalten ginge natürlich auch

    Meine Dachterrassen-Guerilla-Halbinsel: 2,15 kWp (13 x Dunalsolar DS-50W + 2 x Solon 145W+ 6 x Conergy 200W) + Outback FM80 + 24V 900 Ah Trojan PzS + 3 × Steca Solarix PI 1100 + Parallelschaltbox + Netzumschalter