Bypass-Dioden Modul- oder Elementbezogen

  • ...ich habe gelernt, dass bei vielen (vielleicht allen?) Modulen scheinbar die Bypass-Diode im Anschlusskasten sitzt und damit das gesamte Modul 'lahmlegt', auch wenn nur eine Teilverschattung bzw. -verschmutzung auftritt.
    Besser wären Module mit integrierten Bypassdioden für jedes Element.
    Gibt es derartige Module? Wie ist das bei der SANYO HIT Serie?


    respectfully


    Luke


    Nachtrag: habe inzwischen gesehen, dass viele Module mehrere Dioden haben,
    die scheinbar die jeweiligen Reihen der Anordnungsmatrix kontrollieren...
    ...bei z.B. waagerechten Verschattungen des unteren Bereichs eines senkrecht montierten HIT-205
    müßte demnach die Moduldrehung um
    90 Grad eine Ausbeutesteigerung bringen, selbst wenn mehr Elemente als vorher verschattet werden... :idea::?:


    nochmal Nachtrag:
    ...weiß inzwischen, das die Bypass-Dioden gar nicht wirksam werden,
    wenn der verschattete Bereich noch so viel Streulicht bekommt,
    das die Zelle ihre PV-Spannung aufbauen kann...

    Einmal editiert, zuletzt von Luke ()

  • Ich hab damals mit nem Techniker von Sanyo gesprochen. Demnach sitzt da nur 1 Diode im anschlusskasten. Wegen einer kleinen Verschmutzung wird noch lang nicht das ganze Modul weggeschalten. Wenn ich jetz richtig überlege, dann fällt das Modul erst aus, wenn >50% verschattet sind. also erst wenn die Spannung an den Klemmen negativ wird.

    Mag sein, dass nun Hersteller hergehen und einzelne Reihen wegschalten, doch ob es Sinn macht, bzw es sich rentiert? Es wäre wohl ein nicht zu verachtender Mehraufwand und dann ist nichtmal sichergestellt, dass der Kunde sein Modul auch so montieren kann

    2x Sunways NT 6000, 52x Sanyo HIP 190 BE3, 9,88kWp


    WR1: 3 Strings a` 8 Module, 1 Temperatur- und Einstrahlungssensor, Neigung 30°, Azimut 180°
    WR2: 1 String a` 10 Module, 2 Strings a` 9 Module, Neigung 40°, Azimut 180°

  • Hallo blabla,
    zunächst danke für Deine Antwort.


    Mich machte der von kuddi gestartete thread stutzig:
    http://www.photovoltaikforum.com/viewtopic.php?t=887
    Die geringe Teilverschattung kostet die Leistung eines Moduls,
    kann natürlich auch als Folge des reduzierten Stroms bezogen auf
    den Gesamtstring zustande kommen, glaube ich aber nicht.


    Bei den mir bekannten Modulen sind alle Elemente in Reihe geschaltet
    Die totale Abschattung eines Elementes (z.B. durch besonders heftigen Adlerschiss)
    könnte, wenn das Modul in einem String mit anderen Modulen betrieben wird,
    dieses Element extrem aufheizen und ggfs. zerstören...
    ...zum Schutz reicht tatsächlich nur eine Diode über dem jeweiligen Modul...
    ...die dieses dann kpl. wegschaltet :shock:
    ...eine aufwendigere Konzeption wäre IMHO zumindest ertragsfeundlicher :!:
    Sanyo spricht im Datenblatt des HIP-205 zumindest von "Dioden" im
    Plural...macht ein wenig Hoffnung :?


    respectfully
    Luke

  • @ blabla: also mir fiel da auch wieder ein was ich am Wochenende detailliert untersucht habe: Die Stringleistung ging auf 25% (gegenüber einem identischen anderen String) zurück obwohl nur 30% der Module des Strings teilbedeckt sind.


    Nach deiner Aussage (Modul erst durch Diode weggeblendet wenn > 50% bedeckt) hätten bei der geringen Verschattung die vier vom Schatten betroffenen Module aber noch ihre gute Teilleistung bringen müssen. Mit anderen Worten: Kato's Hahn hätte noch mindestens 80% offen sein müssen :wink:
    blabla - kannst du die Aussagen deines Sanyo-Technikers nochmal detaillieren oder auffrischen ?


    Das ganze Thema würde ich wirklich mal fachkundig nachlesen wollen. Weiss jemand noch mehr darüber ?


    OK - Walter hat ja recht - wir machen alle unsere Erfahrungen und nächsten Winter gehen wir's gelassener an. Trotzdem - mein Interesse an statischen Adlerschissen und dynamisch wandernden Strassenlampen auf den Modulen bleibt.


    Schönen Abend noch,


    Kurt

    IB: 16.06.05 Dach: 180°/48° Module: 38xBP3160=6,08kWp WR: 1xSB5000TL-MS (gekühlt)
    IB: 14.07.11 Dach: 180°/8° Module: 40xTrina180=7,20kWp WR: 1xPVI3.0+1xPVI3.6 (gekühlt)
    Logger:
    SL1000

  • Hallo Kuddi,


    jedes PV-Modul musst du wie einen kleinen Generator betrachten. Da sind die einzelnen Zellen in Reihe geschaltet um die Spannung zu erhöhen und diese Reiehn sind wieder parallel verschaltet um den Strom zu erhöhen. Das sind also mehrere kleine Strings. Wenn in diesem String nun nur eine Zelle verschattet ist, bringen alle Zellen in dieser Reihe weniger Leistung. Wenn die Reihe aus 10 Zellen besteht und 10 % der Zellen (1Zelle) verschattet ist und diese Zelle bringt nur noch 30% ihrer Leistung zieht es alle anderen Zellen um 70% runter. Wenn es vorher 100W (10x10) waren dann sind es mit Verschattung nur noch 30W (10x3) obwohl nur 10% verschattet sind.



    Kato

    15,54 Kwp
    2xSB5000 mit je 32 Stück Suntechnics STM185
    1xSB3300 mit 20 Stück Suntechnics STM185
    SunnyBoyControl mit Netzleitungsmodem

  • Danke, Kato,


    das hast du jetzt echt gut dargestellt. Das hatte ich nicht berücksichtigt, dass ja innerhalb des Modules auch ein "Verstringung" erfolgt. Kommt der Schatten ungünstig, reisst er das ganze Modul runter :idea:


    Merci, Kurt



    [/quote]

    IB: 16.06.05 Dach: 180°/48° Module: 38xBP3160=6,08kWp WR: 1xSB5000TL-MS (gekühlt)
    IB: 14.07.11 Dach: 180°/8° Module: 40xTrina180=7,20kWp WR: 1xPVI3.0+1xPVI3.6 (gekühlt)
    Logger:
    SL1000

  • Hallo,


    ich habe in diesem wirklich tollen Forum Unmengen gelesen über Verschattung und Bypassdioden und mir drängt sich die Frage nach der, unter diesem Aspekt besseren Anordnung aufgeständerter Module auf:


    Winter, Schnee rutscht und bedeckt Zellen waagerecht im unteren Teil.

      * senkrechte Module - fallen ALLE Zellenstrings aus?
      * waagerechte Module - fällt nur EIN Zellenstring aus?
      * oder ohne Einfluss, da Dioden irgendwie intelligent verteilt?


    Gruß, Olly

  • Hallo Luke
    Ich habe ja auch die Sanyo Module und an der Südfassade im Sommer Verschattung. Die 210 NHE-1 haben vier Bypassdioden. Wenn ein paralleler Schatten auf die Querseite fällt dann fällt die Leistung rapide ab, fällt der Schatten dagen parallel auf die Längsseite dann geht die Leistung langsamer zurück. Habe ich auch auf meiner Seite beschrieben.
    Mit sonnigem Gruß
    Eberhard

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous ()

  • Hallo,


    um abschätzen zu können, wie der Effekt ist, müsstest Du wissen, wie die einzelnen Strings untereinander verschalten sind. Dies wirst Du allerdings in der Regel nicht erfahren.


    Aber eins weisst Du mit Sicherheit,
    dass alle Zellen in einer Reihe auch in Reihe geschalten sind. Reihe ist i.d.R. die Längstseite zu erkennen an den senkrechten Busbars.


    daraus folgt,
    dass wenn eine Verschattung an der Längstseite aufftritt dieser String und alle weiteren Strings die da noch mit dranhängen tot-gelegt wird.
    Wenn nun der Schatten auf die kurze Modulseite fällt, dann sind mit Sicherheit alle Strings betroffen...aber eben nur wenige Zellen....die aber als Widerstand bzw sogar als Verbraucher wirken. Da der gesamte Strom durch jede einzelne Zelle muss wirds spannend, welche Variante der Verschattung günstiger ist. (für den Ertrag)


    aus Sicherheitssicht, würd ich denken, dass es günstiger ist, wenn der Schatten parallel zur Längstseite fällt.


    vll kann ja mal einer der Bastler hier mal zwei Modulen (am Besten quadratischen^^) einmal mit Längst und einmal mit Querverschattung vergleichen :wink:

  • Hallo firestarter
    Das habe ich bereits unfreiwillig gemacht. Vorher waren die Module senkrecht zur Wand, schon bei geringer Verschattung brach der ganze String zusammen. Jetzt sind sie quer und die Leistung bricht bei Teilverschattung nicht so stark ein.
    Mit sonnigem Gruß
    Eberhard