VNB verlangt Nachrüstung

  • Hab da mal ein Problem...


    ..vor zwei Tagen ein Brief vom VNB erhalten mit dem Inhalt, daß ich eine Anlage betreibe die weder über 70% Regelung verfügt noch Einspeisemanagment besitzt. Demzufolge entfällt laut VNB ab dem 01.01.13 nach §6 EEG die Vergütung für die gesamte Anlage.


    Ausgangssituation: Anlage mit 4,41kWp im November 2011 errichtet, also noch ohne jegliche Begrenzung. Anlage wurde dann im August 2012 durch zwei weitere Module auf 4,90kWp erweitert am bestehenden Wechselrichter. Bislang auch korrekte Abrechnung mit anteiliger Vergütung für die zwei Module.


    Nach meinem Verständnis habe ich eine bestehende Anlage aus 2011, die lediglich um zwei Generatoren ergänzt wurde, die keine eigenständige Anlage darstellen (Bestandsschutz?). Der Abteilungsleiter beim VNB war aber der Ansicht, daß eine "Verklammerung" vorliegt und nach §6EEG die Anlage entweder auf 70% reduziert werden oder mit Einspeisemanagement ausgestattet werden muß. Er hat mir dann auch gleich das Angebot gemacht, daß man für 4,5€ im Monat einen RSE mieten könne mit Rundum-Sorglos-Paket.


    Meine Intention ist jedoch, zunächst zu prüfen, ob ich denn wirklich nach EEG aufgrund der Anlagenerweiterung in 2012 verpflichtet bin die Anlage nachzurüsten? Falls ja, sollte man sich den RSE nicht besser vom Solateur einbauen lassen? 20 Jahre x 4,5€ monatlich kostet ja auch ne Ecke...


    Hoffe es kann jemand helfen oder ist das was für die Clearingstelle?


    Grüße
    Philipp

  • Hallo,


    Zitat von <woltlab-metacode-marker data-name=

    EEG" data-link="">

    Mehrere Anlagen zur Erzeugung von Strom aus solarer Strahlungsenergie gelten unabhängig von den Eigentumsverhältnissen und ausschließlich zum Zweck der Ermittlung der installierten Leistung im Sinne der Absätze 1 und 2 als eine Anlage,


    Deine Anlage aus 2011 hat noch Bestandsschutz aber die 2 neuen Modulen zählen als eigene neue Anlage und es muss natürlich die 70%-Regel angewendet oder RSE nachgerüstet werden.


    Keine Ahnung wie das Problem am kostengünstigsten zu lösen ist.
    Wenn du evtl. schon einen SolarLog besitzt lässt sich dort die Begrenzung exakt regeln.
    Das wäre auf die gesamte Anlage gerechnet dann eine 97%-Regel.



    P.S.Die Vergütung darf aber auch nur für die 2 Module und nicht für die ges. Anlage gestrichen werden.

    Schott String1 DN 50°, Süd+30°/ String2 DN 45°, Süd+20°/ Kostal Piko 5.5 6,08 kWp 2011
    Schott DN 35°, Süd+30°/ SMA SB1300TL-10 1,33 kWp 2012
    JK:26 D:3 T:1
    L:37 D:8 T:3

  • Es gäbe noch 2 weitere Lösungen:


    1. Die 2 nachgerüsteten Module einfach abbauen und verkaufen :(


    2. Module abklemmen und eine Inselanlage damit aufbauen :?


    3. Wenn ich Recht sehe handelt es sich um 2 Suntech STP250S-20W/d , also 500Wp. Ggf. kann man die an einen Modulwechselrichter 350Wp anschließen, damit wäre die 70% Regelung erfüllt. :wink:


    Als Modulwechselrichter kommt z.B. der INV 350-80 oder der INV 350-60 infrage, der hat alles drin was nötig ist und entspricht den geltenden Normen, also auch AR- N 4105.
    Hier der Modulwechselrichter: http://www.aptronic-solar.de/de/inv350-80.html
    und hier das Datenblatt: http://www.aptronic-solar.de/f…Overview_50Hz_60Hz_DE.pdf

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Zitat von smoker59

    Wenn ich Recht sehe handelt es sich um 2 Suntech STP250S-20W/d , also 500Wp. Ggf. kann man die an einen Modulwechselrichter 350Wp anschließen, damit wäre die 70% Regelung erfüllt.


    Wenn dann müsste es sich um 245W Module handeln und dann ist die Begrenzung bei 343W.

    Zitat von Hennibal

    Ausgangssituation: Anlage mit 4,41kWp ... ... auf 4,90kWp erweitert ...


    Ansonsten hast du recht.



    P.S. Wusste gar nicht das der Osterhase raucht :mrgreen:

    Schott String1 DN 50°, Süd+30°/ String2 DN 45°, Süd+20°/ Kostal Piko 5.5 6,08 kWp 2011
    Schott DN 35°, Süd+30°/ SMA SB1300TL-10 1,33 kWp 2012
    JK:26 D:3 T:1
    L:37 D:8 T:3

  • Hehe, toll zu sehen, daß einem noch spät nachts geholfen wird ;)


    Abbau der Module kommt natürlich nicht in Frage, Inselanlage wäre sinnlos, da hier wohl auch die Kosten zu hoch wären.
    Das mit den Modulwechselrichtern finde ich interessant. Und ihr habt gut recherchiert, was meine Module angeht ;)
    Die alte Anlage besteht aus 18xSTP245S-20W/d, ergänt wurden nun aber 2xSTP250S-20W/d. Der Solateur hatte keine 245er mehr vorrätig. Leistungsmäßig werden die stärkeren Module aber ja durch die alten begrenzt, deshalb habe ich nur eine Erweiterung von 0,49kWp genannt. Da es ja aber - wenn man nur die beiden neuen Module betrachtet - streng genommen 0,5kWp sind, kommt der genannte Modulwechselrichter auch wieder in Frage.
    Angenommen ich würde den anschließen lassen, mit welchen Kosten müßte ich wohl rechnen? Modulwechselrichter + Umbau + neue Kabel + Umklemmen am Sicherungskasten? Dann natürlich die Frage, ob wieder ein Gerüst aufgebaut werden muß oder nicht (Berufsgenossenschaft wird diese Frage sicherlich mit 'ja' beantworten ;)).
    Was würde es im Gegenzug kosten einen RSE an die bereits bestehende Anlageninstallation anzuschließen. Wie gesagt, die Stadtwerke bieten mir an für 4,5€ im Monat ein Rundum-Sorglos-Paket zu installieren. Hab noch nicht ganz verstanden wie das läuft mit den RSEs, da muß ich mich noch etwas reinarbeiten. Der Mitarbeiter dort hatte gesagt, daß in dem Paket alles automatisch abgerechnet wird und sie eine Referenzanlage betreiben um den Ausfall zu ermitteln und dann die entgangene Einspiesevergütung zu berechnen. Laut ihm liegt die 'Beweislast' über die entgangene Vergütung beim Anlagenbetreiber und wir kann ich selber denn sonst ermitteln, was mir entgangen ist? Über meine zweite Anlage mit ähnlicher Ausrichtung am selben Standort? Dann müßte aber auch eine Anlagenüberwachung installiert sein (ist sie nicht), die täglich die Werte ermittelt.
    Es ergeben sich für mich nun zwei vernünftige Lösungen:
    1. Akzeptieren, daß bei den zwei Modulen die Vergütung nach EEG gestrichen wird und nur noch der Marktpreis gezahlt wird. Pro Jahr entgehen mir dann 500kWhx0,1873ct=93,65€ an EEG Vergütung. Dagegen dann der Marktpreis gerechnet wird mich nach 20 Jahren mehr Geld kosten als der RSE jetzt.
    2. Den RSE nachrüsten seitens der Stadtwerke und in 20 Jahren ca. 1000€ zahlen.
    3. Den Einbau eines RSE durch meinen Solateur beauftragen und dann weniger zahlen.


    Was meint ihr? Echt dumm von mir die Anlage zu erweitern, da hatte ich wohl das EEg nicht richtig gelesen. Für mich war das nämlich keine neue Anlage sondern lediglich eine Erweiterung einer Anlage durch zwei weitere Generatoren...


    Grüße
    Philipp

  • Zitat von Braun1

    Deine Anlage aus 2011 hat noch Bestandsschutz aber die 2 neuen Modulen zählen als eigene neue Anlage und es muss natürlich die 70%-Regel angewendet oder RSE nachgerüstet werden.


    Ist dem so? Es ist doch eine Anlagenerweiterung innerhalb von 12 Monaten!?


    Sofern das splitten als neuanlage möglich sein sollte, sehe ich im Modul-WR die eleganteste Lösung

  • Die 70% Begrenzung betreffen ja nur die zwei Moduln, also Reduzierung um 150W.
    Die Lösung 4 wäre:
    Besorge Dir einen Wechselrichter der Begrenzen kann. Die Begrenzung sollte dann auf 4,76kWp (4,41kWp + 0,5kWp - 0,150kWp) eingestellt werden.

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
    ONO Dach -110°: First 10 x HIT-N240SE10 DN 45° teilverschattete Strings auf B STP8000TL-10
    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest

  • Zitat von sundevil


    Ist dem so? Es ist doch eine Anlagenerweiterung innerhalb von 12 Monaten!?



    Hmm, das war ja auch mein Gedanke - Anlagenerweiterung innerhalb 12 Monaten bedeutet sie werden nach §6 als eine Anlage gesehen. Deshalb auch mein Gedanke, daß hier keine neue Anlage zu sehen ist, die abgeregelt werden muß, sondern lediglich eine Erweiterung einer bestehenden Anlage.


    Aber auch sehr interessant zu lesen, daß die 70% Regelung bzw. die Abregelung lediglich die beiden neuen Module betreffen würde. qualiman schlägt ja einen WEchselrichter vor, der auf 4,76kWp begrent ist. Aber brauch ich den? Ich habe doch schon nur einen SunnyBoy 4000-TL 20. der ist ja an sich schon auf 4000W begrenzt, mehr geht ja gar nicht.


    Könnte es evtl. doch eine Lösung sein, hier die Clearingstelle anzurufen? Ich sehe ihr seid euch auch nicht ganz sicher, ob das jetzt als eine oder zwei Anlagen zu sehen ist ;)


    Grüße
    Philipp

  • Zitat von Hennibal

    Ich sehe ihr seid euch auch nicht ganz sicher, ob das jetzt als eine oder zwei Anlagen zu sehen ist ;)


    Doch, ich denke das ist klar, die Begründung dafür hat braun 1 in seinem Beitrag geliefert: http://www.photovoltaikforum.c…tung-p876915.html#p876915


    Danach sind es 2 Anlagen, lediglich "zum Zweck der Ermittlung der installierten Leistung im Sinne der Absätze 1 und 2 "gelten sie als eine Anlage. Das heisst also die alte Anlage hat Bestandsschutz und muss nicht nachgerüstet werde, die neue Anlage (also die 2 Module) hätten eigentlich von Anfang an den Regeln des EEG 2012 (§6 Absatz 2, Satz 2 a oder b Link: http://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2009/__6.html ) entsprechen müssen :idea:

    mit freundlichem Gruß
    smoker59