Eigenverbrauch für grossen Dauerverbraucher

  • Hallo !


    Ich hätte hier mal ein interessantes Projekt.
    Ich betreibe eine Kabelfernsehanlage in einem kleinen Ort in Österreich, diese verbraucht inklusive
    der Kopfstelle und der Verstärker ca 5KW rund um die Uhr = 120kw/h/Tag. :?


    Ziel währe es, die Verbrauchskosten durch eine Photovoltaikanlage zu veringern.
    Weiters wird USV benötigt. (die jetzigen Geräte sind 15 Jahre alt und sollen ersetzt werden).
    Einspeisen ins Netz ist nicht geplant, bekomme keine nennenswerte Vergütung dafür.
    Dreiphasig (kein Drehstrom ! )ist notwendig wegen Notstromgenerator. Phasenlast fast gleichmässig.


    So jetzt die Frage:
    Wie soll ich das angehen? :roll:
    Sinnvolle Grösse der Photovoltaik, AC oder DC coupling, Batterie, welche Geräte :?:


    Würde mal um ein paar Meinungen bitten.


    mfg Geri

    3200 W Inselanlage mit 24 Volt Verbrauchern und Victron 24/5000, 1200Ah/24V OPZS Batterie, Midnite 150 lite Laderegler, Danfoss Unilynx 3400 AC - gekoppelt.

  • Soweit ich mich mal in die in Österreich geltenden Bestimungen eingelesen habe, ist der Netzparallelbetrieb zwar dem Netzbetreiber zu melden, dieser hat ihn aber 'hinzunehmen', bzw. kann ggf. seine Einwände äußern?
    Das solltest du ggf. klären.


    Wenn es so 'einfach' ist, wäre für mich der Weg der, die PV-Anlage so zu dimensioneren, dass sie unterstützend wirkt, aber keinesfalls mehr leistet, als die Kabelfernsehanlage benötigt.


    Gehe ich also von einem Bedarf von permanent 5000W aus, würde der Fronius RL 5.0-3 gut passen. Das sollte gewährleisten, dass du nichts verschenkst und dennoch tagsüber einiges an Strom selbst erzeugst.


    Damit sollten etwa 10-15% deines jährlichen Bedarf gedeckt werden können. Verdoppelst du die Größe der PV-Anlage, sollten es etwa 15-20% werden. Hier fängst du an, bereits einiges zu 'verschenken'. Weiteres Verdoppeln bringt dir nur noch geringe Steigerungen.

    Dieser Beitrag wurde aus 100% Recycling-Photonen erstellt

  • Wenn sowieso eine USV benötigt wird, dann Folgender Vorschlag:


    Soviel PV wie nötig um im Sommer Tagesbedarf zu decken, wahrscheinlich mind. 30 kwp, sollte im Sommer 120kwh liefern, dann über Laderegler in Batterie, Nachtbedarf also bald 50-60kwh, also brauchst Du eine Megabatterie mit ca. 200kwh, d.h. bei 48V 4000AH, danach 3 Inselwechselrichter.
    Das sollte mind. 60 % deines Jahresbedarfes decken. die Batterei dürfte bald 20000€'kosten, die PV 25000, die Wechselrichter 10?, insgesamt 60.000€ ganz grob. dafür sparst Du 120*365*60%=26000kwh im Einkauf, sind sicher auch in Österreich 5-6000 €, warst also in 10 Jahren amortisiert. Vielleicht werden es auch 12 ist alles nur geschätzt...

    Hybridinsel, 3 phasig, 3 XTM 4.000, 2 Variotrack, BSP, Staplerbatterie 775 AH 48V, eff. ca. 8 kwp (4,75 auf SO und 5,25 auf NO), 250er Yingli
    PoorMan'sTesla=PMT=Renault Fluence und 120l Elektroboiler als Überschußverwerter...

  • Hmm, 40KWp auf 8 Studer Vario VT-80. Als Akku 4 mal 48V/1000Ah. Als Wechselrichter 3 Studer XTender XTM 4000-48.


    Alle hier genannten Studer Geräte arbeiten zusammen. Ein Laden über Notstromer und PV gleichzeitig ist synchronisiert. Jeder VT-80 verwaltet 5KWp, jeder XTM bringt 3500W Dauerleistung. Die Studer können den Notstromer bei Bedarf starten, wenn mal der Strom länger ausfällt. Der reguläre Betrieb über Akku kann eine andere Spannungsgrenze (oder Kapazitätsgrenze, wenn der Batteriemonitor mit eingekauft wird) haben als der USV Betrieb. Ein Starten des Notstromers ist wiederum bei einer anderen Grenze einstellbar. Die 3 XTM können zusammen mit 48V/150A den Akku über Notstromer/Netz nachladen, das sollte bei dem Verbrauch langen. Da die Akkus kaum über 40% entladen werden, stehen im schlechtesten Fall weitere 40% für den USV-Betrieb zur Verfügung.


    1 VT-80 kostet 660,-€
    1 XTM 4000-48 kostet 2210,-€
    1 Staplerakku 48V/1000Ah kostet ca 4500,-€


    8*660 + 3*2210 + 4*4500=29910,-€
    Dann fehlt noch die PV und das Installationsmaterial.


    Ich denke nicht, dass das alles unter 80000,- raus kommt. Aber die Effizienz sollte höher sein, als von Zellenschaden angenommen. Ja, der Akkustrom wird wohl nur auf (0,98*0,8*0,96=0,75) ca 75% Effizienz kommen, aber der direkt verbrauchte Strom tagsüber kommt immerhin noch auf (0,98*0,96=0,94) rund 94%. Abzüglich der Verluste der PV selbst und der Anschlusskabel. Im Schnitt sollten >30% Direktverbrauch drin sein. Overall würde ich also eher mit zumindest 75% rechnen.


    Ohne Ort lässt sich freilich nicht viel zu der Größe der PV sagen. Hängt ja davon ab, was das KWp bei dir so bringt. Ist auch die Frage, ob normale Module da Sinn machen (Schneelast?).

    Halbinsel 3,44KWp, 48V/250Ah Staplerakku, TriStar MPPT60, 2 Studer XTM 2600-48
    TriStar TS60 mit 3KW Heizstab als Dump für den Überschuss

  • Die 48 Volt liegen nahe, es wäre auch zu schauen, mit welcher Spannung die Technik läuft, oft sind dort 48 Volt Netzgeräte drin, für das weitere Vorgehen, ist die Frage entscheidend.


    Bei 5 KW Ascend Verbrauch, ist evtl. auch zu überlegen, ob die 4 Wintermonate nicht ein (Gas) BHKW sinnvoll wäre, sofern es ein Wärmeabnehmer in der Gemeinde (Hotel, etc.) gibt .

  • geri73
    helplesses und mein Vorschlag sind praktisch die Gleichen, der Unterschied ergibt sich aus einer großeren Dimensionierung der PV bei helpless. Tendenziell gehen beide aber in genau die gleiche Richtung, wenn realisierbar kostet es einen Haufen Geld, der aber irgendwo zwischen 10 und 13 Jahren wieder hereingeholt ist. Danach kostet Dein Strom nichts mehr, sofern die Apparaturen durchhalten. Aber selbst wenn dann Teile ersetzt werden müssen, sollte es rentabel bleiben.
    Du musst mal schauen wieviel PV Du an Deinem speziellen Ort wirklich benötigst (Unter pvgis gibt es einen Solarertragsrechner, der gibt Dir eine gute Ausgangsbasis). Dann prüfen, ob und wo Du wie die Module aufstellen kannst, danach Dimensionierung der Laderegler und der Inselwechselrichter, sowie der Batterie... dann so gut wie fertig!

    Hybridinsel, 3 phasig, 3 XTM 4.000, 2 Variotrack, BSP, Staplerbatterie 775 AH 48V, eff. ca. 8 kwp (4,75 auf SO und 5,25 auf NO), 250er Yingli
    PoorMan'sTesla=PMT=Renault Fluence und 120l Elektroboiler als Überschußverwerter...

  • Zitat von Gerold G

    Soweit ich mich mal in die in Österreich geltenden Bestimmungen eingelesen habe, ist der Netzparallelbetrieb zwar dem Netzbetreiber zu melden, dieser hat ihn aber 'hinzunehmen', bzw. kann ggf. seine Einwände äußern?
    Das solltest du ggf. klären.


    Wird dann ein Rücklaufgesperter Zähler installiert?


    Bei den Strompreisen in Ö würde ich den Akku nicht so groß dimensionieren. Welche Ausfallzeit muß bei der USV garantiert sein?


    3x XTM 2600-48 genügen auch

    Elektromobile: Renault ZOE ZE40 Car Sharing und Pedelec

  • Ich wuerde eher AC - coupling Richtung gehen , und die Anlage eher kleiner auslegen , gegebenen falls nur ein paar Sonnen Stunden in die Nacht "retten" an guten Tagen , klar die Batterie nur soweit entleeren , das noch genuegend Akku kapazitaet fuer die USV funktion bleibt , bis jemand vor Ort ist um den Dieselgenerator zu reparieren :mrgreen: , :wink:


    Victron Multi Plus oder SMA Sunny Island sind da eine gute Wahl wenns um Inselwechselrichter zur AC coupling geht (wobei ich mir beim Victron sicherer bin , das eine USV Funktion einwandfrei funktioniert )



    Gruss


  • Wenn die Anlage rund um die Uhr gebraucht wird, würde ich versuchen, den Nachtstrom komplett mitabzudecken (zumindest im Sommer) Die Verluste bei DC-AC sind nur geringfügig kleiner, solange Direktverbrauch tagsüber möglich. Die Verluste bei AC DC AC in der Nacht sind deutlich höher. Warum also den Aufwand die PV zu splitten, wenn alles fast genauso gut über DC AC geht. Ich hab jetzt den Artikel nicht da, aber bei Direktverbrauch reden wir wohl nur 2-3% Differenz, dafür ist die Anlage deutlich unkomplizierter. Und wenn die Batterie auf regulär DOD 20 ausgelegt wird, bleiben 60% für die USV, was dann praktisch 1,5 sind Tage sind. Ob es da überhaupt einen Generator braucht ist zu hinterfragen, solange wird wohl in Österreich kein Netz ausfallen. Wenn der Generator vorhanden ist, kann er selbstverständlich eingebunden werden.

    Hybridinsel, 3 phasig, 3 XTM 4.000, 2 Variotrack, BSP, Staplerbatterie 775 AH 48V, eff. ca. 8 kwp (4,75 auf SO und 5,25 auf NO), 250er Yingli
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  • Geri, wo in Österreich steht denn dein kleines Dorf? Wo könnte eine PV Anlage installiert werden, Dach oder besser Freifläche?
    Was wäre deine Budget Vorstellung? Wie sieht es mit dem Schnee im Winter aus? Habt ihr viel und lange Schnee?
    Wenn du mehr als 15% (im Winter weniger) des Tagesbedarfs (120 kWh) abdecken willst, geht das nur mit PV + Batterie.
    100% Abdeckung incl. der Wintermonate kann man wegen Kosten ausschließen, es müsste also eine Hybrid Anlage werden, zB mit SB/SI.