• Ist "teuer" für die "Rettung des Planeten" nicht irrelevant, vor allem dann, wenn man die negativen Einflüsse der Erneuerbaren auf die Umwelt berücksichtigt: Vogel-/Insektenschreddern, Ressourcenverbrauch bei der Gewinnung von Rohstoffen (e.g. Lithium) etc?

    Wenn ich dann noch die ungelöste Thematik um den Begriff der "Dunkelflaute" berücksichtige, kann Atomkraft als unterstützende Energiequelle m.E. nicht einfach so wegdiskutiert werden - zumindest nicht mittelfristig.

    Im Gegensatz zu vielen hier bin ich AKW nicht grundsätzlich ablehnend eingestellt, wie man im entsprechenden Thread dazu nachlesen kann. Ich halte sie aber aus diversen Gründen für Mitteleuropa für ungeeignet.


    Neue Atomkraftwerke sind hierzulande auch ungeeignet die "Dunkelflaute" abzudecken.


    Darüber hinaus könnte ein neues AKW in Deutschland vielleicht 2035 in Betrieb gehen, was wollen wir dann noch damit?


    Die Ergänzung zu Solar- und Windkraftanlagen in Deutschland sind Gaskraftwerke.


    Heute ist das Methan noch Erdgas, künftig kann es eine Mischung sein.


    Ich hab auf die Schnelle keine konkrete Zahl, schätze aber den Heizwert der Biogasproduktion in Deutschland im letzten Jahr auf ca. 100TWh.

    http://www.fnr.de/fileadmin/al…daten_Bioenergie_2018.pdf

    Im Stoffstrom kommen auf 60% Methan noch grob 40% CO2, welches sich über Sabatier mit grünem Wasserstoff ebenfalls zu grünem Methan "aufwerten" ließe. Dann noch etwas Wasserstoff direkt in die Gasnetze und 200TWh grüne Gaserzeugung aus Deutschland erscheinen jetzt nicht mehr sonderlich spektakulär.


    in Gasturbinen, Gasmotoren und BSZ eingesetzt, lassen sich damit 60-70TWh Strom bedarfsgerecht und hoch flexibel produzieren. Das sollte für die Stromwende zu 100% EE schon reichen und reicht auf alle Fälle um die Dunkelflauten gut zu füllen.

    Das ganze könnten wir auch 2030 schon haben und teurer als ein paar relativ nutzlose AKW ist es auch nicht.


    Hier kann man sich mit diversen Szenarien spielen:


    http://www.energieversorgung-e…e/SzenarienGenerator.html


    weder braucht es sonderlich viele Speicher noch braucht es sonderlich viel Gas, um die Energiewende in Deutschland zu schaffen. Kernenergie und Kohle braucht es garnicht.


    MfG

    24x Sanyo 205 HIP = 4,92kWp

  • Neue Atomkraftwerke sind hierzulande auch ungeeignet die "Dunkelflaute" abzudecken.

    Das Problem bei AKWs ist, daß sie zum Regeln zu träge sind.
    AKWs sind klassische Grundlast-Kraftwerke. Um kurzfristige Schwankungen bei den EEs auszugleichen, dafür sind sie nicht geeignet.


    Darüber hinaus könnte ein neues AKW in Deutschland vielleicht 2035 in Betrieb gehen, ...

    Oh, ein Optimist ... ;-)

    Wenn sowas nochmal gebaut werden sollte, dann hoffe ich, daß sie auch die richtigen Dübel verwenden ...

  • Noch lokal begrenzte Ereignisse wie der syrische Bürgerkrieg, der seine Ursache in den Folgen der Überbevölkerung des Staatsgebiets hat, kann nichtmehr durch Migration in andere Weltgegenden gelöst werden. Eine Lösung die bisher seit ca. 1800 nur deswegen funktioniert hat, weil es damals noch reichlich bewohnbare Gebiete mit sehr geringer Bevölkerung (die man häufig gleich noch massenweise ermorden konnte) gab. Diese "Lösung" ist inzwischen obsolet geworden. Der weitere Anstieg der Weltbevölkerung dauert auf geringerem prozentualem Zuwachs, aber auf hoher Basis weiter an, obschon auch hier die "Grenzen des Wachstums" deutlich überzogen wurden - jedenfalls, wenn wirklich alle Menschen gleich sein sollen.

    Es läuft wohl im 21. Jahrhundert auf 10 Milliarden Menschen +/- hinaus.


    Da Genozid keine Option ist muss man die beiden Hauptprobleme lösen und das ist die energieversorgung für diese 10 Milliarden Leute (und 2 Milliarden + x PKW) und auch die Nahrungsmittel bereit stellen.


    Zu letzterem gibt es hier einen Lösungsansatz. Im Gegensatz zur Energiewende kann das heute schon jeder für sich ausprobieren und umsetzen:


    https://www.thelancet.com/commissions/EAT

    24x Sanyo 205 HIP = 4,92kWp

  • wo kommt dieser "deckel" eigentlich her? hat da irgendein staatssekretär eine komission einberufen und die haben mit spitzem bleistift gerechnet was an erneuerbarem strom notwendig/förderfähig/erträglich ist? aber solch ein (unsinniges) ausbaulimit ist doch nicht bis in alle ewigkeit in stein gemeißelt?

    Der kommt aus der Zeit mit 7-8GW PV Zubau, wo ich schon seinerzeit warnte, dass das das ganze EEG gefährdet, die Leute hier aber der festen Überzeugung waren, man dürfte die hohen PV Vergütungen keinesfalls absenken. Findet sich sicher noch in den Untiefen des Forums. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich hier als Saboteur der Solarbranche angefeindet wurde...

    24x Sanyo 205 HIP = 4,92kWp

  • Könnte ich ca. 55 Jahre zurückdrehen, ja, ich würde sicher freitags lieber auf die Straße gehen um Demokratie praktisch zu erleben. Und wenn die Klima-Frontfrau nun überhaupt nicht mehr zur Schule geht, dann bräuchte ich nur noch "fortschrittliche" Eltern, die es für gut und richtig befinden, wenn Sohnemann ab sofort "zu Hause" bleibt.

    Das "Taschengeld" sollten sie mir aber noch aufstocken, weil ich dann was fürs Klima getan habe ..... was eigentlich?

    (Plakat hochhalten und Forderungen stellen an Politiker, denen die eigene Karriere wichtiger ist, wie das ganze andere "Drumherum")

    Greta hat in ihrem kurzen Leben schon weit mehr erreicht als Du und ich zusammen jemals erreichen werden. Ich zumindest werde wohl keine Audienz beim Papst bekommen und bis zum französischen Präsidenten oder einem Vortrag beim Weltwirtschaftsforum hab ich es auch noch nicht geschafft. Mit nur in der Schule rumhocken ist es dann halt auch nicht getan.


    Du?

    24x Sanyo 205 HIP = 4,92kWp

  • Ich bin (als gelernter Kernphysiker) auch nicht prinzipiell gegen AKWs... mir wäre zB. lieber gewesen wir hätte 2011 erstmal Kohle statt AKW abgeschaltet (weil ich das Klima für das dringlichere Problem halte).


    Ich bin aber auch der Meinung, dass die meisten Menschen/Länder/Firmen einfach zu doof & gierig sind um so ein Ding sicher zu betreiben. Sicher ist halt auch (zu) teuer... 2 krasse Störfälle in 50 Jahren sollten reichen. Das gleiche gilt fürs Endlager... Ich möchte einfach niemandem so nen Dreck hinterlassen.


    Wenn Homer Simpson in nem Gaskraftwerk rumturnt ist mir das bedeutend lieber!

    9.5kWp Ost/West (-100°/80°, DN 45°), 17+21 Solarworld protectSW250 & SamilPower SolarLake 8500TL-PM (70% hart) ab 3'2015


    LuschenPraktikant L:3 (mit sagenhaften 0.021kWh/kWp am 10.1.2017)

  • Wo sind denn unsere Ozonlöcher geblieben? Hat die der Deutsche auch geheilt oder der Chinese mit seiner Luftverschmutzung?

    Die Ozonkonzentration ist auch heute immer noch nicht auf dem Niveau der vor FCKW Zeit.


    https://www.welt.de/wissenscha…and-immer-schwaecher.html


    Hätte man damals die FBKW statt der FCKW verwendet, die ähnlich gut funktionierten aber mal eben weitaus zerstörerischer sind hätte die Erde angeblich 1970 schon keine Ozonschicht mehr gehabt. Wie der Planat und die Ökosystemen unter einem dauerhaften UV-B Bombardement heut aussehen würden kann man sich dann ja in der Phantasie ausmalen.


    Dass es nicht soweit kam war ungeplanter Zufall und dass die Menschheit das Problem nicht noch viel schlimemr gemacht hat lag am weltweiten großen Umweltabkommen, nicht am Problem leugnen.


    Nicht neu, aber dennoch sehr spannend zu lesen:

    https://www.zeit.de/2007/37/A-Montreal-Protokoll

    24x Sanyo 205 HIP = 4,92kWp

  • Zitat von ragtime

    Ich bin (als gelernter Kernphysiker) auch nicht prinzipiell gegen AKWs... mir wäre zB. lieber gewesen wir hätte 2011 erstmal Kohle statt AKW abgeschaltet (weil ich das Klima für das dringlichere Problem halte).

    Das bin ich nun nicht - mein "Damaskus" war "Gundremmingen" 1977 - "Der Reaktorblock erlitt bei dem Störfall einen wirtschaftlichen Totalschaden" - wenn auch nicht Kernphysiker, habe ich mehrere Jahre in einen inzwischen stillgelegten AKW (stiller geht nicht - wenn dann noch die 51 Castor-Behälter ein sicheres Plätzchen finden würden...) gearbeitet.


    In einer quasi "Kommandoaktion" sollte nach dem "beinahe GAU" öffentlichkeitswirksam, schnellstmöglich der havarierte Uraltblock Gundremmingen wieder "ans Netz gehen". Seht - es hat was nicht so recht geklappt - aber läuft wieder... Nun ist diese Amischleuder wohl kein Vergleich mit unseren absolut sicheren Nachbauten. Aber das Potential zu einem "deutschen Tschernobyl" - wohl deutlich kleiner, aber immerhin, war gegeben. Ich habe dort einige Wochen als Teil des damaligen "Kommandos" versucht die immensen Schäden im Inneren zu beseitigen. Eine Tätigkeit die mir zu allerlei Einsichten verholfen hat.


    Auch die beiden nun "stillen" Blöcke kannte ich auf Grund einiger ganz besonderen Aufgaben sozusagen "in- und auswendig" - wenn sicher auch nicht auf dem Niveau eines Kernphysikers.


    Ich glaube, eigentlich bin ich durch Tatsachen überzeugt, der größere Teil der damaligen Bevölkerung war sich über diesen "Störfall" keineswegs im klaren - ist ja nix passiert....


    Es gibt der Fairness halber, gute konstruktive Gründe, warum die alle später gebauten dt. AKW deutlich sicherer waren und sind, als diese Kiste. Die sowjetischen AKW in der exDDR dürften eher unter die Rubrik "so bitte, bitte nicht" fallen. Aber da fehlen mir die notwendigen "Einsichten"


    Hier noch ein Artikel der "Augsburger-Allgemeinen" mit Bild vom kaputten Uralt AKW vorne links : "Der lange Abschied vom Kernkraftwerk Gundremmingen" Im Text wird das havarierte AKW zwar erwähnt, aber vom Grund der Stilllegung und den damaligen "Störfall" keine Silbe - nur eine halbe Lüge "Zuvor hatte es nur deutlich kleinere Atomkraftwerke gegeben, überwiegend für Versuchszwecke." Der damalige Störfall begann mit der Unterbrechung der Netzverbindung durch Leitungsbruch und die folgenden notwendige Notabschaltung endete in einem Desaster - ein Desaster bei dem es heftig "menschelte". Meint, das kleine AKW war nicht nur "versuchsweise", sondern recht produktiver Netzbestandteil...

  • Da bin ich bei dir... ich sag ja, "theoretisch" alles schoen und gut ... "praktisch" sollte die Menschheit aber lieber die Finger von Kram lassen, dass das Zeug zum globalen Killer hat. Die neueren deutschen Kraftwerke haette ich meinetwegen noch ein paar Jahre ertragen,... Sorgen machen mir eher die anderen, noch wesentlich aelternen und nach schaecheren Standards betriebenen.

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    LuschenPraktikant L:3 (mit sagenhaften 0.021kWh/kWp am 10.1.2017)