• Bring doch Beispiele - Tante Googel wird Dir helfen - wo erhebliche Teile des "Primärenergiebedarf teils drastisch" sinken können...

    Primärenergiebedarf ist ein Bullshit Begriff aus dem Bereich der fossilen Technologien weil da thermische Verlustleistung drin steckt, Verbrennungsmotoren und Kohlekraftwerke etc haben nunmal mind. 60-70%, teilweise sogar eher 70-80% Verlust weil der Wirkungsgrad so schlecht ist, von daher müssen wir garnicht so viel Energie erzeugen wie Leute die von Primärenergie reden immer behaupten, wir brauchen eher nur etwa ein Drittel der Primärleistung um auf den real genutzten Output der Primärleistung zu kommen.

    Zitat von John Perry Barlow

    I'm a free-marketeer. I believe in free markets, but... sometimes you have things that look like free markets but aren't because of artificial reasons. I'm not very happy with the current state of what calls itself free market economy in the world because you've got all these grotesque monopolies that are able to game the system in a way that's to their advantage by virtue of their power, and that's not a free market.

  • Nun Strom ist halt 100% Exergie, thermische Energie nicht. Weswegen man immer die Endenergie, nicht die primärenergie betrachten sollte, also die Nutzbare Energie im Sinne von Bewegung etc. Die Zahlen von Fraunhofer sind da recht klar, mit 800-1000 TWh elektrischem Strom hat man den kompletten Ernergiebedarf von heute + den Zuwachs bis 2050 abgedeckt. Wie man sieht sind die 600TWh Strom da schon der grössere Teil. bbei 1000TWh ist dann auch schon die Rohstoffversorgung der Chemie über PtL sowie die synthetischen Kraftstoffe für die Luftfahrt etc. dabei.

    Davon hat man heute erst gut 20% geschafft, richtig. Aber man hat jetzt das WErkzeug für die übrigen 75%.

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
    Trockenplatzdach 2,6kW zum Spielen :)

  • Dazu ein paar Fakten vom Umweltbundesamt, wieviel "Primärenergie" bei der Elektrifizierung gar nicht mehr benötigt wird. Einfach nur um die Zahlen von hfrik etwas genauer aufzuschlüsseln und zu bestätigen. Kann jeder selber nachlesen:


    Verkehr: Bei Elektrifizierung von 40 Millionen PKW würde ein zusätzlicher Bedarf an elektrischer Energie von 90 TWh entstehen, also 15% des heutigen Gesamtstromverbrauchs. Gemittelt übers Jahr ist das eine Leistung von etwa 250 W pro PKW. Der Primärenergieverbrauch (als Maß für die CO2-Belastung) liegt bei BEV um den Faktor 3-4 niedriger. Allein die Bereitstellung der 46 Mrd Liter Kraftstoff erfordert etwa 10% der Primärenergie, im wesentlichen Prozesswärme.


    Wärme: Der gesamte Wärmebedarf in D liegt bei etwa 1400 TWh, etwa 1000 TWh werden heute davon fossil erzeugt. Ein Großteil davon ist Niedertemperaturwärme und -Kälte, die mit etwa

    250 TWh

    Strom substituiert werden könnten. Private Raumwärme inkl. WW hat einen Anteil von etwa 555 TWh, 400 TWh davon fossil, der Ersatz durch WP würde ohne jede weitere Dämmmaßnahmen nur etwa

    100 TWh

    Strom kosten.

  • Exakt gerade bei der Niedertemperaturwärme sind aber für die nächsten noch 30 Jahre auch spürbare Dämmassnahmen vorgesehen um die 250 TWh elektrisch entsprechend zu reduzieren. Teils durch sanierung der gebäude, teils durch Neubau von Gebäuden, es ist aber inzwischen eingeplant dass es auch noch unsanierte gebäude geben wird, weil die Sanierungsquoten bisher einfach niedriger sind als sie sein müssten.

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
    Trockenplatzdach 2,6kW zum Spielen :)

  • NoOne


    Den "Bullshit" muss man aber leider noch ein Weilchen recht detailliert verstehen um Schlüsse zu ziehen. Da das Thema besonders auch massiv Besitzstände betrifft, wird jeder noch sehr lange mit diesen "Darstellungen" leben müssen.


    Wie zäh da um selbst kleinste Veränderungen gestritten wird und welche sehr reale Probleme es gibt, zeigt doch schon die "unendliche Geschichte" des EEG. Wie schwierig der reale Umstig sein wird - ein Beispiel dafür sind die besonders energiehungrigen Produktionsbereiche. Ob dort Neumaterial hergestellt wird oder ob es sich auch um Recyclingprozesse handelt - beides wird z.Z. noch über fossile Energieträger "dargestellt". Da trifft Besitzstandswahrung auf notwendige Veränderungen. Sehr tiefgreifende Veränderungen.


    Da helfen auch starke Worte wie "Bullshit" womöglich nur dem eigenen Ego.

  • Das man da kontinuierlich drängeln und schieben muss und den inneren Schweinehung über den Geldbeutel antreiben muss: geschenkt. Dafür gibt es ja auch die Diskussionen in Foren um die Mitdiskutanten zu informieren und mit guten, stichhaltigen Argumenten in die richtige Richtung zu schieben.

    Daher muss man dann die Argumentation über die Primärenergie auch mal als das bezeichnen was sie ist. Es ist wichtig zu verstehen dass man, wenn man die aktuell 600TWh Strom erledigt hat schon über der Hälfte ist.

    Es ist ebenso wichtig zu verstehen, dass die hinzukommenden Verbraucher aus dem Wärme und dem Verkehsbereich auf Grund ihrer Batterie und Wärmespeicher die Integration von mehr EE im Stromnetz fördern. Es wird also leichter mit höheren EE-Anteilen im Stromnetz zu fahren wenn man den Bereich Wärme und Verkehr elektrifiziert hat.

    Ein oft gebrachtes Argument man solle doch erst einmal den strombereich auf EE umstellen und dann erst den Wärmesektor und den Verkehr angehen ist entsprechend bullshit im quadrat. Denn es ist nicht nur blödsinn, es ist sogar noch hochgradig schädlich. Denn man muss dan Massnahmen im Stromnetz bauen die nach Umstellung von Wärme und Verkehr schlicht überflüssig sind. Und wir reden da dann über richtiges Geld. Also 11 Stellen oder 12 Stellen vor dem Komma.

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
    Trockenplatzdach 2,6kW zum Spielen :)

  • Nun ja - manchmal muss man auch andere Meinungen zur Kenntnis nehmen - besonders, wenn sie gut fundiert auf Probleme eingehen die eher wenig technisch sind. Ich empfehle mal diese Meinung : "The true feasibility of moving away from fossil fuels" (09.04.2019)


    Ein Satz zu dem was aus guten Gründen wegfallen muss, um rechtzeitig "Ersatz" zu finden, bevor es auf chaotische Weise einfach nicht mehr in ausreichender Menge und oder bezahlbar zur Verfügung stehen wird.


    Diese notwendige Transition birgt jede Menge Gefahren die weniger in der techn. Realisierung begründet sind. Was das so oder so wegfallen muss, hinterlässt in der gewohnten Ökonomie große Lücken. Das wird besonders drastisch wirken, wenn es in sehr kurzer Zeit vonstatten gehen muss. Jeder "überflüssige Verbrauch" hat Nutznießer, bis nach ganz "Unten" ob "uns" das nun gefällt oder wohl eher nicht.


    Die Meinung zu all dem wird maßgeblich von "Wirtschaftsfachleuten" geprägt. Die Probleme der politischen Durchsetzung sind wesentlich größer als es die rein technische Seite sein kann. Darum geht es, und eben nicht ob die Einzelheiten nun real oder einfach nur "Bullshit" sind. Wie wenig offensichtlich "Techniker" davon verstehen, wird sichtbar, wenn jemand durch die politisch instabilsten Zonen mal "ebenso" eine Leitung verlegen will. Das mag ja techn. problemlos machbar sein, aber schon das Beispiel von üblichen Pipelines, die weitgehend im eigenen Einflussraum EU verlaufen, sollte auch dem Naivsten klar machen wo da die Probleme liegen.


    Das das "Königreich" gerade erst dabei ist, selbst EE für sich nutzbar zu machen und Anlagen die ausschließlich dem Stromexport dienen sollen, keineswegs ganz vorne auf deren Liste stehen können, zeigt wie illusionär so mancher Ansatz doch ist.


    Ganz offensichtlich ist das Denken "aus der Werkzeugtasche" heraus, hinein in die politische Realität, nicht oder nur rudimentär vorhanden.

  • Verkehr: Bei Elektrifizierung von 40 Millionen PKW würde ein zusätzlicher Bedarf an elektrischer Energie von 90 TWh entstehen, also 15% des heutigen Gesamtstromverbrauchs. Gemittelt übers Jahr ist das eine Leistung von etwa 250 W pro PKW.

    Wie bist du auf die Leistung von 250 W gekommen? Erschließt sich mir nicht, was die bedeuten soll. Müßte es nicht eine Einheit in kWh sein?

  • Nun, man beobachte einfach was z.B. Saudis, Tuneseir, Marokkaner, Ägypter, Israeli, etc... an Leitungen mit der EU zusammen oder zu ihren Nachbarn bauen wollen und warum. Die haben exakt die identischen "Probleme " mit schwankender EE-Erzeugung, die man durch stärkere Anbindung an die Nachbarn und Einbindung in die grossen Verbundnetze für (relativ) kleines Geld beseitigen kann. Das schöne an den EE ist ja, dass man nicht auf ein spezielles Land angewiesen ist, der Ausgleich funktioniert in viele Richtungen. Man kann statt gegen Solarstrom in Saudi-Arabien auch Solarstrom von einem anderen Land nehmen, aber auch im Winter überbordenden Windstrom von Island, Grönland,Spitzbergen & Co.

    Man muss eigentlich nur durch genügend lange Leitungen in verschiedene Richtungen genügend viel "anderes" Wetter mit unserem Wetter vernüpfen und ausgleichen, und für ausrecihede Redundanz Leitungen durch verschiedene Länder (Wegeredundanz) legen.

    Ist eigentlich nicht schwierig, man muss nur machen. Das einzige was man wirklich falsch machen kann ist nichts tun.

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
    Trockenplatzdach 2,6kW zum Spielen :)