Verschiedene Bleibatterien parallel/quasi als Überlauf

  • Hi Speicherfreaks :mrgreen:


    Was genau ist der Grund, warum man verschieden große und verschieden alte Bleiakkus nicht parallel klemmen soll? Irgendwas mit verschiedener Innenwiederstand und Ausgleichsströme... Ich weiß, ist bestimmt schon oft diskutiert worden, aber vielleicht nochmal für mich zum Mitmeißeln.


    Hintergrund:
    Ich könnte günstig an ein paar ausgemusterte USV Batterien kommen in Größenordnungen. Wenn parallel an meinen bestehenden Akku zu klemmen keine gute Idee ist, was ist dann die beste Möglichkeit, die Kapazität trotzdem mit zu nutzen?


    Nehmen wir an es gibt Hauptakku und Zweitakku, beide 24 Volt.


    Ich hab da an zwei Ladegeräte gedacht:
    - das eine lädt immer dann den Zweitakku, wenn der erste voll ist und Überschuss herrscht
    - das andere lädt den Hauptakku aus dem Zweitakku, wenn der Zweitakku einmal voll geladen wurde und die Spannung vom Hauptakku unter x liegt.


    Es soll also wie eine Art Überlauf beim Regenfass in ein zweites Fass funktionieren, bei Bedarf pumpt man dann zurück.


    Macht das so Sinn und gibt es dafür einfache und fertige Teile, die die Schaltung mittels der benannten Spannungsgrenzen ermöglichen?


    Bastel

  • Eine Möglichkeit ist, eine zweite Akkubank aufzubauen und zwischen beiden umzuschalten.
    Bei Überschuss lädst du die erste Bank voll und schaltest (am besten bei Dunkelheit) auf die zweite Bank um.
    Kommt nun längere Zeit weniger als erwartet rein, kannst du die zweite Akkubank zur Verlängerung deiner Reichweite nutzen und musst die Akkubänke jeweils nicht so tief entladen.
    Natürlich besteht das Risiko der Sulfatierung, wenn eine der Akkubänke längere Zeit nicht aufgeladen werden kann. Zumindest im Sommer sollte das aber funktionieren.


    Alternative wäre eine reine Überschussnutzung, indem du entweder über den Victron bei Überschuss ein AC-Ladegerät anschmeisst, welches die zweite Batteriebank lädt oder über den Outback ein DC-Ladegerät[1] für die zweite Bank schaltest.
    An der zweiten Akkubank dann deine 'Überschussverbraucher'. Der Vorteil wäre eine gezieltere Überschussnutzung, als das mit nur einer Akkubank möglich ist.
    Du kannst dann Überschuss auch während der Nacht brauchen, bzw. eben dann, wann immer du ihn brauchst. Natürlich wäre auch ein Rückladen in den 'Hauptakku' möglich. Allerdings sehe ich diesen Fall eher selten: Wenn du Überschuss hast, ist das meist anhaltend und zur Langzeitspeicherung sind die Akkus wenig geeignet.


    [1] Bevor du ein DC-Ladegerät anschaffst: Über einen Morningstar Tristar ist per Umleitungsregelung das Laden der zweiten Akkubank ebenso möglich und das wäre ggf. preiswerter.

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  • An einen Umleitungsregler hab ich auch schon gedacht. Vorteil wäre dass das Laden bei Überschuss vollautomatisch geht.


    Ideal wäre eine Lösung bei der ich keinen zweiten Wechwelrichter brauche. Das Rückspeisen (also Verwendung der Überschüsse im Zweitakku sollte auch vollautomatisch erfolgen. Z.B. wenn Spannung Zweitakku höher als Spannung Hauptakku --> Rückspeisen per Ladegerät. Im Idealfall dann auch wieder mit Umleitungsregler oder einfach nur Laderegler?


    Was gibts noch für Möglichkeiten der intelligenten Parallelschaltung, an die ich noch gar nicht gedacht habe 8)


    Bastel

  • Zitat von Bastel

    Das Rückspeisen (also Verwendung der Überschüsse im Zweitakku sollte auch vollautomatisch erfolgen. Z.B. wenn Spannung Zweitakku höher als Spannung Hauptakku --> Rückspeisen per Ladegerät.


    Im einfachsten Fall über eine Diode:
    Hauptakku wird geladen, Zweitakku aber erst bei Überschuss (über z.B. TS45)
    Sinkt die Spannung des Hauptakku unter die des Zweitakku, wird dieser mit entladen. Verbraucher am Zweitakku entladen aber nicht den Hauptakku. Du lädst dann zwar nicht den Hauptakku aus dem Zweitakku aber die Last verteilt sich auf beide Akkus.


    Möchtest du tatsächlich laden, wäre ein gangbarer Weg über ein DC-Ladegerät und zwei Relais. Zum Beispiel könnte der Victron am Hauptakku bei geringer Spannung ein Relais schalten, dessen Ausgang in Reihe mit dem Ausgang eines zweiten Relais geschaltet ist. Das zweite Relais hängt an einem Batteriewächter, der dieses hält, solange die Zweitakkuspannung nicht unter eine Mindestspannung fällt.
    Somit ist das Ladegerät nur in dem Fall aktiv, wenn der Hauptakku geringe Spannung aufweist und der Zweitakku eine Mindestspannung. Hystereseeinstellungen hat der Victron. Der zusätzliche Batteriewächter am Zweitakku muss auch entsprechend einstellbar sein.

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  • Zitat von Gerold G


    Im einfachsten Fall über eine Diode:
    Hauptakku wird geladen, Zweitakku aber erst bei Überschuss (über z.B. TS45)
    Sinkt die Spannung des Hauptakku unter die des Zweitakku, wird dieser mit entladen. Verbraucher am Zweitakku entladen aber nicht den Hauptakku. Du lädst dann zwar nicht den Hauptakku aus dem Zweitakku aber die Last verteilt sich auf beide Akkus.


    Möchtest du tatsächlich laden, wäre ein gangbarer Weg über ein DC-Ladegerät und zwei Relais. Zum Beispiel könnte der Victron am Hauptakku bei geringer Spannung ein Relais schalten, dessen Ausgang in Reihe mit dem Ausgang eines zweiten Relais geschaltet ist. Das zweite Relais hängt an einem Batteriewächter, der dieses hält, solange die Zweitakkuspannung nicht unter eine Mindestspannung fällt.
    Somit ist das Ladegerät nur in dem Fall aktiv, wenn der Hauptakku geringe Spannung aufweist und der Zweitakku eine Mindestspannung. Hystereseeinstellungen hat der Victron. Der zusätzliche Batteriewächter am Zweitakku muss auch entsprechend einstellbar sein.


    Na klar - ein Diode, da hätte ich auch selbst drauf kommen können :D das wäre dann ein genial einfaches System. Laden bei Überschuss, Entladen automatisch. Nur für den Winter muss man sich was überlegen, z.B. Schwebeladung im Lagerungsmodus, und die Verbindung (Diode) wird getrennt.


    Ich denke so mach ich es - ist einen Versuch wert.


    :danke:
    Bastel

  • Müsste das dann nicht eine ziemlich dicke Diode sein? Und was ist mit dem Spannungsabfall (0.7V bei Silizium-Diode)? Im Prinzip verschenkte Energie.
    Viele Grüße
    Steffen.

  • Zitat von STK

    Müsste das dann nicht eine ziemlich dicke Diode sein? Und was ist mit dem Spannungsabfall (0.7V bei Silizium-Diode)? Im Prinzip verschenkte Energie.
    Viele Grüße
    Steffen.


    Wäre eine solche Diode für die Parallelschaltung geeignet? Ggf. mehrere parallel:
    http://m.conrad.de/ce/de/produ…CC3AE42D9A4EAE3.ASTPCEN08


    40 A
    45 Volt


    Vorteil Schottky-Diode: Geringerer Spannungsabfall, nur ca. 0,4 Volt also 16 Watt Verlustleistung bei Maximalstrom.


    Außerdem soll der Hauptentladestrom ja weiterhin aus dem Hauptakku kommen, maximal 96 Ampere (C/5). Wenn dessen Spannung sinkt, 0,4 Volt unter den Zweitakku, dann würde langsam ein Teil des Stroms vom Zweitakku bezogen. Wenn der kleiner ist als der Haupakku käme doch nie mehr als die Hälfte des Stroms (also 48 A) vom Zweitakku, eher deutlich darunter oder irre ich mich?


    Bastel

  • Gerade beim Stöbern entdeckt:
    http://www.photovoltaikforum.c…-kapazitaeten-t68659.html


    Fazit: Sofern die Technologie gleich ist --> parallel schalten kein Problem


    Mal sehen, vielleicht erübrigt sich die Überlauf-Elektronik dann schon :D


    Bastel

  • Zitat von Bastel

    Wäre eine solche Diode für die Parallelschaltung geeignet? Ggf. mehrere parallel:
    http://m.conrad.de/ce/de/produ…CC3AE42D9A4EAE3.ASTPCEN08


    Ich dachte da eher an eine solche:
    http://www.voelkner.de/product…ky-Diode-Skn-2f50-10.html
    oder
    http://www.voelkner.de/product…Semikron-Skn-71-1600.html


    Mal zum Thema 'C' und Apotheke:
    http://www.reichelt.de/MR-MURS…OUPID=2990;artnr=MBR+1645
    Aber damit schaltest du dich zum Kindermädchen. Auch die Spannung sollte bei mindestens 60V liegen. Zehn Stück parallel mit geeigneten Kühlkörper würde wohl auch funktionieren. Aber auch rein aus optischen Gründen würde ich zu Link 2 greifen. :D

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  • Zitat von Bastel

    Gerade beim Stöbern entdeckt:
    http://www.photovoltaikforum.c…-kapazitaeten-t68659.html


    Fazit: Sofern die Technologie gleich ist --> parallel schalten kein Problem


    Warte erst mal, was für Akkus das genau sind. Eventuell musst du eh noch etwas basteln.
    Sind es AGM, solltest du hinter dem Morningstar zum Laden des AGM auch eine Diode schalten, allein um die Spannung beim Ausgleichsladen nicht zu hoch werden zu lassen.
    Die wenigsten AGM vertragen wirklich mehr als 28,8V (24V-System).


    Ganz einfach wird es nicht, aber unmöglich ist es auch nicht.

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