Vattenfall nimmt 2,6MWh-Batterie in Betrieb

  • Hallo,


    Vattenfall hat gestern in Berlin eine Batterie mit folgenden veröffentlichten Daten in Betrieb genommen (TSP, IWR, Eurosolid):
    - Kapazität: 2,6MWh
    - max. Leistung: 2MW
    - Kosten: 2,2Mio €
    - Hersteller: Eurosolid
    - Technik: LiFePO4


    Zur Wirtschaftlichkeit wurden keine Angaben gemacht. Da diese Seite die spannendste ist, treffe ich mal ein paar Annahmen:
    - max. Entladetiefe: 70%
    - Nominalkapazität bei 5.000 Zyklen, 75% der Nominalkapazität bei weiteren 5.000 Zyklen => Betriebsdauer ~18 Jahre
    - Systemwirkungsgrad: 90%
    - 1,5 Vollzyklen pro Tag im Mittel
    - Preisarbitrage je kWh: 1,5ct (ggf. Zusatzerträge über Regelenergieeinsatz)
    - Betriebskosten: 2% der Investitionssumme p.a. => 44.000 €


    Ertrag p.a. in den ersten 9 Jahren:
    1,5 x 0,7 x 2,6MWh x 0,015€ = 40.950€(!)


    Das hieße, dass gerade mal annährend die Betriebskosten eingespielt würden, eine Refinanzierung der Investition ist nicht mal ansatzweise gegeben.....


    Ich denke nicht, dass zentrale Batteriespeiche auf absehbare Zeit realistisch sinnvoll eingesetzt werden, da ist der Flensburger Ansatz des Elektrodenheizkessels zur Aufnahme überschüssigen (Wind-)Stroms doch ein wenig praxisgerechter.


    Grüße,


    bskf


    P.S.: Vattenfall hat bereits eine Großbatterie in Betrieb: 1MW(h?) zusammen mit Younicos auf Basis von Natrium-Schwefel <klick>

  • Hast du denn irgendwelche Belege für diese Annahmen oder einfach nur frei getroffen?


    Ich schätze die 90% nämlich etwas zu wenig ein, zumindest Ladegerät und WR sollte über 98% schaffen.


    Welche Wartungskosten? Personal?


    Gruß

    6,6kWp West 92°, DN30°; 30xSolon Blue 220 an SB4000TL und 2100TL; 2008
    16,92kWp, davon 5,64kWp Ost 88°, DN30°;24xSchott Poly 235; 11,28kWp Süd -10°, DN10° 48xSchott Poly 235 an STP 15; 2011
    2,35kWp Südwest 72°, DN42°; 10xSchott Poly 235 an SB2100TL; 2011

  • Hi Mühli,

    Zitat von Mühli

    Hast du denn irgendwelche Belege für diese Annahmen oder einfach nur frei getroffen?


    Es sind Annahmen, 'habe ja auch geschrieben, dass es von den Unternehmen keine Angaben gab.


    "Belege":
    - Annahme Entladetiefe: 70% - von Eurosolid
    - 5000/5000 Zyklen: lt. Eurosolid 7.000 Zyklen, ein Absinken der Kapazität über die Zeit ist aber praxisgerechter. Wobei ich ja nicht mal in den Bereich einer Amortisationsrechnung komme.....
    - Systemwirkungsgrad: 90% - Eurosolid gibt für deren 25kWh-System 85% an, da habe ich bereits 5% draufgepackt. In der Wirtschaftlichkeitsrechnung habe ich diesen Verlust noch nicht mal berücksichtigt......
    - 1,5 Vollzyklen pro Tag im Mittel - PSKWs geben i.d.R. einen Zyklus pro Tag an, mit einer Batterie kann man aber sicher mehr fahren, das Maximum sehe ich bei 2 / Tag
    - Preisarbitrage von 1,5ct/kWh: frei getroffene Annahme - dürfte über die nächten Jahre steigen
    - Wartungskosten: dass es Betriebskosten gibt, dürfte unbestritten sein, die 2% sind eine reine Annahme


    Grüße,


    bskf

  • Ja, wegen 1,5ct würd das wohl niemand machen. Immerhin gibts ja heute schon hin und wieder Strom geschenkt oder sehr billig/Geld dafür...


    Gruß

    6,6kWp West 92°, DN30°; 30xSolon Blue 220 an SB4000TL und 2100TL; 2008
    16,92kWp, davon 5,64kWp Ost 88°, DN30°;24xSchott Poly 235; 11,28kWp Süd -10°, DN10° 48xSchott Poly 235 an STP 15; 2011
    2,35kWp Südwest 72°, DN42°; 10xSchott Poly 235 an SB2100TL; 2011

  • die beweggründe werden wohl ganz andere sein.
    Vermutlich wurde die Anlage eher aus Netzstabilisierenden Gründen errichtet. Sprich Sekundenreserve sowie Spitzenlastglättung. Gut möglich das sich sowas auch finanziert indem ein extrem teurer Netzausbau verhindert wird. Grade in Berlin ist der Untergrund ja mitunter extrem voll.

  • +/- 1MW Primärregelleistung bringt aktuell ca. 2500-3000 Euro pro Woche. Dadurch könnte dieser Speicher jährlich ca. 250000 Euro einbringen. Wenn der Wechselrichter auch mit 2MW laden kann, dann wird im Normalfall der Akku mit vielen kleinen Zyklen bei 50% SoC belastet und geht (15 Minuten) nicht über 70% bzw. unter 30%, also optimal.


    bis dann
    Christian

  • Zitat von Holter

    +/- 1MW Primärregelleistung bringt aktuell ca. 2500-3000 Euro pro Woche. Dadurch könnte dieser Speicher jährlich ca. 250000 Euro einbringen. Wenn der Wechselrichter auch mit 2MW laden kann, dann wird im Normalfall der Akku mit vielen kleinen Zyklen bei 50% SoC belastet und geht (15 Minuten) nicht über 70% bzw. unter 30%, also optimal.


    Stimmt, so macht das ganze Sinn. Und in der PM von Vattenfall steht's ja auch drin (äh-ja) : "und stellt sogenannte Primär- und Sekundärregelleistung für das Stromnetz zur Verfügung".


    Grüße,


    bskf

  • Vermutlich wird das so sein.


    Als schnödes einmal-voll-einmal-leer wird das Ding nicht gedacht sein, dazu ist es technisch viel zu gut entwickelt und anpassungsfähig. Würde ja die Vorteile des Akkus komplett zunichte machen


    Gruß

    6,6kWp West 92°, DN30°; 30xSolon Blue 220 an SB4000TL und 2100TL; 2008
    16,92kWp, davon 5,64kWp Ost 88°, DN30°;24xSchott Poly 235; 11,28kWp Süd -10°, DN10° 48xSchott Poly 235 an STP 15; 2011
    2,35kWp Südwest 72°, DN42°; 10xSchott Poly 235 an SB2100TL; 2011

  • Zitat von bskf

    Hi Mühli,


    Es sind Annahmen, 'habe ja auch geschrieben, dass es von den Unternehmen keine Angaben gab.


    Mir sind die Kalkulationen bekannt.


    Der Speicher nimmt am Markt für Primäreserve teil, da geht es um einen jährlichen Leistungspreis, nicht um umgesetzte Energiemengen.


    Deine Annahmen sind daher hier überhaupt nicht zutreffend.

    24x Sanyo 205 HIP = 4,92kWp

  • Zitat von cephalotus

    Deine Annahmen sind daher hier überhaupt nicht zutreffend.


    Ist ja schon erkannt.... siehe oben.


    Grüße,


    bskf