Zahlung wegen Ertragsausfall

  • Hallo zusammen,


    habe mal folgende Frage:


    nehmen wir mal an, dass A auf seinem Dach eine Anlage betreibt. Jetzt kommt der Investor B und errichtet auf dem Nachbargrundstück ein Gebäude, so dass A aufgrund der Verschattung seiner Module mehrere tausend Euronen an Ertragsausfall zu erwarten hat.
    Jetzt haben sich der Betreiber A und Investor B geeinigt. Der Betreiber erhält von B einen pauschalen Abfindungsbetrag in Höhe von mehreren tausend Euro auf den Ertragsverlust.


    Sehe ich das richtig, dass A diesen Betrag als Einahme verbuchen muß und dieser dann entsprechend steuerlich behandelt wird?


    Sehe ich das ebenfalls richtig, wenn A dem Investor B sagt, "Junge zahl mir den Betrag als Wertminderung für mein Haus aus", dass dieser dann entsprechend in keiner GuV auftaucht?


    Danke für die Info

  • Moin sunny10!

    Zitat von sunny10

    nehmen wir mal an, dass A auf seinem Dach eine Anlage betreibt. Jetzt kommt der Investor B und errichtet auf dem Nachbargrundstück ein Gebäude, so dass A aufgrund der Verschattung seiner Module mehrere tausend Euronen an Ertragsausfall zu erwarten hat.


    Da hat A einfach Pech gehabt.

    Zitat von sunny10

    Jetzt haben sich der Betreiber A und Investor B geeinigt. Der Betreiber erhält von B einen pauschalen Abfindungsbetrag in Höhe von mehreren tausend Euro auf den Ertragsverlust.


    A bekommt so mehr als er erwarten könnte.

    Zitat von sunny10

    Sehe ich das richtig, dass A diesen Betrag als Einahme verbuchen muß und dieser dann entsprechend steuerlich behandelt wird?


    Sind doch Einnahmen die aus dem Betrieb der Anlage entstanden sind.

    Zitat von sunny10

    Sehe ich das ebenfalls richtig, wenn A dem Investor B sagt, "Junge zahl mir den Betrag als Wertminderung für mein Haus aus", dass dieser dann entsprechend in keiner GuV auftaucht?


    Wertminderung fürs Haus weil es keine Sonne mehr bekommt! :shock:
    Gibt´s auch ´ne Wertminderung, weil im Sommer kein frischer Wind mehr weht, weil die Biogas-/ Schweinemastanlage etwas riecht, weil der Blick aus dem Fester nun von einer WEA am Horizont beeinträchtigt wird, weil Feinstaub aus dem Kohlekraftwerk die Mauern verschmutzt usw.

    Mit sonnigen Grüßen
    -eggis-


    "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier." (Gandhi)


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  • eggis


    ist doch wurscht ob die Zahlung als Wertminderung für das Haus oder sonst was tituliert wird. Hauptache keine Einnahme aus dem Betrieb der Anlage... ich entnehme Deinen Äußerungen dass ich somit richtig liege


    jodl


    ist glücklicherweise gar nicht so theoretisch :D


    Danke

  • HI,
    du siehst das richtig, Schadensersatz für entgangenen Gewinn aus Betrieb der PV-anlage muss versteuert werden.
    Schadensersatz für verschandelte Aussicht oder für verringerten Bauabstand oder sonstiges, was jedenfalls nix
    mit der PV-anlage zu tun hat, muss man nicht versteuern.


    Hier auch noch mal ein Link mit der entspr. Rechtsprechung
    http://www.steuer-gonze.de/web…-schadensersatzleistungen

  • ob das Schadensersatz ist? Dafür müsste doch der Zahlende gesetzlich verpflichtet sein. Hier handelt es sich wohl um eine freiwillige Zahlung, die m.E. sogar umsatzsteuerpflichtig ist

  • Es soll ja Firmen geben die Zahlen dem Nachbarn lieber eine Summe X gegen Unterschrift um einem Gerichtverfahren aus dem Weg zu gehen...also warum sollten diese dann nicht bereit sein das ganze im Rahmen einer Ertragsausfallentschädigung als Einmalzahlung ganz offiziell laufen zu lassen.


    Ich weis von älteren Kollegen das mein Ausbildungsbetrieb früher auch ab und an mal Reinigungskosten für PKW oder Verunreinigungen an Gebäuden in der Nachbarschaft übernommen hat wenn ein Filter ausgefallen ist....lieber mal ein paar hunderter locker machen als wochenlang in der Presse mies gemacht zu werden ;)


    gruss
    Jörg

  • Vorab:
    Die gute Nachbarschaft ist einem schon mal was wert. Nichts ist schlimmer als ein Nachbar der einen Hals auf Dich hat. (ich sag mal so... jede Baustelle ist zugänglich. Und wenn da die Schläuche von der Fussbodenheizung offen herumliegen.... GRINS. Kaum ein heizungsbauer testet die Dichtigkeit des materials bevor der Estrich draufkommt..... SMILE. Dann lieber mal das Portemonnaie aufmachen. Geschieht ja zu einem Zeitpunkt, wo sich noch ein Gewerk finden wird, dem man es wieder abzieht.)
    Ich hab auch ohne jede rechtliche Verpflichtung einen Schallschutzzaun für 2.500 Euro hinter meiner Luft-Wärmepumpe errichtet, damit ich weiterhin mit dem Nachbarn in Ruhe seinen selbstgebrannten Wodka genießen kann.


    Theoretisch handelt es sich hier um einen Ertragsausfall. Selbstverständlich wäre der bei dem einen in den AHK des Objekts zu berücksichtigen; beim anderen als Betriebseinnahme zu versteuern.
    Pratisch bleibt selbstverständlich der Weg der Verschiebung auf die Vermögensebene. Ein beschattetes Grundstück ist selbstverständlich weniger wert, als ein Grundstück mit ungetrübter Sonneneinstrahlung. "Unverbaubare Aussicht" ist ja ein ganz wesentlicher Wertparameter bei Grundstücken.
    Was es nun wirklich ist, ist Beweisfrage.
    Das die Sonnenrentnerin hier die Betriebseinnahme sieht, ist logisch. So ist sie vom Beruf her geprägt.
    Ich würde sagen: Wenn das FA gegen den Betrieber schießt, hat der neben den Dokumenten auch noch einen Zeugen, der vermutlich aussagen kann, dass
    a) man nie über die PV gesprochen hat; sondern immer nur über die "aufdringliche Bebauung" generell; bzw. die dadurch eintretende Wertminderung des Grund- und Bodens
    b) er auch niemals freiwillig etwas für Ertragsausfall der PV gezahlt hätte. Er ist schließlich ein ausgesprochener Gegner dieser Anlagen bzw. der damit verbundenen Förderung.
    Da kann das FA sich naggisch auf den Kopf stellen und mit den Füßen wackeln... die Richter am FG werden wohl feststellen, dass das FA hinsichtlich der Motivation beweisfällig geblieben ist.
    Das man.. wenn man weiß, dass beim FG die Chancen schlecht werden... auf dem Weg dorthin mal gewaltig das Gebläse anstellt, und dem Stpfl. den Wind eiskalt ins Gesicht blasen lässt... das ist ja ne andere Sache. Dagegen hilft aber ne Windjacke.


    Sollte der Zeuge nicht ganz so stabil sein, kann ich mir schon vorstellen, dass das Gericht aus eigener Sachkunde und im Bewusstsein über seine Pflicht zur Beweiswürdigung zu der Erkenntnis kommt, dass der Betrag wohl doch eher seinen Ursprung in entgangener Einspeisevergütung hat (vor allem wenn die Verschattung gar nicht auf dem GRundstück - sondern nur auf dem Dach stattfindet)... und dann eine steuerpflichtige Betriebseinnahme vorliegt.


    Umsatzsteuerlich gehe ich nicht mit der Sonnenrentnerin d'accord.
    Richtig ist.. es ist kein echter Schadenersatz. Wäre es ein solcher, würde kein Leistungsaustausch vorliegen. Und ohne Leistungsaustausch gibt es nichts, was man besteuern könnte.
    Allein die Tatsache, daß es kein echter Schadenersatz ist, führt aber immer noch nicht dazu, dass nun ein Leistungsaustausch vorliegt. (Auch wenn das im Alltag regelmäßig so ausgeht, wenn man das Buch "Schadenersatz und Umstatzsteuer" aufschlägt).
    Weder sehe ich eine Leistung die der Betreiber erbringt (auch nicht in einem Nicht-Tun) für die der Betrag die Gegenleistung sein könnte; noch sehe ich eine Gegenleistung des investors, die für die Leistung in Form der Geldzahlung erbracht wird.
    (Etwas anderes wäre es, wenn der Investor nicht im Rahmen der Bebauungsvorschriften baut; bzw. ohne gültige Baugenehmigung. Der Betreiber hätte dann ja einen triftigen Klagegrund. Dann wäre die Zahlung die Gegenleistung für die Unterlassung der Klage / Duldung des Mißstandes. Dann sehe ich auch einen steuerbaren und steuerpflichtigen Vorgang. Ist aber lt. Sachverhalt so nicht gegeben.)

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