Strommarkt braucht neue Regeln

  • http://diepresse.com/home/wirt…/home/wirtschaft/index.do


    Nicht erst nach dem Lesen von dem Artikel wird klar, dass ein paar Dinge geändert werden müssen wenn die Energiewende zum Erfolg werden soll.


    Mir war nicht bewusst, dass die Gaskraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden - obwohl sie günstiger Strom produzieren als die Kraftwerke aus der Kaltreserve. Ich dachte diese Regelung gilt nur für die Minutenreserve.
    Der Schreiberling aus dem Artikel zieht daraus zwar die falschen Schlüsse (mehr co2 kommt nur durch B-Kohle), aber trotzdem ist, dass kein Weg für die Zukunft.

  • Für mich liest sich das wie INSM Kagge.


    Pööhser grüner Strom macht alles so teuer. :juggle:


    Und die Politiker in Brüssel kommen auch alle aus der Energieindustrie.(Leider nicht aus der grünen)



    Mfg

  • Auf welchen Teil beziehst du dich?


    Das sich schon gebaute Gas-KW nicht rechnen ist allerdings ein Problem.
    Sowas muss eigentlich über den co2-Zertifikate Preis geregelt werden, der dummerweise im Keller ist...

  • Zitat von green-it

    Auf welchen Teil beziehst du dich?


    ´´Es sei Zeit für ein Umdenken, Prioritäten müssten geändert werden. „Wir müssen zuerst schauen, dass wir leistbare Energie haben“, so Lowe. ´´


    Blablubb.
    Atom,Kohle und Ölenergie können wir uns auf alle Fälle nicht mehr leisten.


    Und die G$4 stecken sich das Geld ja auch lieber in ihre und der Politiker Taschen,
    anstatt das Netz auszubauen und dafür zu sorgen das der Strom dahinkommt wo er auch gebraucht wird.


    Aber wär ich bei den G$4 würd ichs wohl auch nicht zulassen das plötzlich Ökostrom die Leitung verstopft,wo da doch Kohle und Atomstrom durchfliessen sollten. :shock:
    Dann schiebt man es auf die erneuerbaren,wenn Ölkraftwerke in Österreich angeschmissen werden,wo in Wirklichkeit der fehlende Netzausbau dran Schuld ist.


    Mfg

  • Zitat von green-it

    http://diepresse.com/home/wirtschaft/in ... t/index.doNicht erst nach dem Lesen von dem Artikel wird klar, dass ein paar Dinge geändert werden müssen wenn die Energiewende zum Erfolg werden soll.


    Diese Episode klärt so einiges auf!


    Der Artikel zieht leider die völlig falschen Schlüsse. Hier steuert ein Preissignal die Realwelt (Gaskraftwerke aus!), weil die Stromerzeuger _nicht_ für die Netzstabilität verantwortlich sind. Das müssen die Netzbetreiber auf ihre Kappe nehmen. Was für eine absurde Situation.


    Ich will Tomaten kaufen, aber die Spanier sagen, dein Angebot ist zu niedrig. Nun muss mir die Spedition Tomaten aus Norwegen liefern, egal, was sie dafür bezahlt. Ist der Spedition aber auch egal, denn die darf das auf meine Transportkostenpauschale draufschlagen.


    Schuld kriegt natürlich der private Tomatenanbau, der die Preise gedrückt hat. :juggle:


    Ungefähr so sieht das aus.


    Ein Netz in Staateshand würde da nix verbessern.


    Faktisch läuft doch die derzeitige Situation auf einen Einspeisevorrang für Grundlastkraftwerke hinaus, denn man kann oder will sie nicht runterregeln, auch wenn der Preis ins bodenlose fällt.

  • Irgendwie muss ich nachdem ich den Artikel gelesen habe ganz kräftig mit dem Kopf schütteln!


    Sonst könnte ich ja auch sagen wofür muss ich einem Auto nur weil es laute wiederkehrende Geräusche macht und bunte Lichtsignale von sich gibt vorrang geben??
    So ein Krankenwagen kann doch auch ohne Vorrang den Patienten mit Schlaganfall, Herzinfarkt oder anderen lebensgefährlichen Verletzungen abholen, genau wie der Feuerwehrwagen auch an roten Ampeln anhalten und nur unter strenger einhaltung der sonst üblichen Verkehrsregeln zum Brand fahren kann....
    Wofür aber auch die Polizei das ganze Palaver braucht wenn sie bei Überfällen oder Unfällen ausrücken oder gar Politiker als Eskorte begleitet verstehe ich ja garnicht...


    Aber genau da liegt das Problem, wir brauchen den Vorrang für den EE-Strom weil wir damit ein wenig die Welt retten können...denn wer von den konventionellen würde sich sonst aus dem Netz drängen lassen??


    gruss
    Jörg

  • Moin!


    Das ist ja nicht der erste Thread der sich mit dem derzeitigen Markt auseinander setzt.
    Ich glaube wir haben zwei gravierende Fehler festgestellt, die korrigiert werden müssen.
    1) Die Preisbildung ist dafür verantwortlich, dass die die schlecht regelbaren Kraftwerke im Markt bleiben und die dringend benötigten flexiblen Kraftwerke nicht genug Volllaststunden bekommen, um wirtschaftlich betrieben werden zu können.
    [list=2]Lösung: Man nimmt diese unflexiblen Kraftwerke vom Netz. Damit das "freiwillig" (nach Marktregeln) geschieht, könnte man das über die Einpeisung des externen Kosten (Gesundheits-, Umweltschadenspotential) regeln.[/list]
    2) Der Stromhandel geht von "Kupferplatten-Modell" aus, in dem man jederzeit beliebig viel Strom an einen bestimmten Punkt liefern kann. Ob die Tranzportkapazitäten dafür ausreichen, interessiert weder dem Stromproduzenten noch den Käufer.
    [list=2]Lösung: Man stellt fest wo der Strom hergestellt wird und legt den Transport zum Käufer auf den Einkaufspreis um. z.B. Strom aus norddeutschen Windkraftanlagen kostet eben bei einer Lieferung nach Italien zusätzlich 5 Cent für die Netznutzung.Wird der Strom vor Ort (in Hamburg oder Berlin) verbraucht, kostet die Netznutzung nur 0,5ct statt wie bisher 2ct.[/list]
    3) Die Abregelung von Anlagen die Erneuerbaren Strom erzeugen, wird von den fossilen Kraftwerken bezahlt, die trotz Vorrangs für erneuerbaren Strom, ins Netz einspeisen. (Ausnahme: Netzengpass durch 100% erneuerbaren Strom in einem Netzabschnitt) Bisher zahlt der Verbraucher dieses über die Umlage.
    PS:
    4) Wir benötigen Regeln für den außerbörslichen Handel und für Langfristverträge. Warum kann man Strom 4 Jahre im voraus handeln, wo nicht mal bekannt ist, ob der Anbieter oder der Käufer dann noch am Markt tätig sind? (Evtl. ganz abschaffen?)

    Mit sonnigen Grüßen
    -eggis-


    "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier." (Gandhi)


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  • Zitat von Yossarian

    Ich will Tomaten kaufen, aber die Spanier sagen, dein Angebot ist zu niedrig. Nun muss mir die Spedition Tomaten aus Norwegen liefern, egal, was sie dafür bezahlt. Ist der Spedition aber auch egal, denn die darf das auf meine Transportkostenpauschale draufschlagen.


    Äpfel/Birnen(/Tomaten) - Du gehst aber auch nicht auf den Markt an den Stand von Stromversorger x und holst dir da y Pfund Strom, legst ihn auf die Fensterbank und nimmst dir 3 Stück Strom, wenn du sie grad benötigst. Sowas gibt es in manchem Entwickungsland. Da geht man zu einem Anbieter mit Stromanschluss und läd sich für y den Akku voll.


    Im Übrigen ist dein Versorger sehr wohl dafür verantwortlich, dass er genau für dich zu jeder Sekunde genug Strom hat. Das ist ja auch ein Hauptzweck der Börse hier behilflich zu sein(nicht das Zocken). Aber nicht jeder Versorger kann dafür zuständig sein, dass das Gesamtsystem funktioniert. Sonst müsste man jedes lokale Netz wieder abschotten , Versorger und Netzbetreiber sind wieder eins und man kann halt nur von einem Anbieter den Strom bekommen. Eine Spedition ist ja auch nicht dafür verantwortlich, dass Schiene, Straße, Flugroute auf dem Weg nach Norwegen oder Spanien immer bereit für den Transport sind.


    Ansonsten zitiere ich mich mal selbst aus dem Kaltreserveartikel:


    "Das Zitat aus "diepresse" vermittelt meiner Meinung nach ein etwas falsches Bild. Welcher deutsche Gaskraftbetreiber soll denn bitte verdonnert werden unrentabel zu betreiben? Das wäre ja auch Planwirtschaft. Das Problem liegt ja wohl eher in diesen Langfristverträgen mit den Ölkraftwerken. Hätte es die nicht gegeben, hätte Tennet auch bei den deutschen Gaskraftwerken ordern können. Die hätten dann deutlich günstiger liefern können, damit sogar noch Gewinn gemacht, und für Tennet und letztlich den Verbraucher wäre es dann trotzdem noch deutlich günstiger geworden. Also eine Win-Win-Situation(außer für die Ölis)."


    Ob es nun wirklich an den Langzeitverträgen liegt oder anderen Regularien, weiß ich nicht. Da gäbe es aber Handlungbedarf.

  • Eine interessante Diskussionsgrundlage zu Änderungen des EEG habe ich grade auf klimaretter.info gefunden.
    Schickt das EEG in Rente!

    Zitat

    Das EEG ist am Ende, und das sollten endlich auch seine Freunde eingestehen.


    Kaum zu glauben, dass eine Plattform, die sich gegen den Klimawandel einsetzt, so eine Forderung aufstellt.


    Der Artikel stellt hier sehr gut dar, dass der Erfolg des EEG auch sein Untergang sein wird. Denn je höher die EEG Umlage steigt (die Gründe dafür sind erstmal egal), desto mehr schwindet die Akzeptanz der Energiewende bei der Bevölkerung. Es wird auch kritisiert, dass von den "Machern des EEG" (SPD und Grüne) keine konstruktiven Vorschläge für eine Weiterentwicklung kommen. Vielleicht sind sie einfach zu sentimental eingestellt, um wirklich sinnvolle Reformen vorzuschlagen.


    Zitat

    Das größte Problem des EEG ist also inzwischen nicht mehr irgendein Detail wie etwa die Ausnahmeregeln für die Industrie – das größte Problem des EEG ist mittlerweile seine Grundidee. Wer die Energiewende in Deutschland weiter fördern will, muss sich deshalb vom bisherigen EEG verabschieden. Der Strommarkt muss völlig anders aussehen, die Preisbildung an der Börse muss anders erfolgen – bisher wurde sie durch die sogenannte "Merit-Order" bestimmt, die jedoch von den erneuerbaren Energien mit ihren hohen Investitions-, aber niedrigen Betriebskosten auf den Kopf gestellt wird.


    Das wäre ein Ansatz. Nur wie könnte so ein System aussehen?


    Zitat

    Wir [klimaretter.info] werden deshalb in den kommenden Wochen und Monaten auf die Suche gehen nach Vorschlägen für ein EEG 2.0 – und sie als Debattenbeiträge hier auf klimaretter.info veröffentlichen. Wir freuen uns auf – hoffentlich! – viele Ideen und eine interessierte Leserschaft.


    Vielleicht sollten die mal hier im Forum vorbei schauen? Aber wir können uns auch mal dort melden.

    Mit sonnigen Grüßen
    -eggis-


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  • Zitat von eggis

    Eine interessante Diskussionsgrundlage zu Änderungen des EEG habe ich grade auf klimaretter.info gefunden.
    Schickt das EEG in Rente!


    Kaum zu glauben, dass eine Plattform, die sich gegen den Klimawandel einsetzt, so eine Forderung aufstellt.


    Und wieder so eine interessante Grafik,die zwar bis 1998 zurückskaliert ist,
    komischerweise aber erst im Jahr 2000 beginnt.


    Dabei sind die 2 Jahre davor doch die interessantesten,
    würden sie doch aufzeigen wie wir durch den Euro abgezockt wurden. :evil:


    Im übrigem wurden in diesem Zeitraum sehr viele Entscheidungen getroffen,
    die nur zum Ziel hatten,den Verbraucher auszunehmen wie eine Weihnachtsgans.


    Wann wurden nochmal die Stromkonzerne privatisiert :?: ,fiel doch auch in diesen Zeitraum.


    Im Endeffekt können die Freunde der erneuerbaren nicht gewinnen, :cry:
    weil der Gegner mit unfairen Mitteln kämpft und Hufeisen in den Boxhandschuhen hat,
    aber sicher nicht die Wahrheit,das ihr Handeln uns alle zur Hölle schicken wird. :wink: :cry:


    Mfg