• rudis


    welches Ruder? Ich denke zwar hier sollte es um den VW e Golf gehen aber Tesla konnte den Absatz seiner Autos richtig steigern im Vergleich zum Vorjahr um 55%. Davon träumen andere und dann noch bei einem DB von um die 25%

    Orange Solar GmbH - die hier wiedergegeben Aussagen sind eine persönliche Meinung.


    elektrisch Mobil - TESLA Model S85 2013 bis 2017, seit Juni 2017 MX100D. - Tesla Roadster 2.5 seit Juni 2011 - BMW i3 seit Dezember 2013 - Renault ZOE seit September 2014

  • Da ich es ja selbst angeregt habe, mein kurzer Fahrbericht zum VW e-Golf in ungeordneter Reihenfolge.


    Die Vor- oder Nachteile eines e-Autos auf der Basis eines Verbrenners (schnellere serienreife, Gewicht, Kosten, Platzverhältnisse usw.) sind ja bereits ausgebreitet worden, deswegen gehe ich da nicht weiter drauf ein.
    Lediglich auf die Vorteile im Crashverhalten möchte ich an dieser Stelle hinweisen. Bei anhaltend geringen Stückzahlen für eAutos sind die Entwicklungskosten für ein sicheres Fahrzeug nicht gering.
    Mit dem Verbrenner hat man bereits eine geprüfte Plattform fertig. Aus diesem Blickwinkel betrachtet ist der einfache Weg des E-Antriebs in das Verbrenner Auto nachvollziehbar. Für mich ist es jedoch in diesem Zusammenhang unverständlich, warum der e-Golf ab EUR 35.000,- aufwärts kostet. Ein Preis knapp über dem Einstiegs-Diesel wäre angemessen.


    Außen und Innen:
    Normaler Golf, Motorraum ist relativ gut gefüllt, Kofferraum ist alltagstauglich, ein 5-türer, Ladestecker hinten rechts (dazu später mehr) und sonst alles wie gehabt. Es ist ein Golf und wer Golf fahren kann, der kann auch e-Golf :!:


    Fahren:
    Die Ausstattung meines e-Golfs zur Probe und deren Kosten dürften als gehoben durch gehen. Diverse Assistenten, das logischerweise automatische Getriebe, Klimaautomatic, Parkpiepser rundrum, Radio, Navi usw. es gibt nur wenige Blindschalter.
    Schlüssel umgedreht und man hört ... nix.
    Wählheben auf D und los geht die Reise ... man hört nix. Irgendwann kommen die Reifen "Continental Blue" ans Ohr.
    Die Reifen sparen Energie, sind aber mit den 85KW bei 1,6t Leergewicht recht schnell überfordert. Man fühlt sich wie in einem deutlich kräftiger motorisierten Fahrzeug. Auf nasser Strecke ist auch bei 30-40kmh in Kurven noch ein scharren zu vernehmen ... da wurde vielleicht etwas zu weit optimiert. Auch bei Autobahntempo zieht der Motor gut weiter.
    In der Stadt muss man als Verbrenner Fahrer seinen Gasfuß neu kalibrieren ... ansonsten sind früh neue Vorderreifen fällig.
    BTW: Diese waren an meinem e-Golf bei knapp 5000km auch schon reichlich runter gefahren ... oder eher runter radiert.


    Im Stadtverkehr fühlt man sich mit dem Fahrzeug wie im 21. Jahrhundert. Fast geräuschlos, komfortabel klimatisiert bzw. belüftet und völlig ausreichend motorisiert (bin 120PS Benziner gewöhnt :wink: ) fährt man nicht mehr, man gleitet.
    Ohne den ständigen Blick auf den Tacho gleitet man sogar öfters zu schnell.
    Das Geräusch vom Verbrenner gepaart mit den Schaltvorgängen fehlt, so dass man schnell über die 50kmh drüber schießt ... die insgesamt 4 Rekuperationsstufen fangen einen dann Energiegewinnend wieder ein.


    Die Ampelsituation:
    Als Besonderheit möchte ich die "Automatische Distanzregelung ACC inkl. City-Notbremsfunktion und "Front Assist", Fahrzeugstopp-Funktion" hervor heben. Ich kenne diese Option nicht von meinem Verbrenner, im e-Golf führt sie aber ein gutes Stück weit zu "autonomem" Fahren.
    Den Tempomat auf 55kmh stellen und einfach dem Vordermann folgen, an der Ampel wird automatisch bis zum Stand runter gebremst, mit der Bremse das Auto halten und nach dem neuen Start beschleunigt das Auto automatisch wieder auf 55kmh und folgt weiter. :D
    Hinzu kommt, dass der schnöde Golf an der Ampel zum Hingucker wird. Dies dürfte einzig an den großen "e-Golf" Aufklebern gelegen haben. Aber gefühlt guckt jeder und grinst dabei rüber.


    Laden:
    Nach ca. 30km Fahrstrecke, die auch entsprechend die Reichweite reduzierten wollte ich dann das Auto für den Abend vorbereiten, also laden. Das ist beim e-Golf meiner Meinung nach etwas weniger geschickt gelöst. Vorwärts vor einem Gebäude mit Steckdose stehend, ist das serienmäßige Ladekabel eigentlich immer zu kurz. Es ist nur ca. 1-2m länger als das Auto selbst.
    Also Auto umdrehen und rückwärts ans Gebäude ran fahren, dann klappt es auch mit dem Ladekabel und dem Ladevorgang.
    Meiner Ansicht nach gehört die Ladesteckdose am Auto an die Fahrzeugnase, optional eine 2. hinten mag in Einzelfällen auch passen, jedoch kann ich mir aktuell keine Situation vorstellen, bei der die Dose hinten rechts von Vorteil wäre.


    Fazit:
    Das perfekte Stadtauto oder Poolfahrzeug für den Alltagsbetrieb.
    Bleiben als Nachteile Preis und ggfs. die Reichweite, wobei 100-130km tagsüber zu 95% völlig ausreichend sind, schließlich kann man überall tanken wann immer man will.
    Das der reine e-Golf fast genauso teuer ist, wie der GTE mit zusätzlichem vollwertigem Verbrenner inkl. allem was da noch dran hängt, sagt eigentlich schon alles. VW will keine e-Golf bzw. generell keine E-Autos verkaufen.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Zitat von seppelpeter


    Laden:
    Nach ca. 30km Fahrstrecke, die auch entsprechend die Reichweite reduzierten wollte ich dann das Auto für den Abend vorbereiten, also laden. Das ist beim e-Golf meiner Meinung nach etwas weniger geschickt gelöst. Vorwärts vor einem Gebäude mit Steckdose stehend, ist das serienmäßige Ladekabel eigentlich immer zu kurz. Es ist nur ca. 1-2m länger als das Auto selbst.
    Also Auto umdrehen und rückwärts ans Gebäude ran fahren, dann klappt es auch mit dem Ladekabel und dem Ladevorgang.
    Meiner Ansicht nach gehört die Ladesteckdose am Auto an die Fahrzeugnase, optional eine 2. hinten mag in Einzelfällen auch passen, jedoch kann ich mir aktuell keine Situation vorstellen, bei der die Dose hinten rechts von Vorteil wäre.


    Eigenartig. Dass beim Mievi beide Steckdosen hinten auf bequemer Höhe angeordnet sind, finde ich ideal.
    Möchte ja nicht immer um die Türe laufen und die "Motorhaube" öffnen, während sich das Notladekabel hinten befindet.
    einstein0

    30 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    1 kW- Insel im Camper ohne PV! EV; Mitsubishi Imiev. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Sehr schön zusammengefasst.


    Zitat von seppelpeter


    Fahren:
    Im Stadtverkehr fühlt man sich mit dem Fahrzeug wie im 21. Jahrhundert. Fast geräuschlos, [...] fährt man nicht mehr, man gleitet. Ohne den ständigen Blick auf den Tacho gleitet man sogar öfters zu schnell.
    Das Geräusch vom Verbrenner gepaart mit den Schaltvorgängen fehlt, so dass man schnell über die 50kmh drüber schießt


    Besser hätte ich das auch nicht umschreiben können. Das passiert mir bei meinen Probefahrten auch immer wieder. Der Blick auf den Tacho und ein "hoppla, fahre ja schon wieder 70 innerorts" gehört wohl am Anfang dazu. Man "spürt" die Geschwindigkeit einfach nicht...


    Zum Laden: Ich glaube beim Laden an öffentlichen Säulen ist wohl die Front-Ladebuchse besser, zuhause kann man sich das besser richten. Bei mir wäre es allerdings vorne nicht so optimal, da müsste ich dann Rückwärts in die Garage fahren (habe noch keine Ladestation, die Leitungen liegen aber schon, d.h. die Position der zukünftigen Ladestation ist schon fix).

    e-Golf (190) - KEBA P30 - 8,3 kWp PV

  • Zitat von PV-Bernd

    Sehr schön zusammengefasst.
    [...]
    Zum Laden: Ich glaube beim Laden an öffentlichen Säulen ist wohl die Front-Ladebuchse besser, zuhause kann man sich das besser richten. Bei mir wäre es allerdings vorne nicht so optimal, da müsste ich dann Rückwärts in die Garage fahren (habe noch keine Ladestation, die Leitungen liegen aber schon, d.h. die Position der zukünftigen Ladestation ist schon fix).


    ...und Du fährst demnächst dann e-Golf.
    Hat das Modell eine Lieferzeit oder stehen die fertig rum?
    Groß Rabatt scheint es ja nicht zu geben bei den e-Autos von VW, aber wer nix verkaufen will, muss auch keinen Rabatt geben.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Zitat von seppelpeter

    Als Besonderheit möchte ich die "Automatische Distanzregelung ACC inkl. City-Notbremsfunktion und "Front Assist", Fahrzeugstopp-Funktion" hervor heben. ... Den Tempomat auf 55kmh stellen und einfach dem Vordermann folgen, an der Ampel wird automatisch bis zum Stand runter gebremst, mit der Bremse das Auto halten und nach dem neuen Start beschleunigt das Auto automatisch wieder auf 55kmh und folgt weiter. :D


    Du hast noch den Lane Assist vergessen. Da brauchst du dann auch nicht mehr lenken. Aus vermutlich eher rechtlichen Gründen muss man wohl noch die Hände am Lenkrad haben, sonst meckert das Auto. Also auf die Rücksitzbank krabbeln und sich zum Schlafen hinlegen, geht wohl noch nicht :lol:


    Ich habe es allerdings bei meiner Probefahrt verpasst, die Assistenten auszuprobieren. Aber das alles geht schon längst in Richtung autonomes Fahren. Ich denke das kommt schneller, als manche das heute noch vermuten.



    Zitat von seppelpeter

    Das der reine e-Golf fast genauso teuer ist, wie der GTE mit zusätzlichem vollwertigem Verbrenner inkl. allem was da noch dran hängt, sagt eigentlich schon alles.


    Meiner Meinung ist es die blanke Realität, wie wenig heute ein Verbrennungsmotor und sonstige Teile aus dem VW Massenregal kosten, und wie viel der Kleinserienakku mit zusätzlichen 16 kWh.

  • Zitat von seppelpeter


    ...und Du fährst demnächst dann e-Golf.
    Hat das Modell eine Lieferzeit oder stehen die fertig rum?


    Endgültig entschieden habe ich mich noch nicht, aber der e-Golf ist tatsächlich mein derzeitiger Favorit.
    Noch ein Hinweis: Die Leitungen habe ich nicht bewusst so legen lassen, die laufen an der Stelle eher "zufällig" vorbei... :juggle:

    e-Golf (190) - KEBA P30 - 8,3 kWp PV

  • zum thema ledesteckdose muss ich mal rönö hervorheben . mein fluence ze hat vorne recht und link jeweils eine ladedose , dies ist für alle ladevarianten optimal . wenn ein e golf in meiner doppelgarage stehen sollte müsste ich auch rückwärts einparken oder ein extrem langes kabel an die wallbox montieren und hätte immer ein schleppseil in der garage was echt ungünstig ist.


    lg


    sven

    3,12kWp
    16 Bosch c-Si M 48 195 W
    1xSMA SB 3000TL-20
    20,80kWp -> verkauft 08/2018
    52xSuntech STP 190S-24/Ad+ /56xIBC Monosol 195 MS
    2xSMA STP 10000TL-10
    http://www.sonnenertrag.eu/de/…moeller-/12629/13034.html

    Tesla Model S 75 seit 20.09.2017

    Peugeot ION 05/2018 - 10/2019

    Renault Fluence ZE 01/2014 - 09/2017

  • Gerade über diesen interessanten Artikel gesolpert.


    Hat der aktuelle e-Golf tatsächlich 100kW? Ich dachte das wären "nur" 85. Ok, die Batteriegröße ist schon brauchbar, sofern der e-Golf seine gute Effizienz behält. Da der e-Golf (sehr wahrscheinlich) auch weiterhin Fronttriebler ist, wird die Leistungserhöhung in der Traktionskontrolle verpuffen. Das aktuelle Modell hat das Problem ja jetzt auch schon. Die höhere Leistung macht also nur Sinn mit einer Erhöhung der Endgeschwindigkeit. Leider steht dazu nichts im Artikel.


    Tja und was die Lademöglichkeiten angeht: Setzen - 6! :shock:
    Ich befürchte das Schlimmste für den neuen e-up...

    e-Golf (190) - KEBA P30 - 8,3 kWp PV

  • Was ist denn eine "Schokoladen-Batterie im Fahrzeugboden" ? :mrgreen:


    MEB frühestens 2019. Also vorher gibt es dann keine "ordentliche" Reichweite bei VW.

    Nur 20 Prozent der deutschen Autobahnen haben ein fixes Tempolimit: Link

    Nur 8% der Unfälle finden auf Autobahnen statt: Link