Die Energiewende in der Schweiz selber in die Hand nehmen

  • Hallo zusammen


    Während in Deutschland bereits über 5% des Stroms aus Photovoltaik stammt, sind es in der Schweiz erst 0.5%! Höchste Zeit, etwas dagegen zu unternehmen: Ich habe mir überlegt, einen Pool zu errichten, über den Module, Montagematerial, Wechselrichter usw. zum Ankaufspreis bezogen werden könnte. (Denn da die KEV Warteliste immer weiter wächst, und Schweizer Installateure im Vergleich zu Deutschland horrende Preise verlangen, ist eine PV Anlage den Meisten Hausbesitzer einfach zu teuer.)
    Mit sogenannten „Plusenergie Projekten“ könnte man Anwohner angeschrieben, es sollen dann möglichst viele Dächer im Quartier mit Photovoltaik bestückt werden. Um weitere Kosten zu sparen soll das Material bei allen Haushalten im Quartier zusammen bestellt werden, die sich für die selben Module entscheiden. Über eine noch zu gründende Firma sollen den Leuten Experten zur Verfügung gestellt werden, die die PV Anlagen planen und sie beim Bau unterstützen. So können die Anlagen wahlweise im Selbstbau oder von zur Verfügung gestellten Installateuren realisiert werden.
    Wichtig ist dabei, dass die Projekte aus der Bevölkerung heraus wachsen (durch interessierte Anwohner lanciert werden). So sind sie lokal Verankert und erreichen eine hohe Akzeptanz. Die fachliche Unterstützung wird durch die noch zu errichtende Firma gewährleistet.
    Das Modell habe ich an unserem Quartier mit 45 Haushalten schon getestet. Vorher hatten sich trotz intensiver Informationsarbeit einer Solargenossenschaft nur 4 Haushalte für eine PV Anlage bei konventionellen Installateuren entschieden. Nun habe ich ein Informationsschreiben mit der beschriebenen Idee verteilt und jetzt wollen 8 weitere Haushalte eine PV Anlage realisieren über das Plusenergieprojekt. So werden mehr als 25% der Dachflächen bedeckt sein, wenn man nur die ideal geeigneten Dachflächen anschaut noch deutlich mehr!
    Das Potential Schweiz weit wäre doch damit gigantisch! Wenn das überall so gut funktioniert, könnte man so innert kürzester Zeit eine wahre Solar Revolution in der Schweiz auslösen! Für eine 10kWp Anlage lassen sich so übrigens Preise von 2 sFr/kWp oder 300 sFr/m2 (inklusive aller Arbeiten und Elektriker usw.) realisieren! Das gibt Stromkosten von 8 Rp/kWh über 25 Jahre ohne Kapital und Wartungskosten!
    Was haltet Ihr von dieser Idee? Noch ist alles zwar eine Vision, aber in einem motivierten Team kann man vieles Verwirklichen. Vielleicht wäre ja sogar der eine oder andere mit dabei, das Ganze Realität werden zu lassen… Freue mich auf eine spannende Diskussion dieses Themas.


    Gruss sehs3

    Einmal editiert, zuletzt von eggis () aus folgendem Grund: Thread verschoben!

  • Hallo anonymer Schreiberling


    Wenn hier alle deinen Tatendrang verspüren würden, wäre die "Wende" schnell geschafft :-) Mit einer ähnlichen Motivation habe innert kurzer Zeit im Dorf rund 260 kWp auf ein paar Dächer bekommen. Allerdings nur aus technischem Interesse und als Hobby. Glaube mir, deine Rechnung geht nicht auf. Die Firmen, welche Händler beliefern, spreizen die Preise kaum nach Menge. Ob ich 240 kWp auf einen Schlag einkaufe oder nur 15 kWp, macht kaum einen Unterschied. Und wir sprechen hier von rund CHF 1300.00 / kWp mit Top Material inkl. Untergestell, aber ohne Montage.


    Sobald du davon leben musst, endlose Beratungen durchführst, Abklärungen treffen musst, dich mit Behörder rumärgerst und schlussendlich noch Gewährleistung für deine Arbeiten übernehmen darfst, ist deine Kostenbasis eine ganz andere. Und ich wette mit dir, dann macht das Ganze auch keinen Spass mehr. Ich persönlich helfe gerne jedem Interessierten im Rahmen meiner Freizeit bei einem Projekt. Aber nie gegen Geld und ohne Verantwortung zu übernehmen. So bleibts ein Hobby und macht Freude!


    Ich wünsche dir weiterhin viel Spass mit der PV!
    Hans Peter Geiser

  • Zitat von sehs3

    Hallo zusammen


    Was haltet Ihr von dieser Idee? Noch ist alles zwar eine Vision, aber in einem motivierten Team kann man vieles Verwirklichen. Vielleicht wäre ja sogar der eine oder andere mit dabei, das Ganze Realität werden zu lassen… Freue mich auf eine spannende Diskussion dieses Themas.


    Gruss sehs3


    Wie ist denn der aktuelle Stand? Habt ihr eure Idee in die Tat umsetzen können? Falls ja hätte ich evtl. Interesse....

  • Hi,


    ich hab` eine ganz andere Idee.


    In Deutschland werden dieses Jahr sehr viele Solarteure immer weniger Arbeit haben, weil die Relation Anlagenpreis zu Vergütung bald nicht mehr passt. Wenn Du denen Baustellen in der Schweiz vermittelst, sparen die Bürger in der Schweiz richtig Geld und Du kannst von der Vermittlungsprovision gut leben.

  • Ich sehe es ähnlich wie Glen.. Auch in der Schweiz gibt es zahlreiche Solarteure, Installationsfirmen und Händler, welche preiswerte Arbeit leisten und dafür gerade stehen. Mit der Masche; "Geiz ist geil" operieren, dafür nach kurzer Zeit vom Markt verschwinden; "Nach mir die Sintflut." muss nicht Kult werden. In der Schweiz herrscht anderseits auch kein solches "Energiewendechaos" wie in D, E, oder I. Die Rendite bzw. Amortisation von PV-Anlagen steht und fällt mit dem Einspeisetarif und dieser muss eben auch finanziert werden.
    In naher Zukunft sehe ich persönlich nur das Net-Metering als gangbare Lösung für Erneuerbare. Eigenverbrauch wäre damit automatisch gegeben und Kleinstspeicher sind sowieso keine Lösung zur Entlastung des Verbundnetzes und bei unseren EVU's kein Thema.
    Ich arbeite sowohl mit einer Installationsfirma, wie auch mit versch. Stromversorgern freundschaftlich zusammen und habe erfahrungsgemäss nicht die Vision, dass sich ein ganzes Quartier für PV interessiert. Übrigens gibt es diese Vision bereits in der Schweiz, sie heisst Megasol: http://www.megasol.ch/
    Alternativ werde ich dieses Jahr zusammen mit einem Jungbauern auf einer neuen Stallung eine 70 kWP-Anlage installieren.
    einstein0

    30 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    1 kW- Insel im Camper ohne PV! EV; Mitsubishi Imiev. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kW Li-Testspeicher.

  • In der kommenden Wintersession will unsere Regierung eine Monster-Energiedebatte führen und schielt dabei nach Deutschland.... Ausgerechnet :shock:
    Nein, Kohleabbau wird es nicht geben und auch Gaswerk ist m.W. keines geplant. Ob die „klimafreundlichen“ Atommailer noch weiter betrieben werden dürfen, hängt von deren Sicherheit ab. Aber ja, die Wasserkraft soll auch gefördert werden.
    Von mir aus könnte ein unfruchtbares Tal geflutet und die Südhänge mit Photovoltaik belegt werden. :idea:
    Doch man hat auch die Elektromobilität im Auge. Hier lässt sich positives berichten. Etwa jede Woche wird in der kleinen Schweiz eine weitere Ladestation eröffnet und wir erreichen im Mievi schon fast jeden Winkel. :D
    :danke: Ja, in unserer Demokratie ist sich jeder selber am nächsten und kann über seine eigene Stromwende
    ziemlich frei entscheiden. Dafür braucht man keine unfähigen, oder korrupten Politiker!
    einstein0

    30 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    1 kW- Insel im Camper ohne PV! EV; Mitsubishi Imiev. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
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  • Im Schatten der Sputnik-Insolvenz hatten die GenossenInnen im Bundeshaus ziemlich um den heissen Brei debattiert. Atomausstieg Ja, aber? Man wisse nicht wie der Ausfall der Bandenergie ersetzt werden solle und überhaupt sei der importierte Strommix aus D zu billig.
    Genosse Rösti von der SVP hat noch nicht begriffen, dass die Schweiz immer noch 60% des Stromes importiert
    und unter dem Rest der Welt immer noch nicht weiss, wohin mit dem Atommüll :roll:
    Auch die Idee des Tesla-Piloten Grunder von der jungen BDP ist kaum nachvollziehbar, -die Stromversorger für tiefere Stromlieferungen zu belohnen, wo diese doch ihre geschmälerte Rendite dauernd bejammern, die Schweizer Bevölkerung stetig wächst, immer mehr Stromfresser kauft und künftig womöglich EV fährt.
    Dafür soll der Subventionstopf für die Erneuerbaren gehörig frisiert werden. Da kommt bei mir endlich Freude auf. :mrgreen:
    Andere monieren, wie um Gottes Willen die KEV über weitere Jahrzehnte finanziert werden soll. Diese müssten vielleicht statt zum Gottesdienst mal die Geschichte von Eon-off studieren und dem Volk erklären, wer dereinst für die Entsorgung der Atomanlagen aufkommt. :shock:
    einstein0

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  • Hallo erst einmal,habe einen guten Bekannten in der CH,den hatte ich soweit überzeugt doch endlich etwas aufs Dach zu legen,hat sich ein Angebot von einer CH Firma erstellen lassen.Für 12m2 ST 35T CHF,da fällt man doch vom Hocker.Ich habe daraufhin bei 4 Firmen in D angefragt,haben dankend abgelehnt wegen den Behördenschriftkram.Und die Sache selber in die Hand nehmen,dafür sind die wenigsten in der Lage,gab ja für alles immer Dienstleister,da verlernt man auch so einiges.Gruss Bernd

  • Hallo bernd. Habe ich richtig interpretiert; ST? Das Zeug ist doch vorbei!?
    Nun, in der Schweiz will eben jeder an allem 1'000% verdienen. Als wir 2009 unser MFH bauen liessen hatte ich nur
    eine alternative Klein-PV montiert, anstatt das gesamte Süd-(In)Dach belegt. Mein EVU zahlte für die kWh 8.- Rappen
    und verkaufte den Ökostrom mit 1'000% Zuschlag, bis ihn unser Bundesamt zurückgepfiffen hatte....
    Darum habe ich mein letztes Modulfeld selber gebaut und von meinem Solarteur freundschaftlich abnehmen lassen.
    einstein0

    30 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
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  • Das Eine tun, aber das Andere nicht lassen, vernimmt man aus der kleinen Kammer im Bundeshaus. Alle sind zufrieden, hört man auch von Doris. Doch die SVP wurde abgestraft mit ihrer Schnapsidee neuer KKW's und die Grünen hätten gern dem Ende der Atommailer entgegengesehen. Das Endlager, welches die Nagra seit Jahrzehnten plant, wird auch noch
    viel zu reden geben. Doch weder in PV, noch Windstrom kommt die Schweiz vom Fleck und mein Vorhaben,
    vielleicht in Kleinwasserkraft zu investieren wird laufend aktueller.
    einstein0

    30 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
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