PV, Rentner und Krankenkasse

  • Da das Thema immer mal wieder diskutiert wird, stelle ich hier einen Überblick zusammen.


    1. Privat krankenversichert ( PKV )


    Keine Auswirkungen des Einkommens auf die Beiträge.


    2. Freiwillig versichert in der gesetzlichen Krankenkasse ( GKV )


    Alle Einkommen werden herangezogen bis zur Beitragsbemessungsgrenze von z.Zt. 3.825,00 Euro pro Monat.
    Auch Miet- Pacht- und Zinseinnahmen.


    3. Pflichtversichert in der Krankenkasse der Rentner ( KVdR ).


    Beitragspflichtig sind:
    - gesetzliche Rente
    - Renten der betrieblichen Altersversorgung
    - Bezüge aus der Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes,
    - Pensionen
    - Kapitalleistungen aus Direktversicherungen - davon wird monatlich 1/120 der Zahlung berücksichtigt, längstens für 120 Monate
    - ausländische Renten
    - selbständige Arbeit
    - nichtselbständige Arbeit
    - Einkünfte aus Gewerbe, z.B. PV ( maßgeblich ist der steuerliche Gewinn )
    Falls die Einkünfte aller vorgenannten Einkommensarten außer der Rente zusammen maximal 131,25 € monatlich nicht überschreitet, fällt kein Krankenkassenbeitrag an ( Bagatellgrenze ).
    Miet- Pacht- und Zinseinnahmen sind krankenversicherungsfrei.
    Es gilt die Beitragsbemessungsgrenze von z.Zt. 3.825,00 Euro pro Monat.


    Quelle: Techniker Krankenkasse http://www.tk.de/tk/im-ruhesta…lichtige-einnahmen/347608


    Zuordnung pflicht- oder freiwillig versichert:
    Wenn jemand 90 % der zweiten Lebensarbeitszeit in der gesetzlichen Krankenkasse versichert war, egal ob pflicht-, freiwillig oder familienversichert, wird sie/er pflichtversichert in der Krankenkasse der Rentner ( KVdR ). Dort bleibt sie/er lebenslang, auch wenn sich später ihre/seine wirtschaftlichen Verhältnisse ändern. Quelle: http://www.tk.de/tk/im-ruhesta…flichtversicherung/348516

    Sonnige Grüße
    Kollektor

  • Wenn hier doch jemand nach langer Zeit geantwortet hat, aktualisiere ich gleich zwei wichtige Zahlen.


    Die Beitragsbemessungsgrenze liegt 2013 bei 3.937,50 € im Monat bzw. bei 47.250 € im Jahr.


    Die Bagatellgrenze, bei der überhaupt erst ein Beitrag in der KVdR fällig wird, liegt 2013 bei monatlich 134,75 €. Achtung: Die Bagatellgrenze ist keine Freigrenze. Ab 134,76 € monatlichen Einnahmen aus Altersvorsorge, Gewerbe, Landwirtschaft etc. werden für die gesamten beitragspflichtigen Einkünfte Beiträge ab dem ersten Euro fällig !

    Sonnige Grüße
    Kollektor

  • Hallo,
    hat zwar nicht nur was für Rentner, aber auch "Nicht-Rentner" haben da evtl. die Erfahrung gemacht?
    Mir ist da was ganz interessantes "passiert"....
    Ich möchte gerne die Krankenvericherung wechseln da die "neue" Kasse als derzeit eine Leistung finanziert die mir was bringt.
    Habe dann mit einer (sehr netten) Mitarbeiterin dieser KV gesprochen, dabei kamen wir auf sonstige Einnahmen...
    Klar, ich betreibe PV-Anlagen, sie, ist ihr Arbeitgeber darüber informiert....ich Nö, da es keine Nebentätigkeit im Eigentlichen Sinn ist...ich muss ja nicht wirklich meine Arbeitskraft dafür einsetzen (Ausser für die UStVA und EKSt und einmal im Jahr die Zählerstände ablesen und übermitteln)...
    Sie, OK, dann müssen wir aber trotzdem den Zusatzbogen für Nebeneinkünfte ausfüllen...
    Ich, OK...
    Wichtigste Frage: Höhe der Einkünfte (> oder <5000€/Jahr) und wieviele Std. wenden sie dafür pro Monat auf....
    Ich im Schnitt ~0,25Std/Monat :wink:
    Ne genau...einmal im Jahr ne Std...Ne für jeden Monat....


    Da habe ich ihr das dann genauer erklärt....
    Irgendwie scheinen die KV da nicht viele zu haben die sowas angegeben haben??


    Sie meinte aufjedenfall das die nachfragen werden wenn ich nur die paar Minuten angebe...
    Ich bin gespannt was kommt :mrgreen:


    gruss
    Jörg

  • Zitat von GAST


    Sie meinte aufjedenfall das die nachfragen werden wenn ich nur die paar Minuten angebe...
    Ich bin gespannt was kommt :mrgreen:


    Da passiert überhaupt nichts. Problematisch wird es nur, wenn das gewerbliche Einkommen regelmäßig zum Haupteinkommen wird.


    Aufpassen müssen nur familienmitversicherte Personen, wenn die eigenen Einkünfte derzeit über 365 € im Monat liegen. Dann entfällt die Mitversicherung. Aus diesem Grunde sollten PV-Anlagen besser auf den Alleinverdiener laufen.

    Sonnige Grüße
    Kollektor

  • Achtung, aufgepasst!


    Als pflichtversicherter Rentner muss ich für jeden Euro, den ich durch meine PV-Anlage erwirtschaftet habe, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge abführen. :cry:


    Warum? Ich war im öffentlichen Dienst beschäftigt und erhalte außer der gesetzlichen Rente noch eine Zusatzrente der ZVK in Höhe von ca. 200 € monatlich. Diese ZVK-Rente zählt (lt. Aussage meiner Krankenkasse) zu den sog. Versorgungsbezügen. Damit übersteigen meine Versorgungsbezüge die Bagatellgrenze (siehe Beitrag von „Kollektor“ vom 13.09.2013).


    Im Klartext:
    Mein Einkommen aus selbständiger Tätigkeit betrug lt. Einkommensteuerbescheid 2012 gerade mal 10 Euro (Betrag ist deshalb so niedrig, weil die Anlage noch abgeschrieben wird). Nun erhielt ich von meiner Krankenkasse einen Beitragsbescheid über mtl. 0,15 € (10,00 € : 12 * 15,5% KV + 2,05 % PV)! :shock:


    Das ist derzeit die Buchungsgebühren nicht wert – die Abzüge in Höhe von 17,55% werden aber in den kommenden Jahren meine Rendite doch erheblich schmälern. Trotz intensiver Recherche im Internet konnte ich keinen Bericht über einen vergleichbaren Fall finden. Bin ich denn der einzige Rentner mit Zusatzrente plus PV-Anlage?


    Oder gibt es eine Möglichkeit, die Beiträge „einzusparen“?


    Leicht getrübte Grüße
    dingy

  • Hallo dingy und willkommen im Forum !


    Zitat von dingy

    Oder gibt es eine Möglichkeit, die Beiträge „einzusparen“?


    Leider nein. :cry:


    Bei mir führen die Deutsche Rentenversicherung und die Pensionskasse die KK- und PV-Beiträge direkt ab, die KK bucht monatlich Beiträge für weitere betriebliche Altersversorgungen ( Kapitalabfindung ) und den gewerblichen Gewinnen von meinem Konto ab. Da meine Frau als Rentnerin selbst versichert ist, zahlen wir zusammen über 600 € KK- und PV-Beiträge. In den nächsten Jahren wird der KK-Beitrag zum Glück durch die Beitragsbemessungsgrenze gedeckelt.

    Sonnige Grüße
    Kollektor

  • Hallo Dingy,
    Tröste Dich ich bin auch betroffen.
    Da gibt es nur eins, immer wieder zusätzliche PV Anlagen bauen, damit Du immer wieder abschreiben kannst
    Vielleicht kannst Du ja einen Teil Deines !! selbsterzeugten Stromes, wie auch immer ?
    selber verbrauchen ?
    Aber aufpassen !, sonnst musst Du Dir evtl. einen Raum mit Ulli Hönnes teilen
    Gruß
    Fritz

    Fritz

  • Zitat von Fritz49


    Aber aufpassen !, sonnst musst Du Dir evtl. einen Raum mit Ulli Hönnes teilen


    Den Satz verstehe ich nicht. PV zu betreiben ist doch legitim. :roll:


    Aber der Tipp mit den "immer wieder zusätzlich PV-Anlagen zu bauen" hilft tatsächlich KK-Beiträge zu sparen. Weil dann statt Gewinn ein Verlust herauskommt wenn man die momentane EEG- und Preissituation betrachtet. :P

    Sonnige Grüße
    Kollektor



  • Tröstet Euch, wenn es anders wäre würde unsere berufsklamme Regierung das binnen kürzester Zeit lösen.....


    Und zum Thema Abschreiben.... Es haben sich schon Leute totabgeschrieben... Irgendwann muß man auch mal was haben um davon abbeißen zu können. Und dann stehen "sie" schon Schlange um Dir die Wurstscheiben runterzuziehen und die Butter abzukratzen. Dein Hunger geht auch mit blankem Brot weg......


    Wir haben auch den "Fehler" gemacht, daß wir die Eigentümer der PV-Anlagen gemsicht haben.... Jetzt ist meine Frau KV-pflichtig ;-(


    Ist halt Lehrgeld.


    Und lieber Lehrgeld als Zellenbruder beim Würstelbaron....


    Das FA zu bescheißen war in D immer schon eine der schlechtesten Ideen die man haben kann.
    Du kannst mit guten Anwälten in D viele bescheißen, Rentner mit Kaffefahrten abzocken, Zahnärzte um ihre
    Schwarzgelder anlagebetrügen.... aber das Deutsche Finanzamt möchte ich niemals als Feind haben. Nie!