Nutzung VORHANDENER Nachtspeicheröfen

  • Hallo Leute,
    als Neuling im Forum habe ich mich zwar schon durch etliche Beiträge grob zum Thema durchgewühlt, aber noch keine Antwort auf meine konkrete Situation gefunden:


    Wir haben ein 200 Jahre altes Fachwerkhaus gekauft, um es im Sommer durchgehend und gelegentlich im Winter als Wochenendhaus zu nutzen. Auf dem Dach eine PV Anlage auf dem Dach (5kWp - 30% Eigenverbrauch) installieren lassen. Geheizt wird grundsätzlich bei Anwesenheit mit Kamin- und Küchenofen. Heizung gibt es im Moment nicht. Bei Nichtanwesenheit (also die meiste Zeit im Winter) soll das Haus frostfrei gehalten werden. Hierzu dienen kleine Elektroheizkörper, wie in skandinavischen Ferienhäusern üblich. Außerdem haben wir mit dem Haus 2 3KW Nachtspeicheröfen übernommen, asbestfrei und funktionstüchtig. Idee ist nun, diese in das System einzubinden, tagsüber also aus der PV mit Strom aufzuladen und nachts abzugeben. Gewissermaßen als Zwischenspeicher, da mittlerweise ja die Einspeisevergütung deutlich unter den Stromkosten für Tagstrom sind, also Eigenverbrauch immer am sinnvollsten ist.


    Spricht etwas TECHNISCH dagegen???


    Wir bekommen nirgends qualifizierte Antworten. Der Hersteller der Nachtspeicheröfen meinte nur kategorisch, das ginge nicht ...seufz... hoffe, das ist hier anders! :)


    Danke danke!


    Es geht nicht unbedingt darum, ob das hier die rentabelste aller Möglichkeiten ist (sicher sind andere Heizsysteme effizienter!), sondern, darum, dass die Dinge vorhanden sind und möglichst kostengünstig und sinnvoll gemutzt werden sollen.

  • Warum sollte das technisch nicht gehen?
    Um es salopp auszudrücken: Man löse den violetten Tarifdraht vom Rundsteuerempfänger und klemme ihn an einen Schalter mit "Dauerstrom."
    Danach kann dieser Schalter gemütlich durch eine Steuerung ersetzt werden, welche z.B. Eigenverbrauchsüberschüsse durch den Wechselrichter schaltet, oder die Info von den Zählern übernommen wird...
    Man muss nur bloss nicht immer zuerst das EVU fragen wollen, denn die wissen meist eh nicht weiter :roll:

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Warum soll das nicht gehen? Solange der Zyklus der gleiche ist, sollte es dem Ofen "egal" sein, zu welcher Uhrzeit er den Strom bekommt und die Wärme abgibt.


    Fraglich ist nur, ob es Sinn macht, mit einer "Stromdirektheizung" zu arbeiten. Wenn es große miteinander Verbundene Räume sind, könnte da zumindest bei Plusgraden ein Splitklimagerät wirtschaftlicher sein. Günstige GEräte arbeiten meist bis -7°C AT, aber es gibt auch teurere, die zumidnest bis -10° sparsamer sind, als ein Speicherhofen

    Elektromobile: Renault ZOE ZE40 Car Sharing und Pedelec

  • sundevil
    Danke - ist schon klar, dass es wirtschaftlichere Methoden gibt, die aber eben mit Neuanschaffung verbunden sind (wie teuer ist sowas?) - und bis ich das dann wieder rausgespart habe...

  • was nach meiner Meinung dagegen spricht:
    wenn die PV-Anlage Strom liefert, brauchst du keine Heizung
    wenn du die Heizung brauchst, liefert die PV-Anlage keinen (oder jedenfalls nicht genügend) Strom


    technisch geht das schon, wie oben bestätigt
    ob es sinnvoll ist, musst du dir halt überschlagsmäßig durchrechnen
    ich glaube eher nicht

  • Einstein
    Danke, endlich folgt jemand unserer einfachen Logik. Was ist, wenn die PV nur wenig produziert (nicht so tolles Wetter o.ä.), wird der Ofen dann nur lauwarm? Wie kann man verhindern, dass er dann Strom aus dem Netz zieht?

  • jodl
    zur Zeit sind bei uns ziemliche Minusgrade, aber seit Wochen scheint die Sonne (na okay, heute schneits) - da schnurrt das Maschinchen gewaltig. Ich hab ja im Sommer, wenn wir da sind, auch andere Verbraucher bzw. speise dann den Überschuß ein. Aber es erschient mir doch sinnvoller, den tagsüber erzeugten Strom im Ofen zu speichern und nachts zu nutzen statt ihn einzuspeisen und nachts (für andere Elektroheizkörper) zum höheren Preis dazuzukaufen. Es geht ja wie gesagt um frostfrei, um zuheizen und nutzen statt verplempern...

  • Hallo Cicali,


    mach mal ne ganz einfache Rechnung :!:
    Deine PV- Anlage hat 5kWp - bei idealem Wetter :D
    Deine Nachtspeicheröfen haben :?::?: kW - 23kW :?::?:
    Was meinst du was der WR deiner Anlage macht :?::|
    Wenn das mit den 23kW so ist wie ich es verstehe, müsstest Du die Steurungstechnik so verändern, dass die Öfen einzeln aufgeladen werden können :!: sehr fraglich ob von der Leistung im Winter machbar, da der kleinste Ofen vermutlich mehr wir 5kw benötigt :idea:
    2. Die normale Aufheizung erfolg vom Netz über Nachtsrom, Sondertarif usw.
    Das kannst nicht einfach so umbauen, da spiet der Energieversorger nicht mit :mrgreen:


    sonnige Grüße
    PVuggs

    Die Erde braucht "uns" nicht zum überleben - aber wir brauchen die Erde!

  • Ein Nachtspeicherofen hat keine Leistung von 23 KW. Eher zwischen 2-6 KW je Einzelgerät.
    Wobei der Ofen direkt noch Einzelheizungen in Teilgrößen besitzt.


    Das was gegen eine Nutzung spricht ist letzlich der Aufwand die Steuerung anzupassen. Man müsste die Momentane PV Leistung abfragen und an die Geräte weitergeben - also reihum die Öfen aufladen. Im Grunde auch den Ofen direkt umbauen, um geeignete Leistungsstufen nutzen zu können.
    Gewöhnlich hat man eine Zentrale Verteilung über die die Öfen 3 phasig angefahren werden, zusätzlich noch bestehende Steuerspannungen und eine Tagversorgung um den Lüfter zu betreiben.


    Möglich ist es, aber bei 4 Öfen würden wohl 12 einphasige Relais/Schütze nötig werden + eine übergeordnete *Lade* Steuerung. Gewöhnlich ist in der Verteilungen nicht genug Platz.
    Die Ofeninterne Ladesteuerung müsste überzeugt werden das sie auch 1 oder 2 phasig arbeiten kann.
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    Eine 5 KWp Anlage wird im Winter nur geringe Energiemengen bereitstellen - Nov-Februar 20% (?) also knapp 1000 KWh. Gleichzeitig kann es Tage oder Wochen geben mit Guten Erträgen an denen dann Speichemasse - also mehrere Öfen gebraucht werden.


    *Sinnvoll* wäre wohl einen Ofen anzupassen und weiterhin Teile der PV einzuspeisen (was bei den Umbaukosten eh *finanziell* besser ist, glaube ich mal) Daneben stellt man einen anderen Nachspeicherofen der über das Netz geladen wird - zum Nachtstromtarif (solange es den noch gibt). Gekoppelt wären die Öfen nur über die Raumtemperatur.


  • Hy darwin,


    cicali schreibt von Nachtspeicheröfen im Haus und die haben oft mehr als 23kW Leistung. :idea:
    Deshab habe ich ja nachgefragt :!:


    Grüße
    PVuggs

    Die Erde braucht "uns" nicht zum überleben - aber wir brauchen die Erde!