Experiment mit Nanobeschichtung der Module

  • Hallo,


    mit der Nanoversiegelung meiner Auto-Windschutzscheibe habe ich bisher sehr gute Erfahrungen gemacht.
    Sicherlich beduerfen auch Photovoltaik-Module einer regelmaessigen Reinigung aber ich moechte ausprobieren inwieweit man die Reinigungsintervalle durch eine Beschichtung mit Nanopartikeln erhoehen kann.


    Bisher fand ich keine zuverlaessigen Aussagen darueber ob solche Beschichtungen dauerhaft bestehen und ob der evtl. Mehrertrag den Aufwand lohnt.


    Hier ist ein Link zu meiner Anlage bei der ich versuchsweise mehrere Strings unterschiedlich beschichtet habe.
    http://www.paranaut.de/solar/uebersicht.html
    Auf jeden Fall kann man jetzt schon sagen, dass sich durch die Beschichtung kein Minderertrag z.B. durch Reflexion oder Absorption ergibt.
    Ob die Selbstreinigung nach Vorbild des Lotusblueteneffekts funktioniert wird sich zeigen sobald die Anlage im Sommer langsam verschmutzt und nur noch vom Regen gereinigt wird.


    Ein anderer Versuch bezueglich der Wechselrichter-Kuehlung laeuft ebenfalls.


    Zur Auswertung verwende ich den neuen SolarLog400 der soweit ich weiss bis zu 9 Wechselrichter verwalten kann. Er ist wohl der ganz neue Nachfolger des SolarLog100 und ich bin hoch zufrieden.


    Vielleicht hilft dies dem einen oder anderen bei der Entscheidung für seine Anlage und wer Fragen oder Tipps hat, der kann sich gerne an mich wenden.


    Gruss
    Peter

  • Hallo,


    mit dem Thema Reinigung beschäftige ich mich auch schon längere Zeit. Nun habe ich bei einem Kunden einen Versuch unternommen, ein Teil der Anlage mit der Nano Versiegelung zu bearbeiten. Ergebisse haben wir noch keine da dies nun ca 2 Monate her ist. Warten auch auf den Sommer.
    Ich sehe das Problem, die Versiegelung nachträglich aufzutragen. Dies ist dann doch nur mit höherem finanziellen Aufwand zu erledigen. Gerüst spezielle Geräte um den Reiniger aufzutragen und zu polieren.


    sonnige Grüße
    Jürgen

  • Hallo Jürgen,


    ich glaube auch nicht, dass es sinnvoll ist bereits bestehende Anlagen zu versiegeln. Ich mache das Experiment hauptsächlich um zu sehen was ich bei einer Erweiterung meiner Anlage machen werde und als Entscheidungshilfe für Leute die vor einer Neuanschaffung stehen.


    Sonnige Grüße
    Peter

  • Nun, da keine mechanische Belastung wie z.B. ein Scheibenwischer auf die Oberflaeche einwirkt, wird die Beschichtung doch um einiges laenger halten. Wie lange, das wird das Experiment zeigen. Zudem wird man auch erkennen koennen, welche der Beschichtungen am laengsten haellt.

  • Da wir die ersten nano-beschichteten Module installieren (Nano-Coating von HEGE-solar) und unsere Chemikerin mit einer nachträglichen Nano-Beschichtung weiterexperimentiert, würde es mich interessieren, was der Versuch von 2006 heute für Ergebnisse bringt. Am Anfang war das ja wohl nicht so toll, oder?
    Gruß
    P.S.: Nachträgliche Nano-Beschichtung: gemeint ist eine Beschichtung, die auf bereits installierte PV-Module alle paar Jahre als Flüssigkeit aufgebracht werden soll.

    Waldemar Gorzawski

  • Hallo,


    habe auch schon mal testweise Module beschichtet.


    Meine Beobachtungen:


    Nach ca 3 Monaten ist der Abperleffeckt wieder verschwunden. Kein Unterschied in der Sauberkeit mit unbeschichteten Modulen festzustellen. Dadurch auch kein Unterschied im Ertrag.


    Im Winter bleibt das Eis viel länger auf diesen Modulen, als auf den unbeschichteten (Nachteil!)


    Mein Fazit:


    Schade um die Zeit für das aufbringen der Nanobeschichtung und für das Geld, denn die ist ja nicht gerade billig.


    Wünsche dir trotzdem viel Spaß bei deinen Experimenten :D


    Grüße

    11,84 KWp Ausrichtung 250 ° West Neigung 42° - 64xAleo 185 4xFronius IG 30

  • Inzwischen sind wir ein paar Schritte weiter und möchten zu den KFZ-Nanos und dem Abperleffekt Stellung nehmen:
    Nano-Beschichtungen auf Windschutzscheiben haben nur ein Ziel: das Regenwasser in Perlen zusammenfassen, damit man zwischen diesen Punkten (ohne Scheibenwischer) durchsehen kann. Bei bestimmter Geschwindigkeit werden diese Perlen dann vom Fahrtwind weggeweht. Dieser Effekt wird bei PV-Modulen nicht benötigt. Hier brauchen wir unterschiedliche Effekte: wollen wir das Modul gegen organische Verschmutzungen schützen (Module über Stallungen oder auf Müllhalden) benötigen wir ein photokatalytisches Nano. Wollen wir die Module gegen anorganische Stoffe schützen, zB. Sandstürme, benötigen wir chemische Nano-Flüssigkeiten. HEGE-Solar bietet als Dienstleistung die entsprechende Nano-Beschichtung auf der Baustelle (also vor der Montage der Module) und die Haltbarkeit richtet sich nach der chemischen bzw. abrasiven Belastung und der UV-Stabilität der Nano. Letzteres macht auch den Preis aus...
    Gruß

    Waldemar Gorzawski

  • Hallo,
    da werden die meisten Nanoversiegelungen nicht funktionieren, da auf den PV-Modulen extreme Tempraturschwankungen entstsehen. Viele Versiegelungen sind zwar Kältebeständig, aber bei extremer Hitze fangen diese sich an abzulösen. Da sollte man schon vorher den Ceranfeld-Test machen, bevor man sich auf Dach begibt. Ist ja nicht ungefährlich. Bei der Webseite http://www.preimess.de/lotusef…asversiegelung/index.html findet Ihr eine Auswertung einer "beständigen Beschichtung". Müsst etwas nach unten scrollen.
    Grüsse von Harald