Einzelmodulüberwachung bei komplexer Verschattung

  • Meine Anlage laeuft nun seit fuenf Wochen und hat so ziemlich alles schon gesehen: pure Sonne, viele Wolken, Nebel, Regen und auch Schnee.


    Durch die Einzelmodulueberwachung mittels Solaredge konnte ich einige Erkenntnisse sammeln und moechte diese hier vorstellen - ich denke dass dies den einen oder anderen interessieren koennte, nicht jeder hat diese Moeglichkeiten.


    Mein Plan ist hier eine kleine Serie zu starten, so lange es interessante Features gibt, ueber die es wert ist zu berichten.

    lg kassi


    5,72 & 8,55 & 6,75 & 9,88 & 5,5 kWp & 390 Wp auf Womo
    eBike, Hyundai Ioniq seit 5/2017, Prius seit 2005 wird Anfang 2019 durch Tesla Model 3 ersetzt


    Hier gehts zur Analyse meiner Anlage auf Einzelmodulbasis

  • Fangen wir mal mit einem sonnigen Tag an, daran lassen sich die Schatteneffekte besonders gut beobachten.
    So sieht der gestrige Tag meiner Anlage als 'Gesamtkunstwerk' aus - dies ist die Ansicht, die man mit einem normalen Datenlogger hat:



    Die Einbrueche am Nachmittag sind zunaechst eine Abgasspur eines Flugzeugs, nach 15 Uhr kamen leider doch noch Wolken auf.
    Was sofort auffaellt ist, dass dies keine tyoische Sinuskurve ist, wie man es bei einer unverschatteten Anlage erwarten wuerde.


    Die Einzelmodulansicht bietet dafuer auch eine Erklaerung an:

  • Um das ganze besser einordnen zu koennen sind natuerlich ein paar Details zu meiner Anlage interessant zu wissen:


    Man sieht sie in meinem Avatar, sie besteht aus 22 Modulen Schott Perform Mono 260W und einem Wechselrichter SE5000 von Solaredge, dazu 22 Leistungsoptimierer OP300-MV; macht also zusammen 5,72 kWp.


    Da das Hausdach eigentlich voellig PV-ungeeignet ist musste ich bei der Platzierung der Module puzzeln, um wenigstens so viel Leistung zu bekommen wie wir auch verbrauchen:


    mit Ausrichtung +37 Grad:
    - 12 Module finden Platz auf dem Dach (Neigung 45 Grad, sie bilden die obere Kurve)
    - zwei auf dem Zwerchgiebel (35 Grad, Teil der oberen Kurve)
    - sechs als Terrassenverschattung (20 Grad, diese bilden die tiefer liegende Kurve)



    Diese wilde Mischung waere natuerlich ohne Leistungsoptimierer nicht moeglich; da ich schon mal die Moeglichkeit hatte habe ich mich sogar getraut zwei Module, die noch in den String passten, nach Osten schauen zu lassen um morgens etwas fuer den Eigenverbrauch zu tun:


    und mit Ausrichtung -60 Grad:
    - zwei auf der Garage (15 Grad, sehr klar abgegrenzt, die linke Kurve)

  • sehr interessant!
    Bei dieser Anordnung wäre ich schwer in Versuchung, noch jedes Flechen Fassade etc. vollzumachen :mrgreen: die Flexibilität mit diesem System ist ja sagenhaft.


    Darf man fragen, was du für den großen WR und für die kleinen Boxen gezahlt hast?

  • Auf dem folgenden Bild ist als Referenz die Numerierung der Module zu sehen (die Ertraege sind hier uninteressant):


    1-12 liegen auf dem Dach
    13, 14 auf dem Zwerchgiebel
    15-20 auf der Terrassenueberdachung
    21, 22 auf der Garage



    Nun zu den Schattenwuerfen:


    - der Giebel wirft vormittags Schatten auf 2,3 & 5, nachmittags auf 8, 11 & 12
    - die rechte Dachkantenerhoehung wirft morgens Schatten auf 9-12
    - die linke abends auf 1-3
    - das Gelaendergitter morgens auf 15-19
    - die Garage vormittags auf 20
    - die Dachranderhoehung der Garage ab mittags auf 22 und spaeter auch auf 21
    - das Nachbarhaus morgens auf 21 & 22
    - im Winterhalbjahr werfen Baeume ab mittags ihre Schatten auf 15-22


    ich hoffe ich habe nichts vergessen :mrgreen:

  • Zitat von Weidemann

    sehr interessant!
    Bei dieser Anordnung wäre ich schwer in Versuchung, noch jedes Flechen Fassade etc. vollzumachen :mrgreen: die Flexibilität mit diesem System ist ja sagenhaft.


    Man hat viele Moeglichkeiten, aber trotz des Puzzels habe ich versucht einen aesthetischen Restanspruch zu wahren... 8)


    Zitat

    Darf man fragen, was du für den großen WR und für die kleinen Boxen gezahlt hast?


    Ist nicht so leicht zu beantworten, da ich nur einen Komplettpreis fuer die ganze Anlage inkl. Aufbau, Anschluss & Versicherung bekommen habe. Dieser lag bei 1950,- / kWp, was ich angesichts des erhoehten Installationsaufwands und der SE-Komponenten fair fand.
    Im Internet findet man Preise ab ca. 70,- fuer die Leistungsoptimierer und 1200,- fuer den Wechselrichter.


    Zitat von Weidemann

    PS: wieso ist da och Platz für eines auf der Garage?


    Damit ich die zwei verschieben oder ggf. eins vom Dach auf die Garage wechseln kann, darauf werde ich noch zu sprechen kommen...


    Die Begrenzung auf 22 Module liegt daran, dass bei den Ausrichtungen und Neigungen die Leistungsoptimierer an ihre Grenze von 15 A stossen koennten. Der Wechselrichter hat eine Zielspannung von ca. 330 V, die man quasi als Festspannung ansehen kann - jedenfalls liefern die Leistungsoptimierer zusammen immer zwischen 325 und 335 V (egal wie viele angeschlossen sind).

    lg kassi


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  • Zunaechst einmal die Tatsache, dass quasi alle Module zu irgendeiner Zeit verschattet sind; nur Nr. 6 & 7 und mit Abstrichen Nr. 4 haben fast immer Sonne, wenn auch andere Module Sonne haben koennen (ausser am fruehen Morgen). Daher haette ich auch bei Tigo jedes Modul bestuecken muessen.


    Dann die laufenden Kosten: bei SE garantierte man mir, dass fuer kleinere Anlagen keine laufenden Kosten fuer das Logging entstehen werden, bei Tigo wollte man das nicht garantieren.


    Und nicht zuletzt glaube ich bei SE das Konzept einigermassen verstanden zu haben, bei Tigo bin ich mir nicht so sicher. SE wandelt fuer jedes Modul die Spannung auf die Weise, dass der gleiche Strom geliefert wird. Bei Tigo glaube ich verstanden zu haben, dass der hoehere Strom der anderen Module um ein Modul herumgeleitet wird, ich bin mir aber nicht sicher ob das nicht einem zu blumigen Vergleich geschuldet ist.
    Daher war ich mir bei Tigo weniger sicher, ob es so flexibel ist - kann zwar gut sein dass es so ist, ich weiss es aber nicht.

    lg kassi


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  • Was sieht man also in der Einzelansicht der Modulleistungen?


    Zunaechst einmal fallen die verschiedenen Gruppen auf: die Ostmodule mit dem fruehen Leistungsmaximum bilden die nach links verschobene Kurve.


    Zu dieser Jahreszeit haben die steileren Module (45 Grad) bei direkter Sonne einen deutlichen Vorteil, die Terrassenmodule mit 20 Grad koennen da nicht mehr mithalten. Man sieht sehr schoen wie viel das ausmacht.