EU erwägt Reduzierung der CO2-Zertifikate

  • Moin!


    Meine 'Freundin' Connie (Hedegaard) versucht erneut, die überschüssigen Zertifikate vom Markt zu nehmen, damit der Preis steigt und ein Anreiz entsteht, weniger CO2 zu emittieren.
    Brüssel will Zertifikate stilllegen (klimaretter.info)

    Zitat

    Laut Medienberichten (Handelsblatt) erwägt die EU-Kommission, 1,4 Milliarden Zertifikate dauerhaft vom Markt zu nehmen.[...]
    Da die dritte Emissionshandelsperiode jedoch schon am 1. Januar beginnt, könnte es auch ein Schnellverfahren geben.


    Da drücke ich ihr mal die Daumen, dass es klappt und sie sich dieses mal gegen die Verweigerer aus der deutschen Regierung durchsetzen wird.

  • Warum hier bei der Anzahl der Zertifikate nicht auch eine Degression von 5% je Jahr einbauen. Wenn es dann doch schneller geht, kann man die ja noch hochsetzen (auf 2,8% je Monat). ;-)

    Grüße von der Küste - Farmjanny
    29,94 kW Firstsolar mit 3x SMA 9000TL in 2009 SSO
    30,00 kW Firstsolar mit 1x8000 u 2x9000 in 2011 WSW
    10 kW Sunpower in 2013
    30 kW Windkraft Lely Aircon in 2017 und 9 kW - 12 kWh Speicher von Fenecon

  • 2.000.000.000 Zertifikate (1 Zertifikat = 1 Tonne CO2) wurden von der letzten Handelsperiode in die Jetzige übertragen und drücken nun auf den Zertifikatspreis, der bei 3 €/Tonne CO2 steht. Zum Vergleich: Deutschland emittiert etwa 800-900Mio Tonnen CO2 im Jahr. Bei der Einführung des Zertifikatehandels wurde noch mit einem durchschnittlichen Preis von 30€ gerechnet, was das Interesse der Unternehmen an der CO2 Vermeidung erhöht hätte. Aber erst ab ~70€ würde dieser den externen Kosten des CO2 Emission entsprechen.


    Nun hat auch Altmaier erkannt, dass der Zertifikathandel am Boden liegt und keinerlei Wirkung bei der Einsparung erzielt und stellt sich deshalb hinter den Vorschlag der EU-Kommission und gegen Rösler, der hier wir ein Lobbyist die Industrie agiert und vor einer zu hohen Belastung der Industrie warnt.


    Da der CO2 Preis direkt in die Merit Order an der Strombörse eingreift, würde ein höherer Preis die Erlöse der Erneuerbaren Energien erhöhen und die EEG-Umlage senken. Braunkohlestrom (1 Tonne CO2 je MWh) wäre bei einem CO2-Preis von 30€ ca. 3ct/kWh teurer und könnte nicht mehr für 2,5ct sondern für 5,5ct angeboten werden um kostendeckend produziert zu werden. Würde der CO2 Preis gar bei 70€/Tonne (Vollkostendeckend) liegen, hätten wird zwar Börsenpreise zwischen 7-9ct/kWh (3-4ct teurer), würden dann aber Windanlagen an Land keine Umlage mehr erhalten und auch die Umlage auf die anderen Erneuerbaren Energien würde auf etwa 3ct (bei gleichbleibenden Industriebefreiungen) fallen. Aber 70€ sind mit der EU eh nicht machbar. :juggle: Nur sollte man sich vor Augen halten, dass der Börsenpreis keine Vollkostenrechnung des fossilen Stroms und auch keinen Wert für Erneuerbaren Strom darstellt.

  • Servus eggis,


    Zitat von eggis

    2.000.000.000.000 Zertifikate (1 Zertifikat = 1 Tonne CO2) wurden von der letzten Handelsperiode in die Jetzige übertragen und drücken nun auf den Zertifikatspreis, der bei 3 €/Tonne CO2 steht.


    Hast Du da eine verlässliche Quelle dafür? Die Zahl kann ich mir nicht vorstellen! Das wären 5500t pro Einwohner der EU. Da sind irgendwie ein paar Nuller zu viel dabei.


    Gruß


    Dornfelder10

  • Wieso wird der Kollapse der CO2 Preise eigentlich immer als etwas negatives bewertet?


    Das heist doch ueberwiegend das all Vorgaben zur CO2 Reduzierung deutlich frueher und schneller erreicht oder gar uebertroffen worden sind als erwartet wurde. Weiterhin heist es doch das es deutlich leichter und billiger war CO2 zu reduzieren als erwartet, so das Unternehmen lieber selbst in die CO2 Reduzierung investiert haben als Zertifikate zu kaufen.


    Insofern kann man sich doch eigentlich eher "auf die Schulter klopfen" das man die Ziele so gut erreicht hat und nun den Lohn der fruehen Muehen ernten in dem man mal fuer eine Weile keine weitere Steigerungen der Energiepreise verkraften muss. Diese gesparten Kosten, und die gesteigerte Wettbewerbsfaehigkeit kann man ja dann besser in zukuenftige Energiereduzierungen investieren wenn die Zahl verfuegbarer Zertifikate in der naechsten Handelsperiode weiter sinkt.

  • Zitat von abxy

    Wieso wird der Kollapse der CO2 Preise eigentlich immer als etwas negatives bewertet?


    Das heist doch ueberwiegend das all Vorgaben zur CO2 Reduzierung deutlich frueher und schneller erreicht oder gar uebertroffen worden sind als erwartet wurde. Weiterhin heist es doch das es deutlich leichter und billiger war CO2 zu reduzieren als erwartet, so das Unternehmen lieber selbst in die CO2 Reduzierung investiert haben als Zertifikate zu kaufen.


    Insofern kann man sich doch eigentlich eher "auf die Schulter klopfen" das man die Ziele so gut erreicht hat und nun den Lohn der fruehen Muehen ernten in dem man mal fuer eine Weile keine weitere Steigerungen der Energiepreise verkraften muss.


    Warum das negativ ist? Ganz einfach: Weil die Reduktionsziele vorne und hinten nicht reichen, um einen zukünftigen Klimakollaps zu verhindern. Die Reduktionsziele sind alles politische Ziele und haben mit den wissenschaftlichen Ergebnissen recht wenig zu tun.
    Bei der Co2-Reduktion ist es so wie bei anderen Dingen auch: Die ersten 20 oder 30 Prozent des Ziels zu ereichen ist recht preiswert und einfach. Danach wird es schwieriger und auch teurer.
    So gesehen ist "auf die Schulter klopfen" das absolute falsche Ergebnis. Wenn man z.B. bedenkt, dass Deutschland seine verringerungsziele daurch erreichen und teilweise sogar übertreffen konnte, dass die Ostdeutsche Wirtschafft nach der Wiedervereinigung schlicht und ergreifend zusammengebrochen ist, dann kann mn sich vorstellen wieviel Energie die Westdeutsche Wirtschaft in die Co2-Reduktion investiert hat: Nähmlich gleich Null.

    9,6 kWp Talesun TP660P-240, SMA STP 8000TL-20; Ausr.: 70° (West); DN: 33°; seit 10/2012
    10,56 kWp Yingli YL240P-29b, SMA STP 10000TL-10; Ausr.: -110° (Ost); DN 33°; seit 01/2013


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