Sonnenstrom und Florians Jünger

  • Guten Tag an alle


    in einer der letzten (?) PHOTON gab es mal einen Beitrag über PV-Anlagen und Brände.


    Unser örtlicher Feuerwehrhäuptling hat auch so eine Anlage auf dem Dach. Und nun geht ihm das Problem nicht mehr aus dem Kopf - und mir auch nicht.


    Dieses Thema sollte allgemein interessieren und ich möchte mal eine Diskussion anstoßen, die sich damit beschäftigt. Etwa unter der Überschrift: Wie kriege ich im Gefahrenfall oder bei Bränden die Module soweit freigeschaltet, dass sie Rettungs- und Hilfskräfte nicht mehr gefährden können? Oder wie oben in der Betreffzeile.


    Ich kann mir Lösungen vorstellen, so etwas wie die Torschaltungen in der Daten-Technik, die nur beim Anliegen einer Steuerspannung durchschalten. Oder selbstleitende Halbleiterbauelemente, die durch einen elektrischen Impuls verdampft werden, ähnlich einer Schmelzsicherung oder so.


    Leider ist mein fachliches Potenzial an dieser Stelle etwas dürftig. Aber vielleicht hat hier jemand Ideen, wie dieses Problem gelöst werden könnte. Ich möchte jedenfalls nicht zugucken müssen, wie mein schönes Haus mit PV-Dach abfackelt, weil sich die Feuerwehrleute wegen des vorhanden Stroms nicht zu löschen trauen.


    Sonnige Grüße
    von Doris


    P.S.
    Hallo Walter, wenn Du glaubst, dass dieses Thema nicht hierher passt, da hänge es einfach um.
    Danke und Tschüss D.

  • Aber ich versteh das Problem nicht ganz. Wenn das Feuer mal durch das Dach schaut, dann sind die Module sowieso im Arsch.
    daß da noch Spannung drauf ist, kann ich mir noch vorstellen, aber spätestens wenn die Verbindungsstecker durchgeschmort sind, dürfte Schluß sein. :P

  • Hallo Walter,
    das stimmt natürlich bei erster Betrachtung. Die Feuerwehr soll aber aktiv werden, wenn es brennt und nicht wenn es abgebrannt ist.
    Vor dem Löschen oder gleichzeitig werden normalerweise die Versorgungsleitungen Strom, Gas, Wasser, Öl usw. abgedreht und gesichert - egal wo was brennt. (Das muss ja erstmal noch lange nicht das Dach sein)


    Wenn zum Beispiel irgend ein Brand einen Kabelkanal erreicht oder die Steigleitung AC-seitig abgedampft kommen vielleicht noch vorgeschaltete Sicherungen und machen spannungsfrei. Aber auf der DC-Seite mit den den Leitungen von und zwischen den Modulen und in Richtung Wechselrichter befindet sich trotz aller Abschaltungen immer noch Saft. Und der kann bei guter Sonne ganz gewaltig sein - je nach dem um 600 Volt. Und vom Energiegehalt her etwa so wie eine gut ausgestattetes Kochfeld mit Backröhre und das je Stringanzahl ein paar mal.
    Und genau diese Spannung läßt sich zur Zeit nicht abschalten oder in einen ungefährlichen Bereich bringen. Sie erzeugt dafür wunderschöne Lichtbögen.


    Vielleicht kann ich das nicht so gut beschreiben, aber Löschwasser leitet unter bestimmten Bedingungen ganz gut. Besonders aber das aus der Kübelspritze oder dem Nasslöscher.



    Gruß
    Doris

  • Ach ja - nur nachts ist Ruh... Da schläft sie - die Sonne. Und tagsüber mach sie Strom in den Zellen. Immer. Ob wir den dann wechselrichten oder nicht.
    Doris

  • Hallo,


    auch ich habe den Beitrag in der Photon mit großem Interesse gelesen.


    Allerdings befürworte ich ein System dass nicht nur bei Hitze/Brand die Module abschaltet sondern dass diese Modulbschaltung mittels dem Abschalten eines Spannungssignal erfolgt. Das hat den großen Vorteil dass ich bei der Installation der Anlage oder für Wartungsarbeiten die Generatorspannung abschalten kann.


    Das bedeutet aber dass die Herstellung um dieses Feature die Module teuerer werden und ebenso ist dies eine weitere Schwachstelle für eine reibungslose Funktion der Module.
    Ebenso erhöht sich der Montageaufwand des Generatorfeld um eine weitere Leitung die von Modul zu Modul geschleift werden muss.


    Da es sich bei der Generatorspannung um ein potentialfreie Spannung handelt (also nicht geerdete Minusleitung) sehe ich die ausgehende Gefahr bei einem Brand für Mensch und Tier nicht allzu hoch.


    Ich bin mal gespannt auf die nächste Photon welche Leserbriefe sie zu diesem Thema drucken...



    Gruß Elektron

  • Seit mir net bös, aber kommt da nicht die deutsche Gründlichkeit wieder zum Vorschein.


    Mir ist schon klar, daß es theoretisch sein könnte, aber bisher ist wohl kein Fall bekannt, wo es geschah. und PV gibt es net erst seit gestern.


    Ich bin aber auch dafür daß das Problem in Ruhe abgeklärt werden sollte, und gegebenenfalls auch nachgerüstet werden muß.

  • Ja vielleicht riecht es schon nach deutscher Gründlichkeit.
    Laut PHOTON April 05 gabs im November 2002 bei einem Brand am Gebäude des Altenpflegeheims Burgdorf in der Schweiz einen Fall, bei dem sich ein Feuerwehrmann einen Stromschlag bei den Löscharbeiten zuzog-- glücklicherweise ohne Folgen.


    Ein klarer Slogan der Florians-Gemeinde bei einem Brand:


    Erst muss der Strom abgestellt werden bevor das Wasser fließt.


    Aber was tun wenn das Dach selbst den Strom herstellt und somit nicht abgestellt werden kann?

  • Gut, daß meine Anlage auf der Garage ist. Ich würde dann vorschlagen Garage abbrennen lassen, und Nachbargebäude schützen. :D


    Nein Quatsch, Muß untersucht werden, und gegebenenfalls auch nachgerüstet werden. Kann wirklich ein Problem sein. Müßt entschuldigen, bin net bei der Feuerwehr und hatte das Ausmaß nicht bedacht.

  • könnte man nicht Schütze anstatt DC Schalter nehmen und genauso verschalten wie diese, also den Strom durch 8 Kontakte in Reihe.


    Dann könnte man die Anlage ja freischalten.


    MfG


    Aus dem hohen Norden

    MfG


    Solardach

  • Guten Tag Solarmann,
    meintest Du vielleicht jeden String einzeln abzuschalten?


    Genau darum geht es! Der DC-Bereich modulseitig stellt nämlich Problemzone dar. Ohne Unterbrechung der Leitungen zwischen den Modulen oder Kurzschluss der Module sind die Stringleitungen praktisch nicht spannungsfrei zu kriegen. Auch wenn der DC-Schalter offen ist kann auf den Stringleitungen in Richtung Module gefährliches Potenzial stehen!


    Ich denke, theoretisch kann man schon die Module mit Kontakten freischalten. Aber stelle Dir das aber mal praktisch vor: Zwischen jedem Modul einen Kontakt. Bei meiner Anlage wären das mindestens 42 Kontakte bzw. 11 Schütze mit je 4 Schaltkontakten, Funkenlöschern, einem Schaltkasten und jede Menge Kabel.


    Ich glaube, die Schalterei sollte besser in den Anschlussdosen der Module stattfinden und die Klemmen ohne Steuersignal kurzschließen.
    Möglicherweise geht das mit Thyristoren. Die sollen bei anliegendem Gleichstrom dauerhaft leitend sein, wenn sie einmal durchgesteuert wurden. Den Strom dafür produziert die Zelle ja selber. Durch Unterbrechung des Stromflusses würde der Thyrisor wieder frei werden. Das passiert dann nachts, wenn das Modul keinen Strom mehr produziert.


    Sonnige Grüße
    von Doris