Inselanlage in Planung für Gambia

  • Hallo alle miteinander!
    Ich plane eine Inselanlage da es dort wo ich gegen Jahresende wohne keinen Strom gibt. Das ist eine mehr ländliche Gegend in Gambia außerhalb der Touristenzentren. Finanziell sind die Möglichkeiten als Rentner leider nicht zu besonders, deswegen eine Minimallösung in 12V was ich auch begründen möchte. Die Modulpreise sind in Gambia ganz ok. Ich denke 100-130 Wp Module einzusetzen und nach und nach aufzustocken. Als Laderegler ist dieser CMP 50 von mir vorgesehen: http://www.prevent-germany.com…regler-12v-24v-solar.html und als Wechselrichter gibt es solche Modelle aus China, die ich schon mal hatte wegen der Stromausfälle mit Ladegerät und Batterien und die sehr robust sind und auch Kühlschrank und Fernseher anstandslos bedienen. Hier die Schaltung in etwa nur das bei der 1000W-Variante mehr Leistungstransistoren verbaut sind. http://inverter-circuit.com/50…-inverter-circuit-diagram . Das Gerät sieht so ungefähr aus: http://www.alibaba.com/product…_functional_inverter.html . Verwenden will ich Autobatterien vielleicht zwei mit je 200Ah. Das liegt daran, das die Batterien hier in Gambia eher durch die Hitze als durch die Zyklen kaputtgehen. Mein Bekannter dort hatte diese 3 Jahre was gar nicht so schlecht ist. Ein Nachbar hatte "Solarbatterien" teuer gekauft, die auch nicht länger hielten. Ich glaube das sind die 30-40 Grad die immer tagsüber vorhanden sind. Nur Nachts ist es 20-25 Grad. Anschließen will ich an den Inverter einen Kompressorkühlschrank Sharp der ungefähr 0,65 kWh bis 1,2 kWh pro Tag verbraucht je nach Einstellung am Thermostat. Das habe ich probiert. Als Beleuchtung 3-4 Energiesparlampen 220V die hier so umgerechnet 60cent kosten. Leistung 9 oder 11 W. Dann noch mein Laptop so 2-4 Stunden am Tag (IBM Thikpad schätzungsweise 80-100W) und die Brunnenpumpe mit 400W für ungefähr 30 Minuten. Fernseher 80 W und Satellitenempfänger oder DVD mit ca. 30W. Wie ist eure Einschätzung zu dem Vorhaben. Ich würde mich über eine Eischätzung insbesondere zum Wechselrichter und den Autobatterien freuen. Ist für mich schon interessant das die Hitze und nicht die Zyklen die Akkus zerstört. Da gibt es ja die 10 Grad Regel.
    Also dann ich erwarte eure Meinung da ich kein Profi bin.
    Neumi

    690 Wp, 4 x Bleisäureakkus je 200Ah parallel, STECA Tarom 4545, WR Jarett pure Sinus 1000W als 12V Anlage sowie Generator Lister TR3 Diesel 3-Zylinder Generator für sonnenarme Tage und Ausgleichsladung mit 40A Ladegerät

  • Hallo Neumi,


    willkommen im Forum.
    Du hast schon einige Erfahrungen im PV Bereich gesammelt, wie man liest.
    Ich bin mir nicht ganz sicher aus deiner Beschreibung - ist das eine 100% Insel die du planst oder gibt es dort auch Netzstrom? Bei deinen ganzen Verbrauchern würde ich mit einer 24 V DC / 230 V AC Anlage planen.
    Was die Batterien betrifft, teile ich dein Einschätzung nur teilweise.
    Autobatterien dürften noch schneller kaputt gehen also Solarbatterien (wenn es denn solche waren).
    Die 10 Grad Regel gilt auch für Autobatterien mit viel weniger Zyklen. Das eigentliche Problem ist vielleicht die Beschaffung von richtigen Solar Batterien.
    Gut finde ich, dass du schon alle Verbraucher benannt hast und deren elektrische Arbeit pro Tag (dh Wh oder kWh).
    Mach einfach eine Liste mit allen Verbrauchern und den täglichen Betriebsstunden, dann bekommst du einerseits den Anschlußwert (für die Auslegung des Inverters) und die elektrische Arbeit (für die Auslegung der Batterie und der Module).
    Alternativ zum Sharp Kühlschrank gibt es noch den Steca PF 166 für 24 V DC und geringem Verbrauch (Toplader) und den neuen Tarom 245 als Alternative zum CMP 50. Hast du einen DG, wenn es mal solartechnisch klemmen sollte?
    Insgesamt kann man sagen, das man solch ein Vorhaben durchaus als sehr realistisch betrachten kann.


    Ob es sich lohnt, nur das Billigste zu kombinieren, da bin ich immer etwas skeptisch.
    Wenn du schreibst, wo du ungefähr hinziehst, kann ich dir noch einiges zur Einstrahlung vor Ort schreiben.


    Auf jeden Fall schon mal viel Glück beim Umzug.


    Sonnige Grüße ............. Kalle Bond

  • Konnte gerade noch mal schnell in meine Länderdaten schauen:
    Gambia: ca 13° N / 14°-17° W (also so ein langer Schlauch :D )
    Anstellwinkel für PV Anlagen 15°, Richtung Süden ausrichten.
    Einstrahlung (auf die geneigte Fläche): Schlechtester Wert August - 5 kWh/m²/Tag, April - 6.5 - Dez 5.5.
    Für die Auslegung würde ich mit dem August Wert rechnen.
    Verbrauch pro Tag: ca 2.2 kWh
    PV Anlage: 6 Module x 130 Wp, 1 Tarom 245, 8 Batterien, zB Hoppecke sb 6V 250, Inverter 24 V / 230 V AC, Sinus, je nach KS
    bis 800 VA. Wenn ein DC Kühlschrank eingesetzt wird, ist ein kleinerer Inverter möglich.


    Soviel in Kürze :D

  • Hallo Kalle Bond,
    danke für die ausführliche Antwort, da kommt ja ganz schön was zusammen. Aber es ist ja möglich alles nacheinander zu ergänzen (Paneel) und Batterien) und in der Anfangsvariante eben auf Fernseher und Satelittenreceiver/DVD zu verzichten weil der Laptop auch erst einmal geht. Ich habe dort sowieso erst einmal viel am Haus zu tun, da ein wenig Renovierungsstau aufgetreten ist. Der Tarom ist gut aber am Anfang geht sicher der von Juta (China) erst einmal. Erfahrung habe ich ein wenig, da ich viel gelesen habe im Forum. Was mir da auch gefällt ist "Inselanlage in Bali". Außerdem hatte ich bei meinen letzten Wohnort in Gambia den beschriebenen Inverter mit Ladegerät und Autobatterien, die Batterien arbeiten immer noch bei mir als Batteriepuffer für ein Schlafapnoegerät.das auch mit 12V läuft. Sind jetzt einfach mit dem Ladegerät zusammengeschaltet und wenn Strom anliegt wird das Gerät versorgt und die Batterien werden geladen. Der Inverter ist voriges Jahr vom Blitz zerlegt worden. Sag mal, dieser von mir beschriebene Inverter den kennt wohl keiner in Deutschland. Er ist dort weit verbreitet und sehr robust. Keine Computersteuerung aber sehr konstante Spannung. Ich weiß nicht was diese schwere Kiste im Leerlauf braucht. Ein Lüfter wie beim PC läuft jedenfalls immer. Die brauchen aber nur ein paar Watt. Mit den 2,2 kWh das entspricht auch so meiner Einschätzung da wir Cashpower jetzt haben (ist wie Preapaid Strom beim Versorger kaufen und die Codenummer einlesen) und genau der Verbrauch in der LCD-Anzeige täglich ablesbar ist. Den Inverter und die Paneele werde ich wohl in Gambia kaufen. Die Batterien auch wobei es wirklich so ist das angebliche Solarbatterien nicht unbedingt welche sein müssen. Es gibt aber auch solche Zellen wie von Hoppecke da zu kaufen aber sehr teuer. Alle anderen als Solarbatterien ausgeschilderten Modelle sehen eher wie Autobatterien aus. Batterien und Paneele kann ich unmöglich wegen dem Gewicht aus Deutschland mitbringen. Muss ich daher dort kaufen. Laderegler wird von "D" mitgenommen und eventuell auch der Wechselrichter (war aber dort mit diesen beschriebenen robusten Teilen sehr zufrieden). Ein DG lässt sich sogar problemlos an diesen China-WR anschließen da er eine automatische Umschaltung hat und Ladegerät sobald externe 220V erkannt werden. Das funktioniert bei dem Teil auch gut. Der DC-Kühlschrank von STECA ist schon optimal aber das gleiche Problem wie kommt er nach Gambia. Also wird es beim Sharp bleiben. So schlechte Werte hat er wohl auch nicht. Kam ja auch mehr als 200 Euro was in Gambia nicht wenig ist und das Gerät ist vorhanden (erst 2 Jahre alt). In Gambia wohne ich dann ungefähr 10 km weiter als dieser Ort Richtung Süden (Senegal) http://translate.google.com/translate?hl=de&langpair=en|de&rurl=translate.google.com&twu=1&u=http://www.gaisma.com/en/location/brufut.html was sich wohl mit deinen Werten decken müsste. Für die Anstellung der Module 15 Grad werde ich mir ein Gestell schweißen lassen. Das ist wohl ok. Übrigens es ist komplett autark auf dem Grundstück. Wasser vom Brunnen und Strom eben Solar. In den nächsten Jahren ist kein Anschluss vom Energieversorger vorgesehen. Ok dann!
    Viele Grüße und danke von
    Roland!

    690 Wp, 4 x Bleisäureakkus je 200Ah parallel, STECA Tarom 4545, WR Jarett pure Sinus 1000W als 12V Anlage sowie Generator Lister TR3 Diesel 3-Zylinder Generator für sonnenarme Tage und Ausgleichsladung mit 40A Ladegerät

  • Hallo,


    ich habe das alles noch einmal ein wenig präzisiert und mit den Excel-Tool veranschaulicht. Ich hoffe das passt jetzt so. Beim experimentieren mit dem Tool ist mir auch aufgefallen, das bei 12-Anlagen die doppelte Batteriekapazität wie bei 24V-Anlagen notwendig ist. Ist das denn wirklich so? Hier die Tabelle:



    Eingabe von Werten Errechnete Ergebnisse

    1. Durchschnittlicher Energiebedarf pro Tag Gleichstrom

    2. Durchschnittlicher Energiebedarf pro Tag Wechselstrom 230V

    Anzahl Gerät Leistung in W Betriebsstunden (h) Wattstunden (Wh)
    1 Kühlschrank 70 W 12 h 840 Wh
    2 Licht 11 W 4 h 88 Wh
    1 Schlafapnoegerät 40 W 8 h 320 Wh
    1 Wasserpumpe 400 W 0,5 h 200 Wh
    1 Fernseher 80 W 3 h 240 Wh
    1 Satreceiver/ DVD 30 W 3 h 90 Wh
    1 Laptop 80 W 4 h 320 Wh
    1 WR-Eigenv. 15 W 24 h 360 Wh

    Gesamtleistung W 20% Systemverluste 491,6 Wh
    Durchschnittlicher Energiebedarf pro Tag 2949,6 Wh

    Gesamtenergiebedarf pro Tag: 2949,6 Wh

    3. Nötige Modulleistung

    Modulleistung 737,4 Wp

    4. Berechnung des Solarakkus

    Gesamtenergiebedarf pro Tag: 2949,6 Wh
    Tage ohne Sonnenscheindauer : 1 2949,6 Wh Resevekapazität für Tage ohne Sonnenschein
    Gesamter Energiebedarf 5899,2 Wh
    Akkuspannung 24 V
    Benötigte Akkukapazität: 245,8 Ah



    Ich glaube das ist genau genug für die Auslegung. Mal sehen was ich für Batterien in Gambia bekomme. Ein kleiner Generator kann zur Reserve ja mit hingestellt werden.


    Gruß von


    Roland!

    690 Wp, 4 x Bleisäureakkus je 200Ah parallel, STECA Tarom 4545, WR Jarett pure Sinus 1000W als 12V Anlage sowie Generator Lister TR3 Diesel 3-Zylinder Generator für sonnenarme Tage und Ausgleichsladung mit 40A Ladegerät

  • Kann man im Dreisatz umrechnen - jetzt braucht man 8 anstatt 6 Module mit 130 Wp (oder ähnlich) und die Batterie Kapazität vergrößert sich auch dementsprechend.


    Der Akku ist jetzt zu klein, mehr als 30% der Kapazität (von 80%!) pro Tag sollte nicht entnommen werden. Es kommt auch darauf an, wie viel am Tag entnommen wird und wie viel nachts. Bin zur Zeit gerade auf Reisen, kann aber die Auslegung Freitag schicken.


    Batteriekapazität:
    12 / 24 V - Ah * V = kWh! 12 V * 100 Ah = 1.2 kWh // 24 V * 50 Ah = 1.2 kWh. So wird ein Schuh draus oder die richtige Batterie :D

  • Hallo Kalle,


    danke für die Antwort, mache Dir keinen Streß, an die Realisierung geht es erst so Ende nächsten Monats. Nur Laderegler und eventuell Inverter will ich hier in "D" kaufen. Ich habe in Gambia zur Zeit noch meine anderes kleines Haus zur Miete, was ich erst aufgebe wenn die Mindestgrundlagen am neuen Wohnort gelegt sind. Was mich interessiert, wie kann ich nach und nach auf die fertige Anlage aufrüsten, was finanziell begründet ist. Anfang mit der ersten Anlagendimensionierung von dir und dann aufrüsten nach und nach. Beispielsweise beginnen ohne Fernseher, DVD, Satellit und vielleicht kleiner Kühlschrank den ich auch noch habe mit 0,5 kwh Tagesverbrauch. Das ist aber so ein kleiner Absorber-Würfel. Reicht mir erst einmal für die Bauphase (Getränke und wenig Essen für eine Person). Ich gebe das noch mal ins Excel-Programm ein. Der Tarom Laderegler ist denke ich ein tolles Gerät. Habe mal alles dazu gelesen. Die Batterien von Hoppecke auch welche aber ganz schön kosten.


    Gruß von


    Neumi!



    Eingabe von Werten Errechnete Ergebnisse

    1. Durchschnittlicher Energiebedarf pro Tag Gleichstrom

    2. Durchschnittlicher Energiebedarf pro Tag Wechselstrom 230V

    Anzahl Gerät Leistung in W Betriebsstunden (h) Wattstunden (Wh) Einsatzzeit
    1 Kühlschrank 42W 12h 504 Wh Tag und Nacht wobei Nachts 0-7 Uhr Schaltuhr eventuell abschalten kann
    2 Licht 11W 4h 88 Wh nur Abends
    1 Schlafapnoegerät 40W 8h 320 Wh nur Nachts 0-8 Uhr etwa
    1 Wasserpumpe 400W 0,5h 200Wh Tags gegen Mittag
    1 Laptop 80W 4h 320 Wh Tags und Abends
    1 Wechselrichter/Eigenverbrauch 15W 24h 360Wh


    Gesamtleistung W 20% Systemverluste 358,4Wh
    Durchschnittlicher Energiebedarf pro Tag 2150,4 Wh

    Gesamtenergiebedarf pro Tag: 2150,4Wh

    3. Nötige Modulleistung

    Modulleistung 537,6 Wp geeignetes Modul auswählen

    4. Berechnung des Solarakkus

    Gesamtenergiebedarf pro Tag: 2150,4Wh
    Gesamter Energiebedarf 2150,4Wh
    Akkuspannung 24V
    Benötigte Akkukapazität: 89,6 Ah

    690 Wp, 4 x Bleisäureakkus je 200Ah parallel, STECA Tarom 4545, WR Jarett pure Sinus 1000W als 12V Anlage sowie Generator Lister TR3 Diesel 3-Zylinder Generator für sonnenarme Tage und Ausgleichsladung mit 40A Ladegerät

  • Bin morgen wieder im Forum. Die Batteriekapazität berechnest du einfach falsch. Bei 2150 Wh pro Tag benötigst du mindestens 300 Ah @ 24 V. Bitte auch daran denken, dass es LKW Batterien sind.

  • Hallo Kalle,
    die 90 Ah sind wohl dann nicht die benötigte Batteriekapazität sondern die entnommene was ich so ungefähr bei 25% Entnahme mal 4 rechnen muss. Also so 320 Ah bei 24 V. Das passt wohl eher.
    Gruß von
    Roland!

    690 Wp, 4 x Bleisäureakkus je 200Ah parallel, STECA Tarom 4545, WR Jarett pure Sinus 1000W als 12V Anlage sowie Generator Lister TR3 Diesel 3-Zylinder Generator für sonnenarme Tage und Ausgleichsladung mit 40A Ladegerät

  • Roland,
    siehe meine erste Kalkulation. Mit Solarbatterien würde ich um die 400 Ah C 10 oder 500 Ah C 100 rechnen, bei diesen LKW Batterien vielleicht sogar noch etwas mehr. Wie lange die halten? Vielleicht halb so lange wie Solarbatterien.
    Wenn eine Anlage schon ein paar Jahre in Betrieb ist und soll danach "aufgerüstet" werden, so müsste man alte und neue Batterien zusammen schalten. Da würde ich lieber eine zweite Anlage daneben stellen und die Verbraucher aufteilen.
    Sonnige Grüße .......... Kalle Bond