Verschaltung und Prüfung der Module

  • Hallo zusammen,


    ich habe mal eine Frage unsere 29.7kWh-Anlage betreffend.
    Wir haben 180 Module, gleichverteilt auf 5 Wechselrichter. Jeder Wechselrichter arbeitet mit 3 strings. Die Nennleistung der Module beträgt 165W.
    Soweit so gut. Nun kam die Rechnung und in der ist nicht (wie im Angebot) die Nennleistung ausschlaggebend (für den Preis) sondern die Spitzenleistung der Module. Zum Beweis wurden Datenblätter vorgelegt, welche die Spitzenleistungen der Einzelmodule unter standartisierten Bedingungen auflisten. Diese sind durchgängig höher als die Nennleistungen. Dieser Unterschied wird prozentual auf den Gesamtpreis aufgeschlagen (im übrigen auf alles, d.h. Modulträger, Kabel, Wechselrichter, Zähler, Installation,.....).
    Ich bin neu auf dem Gebiet, aber soweit ich das verstehe wurden in unserem Fall je 12 Module in Reihe geschaltet (string) und dann je drei solcher Strings (parallel) auf den Wechselrichter geführt.
    - Ich weiss natürlich nicht mit welcher Sorgfalt die Module ausgesucht und kombiniert wurden, aber die Spitzenleistung als Summe der Einzelspitzenleistungen zu berechnen ist doch wohl nicht korrekt?
    - Gibt es eine Möglichkeit die Anlage im installierten Zustand auf die Leistungskenngrößen zu prüfen?
    - Ich habe in diesem Forum schon mehrfach gelesen, dass innerhalb eines strings der kleinste Strom zählt. Welcher Strom ist damit gemeint? Der kleinste Wert I_MPP des strings? Das wundert mich, denn das MPP tracking optimiert doch bei bspweise 2 Modulen auf die maximale Gesamtleistung der beiden und da würde ich dann einen Strom erwarten der zwischen den beiden individuellen Stromwerten (I_MPP_1,I_MPP_2)liegt. Um den zu bestimmen müsste man aber dann doch die beiden Kennlinien der Module kennen oder?
    - Inwieweit kann man den Werten die der Wechselrichter anzeigt trauen? Die Differenz beträgt in unserem Fall ca. 8%? (Installation Sept. 2005, freie Sonneneinstrahlung auf alle Module).


    Ich hoffe das ist nicht zuviel auf einen Schlag und danke allen schon mal im voraus für die Mühe.


    Liebe Grüße
    Pia

  • Wechselrichter haben keinen geeichten Zähler 3%,5%7% alles ist möglich. Einer hat +5 einer hat -5 e Voila 10% Unterschied.


    Ich hab mal gelesen das eine Sortierung bei einer 10kWp Anlage mit einer Modultoleranz von 5% im besten Fall! einen Mehrertrag von 0.3% ergibt...


    Idealerweise hast du Wechselrichter mit 3 MPP Regler. Und die Module nach Strom sortiert allso alle mit dem gleichen MPP-Strom in einem String.... so wäre es "über" optimal...


    Generell wird immer nach der Installierten Leistung abgerechnet wenn Datenblätter vorliegen...aber das hat man dir doch gesagt bei der Offerte..


    Wenn du ein 165W Modul kaufst ist dies die Leistung unter speziellen Bedingungen (1000W/m2 Einstrahlung 25°C Temperatur usw.) Theoretisch kann dein Module auch mehr leisten wie zum Beispiel in diesem Sommer mit Einstrahlungen bis 1090W/m2.


    Da in der Modulherstellung Toleranzen auftretten wird immer nach der tatsächlichen Leistung bezahlt. Andere Firmen machen daraus ein 200Wp ein 205Wp ein 210Wp und ein 215Wp Modul draus... Hat also nix mit Nennleistung oder Spitzenleistung zu tun.


    Du hast eben tasächlich mehr Leistung auf em Dach als bestellt wie in der Metzgerei "darfs e bisle mehr sein?)


    Aber frag mal nach ob die Module sortiert sind und ob der Wechselrichter seperate Regler haben...!

    32.06kWp Kyocera KC-167 GH-2; Solarmax40
    16.34kWp Kyocera KC170 GHT-2; 2xSolarmax6000C 1x6000S
    109.2kWp Sharp NT R5E3E; Solarmax100C

  • Xam Ralos


    also das habe ich ja noch nie gehört, Abrechnung nach Leistung mit Modultolerenz. Ist ja schön, dass in diesem Fall die Toleranz nur im +-Bereich ist. Das setzt aber voraus, dass die Module alle die selbe Abweichung habe oder zumindest gleiche zusammenggeschaltet werden. Die Gesamtleistung ergibt sich doch nicht duch die Addierung der Modulleistung, sondern wird durch das schlechteste Modul im Strang bestimmt.


    So eine Klausel hätte ich nicht unterschrieben. Und wieso wirkt sich das auf alle Komponeneten aus? Oder sind extra größere Wechselrichter genommen worden wegen der Mehrleistung?


    pbalou : Stand denn im Angebot/Auftrag so etwas drin?


    Kato

    15,54 Kwp
    2xSB5000 mit je 32 Stück Suntechnics STM185
    1xSB3300 mit 20 Stück Suntechnics STM185
    SunnyBoyControl mit Netzleitungsmodem

  • Hallo,


    es wurden weder leistungsstärkere Wechselrichter verwendet noch wurde an anderer Stelle ein Mehraufwand nötig.
    Im Angebot war immer nur von der Nennleistung die Rede.
    kato
    Mir ist nicht so recht klar wie man bei einer Reihenschaltung von Modulen die Gesamtleistung berechnet wenn man nur die Leerlaufdaten und die Spitzenleistungsdaten der Einzelmodule hat. Im zusammengeschalteten Zustand laufen doch alle im nichtoptimalen Zustand und es ist doch dann nicht so einfach zu sagen was jedes einzelne Module für eine Leistung bringt (d.h. welcher Strom und welche Spannung tatsächlich vorliegen, bei definierter Bestrahlung), oder?


    Viele Grüße
    Pia

  • Hallo,


    Zitat

    Mir ist nicht so recht klar wie man bei einer Reihenschaltung von Modulen die Gesamtleistung berechnet wenn man nur die Leerlaufdaten und die Spitzenleistungsdaten der Einzelmodule hat. Im zusammengeschalteten Zustand laufen doch alle im nichtoptimalen Zustand und es ist doch dann nicht so einfach zu sagen was jedes einzelne Module für eine Leistung bringt (d.h. welcher Strom und welche Spannung tatsächlich vorliegen, bei definierter Bestrahlung), oder?


    Wieso glaubst du dass im zusammengeschalteten Zustand (>Reihenschaltung) alle Module "nicht optimal" arbeiten?


    Es ist ja gerade das was hier in diesem Forum gepredigt wird. Möglichst alle Komponenten so auswählen und verschalten dass ein optimaler Betrieb aller Teile der Anlage am gegebenen Standort möglich ist. Man nennt das:Anlagenkonfiguration.


    Zurück zu unserer Reihenschaltung der Module. Wenn alle Module die genau gleichen Daten aufweisen und auch gleich bestrahlt werden arbeiten ALLE im MPP. Optimaler geht's nicht. Mit Hilfe des Datenblattes des Herstellers kann sehrwohl bestimmt werden welcher Strom und welche Spannung am Modul liegen müssen (bei jeweiliger Einstrahlung).


    Wenn unter 12 Modulen eines ist das 10% weniger leistet dann bestimmt dieses eine Modul die Leistung der anderen 11. Die leisten dann auch 10% weniger. Deshalb immer die Vorschläge der Sortierung !


    Stell es dir vor wie bei der Stabtaschenlampe: Eine leere Zelle bremst auch die restlichen Vollen aus. Schlimmer noch, die leere Zelle ist sogar Verbraucher ! Deshalb auch hier immer der Rat alle Zellen gleichzeitig wechseln, selber Herrsteller, selbe Charge. Nur so kann die ganze enthaltene Kapazität optimal genutzt werden.
    Es verhält sich genauso bei unseren Modulen.


    Ich hoffe du siehst jetzt etwas klarer :)


    mfG


    Strawberry

  • Was hast du denn bei der Auftragsvergabe unterschrieben? Steht da irgendwas von wattgenauer Abrechnung oder so etwas.


    Wenn nicht, dann zählt meiner Meinung nach nur die Nennleistung der Module (die ja mit einer Toleranz -+ angegeben werden). Aber man kann es ja mal versuchen.


    Vergleich das doch mal mit einem Autokauf. Wenn du einen VW Golf mit 100 PS kaufst, zahlst du doch auch nur den Preis für diesen speziellen Typ Golf, auch wenn er im Leistungsprüfstand mit 95 PS oder 105 PS gemessen wird.


    Wie sieht´s es denn mit der Finanzierung aus. Falls die Anlage mehr Leistung hat, so stimmt ggf. doch auch deine Finanzierung nicht. Seriös würde ich dies nicht nennen, da ich die Angebote so nicht ordentlich vergleichen kann. :evil:


    Gruß, Steffnix

    Mit sonnigen Grüßen!!!