Abschreibung gebrauchte Anlage/vererbte Anlage

  • kpr und Sonnenstevie: :danke: für die Bestätigung meiner Meinung


    Ich werde mit dem Sachbearbeiter erstmal in Ruhe reden (vielleicht hat der einfach übersehen, dass es um eine gebrauchte Anlage geht).


    Jetzt habe ich in seinem Schreiben noch eine Sache entdeckt: Der Bearbeiter ist der Meinung, meine Abschreibung aller Anlagen mit Sonderabschreibung sei falsch.
    Ich habe es immer so gehandhabt, dass ich "normal" (je nach Jahr linear oder degressiv) abschreibe plus Sonder-AfA, erst nach Aufbrauch der Sonder-AfA berechne ich die Abschreibung neu und setze sie fort. Das wurde in den vergangenen Jahren auch so anerkannt, der neue Sachbearbeiter sieht die Sache anders.
    Das Thema wurde ja hier im Forum schon ausgiebig diskutiert, ich denke, dass ich mit "meiner Methode" richtig liege. Gibt es hierzu eindeutige Aussagen/Urteile?

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Zitat

    Ich werde mit dem Sachbearbeiter erstmal in Ruhe reden (vielleicht hat der einfach übersehen, dass es um eine gebrauchte Anlage geht).


    Habe nach vielen Versuchen den SB erreicht. Er hat das mit "Gebraucht-Anlage" tatsächlich einfach übersehen, also Fall gelöst.
    Das mit der Sonder-AfA muss ich nochmal durchgehen, vielleicht ist auch nur mir ein Fehler unterlaufen (Copy&Paste) :oops:


    Aber das Telefonat war gut, mit dem SB konnte man vernünftig sprechen! :)

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Zitat von Eisbaer

    Aber das Telefonat war gut, mit dem SB konnte man vernünftig sprechen! :)


    Zuweilen sollen auch in den Finanzämtern richtige Menschen arbeiten und nicht nur natürliche Gegner der Steuerzahler. :wink:
    Ich konnte mich bisher auch nicht beschweren und hatte nie das Gefühl "in die Höhle des Löwen zu gehen". Aber man darf natürlich nicht zu leichtsinnig werden! :mrgreen:

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Moin Moin,


    bin neu hier im Forum, da ich erst ein werdender Stromerzeuger bin.


    Ich entstaube diesen Tread mal etwas, da er thematisch meine Einsteiger-Fragen mit abdeckt.


    Ein paar Antworten habe ich im Grunde schon gefunden, da ich aber nicht weiß, ob sich (steuer-)rechtlich in den letzten Jahren noch was geändert hat, stelle ich die Fragen lieber nochmal :lol:


    Also:
    Ich bin gerade in einem Hauskauf inkl. 3,7 kWp PV-Anlage
    Die PV-Anlage wird einzeln verkauft (Ist nicht Bestandteil des Notarkaufvertrags über das Haus)
    Die Anlage wurde 2012 für ca. 7200€ inkl. Mwst. aufgebaut. Der bisherige Betreiber hat für die Anlage ein Gewerbe angemeldet und verkauft mir im Grunde den Gewerbebetrieb für den aktuellen Buchwert der Anlage (4200€ + MwSt.)


    Einige Dinge sind mir einigermaßen klar (sollte ich mich irren, bitte reingrätschen :danke: ) , andere wiederum überhaupt nicht.

    • Die MwSt. kann ich beim FA zurückfordern.
    • Normalerweise muss für eine solch kleine Anlage kein Gewerbe angemeldet werden. Wie sieht das aber aus, wenn der Vorbesitzer bereits ein Gewerbe angemeldet hatte?
    • Kann ich 40% Investitionsabzug auf die 4200€ noch beantragen? Letztlich ist es ja (vermutlich) bereits einmal durch den "Noch-Betreiber" auf den Neupreis berechnet worden.
    • Wie sieht es mit den weiteren Abschreibungen aus? Wenn ich es richtig Verstehe, laufen die Abschreibungen noch die nächsten Jahre, bis die Anlage 20 Jahre alt ist, also noch gut 16Jahre.
      Also kann ich in den nächsten 16 Jahren pro Jahr 1/16 von 4200€ (also 262,50€, natürlich Monatsgenau gerechnet) steuerlich geltend machen, oder?
    • Gibt es sonst noch irgendwelche Stolpersteine, die man als Neueinsteiger wissen sollte :?:
    • Wie genau läuft das mit dem Vorsteuerabzug ?


    Viele Grüße und :danke::danke::danke:
    Lars

  • Dann probieren wir es mal:


    Den Anlagenverkauf separat zu packen.... grundvernünftig.
    ABER: Dann bitte nicht beim Grundstückskaufvertrag den Standardsatz "es bestehen keine Nebenabreden" beurkunden lassen. Das kann sonst böse enden. (kann).


    Zu 1) Wenn der Verkäufer nur diese eine Anlage besitzt, stellt die Veräußerung eine sog. "Geschäftsveräußerung im Ganzen" vor (§1, Abs. 1a UStG). Dies ist ein nicht steuerbarer Vorgang. Demnach darf keine USt erhoben bzw. auch keine ausgewiesen werden.
    Soweit hier der Verkäufer dennoch USt ausweist, ist er zwar verpflichtet sie abzuführen - dennoch kannst Du sie nicht als Vorsteuer ziehen, weil sie nicht gesetzlich geschuldet ist.


    zu 2) "Gewerbeanmeldung" ist Ordnungsrecht. Hat mit Steuern bzw. dem steuerlichen Gewerbebetrieb soviel zu tun wie "Arschbacken" mit "Kuchen backen". Du erinnerst Dich aber richtig - eine ordnungsrechtliche Gewerbeanmeldung ist nicht erforderlich. Dennoch ist die Aufnahme der gewerblichen Tätigkeit dem FA anzuzeigen.


    zu 3) Eine evtl. Inanspruchnahme der Bewertungswahlrechte nach §7g EStG hat keinen Einfluss auf die Ausübung dieser Wahlrechte durch Dich. Unter Beachtung aller übrigen Voraussetzungen der Vorschrift.


    zu 4) Richtig. (Wenn die Anlage 4 Jahre alt ist).


    zu 5) Vorsteuerabzug ist ganz einfach:
    Du erstellst monatliche USt-Voranmeldungen. Dort deklarierst Du zunächst die steuerpflichtigen Umsätze (woraus sich ergibt, was das FA gerne von Dir an USt hätte); und auf Seite 2 des Bogens trägst Du die abzugsfähigen Vorsteuern ein. Gezahlt wird die um die Vorsteuern geminderte Steuerschuld.


    Was als Vorsteuer abzugsfähig ist.... da schreibt man besser das Gesetz ab - weil besser könnte man es eh nicht beschreiben:
    Der Unternehmer kann die folgenden Vorsteuerbeträge abziehen:
    1.
    die gesetzlich geschuldete Steuer für Lieferungen und sonstige Leistungen, die von einem anderen Unternehmer für sein Unternehmen ausgeführt worden sind. Die Ausübung des Vorsteuerabzugs setzt voraus, dass der Unternehmer eine nach den §§ 14, 14a ausgestellte Rechnung besitzt.


    Die Fälle der Einfuhrumsatzsteuer (bei Bezug von Lieferungen aus Drittländern) oder innergemeinschaftlichen Lieferungen aus dem übrigen Gemeinschaftsgebiet sind in den nachfolgenden Absätzen gereget.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • :danke:
    Jezt muss ich nurnoch ein paar Gesetze lesen (und verstehen :? ) . Es ist auf jeden Fall hilfreich, dass Du mir einige der relevanten Paragraphen schon mal genannt hast :D
    Ich glaube, ich muss mich auch mal mit dem FA einen Termin machen, wenn ich einen Überblick über die ganzen Einzelheiten habe.


    Im Kaufvertrag des Hauses ist die PV-Anlage explizit ausgenommen (Wortlaut in etwa: Die Vertragsparteien sind sich einig, dass die PV Anlage nicht Bestandteil des Kaufgegenstands ist). Der Notar hatte uns auch drauf hingewiesen, dass, sollte der Verkäufer die PV-Anlage doch nicht in einem einzelnen Kauf an uns abtreten wollen, zusätzlich ein dauerhafter Zugang zu den Betriebsanlagen (Module und Wechselrichter) ihm eingetragen werden müsste. Diesen Passus haben wir gemeinsam mit dem Verkäufer aus dem Notarvertrag wieder steichen lassen, so dass der Verkäufer garkein interesse daran haben kann, die PV-Anlage nicht an uns zu verkaufen.

  • Mal eine allgemeine Frage:
    Wäre es nicht sinnig in solchen Fällen vor dem Notartermin einen separaten Kaufvertrag über die PV-Anlage abzuschließen, mit dem Vorbehalt, dass dieser erst mit Beurkundung des Immobiliengeschäfts wirksam wird?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Zu Deinem Investitionsabzugsbetrag (IAB) - wann (in welchem Wirtschaftsjahr) willst Du ihn denn beantragen? Wenn Du bisher keinen Betrieb der PV-Branche betrieben hast, oder die PV sonstwie zu einem bestehenden Betrieb zuordnen kannst, ist der IAB nur im Vorjahr der Anschaffung problemlos möglich. (Die wenigen Ausnahmen sind selten anzutreffen, Stichwort IAB vor Betriebseröffnung)

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