Abschreibung gebrauchte Anlage/vererbte Anlage

  • Danke für die Bestätigung. :danke:


    Ist auch etwas verwirrend, da ich bei der Threaderöffnung die beiden Punkte geerbte Anlage und gebraucht gekaufte Anlage angesprochen habe.


    Ich habe mir jetzt in Excel eine AfA-Tabelle gebastelt, indem ich die Anlage mit dem (Gebraucht-)anschaffungspreis über den Zeitraum bis Ende EEG (also 12/1028) abschreibe.
    Nach Aufbrauchen der Sonder-AfA habe ich den jährlichen Abschreibungssatz angepasst.

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Hallo,
    ich bin neu hier und froh, dieses Forum gefunden zu haben. Seit Monaten lese ich mich nun in die Thematik ein, aber erst jetzt sehe ich Licht am Ende des Erbschaft-Tunnels.


    Kann mir jemand erklären, warum überall von 20-jähriger Nutzungsdauer die Rede ist, ich aber zwei PV-Anlagen geerbt habe, die beide mit jeweils 10-jähriger Nutzungsdauer in den Büchern stehen.


    22.11.2010 10 / 25 degr.
    31.12.2011 10 / 10 lin.


    Ich hab' das jetzt für meine Steuer 2013 einfach Mal so fortgeschrieben und bin gespannt, was passiert.
    Kann ich davon ausgehen, dass die Rest-Buchwerte ab Übergang auf mich dann auch als Wertbasis für die Erbschaftssteuer anerkannt werden oder muss ich eine Ertragswertermittlung befürchten?


    Weitere Fragen folgen sicher noch in anderen Beiträgen.
    Und schon mal vielen Dank :-)
    Herzliche Grüße
    Monika


  • Hallo Monika,


    könntest Du bitte erläutern, woraus Du die Aussage ableitest, dass Deine Anlagen mit zehnjähriger Nutzungsdauer in den Büchern stehen? Normalerweise kann man die Nutzungsdauer nur aus der Abschreibung ableiten, dezidiert festgehalten wird sie nicht.

    <p>Dr. Stefan Rode</p>
    <p>Rechtsanwalt und Steuerberater</p>

  • Hallo Stefan,
    mir liegen die "Bücher" in Form von Blättern der Buchführung vor.
    Dort gibt es Verzeichnisse von Anlagegütern, in denen explizit die Nutzungsdauer (ND) mit 10 Jahren angegeben ist.
    Und die entsprechende AfA passt auch dazu.
    Ich werde mich wohl mal mit der Steuerberaterin, die das für den Verstorbenen erstellt hatte, unterhalten müssen.
    Wenn ich das jetzt richtig sehe, hat die auch niemals die Umsatzsteuer für den Direktverbrauch ermittelt - aber das ist ein anderes Thema.
    Dringender ist für mich derzeit die korrekte Bewertung der Anlage, da ich die Erbschaftssteuererklärung abgeben muss. Ich komme da bei Ertragsberechnungen auf schreckliche Werte, die meine Steuerlast noch mehr in die HÖhe treiben würden (30% auf alles). Da wären mir die Restbuchwerte dann doch viel lieber :-)
    Viele Grüße


    Monika

  • Erben und Sterben war nie so mein Thema. Würde aber meinen, dass - wenn der Betrieb fortgeführt wird - kein großes Ungemach drohen kann. Stevie wird da mehr wissen.


    Ertragsteuerlich greift die "Fußstapfentheorie". = Du führst die Buchwerte des Rechtsvorgängers fort.
    Die AfA hast Du richtig zu berechnen. Das läuft dann wohl drauf hinaus, dass bei der degressiven AfA der %-Satz angepasst wird (12,5%) und dann halt auf die korrekte Restlaufzeit abgeschrieben wird;
    bzw. bei der linear abgeschriebenen wird einfach der Buchwert auf die verbleibenden Jahre linear verteilt.
    Da hat Dir der Vorgänger die AfA verschossen. Hoffentlich hat er was getroffen....

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Jetzt muss ich nochmal ganz kurz nachhaken:


    Habe eben ein Schreiben vom FA erhalten, ich habe ja für die gebrauchte Anlage aus 2008 (erworben 2013) als Abschreibungsdauer den Rest EEG-Laufzeit (d.h. Wert der Anlage am EEG-Ende=0) angesetzt. Der Sachbearbeiter schreibt nun, die Abschreibungsdauer würde 20 Jahr betragen und hat mein Abschreibung geändert.
    Ich habe noch keinen Steuerbescheid, nur die Änderungsmitteilung (also ich beabsichtige die Abschreibung zu ändern...).


    Wie kann ich am besten dagegen argumentieren?

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Bei Wirtschaftsgütern, die in gebrauchtem Zustand erworben werden, kommt es auf die gewöhnliche Restnutzungsdauer an, die sich an dem Zustand des Wirtschaftsguts im Zeitpunkt des Erwerbs und der beabsichtigten betrieblichen Nutzung orientiert. Bei gebraucht erworbenen Wirtschaftsgütern ist die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer daher die betriebsindividuelle Restnutzungsdauer. Die AfA bestimmt sich z. B. beim Erwerb eines gebrauchten Pkw nach der gewöhnlichen Restnutzungsdauer, die unter Berücksichtigung des Alters und des voraussichtlichen Einsatzes des Pkw zu schätzen ist. Je nach dem Alter und der Kilometerleistung eines gebraucht erworbenen Pkw kann sich bei einer Addition der Nutzungsdauer bis zur Veräußerung und der Restnutzungsdauer eine Gesamtnutzungsdauer von mehr als 8 Jahren ergeben.


    Das geht zurück auf BFH, Urteil v. 19.5.1976, I R 164/74, BStBl 1977 II S. 60; Beschluss v.17.4.2001, VI B 306/00, BFH/NV 2001 S. 1255, Urteil v. 10.4.2011, IV R 8/10, BStBl 2011 II S. 709, bzw. Vgl. Offerhaus, StBp 1977 S. 92.


    Das sich bei Addition eine längere Gesamtnutzungsdauer als die in den amtlichen Tabellen genannte ergeben KANN, lässt sich in BFH, Urteil v. 15.2.2001, III R 130/95, BFH/NV 2001 S. 1041 nachlesen. Dafür scheinen mir bei PV aber gerade keine Anhaltspunkte vorzuliegen.


    Willkürliche Schätzungen sind selbstverständlich nicht zulässig. Im Zweifel muss eher zu kurz als zu lang geschätzt werden. Dies ergibt sich aus dem handelsrechtlichen Vorsichtsgebot das über das Maßgeblichkeitsprinzip auch für die Steuerbilanz bzw. die steuerliche Gewinnermittlung gilt.


    ABER:.......
    Ich halte das für Wissensmüll aus dem manual of useless knowledge.
    Da hat irgendein Anfänger geistig die Kurve nicht bekommen - und muss kurz aufgegleist werden.


    Tip: Schreib zurück, Du hättest seine Absicht zur Kenntnis genommen, bittest jedoch die interessante Rechtsauffassung durch Nennung geeigneter Normen, höchstrichterlicher Rechtsprechung oder anerkannter Kommentare zu begründen.
    Selbst wenn er dann einfach nen Bescheid erlässt.... Rechtsmittel einlegen... und auf der Begründung beharren.
    Entweder merkt er, dass sein Pulver nass ist - oder er scheisst nen besonderen Schiss. Der wäre dann ja mal interessant und spannend zu lesen.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • So ähnlich sehe ich das auch.


    Eigentlich sagt einem doch der gesunde Menschenverstand, dass man ein gebrauchtes Wirtschaftsgut nicht wie ein neues abschreiben kann. Das dürfte denn auch der Grund sein, warum man dazu vergleichsweise wenig findet.


    Um mal ein Beispiel zu bringen:


    Wenn Du eine 18 Jahre alte Anlage erwirbst, bekommst Du nur noch zwei Jahre lang die Vergütung nach dem EEG. Was danach wird, weiß in der gegenwärtigen Situation noch niemand so genau. Wenn Du also nochmal über 20 Jahre abschreibst, wäre der Abschreibungszeitraum insgesamt bei nahezu 38 Jahren.

    <p>Dr. Stefan Rode</p>
    <p>Rechtsanwalt und Steuerberater</p>

  • Nur noch ein Nachtrag zur Klarstellung: Es macht einen Unterschied, ob eine gebrauchte Anlage gekauft oder ob sie unentgeltlich , also durch Erbschaft oder Schenkung erworben wird. Beim Kauf ist die Abschreibung neu zu rechnen, bei einer Schenkung oder einer Erbschaft bleibt sie gleich.

    <p>Dr. Stefan Rode</p>
    <p>Rechtsanwalt und Steuerberater</p>