Abschreibung gebrauchte Anlage/vererbte Anlage

  • Habe soeben nochmal mit dem Finanzverwalter gesprochen.


    Dieser sagt:
    Ich habe den notariellen Kaufvertrag über das Grundstück und Haus mit der PV Anlage, in diesem steht die Adresse wo das Haus mit PV Anlage steht.
    Dann habe ich noch die RE Kopie von der PV Anlage, zwar an den Vorbesitzer aber auf diesem steht ebenfalls die im Kaufvertrag angegebene Adresse.
    Und im notariellen Kaufvertrag steht, dass das Haus wie gesehen mit der EBK, der Gartenbepflanzung und der Solaranlage/PV Anlage zum Gesamtpreis ... verkauft wird.


    Also das müsste beim FA alles akzeptiert werden.


    RE Preis war 49600 €
    gekauft für 49000 € (werd ich mal ansetzen)
    Wert der Anlage nach
    Berechnung Dr. Stefan Rode: 57000 €


    Viele Grüße,
    Steve

  • wo kommen denn die 49.000 Euro her?


    Sie doch froh, dass Du im Rahmen einer kerngesunden purchase-price-allocation einen Wert von 57.000 geltend machen kannst.
    (Nochmal: Was der Vorbesitzer bezahlt hat, ist für Deine Problematik so interessant, wie die künftigen Ausgaben meiner Tochter für die Pille.)

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Die 49000 € kommen vom Gesamtpreis minus das Haus wie die Immobilie annonciert war minus EBK.


    Das Finanzamt hat mir auch gerade bestätigt dass ich die 49600 € vom Vorbesitzer ansetzen kann und die RE Kopie
    ausreicht, da die Anlage erst knappe 2 Jahre alt ist.


    Trau mich aber irgendwie nicht die 57000 € anzusetzen, weil ich ja nicht so viel bezahlt hab.

  • klar hast Du soviel bezahlt! Dafür hast Du das Haus halt runtergehandelt. (Wer zahlt für ein Haus schon den Wert in der Annonce?)
    (Und selbst wenn: Soll mal jemand was anderes beweisen.)


    Merke: Es geht überhaupt nicht mehr darum, in Ermangelung eines Kaufpreises nun nachträglich einen Kaufpreis zu finden.
    Das ist überhaupt nicht mehr das Ziel.
    Wenn ein Kaufpreis vereinbart worden wäre (= steht im notariellen Vertrag drin), DANN wäre vom Kaufpreis abzuschreiben - es sei denn, das Finanzamt kann einen Beweis in Richtung §42 AO antreten... und verwirft den Kaufpreis für steuerliche Zwecke.


    In Deiner Situation geht es darum, den Verkehrswert zu finden. Geh doch mal mit den 57.000 Euro ins Rennen.
    Runterhandeln lassen kannst Du Dich immer noch.
    (Wenn der erste Schritt natürlich schon getan ist... kommst Du davon kaum mehr weg.)
    (Wenn Du da noch rudern willst, dann natürlich den Gesamtkaufpreis im Verhältnis der Verkehrswerte aufteilen; und nicht Gesamtkaufpreis ./. Verkehrswert PV = Verkehrswert Grundstück
    rechnen.)

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  • Zitat von frogx

    Die 49000 € kommen vom Gesamtpreis minus das Haus wie die Immobilie annonciert war minus EBK.


    Das Finanzamt hat mir auch gerade bestätigt dass ich die 49600 € vom Vorbesitzer ansetzen kann und die RE Kopie
    ausreicht, da die Anlage erst knappe 2 Jahre alt ist.


    Trau mich aber irgendwie nicht die 57000 € anzusetzen, weil ich ja nicht so viel bezahlt hab.


    Dann würde ich die 49.600 € nehmen.


    Zu "meinen" 57.000 € und der Formel: M.E. sind die Ergebnisse, zu denen die Formel kommt, immer noch ziemlich realistisch.


    Den Einwand, dass Du nicht so viel bezahlt hast, halte ich nicht für zutreffend. Denn es geht um die Verteilung des Kaufpreises auf Haus und Anlage, also die Kaufpreisallokation.


    Wenn Du aber zum Finanzamt gehst und sagst: Der Dr. Stefan Rode sagt, die Anlage ist 57.000 € wert, gibt es eine neue Frage- und Diskussionsrunde.


    Viele Grüße



    Stevie

    <p>Dr. Stefan Rode</p>
    <p>Rechtsanwalt und Steuerberater</p>

  • Hört sich jetzt alles doch sehr viel plausibler für mich an.


    Ich kann also zum FA gehen und sagen:
    Aufgrund der optimalen Lage des Grundstücks und der super Ausrichtung der PV Anlage, und der tollen monatl. Auszahlungen des Energiekonzerns, die das belegen, habe ich mit der Formel zur Berechnung des Verkaufswertes den Betrag von 57000 € errechnet.
    Dieses ziehe ich für meine AfA nun heran.


    Wenn zuviel diskutiert, oder es nicht akzeptiert wird kann ich immernoch auf die 49600 € zurückgehen.


    Viele Grüße,
    Steve

  • Ich hol mal diesen Thread wieder hoch da ich gerade an der Steuererklärung sitze:


    Es geht um die Abschreibung (linear und Sonder-Afa) einer gebraucht erworbenen PV-Anlage.


    Normalerweise habe ich in meinen Excel-Tabellen für die ersten 5 Jahre 5% angesetzt und die von mir gewählten Sonder-AFA Prozente (Summe 20%). Nach der Sonderafa ermittle ich einen neuen Prozentwert für die lineare Abschreibung, so dass nach 20 Jahren als Restwert genau 0 rauskommt.


    Wie gehe ich jetzt bei der Gebrauchtanlage vor?


    Ich habe mir überlegt, dass ich die Anlage am Ende des EEG-Zeitraumes mit dem Wert 0 ansetze, also den Abschreibungsprozentsatz (der dann etwas höher als 5% ist) ermittle indem ich 100 durch die Restlaufzeit teile.
    Sonder-AFA würde ich wie gewohnt nutzen, also nach Ende der Sonder-Afa also eine Neuberechnung des Abschreibungsprozentsatzes vornehmen.


    Ist das so ok oder habe ich einen Denkfehler drin?

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Der Rechtsnachfolger führt die Abschreibung des Vorgängers weiter ("tritt in die Fußstapfen des Rechtsvorgängers", deswegen hat es ein Poet unter den Steuerleuten "Fußstapfentheorie" genannt).


    Ein unentgeltlicher Erwerb, also durch Schenkung oder Erbschaft, ist nicht mit einem entgeltlichen Erwerb (= Kauf einer gebrauchten Anlage) gleichzusetzen.


    Einfach die lineare AfA weiterführen, so als wär nichts gewesen.

    <p>Dr. Stefan Rode</p>
    <p>Rechtsanwalt und Steuerberater</p>

  • Hallo Stevie,


    es geht nicht um die geerbte Anlage (Thread Schwiegermutter...) sondern um eine 2013 gekaufte Anlage aus 2008!


    Also fang ich mit Abschreibung neu an...

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Hallo Toni,


    sorry, wenn ich da etwas in den falschen Hals gekriegt habe.


    Wenn Du die Anlage gebraucht gekauft hast, ist es so richtig, wie Du es beschrieben hast. Der einzige Unterschied zur Abschreibung einer neuen Anlage ist eben der, dass Du den Kaufpreis über die Restnutzungsdauer verteilen musst.


    Viele Grüße



    Stevie

    <p>Dr. Stefan Rode</p>
    <p>Rechtsanwalt und Steuerberater</p>