Abschreibung gebrauchte Anlage/vererbte Anlage

  • Ja.. so kennen wir das bei "gebührender Sorgfalt" alle.
    Aber hier liegt der Fall wohl anders. Und der Notar hat sein Siegel schon drunter.
    Bleibt nur die Aufteilung im Verhältnis der Verkehrswerte (purchase price allocation)


    "Spielchen" bei denen man den Preis der Anlage zu Lasten des Gebäudes pushed, wären vorher möglich gewesen.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • ja, das stimmt mit der grunderwerbsteuer.
    habe deshalb beim finanzamt auch einspruch erhoben und rechnungen über pv-anlage usw beigelegt.


    der kaufvertrag war leider nicht so besonders gut ausgearbeitet.
    war mein erster und hoffentlich letzter hauskauf. :-)

  • NEIN.
    Hättest Du einen PKW mit aufmontierter PV erworben, könnte ich mir hier Wege vorstellen, die Kuh vom Eis zu ziehen.
    Nicht aber bei einem beurkundeten Grundstückskauf, bei dem das FA automatisch vom Vertrag Kenntnis erlangt.
    (Es würde mich schon sehr wundern, wenn der Notar im Grundstückskaufvertrag beurkundet hat, dass neben dem Vertragswerk weitere Nebenabreden bestehen ;-) )


    Stell Dir die Nachteile nun auch nicht zu gross vor. Es ist nicht so, dass Du in den Vertrag hättest reinschreiben können "Der Kaufpreis entfällt zu 99% auf die Photovoltaik und zu 1% auf den Rest".
    Wenn Du bei diesen Spielchen überziehst, passiert unterm Strich das Gleiche: Der Kaufpreis wird nach dem Verhältnis der Verkehrswerte aufgeteilt.
    Deren Ermittlung ist halt das Problem(chen).
    Aber vielleicht gibts ja - anlässlich des Kaufes - ein Immobiliengutachten? Dann hätte man ja einen Verkehrswert.
    Und... wenn ich nicht irre... Forumsmitglied Sonnenstevie hat wohl auf seiner Homepage was zum Thema "Wertermittlung gebrauchte PV".


    Keinesfalls geht Dir hier die Abschreibung gänzlich flöten!!! Davon kann überhaupt keine Rede sein.
    Dir fehlt auch nicht etwa ein Stück Papier (nach dem Du scheinbar suchst), Dir fehlt die entsprechende Abrede.

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  • Ich möchte den Verkehrswert der Anlage ja nicht pushen.


    Wie würde es denn dann mit der Abschreibung weiter funktionieren wenn kein genauer Wert für die PV Anlage bestimmt wurde?


    Könnte man beim Finanzamt das Gewerbe des Vorbesitzers übernehmen und weiterführen, so dass man die Abschreibung einfach weiterführt?

  • Es wird ein Wert gefunden; notfalls im Wege einer Schätzung. Von dem wirst Du dann abschreiben.


    Ich würde es so handhaben, dass dem Finanzamt eine Wertermittlung vorgelegt wird. Wenn die einigermaßen passt, sollte das Finanzamt kein Problem haben.


    "Gewerbe des Vorbesitzers weiterführen": Das geht nicht.


    Viele Grüße



    Stevie

    <p>Dr. Stefan Rode</p>
    <p>Rechtsanwalt und Steuerberater</p>

  • Da hattest gesagt, dass die Anlage 1,5 Jahre alt ist, neu 50.000 € gekostet hat und Du 49.000 € angesetzt hast.


    Wenn die Anlage einigermaßen ausgerichtet ist und vernünftige Erträge bringt, hätte ich mit den 49.000 € keine Probleme.


    Nicht zu viel Aufwand. Keiner braucht eine aufwendige Wertermittlung, wenn dann am Ende 47.500 € rauskommen statt 49.000 €.


    Viele Grüße



    Stevie

    <p>Dr. Stefan Rode</p>
    <p>Rechtsanwalt und Steuerberater</p>

  • Kann ich dann einfach einen Abschreibungsbetrag ansetzen ohne dass das FA einen Kaufpreisnachweis von mir haben möchte?


    Mal angenommen ich geh von 49000,- € aus und schreibe dann für dieses Jahr ab August noch 1633,- € ab (5% und 8/12).
    Will dann das FA nicht wissen wie ich darauf komme?


    Die 49000,- € habe ich ja beim Einspruch bei der Grunderwerbsteuer angesetzt (Hab eine RE Kopie vom Vorbesitzer
    über 49600 €) obwohl die Anlage mehr wert ist (s. unten).
    Blöd ist nur dass dies wiederum bei dem Finanzamt im Nachbarlandkreis gemacht werden musste, weil in meinem
    Landkreis das FA etwas kleiner ist und die nicht die Abteilung für Grunderwerb haben.


    Ich werde mich beim Finanzverwalter auch noch mal erkundigen.
    Der Vorbesitzer hatte einen extra Kredit für die PV Anlage, den ich mit dem Gesamtkredit abgelöst habe.
    Dann kann ich ja diesen Betrag ansetzen und ziehe einfach die bis jetzt stattgefundene Abschreibung ab und
    setze dann dort an (auch wenns weniger ist, aber ich möchte keinen Ärger mit dem FA).


    Die Anlage ist durch die super Lage und wenn ich die Formel von sonnenstevie als Berechnungsgrundlage
    nehme sogar einiges mehr wert.
    Deshalb gab es ja auch ein paar Probleme mit dem Vorbesitzer weil er den Gesamtkaufpreis im nachhinein noch
    in die Höhe treiben wollte und zwischenzeitlich nicht mehr verkaufen wollte, unser Kredit aber schon in Arbeit war.


    Viele Grüße
    und einen ertragreichen guten Morgen.

  • Wir sind genau im letzten Satz meines ersten Postings....
    Steuerrecht ist an dieser Stelle nicht mehr forensisch. Wenn Du 49 in den Ring wirfst und das FA 45.... dann schaut man sich mal tief in die Augen... einigt sich bei 47.. und der Drops ist gelutscht. So ähnlich ist ja auch der Tenor von Sonnenstevie.
    Sicherlich.. wer als Laie dem FA gegenüber ein wenig demütig oder gar devot begegnet, der schneidet da vielleicht weniger prall ab, als jemand der in mehr Schlussbesprechungen seinen Mann stehen musste, als der ihm gegenüber sitzende Betriebsprüfer. Rhetorik, Körpersprache, Verhandlungsgeschick.. werden da zu den Erfolgsschlüsseln.)


    Hier gilt: Wenn Du ohne Gürtel und doppelte Hosenträger in so eine Partie hineingehst, zieht Dir das FA die Hosen aus.
    Die haben immer die Möglichkeit ohne Einvernehmen mal einen Bescheid zu erlassen - und dann zu schauen, wie weit Du gehst. (Wenn Du nichts auf der Hand hast, noch nichtmal in den Rechtsbehelf. Es sei denn, Du hältst auch noch die linke Backe hin, wenn Du rechts schon drauf bekommen hast).
    Aber mit einer halbwegs gut ausschauenden Berechnung sieht die Welt schon anders aus.
    Damit wird der Spieß zwar nicht umgedreht... aber Du deutest zunächst einmal an, dass Du überhaupt eine Waffe besitzt, mit der Du kämpfen könntest; demzufolge also durchaus fähig wärest, zum Duell zu fordern.
    (Und dann ist die Welt wieder pari: Der Finanzer läßt sich ungerne abwatschen. Dessen Karriere hängt von einer sauberen Weste ab. Lieber mal streitlos aufgeben (und keiner redet davon)... als eine Niederlage mit Fanfarengetöse.


    Wenn die Faustformel vom promovierten Akademiker doch einen hübsch hohen Wert liefert: It's not a bug - it's a feature!!!
    Du kannst Dir natürlich auch eine hübsche Excel-Tabelle mit den Erträgen der Restlaufzeit basteln; zinst alle Beträge mit einer Wunschrendite ab - und setzt den Barwert an.


    Wo Du Dich von trennen musst: Vom Vorbesitzer. Wenn der Vorbesitzer ein Schnäppchen gemacht hat - musst Du Dir das nicht anrechnen lassen; wenn der Vorbesitzer viel zu teuer gekauft - wird das nicht als Steuervorteil auf Dich durchschlagen.
    Du hast nunmal keinen Kaufpreis... und niemand wird Dir mehr einen beschaffen. Ergo geht es Dir nun so wie vielen (nur das die Geld dafür kriegen ;-) ) Du tanzt mit ums Feuer, auf der Suche nach dem Verkehrswert.


    Eines ist auch klar.. je weiter ihr auseinander liegt in der Anfangsmeinung; desto fundierter / aufwändiger muss man rechnen.
    Bei 50 T€ reden wir - für eine Außenprüfung - mit Sicherheit über Peanuts. Für Betriebsprüfer ist das "daily business".
    Beim Innendienstler weiß man nie an welchen Halbpfennigfuchser man gerät. Ich würde aber auch hier drauf setzen, dass da keiner in Schönheit sterben will.


    Die Frage ist natürlich auch: Hast Du überhaupt "Zündstoff" in Deinem Kaufpreis drin?
    In meiner Historie hat sich der Grundstückskauf von einem großen Telekommunikationsanbieter aus Telebonn eingebrannt. Die wollten einige Grundstücke schnell loswerden. Da haben wir in bester schwäbischer Industrielage ein Grundstück zur Hälfte des Bodenrichtwerts gekauft - obwohl noch ein sehr schönes Verwaltungsgebäude drauf stand. Wenn der Verkehrswert für irgendwas 1.000 beträgt.. und Du zahlst nur 50.... DANN geht der Eiertanz los.
    Wenn Du aber einen "fairen Marktpreis" gezahlt hast.... ist ja generell wenig Konfliktpotential vorhanden.)

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