Fragen zu PV-Anlage auf Terrassenüberdachung (Stahl)

  • Habedieehre, liebe PV-Gemeinde!


    Nachdem das Vorhaben, auf unser Garagendach eine weitere PV-Anlage zu installieren, wegen einiger Ungereimtheiten auf Eis gelegt wurde, ist mir eine neue Idee eingefallen.


    Da wir für unsere Terrasse (komplette Südausrichtung) unbedingt eine Überdachung / Verschattung benötigen (man hält es im Sommer kaum aus, da die Sonne so richtig hinknallt) haben wir überlegt, ob man dies nicht auch mit einer PV-Anlage kombinieren könnte und somit quasi zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt. Anbei aktuelles Bild mit Zeichnung.




    Natürlich sind auch hierzu wieder etliche Fragen aufgetaucht und es herrscht wieder jede Menge Klärungsbedarf.


    Wir haben uns zuerst eine Stahlkonstruktion (siehe Beispielbild) vorgestellt, auf die Holzlamellen (wie bei einer Pergola) für lichten Schatten sorgen sollen. Die Breite wäre ca. 8m und die Tiefe 4,30 m.




    Dies könnte man doch auch mit PV-Modulen kombinieren. Wenn ich jetzt von Standardmodulen (1m breit, 1,65m hoch) ausgehe, wären das zwei Reihen mit jeweils 8 Modulen (insgesamt also 16 Module). Es sollen zwischen Hauswand und dem ersten Modul (ca. 1 Meter Platz) Holzlamellen wie geplant installiert werden. Somit kann im Winter der Schnee vom Hauptdach auf den Terrassenboden durchfallen). Dann beginnen die zwei Modulreihen. Außerdem sorgt dies für etwas mehr Licht im Haus (großes Wohnzimmerfenster).




    Wir legen keinen Wert darauf, dass die Überdachung aus den Modulen dicht ist – das hätten wir bei der reinen Holzlamellen-Lösung auch nicht. Außerdem möchten wir keine Glas-in-Glas-Module verwenden (zu teuer), die Verschattung durch die normalen Module wäre extra erwünscht.


    Ich weiß, dass normale Module überwiegend keine Zulassung als Überkopfverglasung haben. Könnte man dies umgehen, in dem man unter die Module (die Ansicht mit der Verkabelung möchten wir sowieso nicht direkt ansehen) ein geeignetes Blech o. ä. anbringt, damit im Falle eines Falles keine Glassplitter runterfallen können? Ausserdem würde dies wohl auch die Kabelführung verdecken / erleichtern.


    Als Erstes werde ich nächste Woche mal zur Gemeinde fahren und wegen der Baugenehmigung bei dieser Größe anfragen. Evtl. können die mir auch was wegen der Verwendung von normalen Modulen bei geeignetem Schutz nach unten sagen, ob das genehmigungspflichtig ist, bzw. ob es da Probleme geben kann.


    Dachneigung wären schätzungsweise so um die 15% maximal möglich. Die Ausrichtung der Überdachung ist ziemlich genau Süden (wie Anlage auf dem Hauptdach darüber).


    Wir haben damals Streifenfundamente aus Beton (es war eine Holzterrasse geplant) anfertigen lassen, auf diese würde die Stahlkonstruktion geschraubt. Ich hoffe, die Fundamente halten das aus.




    Meine Sorge ist, ob sich für diese Geschichte ein geeigneter Metallbauer / Solarteur, findet die sich an sowas „rantrauen“.


    Weitere Punkte / Fragen, die mir im Kopf umhergehen :?: :


    Oben auf die Stahlträger würden ja dann quer noch die Montageschienen für die Module kommen, oder? Direkte Montage auf die Stahlträger ist wohl nicht zu empfehlen.


    Sind die kompletten Kosten für die Überdachung (Stahlkonstruktion) und die Module mit Befestigungsschienen und Montagekosten beim Finanzamt absetzbar (für MWST-Erstattung und die 20jährige Abschreibung) oder wird hier die Stahlkonstruktion nicht anerkannt?


    Was kann so etwas überhaupt in etwa Kosten? Ich gehe bei ca. 3,8 kWp (ca. 8.000 Euro) alleine für die PV-Geschichte aus. Reichen da noch 7.000 Euro für die Stahlkonstruktion?


    Akzeptiert das EVU (in unserem Fall die EON) diese Anlage als Dachanlage wegen der Einspeisevergütung und können die Probleme machen bei der Inbetriebnahme?


    Wenn euch sonst noch Probleme einfallen, die auftreten könnten, dann bitte raus damit. Wie gesagt, falls wir so ein Vorhaben durchführen, sollte schon alles 100% passen. Ärger jeglicher Art möchte ich gerne vermeiden.


    Was meint Ihr zu der Angelegenheit?


    Besten Dank schon mal für Eure Antworten!


    Gruß und gute Nacht


    Weide

  • Hallo Weide,
    schade dass Du Dich an dei Garage nicht rantraust. Versteh ich aber auch. Rein Kostenmäßig wäre ein kompletter Blechtausch auf der Garage (gegen Kalzip oder Trapezblech wahrscheinlich billiger als die Stahlkonstruktion auf der Terasse. Aber Ihr wollt ja sowieso eine Verschattung haben, also sind die Kosten für die Unterkonstruktion ja sowieso schon im Plan.


    Zur Sache:
    - Glas-Glas Module mit größeren Zellabständen gibt bei weitem den schönsten Effekt. Verstehe aber auch hier die Sorgen um die Kosten. Also normale Module über der Terasse.
    - 2 x 8 Module in einer Fläche würden mir das Wohnzimmer zu dunkel machen. Ich würde daher zwischen den Modulen Abstand lassen und diesen gegebenenfalls mit Glas oder Doppelstegplatten zu machen.
    - Wenn Du die Module quer und leicht aufgeständert anbringst bekommst Du deinen Lamelleneffekt, die Durchlässigkeit für Schnee vom Hauptdach und noch bessere Erträge. Wäre also eine Überleguing wert. Dafür würde ich allerdings Module mit 72 x 5" Zellen vorschlagen, die sind knapp 1,6 m lang aber nur 0,8 m breit (typisch ca. 200 Wp/Modul). Davon könntest Du 4 Reihen a 5 Module machen. Die Stahlträger auf 10 Grad Neigung und die Module dann nochmal 10 Grad aufständern. Mit der genauen Geometrie müßte man nochmal spielen, um zu große Verschattungen zu vermeiden.


    Alumontageprofile sind relativ billig. Ich würde die Stahlträger so stellen, dass der Abstand mit einem günstigen Profil überbrückt werden kann (2 m sollten möglich sein) und die Module auf PV-Montageschienen befestigen.
    Um die Kabel zu verstecken, kann man auch Montageprofile mit eingebautem Kabelkanal nehmen.


    Mit dem Netzbetreiber sollte es bei einer Terassenüberdachung keine Probleme geben. Das FA wird Dir allerdings die Kosten für die Stahl-Unterkonstruktion nicht anerkennen. Mit dem Sachbearbeiter zu reden kann aber eigentlich nicht schaden, vielleicht ist er ja gnädig ;-)


    Viel Spaß beim planen!


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Hallo!


    OK, hab schon gesehen, da brauche ich wirklich einen fähigen Metallbauer / Solarteur.


    Bin gerade am rumtelefonieren, haben natürlich alle Metallbauer schon viel Aufträge und einige nennen den Herbst als machbaren Zeitpunkt. Mal weitersuchen. Zumal der Solarteur, der mir bei den bisherigen Angebotsgesprächen am symphatischsten/fähigsten erschien diese Woche auch Urlaub hat.


    Auf der Gemeinde hab ich auch angerufen: Es muss ein Bauantrag eingereicht werden (kostet wohl ca. 100,00 Euro). Das Genehmigungsverfahren dauert dann auch seine Zeit übers Landratsamt. Realistisch wurde mir die Genehmigung für Anfang / Mitte August in Aussicht gestellt. Dazu brauche ich aber jetzt erstmal einen Plan zum einreichen / genehmigen.


    Ist natürlich alles verlorene Zeit / Geld wegen Kürzung der Einspeisevergütung.


    Zumindest interessiert es baurechtlich keinen wegen der Überkopf-Montage der PV-Module, ob diese eine Zulassung haben oder nicht. Dies sei allein "unser Bier". Für den Bauantrag ist nur das Stahlgerüst (Statik usw.) von Belang.


    Gruß


    Weide

    + 24 Module Solon P220/6+/07 mit je 225 Wp und WR Mastervolt QS 6400 Max-I
    + 24 Module Yingli Solar YL245PT-29b mit je 245Wp und WR Fronius IGPlus 70 V2 + Solarlog200

  • Hallo Weide,


    wie Du in meinem Thread vielleicht gelesen hast hatte ich ähnliche Probleme.


    Bei mir war der Wintergartenbauer preiswerter als der Stahlbauer, ersterer arbeitet mit Systemstatik und der Metallbauer benötigt noch einen Statiker.


    Der Wintergartenbauer hat aber keine Ahnung von PV und der Solarteure keine vom Wintergartenbau.


    Bei mir wurde das Gestell vom Wintergarten Betrieb aufgestellt, die PV wurde gemeinsam ins Gestell montiert und von Elektriker angeschlossen.


    Eine zweite Decke wegen der Überkopfgeschichte kostet auch und durch den Hitzestau verlierst Du auch noch PV-Erträge.


    Ein lichtundurchlässiges Dach wäre mit vorm Haus im Winter viel zu dunkel.


    Ich schätze die Mehrkosten für Transparente Module auf etwa 4000€.
    Das ist viel Geld, aber die Anlage ist die nächsten 30 Jahre an Deinem Haus und steigert deren Wert durch eine einmalige Optik.
    Das Geld ist da sicher besser aufgehoben als für Alu´s am Auto, die nutzt man nur einen Bruchteil der Zeit.


    Viele Erfolg für Dein Projekt.


    Jürgen

    18x S170M 45° Neigung, Ausrichtung 220°, SB3300TL
    7x S170M 52° Neigung, Ausrichtung 220°, SB1100
    Schletter, Solarlog 400e (defekt)
    Terrassendach teiltransparent, Ertex-Solar, 2,15kWp an SB2100TL
    NO-Dach mit Yingli 11x210W + 15x225W an SB4000TL-21

  • So, die Idee mit den Modulen quer und aufständern ist gut, muss ich mit dem Solarteur (leider erst nächste Woche) klären.


    Habe gerade einen Wintergartenbauer kontaktiert: Er macht eine Preisvoranfrage im Werk für eine Alu-Konstruktion. Dann hab ich da wenigstens mal eine grobe Hausnummer. Er hat aber ein bisschen Angst wegen dem Schnee von oben vom Hauptdach. Wir haben da kein Schneefanggitter (die PV-Anlage sitzt ziemlich am Rand) und er meinte, dass da durchaus mal ne halbe Tonne bis Tonne auf einmal runterkommt und dann alles hinüber ist. Wir hätten gemeint, dass der Meter Abstand zwischen Haus und Modulen ausreichen müsste, damit der Schnee durchfallen kann. Hmmmm...


    Auch bin ich am überlegen, ob ich die Konstruktion nicht um einen Meter in der Breite verringern soll, dann könnten wir uns den Bauantrag sparen, bis 30m2 ist ja ohne Genehmigung möglich.


    Gruß


    Weide

    + 24 Module Solon P220/6+/07 mit je 225 Wp und WR Mastervolt QS 6400 Max-I
    + 24 Module Yingli Solar YL245PT-29b mit je 245Wp und WR Fronius IGPlus 70 V2 + Solarlog200

  • Hallo!


    Ich habe mal noch 2 Belegungsvorschläge aufgezeichnet. Jeweils sind die Module quer und aufgeständert. Dazwischen sind Holzlamellen.
    Variante 1 lässt etwas weniger Licht durch, Variante 2 etwas mehr. Beide lassen aber wesentlich mehr Licht durch, als der Original-Vorschlag mit der durchgehenden Modulfläche.
    Schnee könnte bei beiden Vorschlägen von den Modulen rutschen und durch die Holzlamellen fallen.




    Und bei deinem Profilbild konnte ich nicht anders, als meine Gedanken dazu auch noch aufzuzeichnen:



    Sonnige Grüße

  • Moin!


    Danke für die Vorschläge und den ROBO. Wegen der Gefahr, dass die Module durch den Schnee von oben beschädigt werden, würde ich aber lieber zwischen Haus und 1. Modulreihe den Platz lassen. Aber auch hier kann man ja noch mit der Aufteilung / Anzahl der Module "spielen".


    Will ja nicht schon wieder schwarz malen, aber wenn wir oben kein Schneefanggitter haben, wird uns wohl im Fall der Fälle auch die Versicherung bei beschädigten Modulen durch den Schnee von oben was pfeiffen. Ist natürlich auch nicht unwesentlich, dieser Punkt.


    Bis jetzt war meine Suche nach einem Metallbauer leider erfolglos - sind alle ausgelastet bis zum Winter.


    Bin immer noch am rumrechnen, um das ganze auf 30m2 zu verkleinern, die Optik muss ja passen und die Treppe sollte hald noch mit rein. Das mit dem Bauantrag (Kosten + benötigte Zeitspanne) liegt uns schon im Magen...


    Kann es kaum erwarten, wenn der Solarteur nächste Woche ausm Urlaub kommt, um ihn mit meiner Anfrage zu bombardieren. Hoffentlich ist der wenigstens positiv gestimmt.


    Tschöö derweil!


    Weide

    + 24 Module Solon P220/6+/07 mit je 225 Wp und WR Mastervolt QS 6400 Max-I
    + 24 Module Yingli Solar YL245PT-29b mit je 245Wp und WR Fronius IGPlus 70 V2 + Solarlog200

  • Zitat von Weide

    Wegen der Gefahr, dass die Module durch den Schnee von oben beschädigt werden, würde ich aber lieber zwischen Haus und 1. Modulreihe den Platz lassen.


    Ich denke, dass der Schnee nicht senkrecht an der Hauswand runterfällt, sondern wenn er vom Dach abrutscht wegen dem Schwung etwa 0,5-1 Meter von der Hauswand entfernt runterkommt. Wenn dann gerade da ein Modul aufgeständert ist, geht der Schnee hinter das Modul, wo auch die Anschlussdose ist. Wenn das Modul ganz an der Wand ist, streift der Schnee das Modul vielleicht noch, aber erstens ist das Modul ja schräg, so dass der Schnee weiterrutschen wird und zweitens ist die Vorderseite des Moduls robuster als die Rückseite mit der Anschlussdose und den Kabeln. Ich würde die hinterste Reihe ganz an die Fassade setzen.


    Sonnige Grüße

    Private PV-Anlage (07/2019):
    19,84 kWp | Heckert NeMo2.0 60M 310W | E3/DC S10 E PRO (13 kWh Speicher) | SMA SB3.6
    Bürgersolaranlage (04/2009):
    25,2 kWp | Sharp NT175E1 | SMA SMC8000TL | SMA WebBox | SunnyPortal

  • Zitat von Weide

    Bin immer noch am rumrechnen, um das ganze auf 30m2 zu verkleinern, die Optik muss ja passen und die Treppe sollte hald noch mit rein. Das mit dem Bauantrag (Kosten + benötigte Zeitspanne) liegt uns schon im Magen...


    Meine Stadtwerke meinten das die Terrassenanlage eine Freifeldanlage ist.
    Dies würde mit Hilfe meiner Baugenehmigung ausgeräumt.


    Jürgen

    18x S170M 45° Neigung, Ausrichtung 220°, SB3300TL
    7x S170M 52° Neigung, Ausrichtung 220°, SB1100
    Schletter, Solarlog 400e (defekt)
    Terrassendach teiltransparent, Ertex-Solar, 2,15kWp an SB2100TL
    NO-Dach mit Yingli 11x210W + 15x225W an SB4000TL-21

  • @ Will ja nicht schon wieder schwarz malen, aber wenn wir oben kein Schneefanggitter haben, wird uns wohl im Fall der Fälle auch die Versicherung bei beschädigten Modulen durch den Schnee von oben was pfeiffen. Ist natürlich auch nicht unwesentlich, dieser Punkt.


    Das macht auch keinen Sinn, weil dann die Sonne schlecht an die Module kommt - aber im Ernst - ich würde mal grundsätzlich das Thema Versicherung rechnen und dann mit konkreten Informationen den/die Versicherer befragen was sie vom Risikomhalten. Evtl. macht es ja auch Sinn in Kombination mit dem Gebäudeversicherer ein tragbare Lösung zu finden.

    Addition VersicherungsmakIer GmbH GF Siegfried Nikschick * 51375 Leverkusen * Morsbroicher Str. 43 * Register-Nr.: D-I96F-EZ66N-29 * Steuer-ID: DE311141718