Stromkabel 5 x 2,5² als PV-Leitung nutzbar?

  • Guten Morgen, liebe PV-Gemeinde!


    Nach etwas längerer Abstinenz möchte ich mich einmal wieder mit einem Anliegen an Euch zurückmelden.


    Wir planen im Moment, eine weitere PV-Anlage auf unserer Garage zu installieren. Jedoch scheint das Ganze nicht so einfach zu sein wie vorerst gedacht.


    Die Fakten: Garage ist getrennt vom Haus, Dachausrichtung Westen, Dachneigung 5 Grad, Blechfalz-Dach (genagelt), ca. 6 m breit und 8 m lang.


    Hatte bisher 5 Solarteure zur Angebotsanfrage da. Die zu installierende Leistung schwankt zwischen 3,6 kWp und 5,76 kWp. Es hat sich herausgestellt, dass eine Aufständerung Richtung Süden (max. ca. 15 - 20 Grad) am sinnvollsten wäre.


    So, erstes Problem wäre schon mal die Befestigung auf dem Dach: Manche Firmen möchten mit Stockschrauben (mit Abdichtgummi) arbeiten. Hier besteht aber evtl. nach einiger Zeit die Gefahr der Undichtigkeit auf dem Blechdach. Andere wollen Falzklemmen nehmen, trauen sich aber nicht recht ran, da das Dach nur genagelt und nicht geschraubt ist. Wie seht Ihr das?


    Das Hauptproblem ist es aber, den aufgefangenen Strom ins Wohnhaus zu bringen, da hier der Anschlussraum im Keller ist (Zählerschrank, Stromanschluss/Übergabepunkt EON). Da ich nicht wieder den ganzen Hof (Pflaster und Terrassenplatten) für ein Kabel aufgraben möchte, wäre die einzige Möglichkeit über ein vorhandenes Starkstromkabel (5 x 2,5²) einer Kraftsteckdose in der Garage (bisher ungenutzt, wird nicht benötigt) zu gehen. Leider ist das Kabel mit ca. 35 - 40m auch noch sehr lang.


    So und hier scheiden sich anscheinend die Geister. Ich habe als erstes bei den Angebotsgesprächen immer gleich auf diesen Punkt hingewiesen und um besondere Beachtung / Rücksprache mit den Elektromeistern der Firmen gebeten. Bei drei der Firmen habe ich die Aussage, dass dies überhaupt kein Problem darstellt und ich habe ein ganz normales Angebot erhalten. Eine Firma wollte noch etwas prüfen und die letzte Firma gibt mir aus folgenden Gründen gar kein Angebot ab:


    Selbst bei Einphasiger Einspeisung könnten nur 2 Adern gebündelt werden (somit 5² Querschnitt), die anderen Adern würden extra benötigt (Erdung/Potentialausgleich?). Außerdem ist das Kabel viel zu lang, es würden zu hohe Leitungsverluste entstehen und das Ganze Vorhaben nicht mehr rentabel machen. Auch die Gefahr, dass die Sicherung öfters „fliegt“ besteht - weil das Kabel so einen geringen Querschnitt hat und somit sehr heiß werden kann. Die Firma würde bei dieser Leistung normal ein 16² - Kabel verlegen.


    So, jetzt bin ich ziemlich verunsichert über die ganze Angelegenheit. Ich hoffe, Ihr habt mit sowas Erfahrung bzw. könnt mir hilfreiche Tipps geben. Wie gesagt, für ein neues Kabel alles nochmal aufgraben fällt eigentlich flach. Ich möchte nur nicht die Anlage draufmachen und dann gibt es wegen dem Kabel ständig Probleme. Dafür wäre mir dann das Geld trotzdem etwas zu schade… :?


    Ich wünsche allen einen guten Start in den Tag und bedanke mich schon mal für Eure Antworten! :danke:


    Gruß


    Weide

    + 24 Module Solon P220/6+/07 mit je 225 Wp und WR Mastervolt QS 6400 Max-I
    + 24 Module Yingli Solar YL245PT-29b mit je 245Wp und WR Fronius IGPlus 70 V2 + Solarlog200

  • das mit dem Kabel sollte man doch ausrechnen können, z. B.


    angenommen mal ein 5 kW Wechselrichter, 40 Meter Länge, Cu
    2,5 mm² , Spannungsfall 11 V, Verlustleistung 4,8 %
    4 mm² , Spannungsfall 7 V, Verlustleistung 3,0 %
    6 mm² , Spannungsfall 4,6 V, Verlustleistung 2,0 %


    (sagt Sunny Design)


    ob das von den elektrischen Vorschriften her korrekt zu machen ist, sollte der Ausführende wissen


    das mit dem Befestigen auf dem Blechdach sehe ich als das Hauptproblem an
    wer in so einem Zusammenhang das Wort Stockschrauben gebraucht, den würde ich gleich wieder heimschicken
    der soll seine Stockschrauben in sein eigenes Dach drehen
    Beim Blechdach würden mir auch nur Falzklemmen einfallen, dann müssen aber die Heften herhalten
    ob die das tun, ist dann dein Risiko


    ob es das Ganze dann noch wert ist?

  • jodl - danke für die schnelle Antwort.


    Ja, das ist eben die Frage, ob sich das lohnt. Wenn natürlich solche Scherereien vorpgrogrammiert sind, kann ich gerne drauf verzichten.


    Sorry, bin technisch ein absoluter Laie. Aber die Blechfalze auf dem Dach sehen für mich zumindest schon "windig" aus. Die haben alle eine Höhe von ca. 3,5 - max. 4 cm (hab mal ein Foto angehängt).


    Die Solarteure mit den Stockschrauben heimschicken meinst Du also auch wegen der Gefahr der Undichtigkeit, nehme ich an?


    Gruß


    Weide

    Bilder

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  • Hallo,


    wenn DU einen 3-phasig einspeisenden WR nimmst wie den Danfoss TLX 6k bei 5,7 kwp Generatorleistung, dann passt das mit 5 X 2,5 qmm noch eben so (1,1% Verluste).


    Gruß
    Martin

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Zitat von MBIKER_SURFER

    wenn DU einen 3-phasig einspeisenden WR nimmst wie den Danfoss TLX 6k bei 5,7 kwp Generatorleistung, dann passt das mit 5 X 2,5 qmm noch eben so (1,1% Verluste).

    Hallo,


    wie ist das wenn der WR und der PV-Zähler in der Garage hängen?
    werden dann die Leitungsverluste als Direktverbrauch gerechnet?


    *kopfkratz*
    Anton

    Königlicher Jägerkönig: JK: 62, D: 9, T: 3, Q: 2, Q: 1 angepasst am 04.04.2021

  • Zitat von macnetz


    wie ist das wenn der WR und der PV-Zähler in der Garage hängen?
    werden dann die Leitungsverluste als Direktverbrauch gerechnet?


    *kopfkratz*
    Anton


    ja natürlich
    wieso kopfkratz?

  • Also der WR würde auf jeden Fall in der Garage hängen.


    Beim PV-Zähler bin ich noch nicht sicher. Einige Firmen würden den im Keller installieren, wobei das wegen dem Platz nicht so einfach ist, da der alte Zählerschrank schon voll und daneben wegen dem alten WR nicht viel Platz ist.


    Die anderen Firmen würden den auch gleich mit dem WR in die Garage hängen.


    Es müsste dann im Keller nur der aktuelle Haushaltsstromzähler gegen einen Zweirichtungszähler getauscht werden (wegen Eigenverbrauch).

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  • Hallo,


    also günstiger wäre natürlich, die Gleichstromseite mit langen 6 qmm Solarkabeln in den Keller zu ziehen. Da kannst den Verlust bei 40m vernachlässigen!


    Gruß
    Martin

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Hallo!


    Ich habe wegen dem Befestigungs-Problem nochmal einen eigenen Thread erstellt, ich hoffe, Ihr seht mir das nach. Nicht das die eine Sache dann untergeht.


    http://www.photovoltaikforum.c…-ausreichend--t78890.html

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  • @ MBIKER-SURFER:


    Das wäre natürlich günstiger. Es liegt ja auch ein 100er-Leerrohr von Garage zum Haus, hier liegen die SAT-Kabel schon drinnen und es wäre mit Sicherheit noch genug Platz. Das Problem ist nur, das Kabel im Haus. Das 100er-Leerrohr geht im Keller rein, dann aber laufen die Kabel einzeln in Leerrohren mit nur noch ca. 2cm Durchmesser in der Wand nach oben und führen über den Estrich im EG wieder nach unten in den Anschlussraum. Hier wird es wohl fast unmöglich sein, ein weiteres Kabel einzuziehen, bzw. ein neues hindurchzubekommen. Auch müsste auf jeden Fall die Wand (Rigips) im Keller bei der Leerrohr-Eintrittsstelle geöffnet werden.


    Alternativ wäre nur ein öffnen des Hofpflasters (ca. 10m), dann durchbohren einer Randleiste, Graben im Garten buddeln (ca. 30m ums Haus) und hier ein Leerrohr verlegen, dann unter der Terrasse (ca. 1,50m) öffnen und Leerrohr verlegen um zu einem Lichtschacht vor dem Anschlussraum zu kommen und den anzubohren. Von hier aus könnte man die Kellerwand zum Anschlussraum durchbohren für die Kabel. Im selben Lichtschacht kommen auch die Kabel der PV-Anlage auf dem Dach runter und gehen durch die Wand zum Anschlussraum.


    Aber ob sich das alles lohnt ist eben die Frage, puh!

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