Rückstellung für Zinsen und Tilgung

  • Hallo,
    sorry für die Frage (bin auf diesem Gebiet ziemlich neu :( ): kann ich, um meinen Gewinn zu schmälern (ich habe im Jahr 2005 die Mwst-Rückerstattung vom Kauf der Anlage erhalten und somit einen zu hohen Gewinn erwirtschaftet), eine Rückstellung bilden um diese dann innerhalb der Frist an anfallenden Zinsen bzw. Tilgungsraten "aufzulösen"? Oder funktioniert die Sache mit den Rückstellungen nur beim Kauf von materiellen Gütern?


    Grüße und Danke,
    Marc

  • Hallo,


    wie kommst du darauf einen zu hohen Gewinn erwirtschaftet zu haben?
    Ich werde in kürze auch die Rückerstattung beantragen und wüsste gerne inwiefern sich dies negativ auswirken kann?


    Gruß

  • Hallo Marc, hallo veczaf,


    wie von Elektron schon mitgeteilt, heben sich an Solarteur gezahlte und vom FA erstattete Mwst. gegenseitig auf. Somit besteht keinerlei Effekt auf die Gewinnsituation!
    Hab' mich heute schon mit dem gewerblichen Einkünften der Steuererklärung '05 befasst. Daher kann ich diesbzgl. Elektrons Aussage 100%ig bestätigen.


    Gruß
    Stefan

  • ja, die Erstattung der MWSt. hat nichts mit Gewinn zu tun,
    wichtig ist die Darstellung der Betriebsausgaben und bereits
    die 10% degessiver Abschreibungsanteil dürften in den ersten Jahren
    ein positives und damit zu versteuerndes Ergebnis unmöglich
    machen...
    ...dazu kommen die ggfs. geleisteten Zinszahlungen...
    ...Stromkosten für einen Überwachungsrechner sind dagegen...
    ...mit Verlaub....Erdnüsse :?


    respectfully


    Luke


    Nachtrag:


    interessant (allerdings auch nur Erdnüsse) wäre die steuerliche Betrachtung der Kosten einer Rückstellung des erstatteten MWST-Betrages falls die Gewinnerzielungsabsicht nicht funktionieren sollte und die MWST zus. Zinsen dem Finanzamt irgendwann (hoffentlich nie) zurückerstattet werden müßte :roll:

  • Hallo zusammen,
    danke erst mal für Eure Antworten ...


    Bei mir sieht es so aus: die Anlage wurde im Dezember 2004 in Betrieb genommen und auch in Rechnung gestellt. Folglich konnte ich Januar 2005 sofort die Mwst. zurückholen. Das waren ca. 5000 EUR. in der EÜR (Einnahmen-Übersch.-Rechnung) werden diese 5000 EUR zu den Betriebseinnahmen gezählt (das macht die Buchhaltungssoftware; berichtigt mich wenn das falsch ist). Zudem habe ich das erste Jahr auch keine Tilgung, spricht ziemlich wenig Ausgaben (ausgenommen Abschreibungen für Anlage+Disagio sowie Zinsen und Versicherung). Darum habe ich auch im Jahr 2005 einen ungewollt "hohen" Gewinn erziehlt und dadurch muss ich sogar Einkommenssteuer nachzahlen. Im nächsten und übernächsten Jahr wird das nicht so sein, da ja erstens keine Vorsteuer mehr erstattet und wird zweitens die Tilgungsphase beginnt.
    Darum dacht ich, man kann eine Art "Rücklage" oder "Rückstellung" bilden um den Gewinn 2005 zu schmälern und die nächsten Jahre damit abzufangen. Das scheint ja aber nicht gehen ...



    Grüße,
    Marc

  • Hallo marc,


    du kannst zwar die Mwst als Einnahmen buchen, aber musst sie auch als Ausgabe wieder reinnehmen weil du sie ja an deinen Solateur abgeführt hast. Ich hoffe du hast die EkSt-Erkl. noch nciht abgegeben. Einen Gewinn kannst du auf keinen Fall gemacht haben, jedenfalls keinen Nennenswerten. Die Tilgung sind auch keine Ausgaben bzw. keine Kosten, nur die Zinsen kannst du absetzen. Mit der Tilgungsphase ändert sich also nichts an deinen Kosten, die du Absezen kannst.


    Das eine ist deine Gewinn und Verlustrechnung und das andere ist deine Umsatzsteuererklärung ! Beides hat nichts miteinander zu tun. Bei der GuV rechnest du alles Netto. Bei der Umsatzsteuererklärung nimmst du die Vorsteuer aller Ausgaben und ziehst sie von der Umsatzsteuer der Einnahmen ab. Die Differenz bekommst du erstattet oder musst sie abführen je nach + oder -.


    Ich bin jedoch kein Steuerberater und o.g. ist nur meine Sichtweise auf die Dinge.


    Gruß Kato

    15,54 Kwp
    2xSB5000 mit je 32 Stück Suntechnics STM185
    1xSB3300 mit 20 Stück Suntechnics STM185
    SunnyBoyControl mit Netzleitungsmodem

  • @ kato


    Hallo Kato,


    hab' da mal 'ne Frage in eigener Sache.
    In der Gewinn- u. Verlustrechnung wird ja unter anderem auch die Anlagenabschreibung mit aufgeführt.
    Ist für die Anlagenabschreibung die Bemessungsgrundlage der Kaufpreis mit oder ohne Mwst.?
    Da ich für das FA auch vorsteuerabzugsberechtigt bin, würde ich nach meinem Verständnis den Nettobetrag für die Abschreibung zu Grunde legen.
    Habe diesbzgl. mittlerweile schon verschiedene Antworten erhalten und frage deshalb nach den Erfahrungen der Leidensgenossen.


    Danke
    Stefan

  • Hallo Stefan,


    auf jeden Fall nur den Nettowert abschreiben. Unter dem Strich hat man ja nur netto bezahlt. Die Umsatzsteuer für die Anlage hat man ja bereits vom Finanzamt wieder erstattet bekommen. Als Einnahmen werden auch nur die Nettoeinnahmen versteuert. Die daraufgeschlagene Umsatzsteuer wird abgeführt.


    Gruß Kato

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  • Einspruch


    Die Umsatzsteuer ist sowohl Betriebseinnahme (Erstattete UST vom FA in 2005 ?), als auch Betriebsausgabe (Zahlung an Solateur in 2004 ?), und muss auf beiden Seiten gebucht werden.


    Bei einfacher Gewinnermittlung, sprich Einnahme-Überschußrechnung, so wie dargestellt, fiel im Jahr 2004 ein Verlust in Höhe der bezalhten Ust an. Ebenso, die anteilge Afa(Abschreiung = 1/12 des Nettobetrages). Daneben solltest du noch pauschale Unkosten (angemessen, am besten nach Rücksprache mit dem zuständigen Sachbearbeiter in der Veranlagungsstelle Deines FA) ansetzen.


    Für 2005 dürfte also tatsächlich ein Gewinn anfallen. Dafür in 2004 eben ein Verlust. Da nach Datum die zugeflossenen Einnahmen , bzw. Ausgaben angestzt werden.


    Anders sähe zum Teil bei einer etwaigen Bilanzierung aus.


    Aber auch da wäre für 2004 bereits eine Bilanz zu erstellen


    Gruß
    die Füchsin